Studienreader zur analogen elektroakustischen Musik

  • Published on
    13-Feb-2017

  • View
    222

  • Download
    0

Transcript

StudienreaderzuranalogenelektroakustischenMusikhg.vonMichaelCustodis 2DervorliegendeReaderdokumentiertdieErgebnissederSchreibwerkstatt,diealsSeminarimWintersemester2012/13imBachelorstudiengangMusikwissenschaftanderWWUMnsterangebotenwurde.InnerhalbdesvorgegebenRahmenthemasstandesdenStudierendenfrei,selbststndigeinThemenzufinden,um ingemeinsamenArbeitssitzungendasRecherchieren,Przisieren,AusarbeitenundRedigieren lexikalischerArtikelzuben.DiethematischeFokussierungaufdieGeschichtederanalogenelektroakustischenMusikdientedabeizugleichderVorbereitungaufeinWorkshopSeminardesKomponistenSimonStockhausenimfolgendenSommersemester2013,dasunterdemTitelGrenzenlosMglichkeitenderelektronischen Klangerzeugung im 21. Jahrhundert den Studierenden mit praktischenbungendiedigitalePhasederelektroakustischenMusiknahebringenwird.Mnster,imApril2013MichaelCustodis 3 SeiteAdditiveSynthese 4PierreBoulez 7JohnCage 9HerbertEimert 12HomeMadeElectronics 15InstitutdeRechercheetCoordinationAcoustique/Musique(IRCAM) 18GottfriedMichaelKoenig 21OttoLuening 24Musiqueconcrte 26HenriPousseur 30TerryRiley 34WalterRuttmann 37KarlheinzStockhausen 39SimonStockhausen 42TapeMusic 44ElektroakustischeMusikbeimWestdeutschenRundfunkKlnI. DieelektroakustischeMusikbeimRundfunk 47II. DaselektronischeStudiodesWDR 50III. TechnischeEntwicklung 53IannisXenakisI. Biografie 55II. StochastischeSynthese 58III. CentredeMathmatiqueetAutomatiqueMusicalesCEMAMu 60 4AdditiveSyntheseoder auch FourierSynthese, nennt man die Erzeugung einer komplexen periodischenSchwingungauseinerReihevonharmonischenKomponenten,densog.Sinustnen.1.FourierTheorem2.AdditiveSynthese3.KlangsyntheseinderelektroakustischenMusik4.DigitalisierungderadditivenSynthese1.FourierTheoremDerfranz.MathematikerundPhysikerJosephFourier(17681830)erkannte,dassjedekompliziertereperiodische Schwingungals SchallphnomeneineDarstellung vonberlagerungenmehrerer reiner,harmonischer Schwingungen ist.Unterharmonischen SchwingungenverstehtmandaszueinerGrundtonfrequenzgehrigeganzzahligeVielfachederGrundfrequenz.SomitlsstsicheinKlangaufseineObertneundihrenLautstrkeanteilimgesamtenKlanggebildehinuntersuchen,wasauchFourierAnalysegenanntwird.DerdeutschePhysikerGeorgSimonOhmfand1843heraus,dassdasmenschlicheGehrnachebendiesenanalytischenMethodenarbeitet.UmgekehrtzeigtdasFourierTheorem,dasssicheineSchwingungsformausverschiedenensinusfrmigenTeilschwingungenzusammensetzenlsst.2.AdditiveKlangsyntheseEinzelneObertne(auchPartialoderTeiltnegenannt)einerKlangstrukturentstehendurchdasHinzufgenvonSinustonKomponenten. JederTeiltonhateineeigeneHllenkurve imFrequenzspektrum.DieHllenkurveeinerFrequenzlsstsichinvierzeitlichaufeinanderfolgende Phasen unterteilen: Anschwellzeit (A: Attack), Abklingzeit (D: Decay), Haltezeit (S:Sustain),Ausklingzeit(R:Release)(sieheAbb.1).Abb.1:SchemadervierzeitlichenPhaseneinerFrequenzhllkurveSomithatjederObertoneinesKlangsseineneigenenCharakterderTonentfaltungundeinedirekteundhrbareEinwirkungaufdasganzeTongebilde.ZielderadditivenSyntheseistesunteranderem,natrlicheKlngeoderdiemechanischerMusikinstrumenteauthentischzureproduzieren.DabeiergibtdieAdditionundModulationvonrund32ObertneneinenfrdasmenschlicheGehrnatrlichenKlang.ZuvieleTeiltnewirkenwiederumunrealistischkonstruiert.53.KlangsyntheseinderelektroakustischenMusik(1)Subtraktive(selektive)KlangsynthesebezeichneteinenProzess,indemgewnschteFrequenzeneinesKlanggemischesoderRauschens(berlagerungmehrerernichtharmonischerSchwingungen)mitHilfe von Frequenzbandfiltern (Equalizer)herausgeschnittenoder