Verein Deutscher Chemiker

  • Published on
    05-Jun-2016

  • View
    234

  • Download
    21

Transcript

  • Personal- f ind Hochrchulnachrichten - Verein Deutache~ Chemiker gesehen, bringt Griffzth eine wirklich erstmalige Zusanunen- stellung zahlreicher eigener und frenider Beobachtungen, die bisher teils schwer zugiinglich, teils verstreut waren. Wer dieses Buch liest, sieht so richtig, ,,was es alles gibt" an ver- schiedenen Erscheinungsformen der Katalyse, Katalysatoren, Wechselbeeinflussungen, Adsorptionen usf. Fur die wissen- schaftliche Forschung ist diese Mannigfaltigkeit natiirlich verwirrender als wenige, gut untersuchte FUe. Ref. meint aber, daI3 in der Hand des Technikers, der nicht die Erforschung einer Reaktion, sondern ihre wirksame Lenkung und Be- schleunigung im Auge hat, dieses Buch wertvoll werden kann durch die Mitteilung aller, auch der unverst&ndlichen Gesichts- punkte, die in Frage kommen. Trotz des etwas irrefiihrenden Titels kann es daher in dieser Richtung gern empfohlen werden. G . - M . Schwab. [BB. 25.1 Etnannt: Dr. phil. nat. habil. G. H a h n , Doz. in der Naturwissenschaftlichen Fakultat der Universitat Frank- furt a. M., zum nichtbeamteten a. 0. Prof. Verliehen: Geh. Hofrat Prof. Dr. Dr -1ng. e h. M. Wien , emerit. Ordinarius der Physik an der Universittit Jena, vom Fiihrer und Reichskanzler am 20. April die Goethe-Medaille fi ir Kunst und Wissenschaft. Gestorben: Apotheker G. Miiller, Griinder der Firma Gustav Miiller, Glasinstrumenten- und Thermometerfabrik, Ilnlenau, langjiihiges Mitglied des VDCh., am 18. April inl Alter von 69 Jahren. - F. S c h m i d t , Seifenfabrikant, Dijbeln, langjahriges Mitglied des VDCh., am 17. M a z . VERIIN DEUTSCWER CWEMIKER Bezirksverein Schleswig - Holstein. Sitzung am 29. Januar 1937 in der Aula der Hoheren technischen Staatslehranstalt Kiel. Vorsitzender : Dr. Werner, Teil- nehmerzahl: 15. Prof. Dr. Schwarz , PreuB. Versuchs- und Forschungs- anstalt f i i r Milchwirtschaft, E e l : ,,Neues iiber geeignete Wand- und Fupbodenbelcige in Molkereien usw. und ihre Priijung" (mit Lichtbildern) . Einleitend erortert Vortr. die Notwendigkeit der Unter- suchung von Materialien besonders fur milchwirtschaftliche Betriebe und die Anforderungen an die hierfiir in Frage kom- menden Stoffe. Dam folgt eine eingehende von Lichtbildern unterstiitzte Beschreibung der Untersuchungsmethoden fiir Wandans t r ichf a rben auf Normalbeton und Ros tschutz- fa rben auf Eisenplatten in bezug auf Elastizitat, StoBfestig- keit, Bestandigkeit gegenMolke und Soda,Wasserdurchl&igkeit, Verhalten gegeniiber Gasen und hoheren Temperaturen, wobei fur die Rostschutzfarben noch die Priifung gegeniiber Milch- stiurelosung und alkalischen Reinigungs- und Desinfektions- mitteln hinzukommt. So sind, um einige Ergebnisse anzu- fiihren, bei 10 untersuchten Wandanstrichfarben durch Molke keine Veraderungen beobachtet worden. ebensowenig hin- sichtlich StoRfestigkeit und Temperaturbestandigkeit. Ledig- lich Sodalosung fiihrte bei einigen Anstrichen zu schwachen Angriffserscheinungen. Etwas ungiinstiger lagen die Verhalt- nisse bei den starkeren Beanspruchungeri ausgesetzten Rost- schutzfarben, von denen einige durch Sodalosung mehr oder minder stark angegriffen wurden. Samtliche Farbanstriche mit Ausnahme eines einzigen zeigten bei Einwirkung von hoheren Temperatwen Verfarbungserscheinungen. Fiir die Herstellung von vollstandig fugenlosen FuR- boden ist Zement-Estrich ungeeignet; Asphalt ist fiir Molke- reien nicht zu empfehlen mit Riicksicht auf die hohe Be- anspruchung des FuRbodenmaterials, besonders vor der Waage und der Milchausgabe. Die 10 untersuchten