Weimarer Klassik Merkmale

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    25-Nov-2015

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Weimarer Klassik Merkmale Die Erfahrung der schwierigen Durchsetzbarkeit der Ideale der Französischen Revolution (Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit) und deren Pervertierung während der Terrorherrschaft der Jakobiner (1793/94) hatten einen generellen Einfluss auf den gesamten deutschen Kulturbetrieb wie z. B. auf die Autoren der Weimarer Klassik, aber auch auf das Werk von Ludwig van Beethoven in der zeitgenössischen Musik. Einen weiteren Bezugspunkt stellt die Literatur des Sturm und Drang dar: Auch hier konnte ein aus der Aufklärung resultierender Wertekonflikt, hier zwischen Vernunft und Gefühl, nicht befriedigend gelöst werden und führte zu zahlreichen Katastrophen in den Texten (vgl. den Selbstmord Werthers in Goethes Die Leiden des jungen Werthers). Als Reaktion auf diese Erfahrungen steht im Zentrum des klassischen Kunstkonzepts das Streben nach einem harmonischen Ausgleich der Gegensätze - denn genau dieser Ausgleich war ja in der Realität der Französischen Revolution und der Literatur des Sturm und Drang gescheitert und führte zu deren zunehmender Eskalation. In Anlehnung an das antike Kunstideal wird in der Klassik nun nach Vollkommenheit, Harmonie, Humanität und der Ãbereinstimmung von Inhalt und Form gesucht. Wo Goethe in der Natur ein Modell für den universalen Zusammenhang aller Erscheinungen suchte, wurde für Schiller die Geschichte zum wichtigsten Bezugspunkt. Weitere Merkmale sind: Auseinandersetzung mit der Französischen Revolution Nicht durch einen gewaltsamen Umsturz (Französische Revolution), sondern durch eine evolutionäre Fortentwicklung (langsame Höherentwicklung) der Gesellschaft gelange man zu dem Ziel eines den aufklärerischen Idealen entsprechenden Staates. Zentralisierung auf Weimar und z. T. Jena Stellt der Unruhe der Zeit das Programm der ästhetischen Erziehung gegenüber: Die Menschen sollen durch Kunst und Literatur zu Humanität erzogen und dadurch reif für gesellschaftliche Veränderungen werden. Erziehungsideal ist die âschöne Seeleâ, d. h. der Mensch, dessen Handeln, Pflicht und Neigung in Ãbereinstimmung sind (Ideal eines ruhigen, abgeklärten, in sich selbst ruhenden Menschen). Zeitlosigkeit der Epoche, indem sie Gegenstände zur Betrachtung wählt, die âüber allen Einfluss der Zeiten erhabenâ sind, genauer menschlich-ethische Werte Streben nach Harmonie in der Gesellschaft statt Egoismus des Sturm und Drangs Humanität Einsicht, dass persönliches Verderben die gerechte Strafe für begangene sittlich-moralische Verfehlungen ist Zu den wichtigsten Motiven der Weimarer Klassik gehören unter anderem Menschlichkeit und Toleranz. Die wichtigste Gattung ist das Drama, wobei Lyrik und Epik nebensächlich bleiben. Typisch war ein hohes Sprachniveau und eine reglementierte Sprache (vgl. Blankvers der Iphigenie auf Tauris). Diese reglementierte Sprache verdeutlicht im Vergleich zum natürlichen Sprachideal des Sturm und Drang mit all seinen Derbheiten eben genau den Ausgleich zwischen Vernunft und Gefühl und kann deshalb auch als Vermittlerin der Werte der Klassik und als Mittel der ästhetischen Erziehung dienen (vgl. Schillers Ãber die ästhetische Erziehung des Menschen und die Kraft des Wortes in Goethes Iphigenie auf Tauris). Im gleichen Zusammenhang sind die Rückkehr bzw. Annäherung Goethes und Schillers an die klassische Dramenkonzeption (pyramidaler Aufbau, Einhaltung der aristotelischen drei Einheiten etc.) zu sehen. Die Weimarer Klassik hat ihren Namen nicht nur durch die Orientierung hin zur Antike erhalten, die mit Wielands denkerischer und stofflicher Antikerezeption stark einsetzte und sich â vor allem bei Goethe â auch in der Form vieler Werke widerspiegelt. Sie galt auch als âklassischeâ Epoche deutscher Dichtung. In der Gegenbewegung der âRomantikâ wurde dann der Begriff âKlassikâ auf formale Ãbernahmen eingeengt und als absprechender Kampfbegriff vor allem gegen Schiller gewandt. Von diesem Standpunkt betrachtet bezeichnete der Begriff also keine vorbildliche Epoche, sondern eine Schule, die die griechische Klassik zum Vorbild genommen habe.

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