aberverstrktwerden.AllerdingslassensichsingulreFrequenzennichtseparatfiltern.DiezufilterndeFrequenzkannaufGrundvonelektrotechnischenPrinzipiennureingegrenztundgefiltertwerden.EsknnendeshalbnurganzeFrequenzbnderbearbeitetwerden.Partialfrequenzenwerdenherausgefiltert,biseinegewnschteTonfarbemoduliertist(FunktionsweisefrherSynthesizer).DerneueKlangkanndannmitweiterenFilternmanipuliertwerden.Die(2)additiveSyntheseerfordertzunchstkeinedigitaleSignalverarbeitung.MitmehrerenOszilatorenwerdendiePartialSinustneeinesSoundserzeugt.GrundlagehierfristdieEigenartvonSinustnen:EinSinustonisteineperiodischeSchwingungmitnureinerFrequenzf (1/Periodendauer T),welchedie Tonhhe,und einerAmplitude (max.Auslenkung einerSchwingung),diedieLautsrkebestimmt(sieheAbb.2).Abb.2:SchemaeinerharmonischenundungedmpftenSinusschwingungDieHllkurvenallerFrequenzenimSoundmsseneinzelnmitsog.Modulenbearbeitet,bevor siemiteinemVCA (voltagecontroledAmplifier)verstrktwerdenknnen.NebendenModulenzurHllkurvenbearbeitungwerdenauchsolchezurFreq.,AmplitudenundPhasenmodulationverwendet,umneueKlngezugenerieren.Bereits inderKlnerelektronischenMusikderfrhen1950erwurdenKlngemitdemPrinzipderadditivenSynthesekreiert.UmeinennatrlichenKlangzureproduzieren,bentigtmanfralleObertneseparatdieobengenanntenGerteundModule.Daher istdieadditiveSynthesemitComputeranwendungleichterundineinemgrerenUmfangzurealisieren.Als(3)direkteKlangsynthesebezeichnetmandiedigitaleBerechnungvonFrequenzmodulationen zur Erzeugungder gewnschten SchwingungsformmiteinementsprechendenProgramm, dem eineWertetabelle der Schwingungsformen zugeordnetwird.Die Elongation(max.AuslenkungeinerSchwingung)miteinemSpannungswertwirdalsbinreFormangegebenunddurcheinenD/AWandlerineineanalogeelektrischeSchwingungumgeformt.4.DigitalisierungderadditivenSyntheseKomplexe,natrlicheKlnge,wiedieeinesmechanischenMusikinstrumentes,knnenerstam Computer mit einer entsprechenden Rechenleistung nutzerfreundlich, das heit mittechnischenMittelngeringerenUmfangsrealisiertwerden.KompliziertbeiderBerechnungvonKlngenistdietemporreDifferenzinderEntwicklungderPartialtneundihrerjeweils6eigenenHllenkurve.DurcheinedigitalisierteKlangsyntheseisteinprzisererEingriffindieMikrostruktur(dieParameter jedereinzelnenFrequenz)vonKlngenmglichsowiedieErzeugungeinerbeliebighohenAnzahlvonObertnenohnegrerentechnischenAufwand.EswirdeinehoheRechenleistungbentigt,umeinehoheAuflsungdesKlangszuerzielen.DurchdieDigitalisierungknnenSchwingungennichtalsGanzesbeschriebenwerden,sondern immernurpunktuell inAbhngigkeitvonderZeitundsomit immer lckenhaft.ZueinemZeitpunkt twerdendieParametereinerSchwingunggespeichertundknnensowiedergegebenwerden. JemehrPunkte einer Schwingung inBinrform ausgedrcktwerdenknnenundjekleinerdieLckenzwischenfestgehaltenenParameternwerden,umsoprziserwirdeineWiedergabemglich.BeieinerhohenKlangauflsung istdasmenschlicheGehrnichtmehr inderLage,dieLckenbewusstwahrzunehmen.EinklanglicherQualittsunterschieddesselbenSoundsbeiunterschiedlicherAuflsungistdurchaushrbar.DiedigitaleadditiveKlangsyntheseermglichttheoretisch,allevorstellbarenKlngezuerschaffen,diesezusamplenundsiemusikalischnutzbarmachen.QuellenEimert,HerbertundHumpert,HansUlrich,DasLexikonderelektronischenMusik,Regensburg1973Pousseur,Henri,in:dieReihe1(1955),Heft1ElektronischeMusikEnders,Bernd,LexikonMusikelektronik",Mainz1985Ruschkowski,Andr,ElektronischeKlngeundmusikalischeEntdeckungen,Stuttgart2010Abb.2:http://musicweb.hmthannover.de/ipmm/mth_content/mth_adsr.gif[3.Februar2013]PeterBergmller 7Boulez,PierreFranzsischerKomponistundDirigent(*26.Mrz1925inMontbriston).ErgiltalseinerderherausragendstenVertreterderAvantgarde.AnfangsnochstarkdurchseinenLehrerOlivierMessiaenbeeinflusst,verbanderdiebei