FuRbodenplatten waren nach Angabe des Vortr. samtlich den Anforderungen gewachsen. AnschlieWend werden, durch Lichtbilder niiher veranschaulicht, V e r f a r b u n g se r s c h ei n un g en an W a n d - p l a t t e n behandelt, deren Ursachen teilweise in Algen zu suchen sind, die sich in der mechanisch beschiidigten Glasur ansiedeln. Die durch feine Haarrisse in der Glasur von Wand- platten ermoglichten Farbablagerungen 'und Verfarbungs- erscheinungen sind auf Diffusion von Fliissigkeiten bei nicht vollstiindig gesintertem Material zuriickzufiihren. Fiir Molkerei- betriebe sind daher nur haarriafreie Platten mit vollstandig gesintertem Scherben zu verwerten. Zur niiheren Charakteri- sierung von Wandplatten wird die Abschreckprobe an- gefiihrt, welche die Neigung von Glasuren zur HaarriBbildung zu ermitteln gestattet, und die Eos inprobe zur Feststellung des Aufsaugvermogens desScherbens. So zeigten von 10 Wand- platten einige starkes Aufsaugevermogen gegeniiber Eosin- losung und Neigung zur HaaniBbildung bei schroffem Temperaturwe'chsel. Ein niiherer Hinweis auf die Wirkung von Kampfstoffen auf Farbanstriche, Wand- und FuI3- bodenplatten bildet den SchluB der Ausfiihrungen, die f i i r die Industrie orientierender und zugleich anregender Natur waren. Bezirksverein Magdeburg- Anhalt. Sitzung am 10. Marz in Magdeburg. Vorsitzender: Direktor Dr.-Ing. R a m s t e t t e r . Teilnehmerzahl: 58 Mitglieder und Gate . Prof. Dr. E l le r , 1,eiter der Kunstseidentechnischen Zentrale der I. G. Farbenindustrie A.-G., Wolfen: , ,ubev die Zellwolle." Ortsgruppe Chemnitz. Sitzung am Montag, dem 22. M&z 1937, in der Staatl. Akademie ffir Technik. Vorsitzender: Prof. Dr. Rother . Teilnehmerzahl: 46 Mityiieder und Gbte. Dr. H. Li i tgkrt , Halle: ,,Moderne physikalische Mefhoden in der organischen Chemie." Der Vortr. behandelte die Susceptibilitiit organischer Verbindungen, den Ramaneffekt und berichtete zum Schlul3 iiber eigene Arbeiten auf dem Gebiet der Dipolmessungen im allgemeinen und iiber den EinfluI3 der Dipolmomente der Wsungsmittel auf die Reaktionsgeschwindigkeit im besonderen. CHEMISCHE GESELLSCHAFT DER DEUTSCHEN HOCHSCHULEN IN PRAG. Sitzung am 10. MUz im chemischen Institut der Deutschen Universittit in Rag. Vorsitzender: Prof. Dr. A. Kirpal . ' F. K. Miinzberg, R a g : ,,Austauschversuche mil schwerem Wasser." Aus den Versuchen von Bonhoeffer, Brown, Klav, Wirfz , Reifz, Steiner u. Schwavz, Erlenmeyer usw. M e aus eigenen Versuchen ist bekannt, daB Hydroxyl- und Aminowasserstoff von organischen Verbindungen im schweren Wasser sehr leicht ausgetauscht werden. Der an C gebundene Wasserstoff reagiert i. allg. nur sehr tr8ge. Bei Keto-Enoldagerung aber wird das Deuterium schnell an die Kohlenstoffbindung iibertragen. Auf diese Weise lassen sich tautomere Umlagerungen auch dann noch mit Sicherheit erkennen, wem ein chemischer Nachweis nicht mehr moglich ist. Es erschien daher aussichts- reich, mit dieser Methode zu priifen, ob die Oxybenzole zu derartigen Umlagerungen bef-gt sind. Auf diese Weise lassen sich die Bindungsverhdtnisse im aromatischen Kern untersuchen. Es wurde daher die Kinetik des Austausches bei verschiedenen Oxybenzolen im schweren Wasser gemessen. Bei Phenol wurde festgestellt, daB sofort nach dem Auf- losen der Substanz der Hydroxylwasserstoff ausgetauscht wurde. Bei weiterem Einwirken des schweren Wassers wird ein Ted des an C gebundenen H innerhalb 30 min (bei 50° in alkal. Losung) durch D ersetzt, wiihrend die iibrigen H-Atome nicht merklich zur Reaktion kommen. Deren Austausch 194t sich erst bei 1000 in 180 h erreichen. Beim Ausschalten der Keto-Enoldagerung durch Veratherung der Hydroxylgruppe bleibt der schnelle Austausch aus. Anisol wurde bis 4200 h bei SO0 mit n/lo alkal. schwerem Wasser'geschiittelt, ohne daI3 ein Austausch festzustellen war. Durch Rlockieren der Hydr- oxylgruppe zwischen zwei Substituenten liil3t sich zeigen, da13 der schnell austauschende Wasserstoff in o-Stellung zur OH- Gruppe stebt. 2,4,6-Trichlor-phenol hat nach dem Ersatz des Hydroxylwasserstoffes die iibrigen Wasserstoffe nur sehr schwer ausgetauscht. An einer Reihe von o-substituierten Phenolen wurde gepriift, ob beide o-stbdigen Wasserstoffe leicht ausgetauscht werden oder nur einer. Bei o-Ni t ro- phenol , o-Chlor-phenol, o-Kresol und Guaj acol wird trotz des Substituenten ein gleicher Betrag des Kernwasser- stoffes wie beim Phenol leicht ausgetauscht. Im Falle des Na-Sal icylates hat sich ergeben, daB iibexhaupt kein C- gebundener H leicht austauschbar ist. Hieraus geht hervor, daB im Phenol und in den erwahnten substituierten Phenolen Angevandle Chrmic 50.Jahrg.1937. Nr.17 3 I7
  • V e r e i n Deutecher C h e m i k e r der Hydroxylwasserstoff die innermolekulare Vmlagerung nur nach einer Seite ausfiihren kann. Der Phenolkern besitzt demnach Doppelbindungen, welche zumindest innerhalb der verwendeten Versuchszeiten ihre Lage nicht geandert haben, wie es bei der urspriinglichen Kekulkschen Forniel an- genommen wird. Bei dem untersuchten 0-Kresol. o-Chlor-phenol, o-Nitro- phenol und Guajacol ist dieDoppelbindung von densubstituenten abgewandt. Bei dem Na-Salicylat und auch beini Na-Salz der m-Kresotinsaure liegt die Form I1 der beiden Ortho- isomeren vor. 0 H OH Rp: f'iR v \/ I I1 Je nach Art des Substituenten scheint die eine oder die andere Form begiinstigt zu sein. Beini Handels-Brenz- catechin (bisubl. und krist.) diirften beide Orthoisomere im wechselnden Verhaltnis als Gemisch vorliegen. Hinsichtlich der leicht austauschbaren Kernwasserstoffe haben die ein- zehen Praparate verschiedene Werte geliefert. In reinem Zustand wiirde Form I zwei und Fonn I1 keinen Kernwasser- stoff &ell austauschen. Versuche zur Trennung beider Formen sind bisher noch erfolglos geblieben. dafur lassen sich h i d e Isomere ineinander umlagern. Bei tiefer Teniperatur ist Form I1 stabil, bei hoher Form I. Beim Resorcin wurden ebenfalls durch Keto-Enol- umlagerung zwei an C gebundene H-Atome auffallend schnell ausgetauscht. Wie die Messungen an Orcin zelgen, handelt es sich wieder um o-standige Wasserstoffe. Auch beini Resorcin verhalten sich innerhalb der Versuchszeiten die Doppelbindungen starr. Ganz anders als beim Resorcin ist der Austauschverlauf beim Hydrochinon. Die an C gebundenen Wasserstoffe werden alle nur sehr langsam ausgetauscht. Eine Keto-Enol- umlagerung ist bei dieser Verbindung nicht festzustellen, was darauf hindeutet, daB dTe C-Atome, die die Hydroxylgruppen tragen, keine Doppelbindung aufweisen (Dewar-Form). OH /I\ (!/ OH Beim Pyrogallol vollzieht sich der Austausch in vier Geschwindigkeitsstufen. A u k den1 Austausch der 3 Hydroxyl- wasserstoffe, der augenblicklich erfolgt, wurde nachgewiesen, dal3 jeder der C-gebundenen Wasserstoffe mit einer eigenen Geschwindigkeit austauscht. Bei 50° und r l / , o alkal. Liisung betragen die Konstanten dafiir 0.3, 0,0025 bzw. 0,00007. Bei Na - C: a 11 a t wurde ein analoger Verlauf des Austausches fest- gestellt, nur f A U t die langsamste Phase weg. Hei Phloro- glucin waren alle 6 H leicht austauschbar. Otto Jordan43annover-Llnden *. Am 11. Marz starb in Hannorer Dr. phil. O t t o J o r d a n , friiherer Direktor der Farbfabrik der A . 4 . Egestorff Salzwerke im 81. tebensjahr. Seit mehr als 50 Jahren hat er sich um den Zusammenhalt der Chemiker bemiiht. Er hat hier in Hannover mit Fevd. Fischer den hiesigen Bezirksverein des VDCh. gegriindet und hat den1 Hauptverein von Anfang an angehort. Seit .seiner Jugend gab das Interesse fur Chemie und chemische Technik seinem Leben den Hauptinhalt. 1856 in Braunlage geboren als Sob des Ultramarinfabrikanten Emil Jordan, studierte er nach SchulabschluB in Goslar in Greifswald, Bern, Berlin und promovierte 1880 in Greifswald. Nach dortiger Tatigkeit als Assistent der Geologie iibernahm er die Leitung der Chemischen Fabrik Vebigau bei Dresden und trat 1883 in die Ultramarinfabrik der Egestorff Salzwerke in Hannover ein, die unter seiner Leitung zur Fabrik bunter Farben, insbesondere von Eisenrot, erweitert wurde. Bei Anlage der fiir die FrachtverhUtnisse giinstigeren Che- mischen Fabrik Nienburg der Egestorff Salzwerke richtete Jo rdan dort ebenfalls ein Farbenwerk ein. Durch seine leitende Stellung kam er in den Vorstand des Vereins Deutscher Farbenfabriken und durch seine Vertrautheit mit der in- dustriellen Arbeit in den Vorstand des hiesigen Dampfkessel- uberwachungsvereins. Kurz vor dem Kriege d i e d Jo rdan aus seiner Tatigkeit bei den Egestorff Salzwerken aus und lebte seinen Privatstudien. 1914-1918 war er auf den ver- schiedensten Gebieten der Zwangsverwaltung, in der Handels- kammer, bei Zivil- und Militarbehorden sowie der Kriegs- fiirsorge mit seinen Erfahrungen tatig. Eine grolk -4rbeit leistete er lange Jahre im Verein Deutscher Chemiker; so war ihm die Durchfiihrung der Hauptversammlung im Jahre 1920 hier zu danken. Mehrfach hat er den Vorsitz im hiesigen Bezirksverein sowie imVerband der technisch-wissenschaftlichen Vereine hier gefiihrt. Manches Jahr war er als unser Vertreter im Vorstandsrat des Vereins Deutscher Chemiker Wig. Durch seine stets einsatzbereite Arbeit, durch seine Kenntnis der wichtigen Vorgange in der Industrie, und zwar nicht bloB im Gebiet der Chemie, hat Jo rdan sehr vie1 getan fur den Zusammenhalt der Chemiker hier in Hannover und iiberhaupt der technisch-wissenschaftlich tatigen Mhner, so mit besonderer Bedeutung als Vorsitzender des Verbandes technisch-wissenschaftLicher Vereine in den Kriegsjahren und der schweren Nachkriegszeit. Jo rdan war ausgezeichnet durch ein stets liebenswiirdiges Wesen, durch geistige Lebendigkeit und durch eine stete, aufrichtige Hilfsbereitschaft, die ihm die Herzen aller Kreise gewann. mit denen er in Beriihrung Lam. Wir werden ihn nie rergessen. Bezirksverein Hannover. Anmeldung zu Vortriigen zum Reichstreffen der Deutschen Chemiker in Frankfurt a. M. Wie schon aus dem Tagungsplan auf S. 307 dieses Heftes hervorgeht, sind die Vortragszeiten, die den Fachgruppen an diaem Reichstreffen zur Verfugung stehen, stark zusammengedrangt worden, weil jedem Tagungsteilnehmer fur den Besuch der Achema ausreichend Zeit zur Verfiigung stehen sol1 und weil weiterhin uberschneidungen der einzelnen Fachgruppensitzungen tunlichst vermieden werden sollen. Einen groBen Teil der zur Verfiigung stehenden Zeit werden voraussichtlich die Leifer der Fachgruppen und Fachgebiete rnit Vor- tragen besetzen. welche sie selbst angeworben haben. Trotzdem steht grundsatzlich wie bisher die Moglichkeit offen, Vortrdge nach eigenem Ermessen anzumelden (Anmeldevordruckc bei der Geschaftsstelle des VDCh. anfordern). Wir machtn lediglich darauf aufmerksam, do8 die Auswahl, welche die Fach- gruppenleiter in Gemeinschaft rnit der Leitung des Vereins treffen, diesmal eine besonden enge sein wird und daB es sich deshalb empfiehli, nur Neues und wirklich Wichtiges zum Vortrag anzumelden. Anmeldeschlu6 fur Vortrtlgc: 22. Mai 1937.

Recommended

View more >