ihmgelernten,sichwiederholendenReihenprinzipienderSatzundFormlehresptermitdemSptstilAntonWebernsundIgorStrawinskysRhythmik zu einer einzigartigen Kompositionsweise,welche in derMultiplikationstechnikmndete.EinzentralerAspektseinerMusik istdiestetigeEntwicklungderVariationsowiederEinflussvorklassischer,europischeralsauchauereuropischerMusik.AuerdemhattedieLiteraturundDichtungvonbeispielsweiseStphaneMallarmoderRenChargroeBedeutung.berZwischenschrittegelenkterAleatorikerweiterteerseinenStil immerweiterundschrnkteseineKompositionsttigkeit inden1960erJahrenzunehmendeinzugunstenseinerKarrierealseinerder fhrendenDirigentendes20. Jahrhunderts.SeineKarrierealsDirigent begann 1957 und fhrte zur Zusammenarbeit u.a.mit dem BBC Symphony Orchestra,denNewYorkerPhilharmonikern,denWienerPhilharmonikernsowiedenWagnerFestspieleninBayreuth.GeborenalsSohndesIngenieursundIndustriellenLonBoulez,wuchserineinemgrobrgerlichen,katholischgeprgtenElternhausauf.Erstmaligbekamermit6 JahrenKlavierunterricht.AufWunschdesVatersbesuchteervon194143diecolepolytechnique inLyon,umMathematik zu studieren.Boulez setzteseinKlavierunterrichtbeiLioneldePachmannfort,derihmdieerstenzentralenmusikalischenGrundlagenvermittelte.GegendenWunschdesVaterszoges ihn imHerbst1943nachParis,umandasdortigeConservatoirzuwechseln.DortbesuchteerdenHarmonielehreunterrichtvonGeorgesDandelot.DaBoulezdieklassischenMethodendesUnterrichtsnichtschtzte,nahmerabApril1944PrivatunterrichtbeiAndreVaurabourgHonegger.DerbalddarauferfolgtenAufnahmeindieHarmonieklassevonOliverMessiaenwurdezueinemzentralenEinfluss ,danichtnurseltenzuhrendeeuropischeMusik(z.B.ArnoldSchnbergsPierrotLunaire,AlbanBergsLyrischeSuite),sondernauchauereuropischeMusikbehandeltwurde.NachdemBesucheinerAuffhrungvonSchnbergsBlserquintettop.26unterderLeitungvonRenLeibowitzbeschlossBoulez,fasziniert von der Reihentechnik, bei diesemUnterricht zu nehmen. Er fhrte ihn an dieSptwerkeWebernsheran,kompositorischumgesetztalsVerschmelzungmitEinflssenvonMessiaeninseinemWerkvon1945DouzeNotations.SeineersteHrspielmusik,LeSoleildesEaux,realisierteer1948inZusammenarbeitmitChar,nachdemereinigeseinerWerkegelesen hatte. Auf Empfehlung Arthur Honeggers wurde Boulez Direktor des CompagnieBarraultRenard,was den Grundstein fr seine sptere Karriere als Dirigent legen sollte.DurchdieweltumspannendenTourneenderGruppelernteerhautnahz.B.diesdamerikanischeMusikkennen.DurchdiePariserAuffhrungseinesStcksLeSoleildesEaux imJahr1950wuchsseinBekanntheitsgrad, jedochwaresdievonseinemMentorHeinrichStrobelinitiierteUrauffhrung vonPolyphonX im folgenden Jahr inDonaueschingen,die seinenPlatz als einer der fhrendenMusiker seiner Generation beflgelte. Bereits Anfang der1950erJahrehatteBoulezpersnlichenKontaktmitanderenwichtigenneuenKomponistenwieKarlheinzStockhausen[],JohnCage[]oderHenriPousseur[],mitdenenersichberdieBedeutungunddieneuenWegeundMglichkeitenderMusikaustauschte.1952nahmererstmaligandenDarmstdterFerienkursenteil,dieervonMitteder1950erbisin8die1960erJahrealsDozentmitgestalltete.DerweltweiteDurchbruchalsKomponistgelangBoulezmitderUrauffhrung seines Stcks LeMarteau sansmatre inBadenBadenbeimdortigenWeltmusikfest1955der InternationalenGesellschaft frNeueMusik (IGNM).DaHermannScherchenesablehnte,dieSonateLeVisagenuptialzudirigieren,mussteBoulez1957selbstbernehmen.ErbeschriebdieseerfahrungspteralswichtigesErlebnis,daernunversuchte,eineVerbindungderAusdrucksweiseausSichtdesKomponistenunddesInterpretenzusuchen.DiesschufdenerfolgreichenGrundsteinfrdieVerbindungausKomponistundDirigentzueinerknstlerischenEinheit.1959zogBoulezvonParisnachBadenBaden. Indennachfolgenden JahrenwarervorallemsehrhufigalsDirigent (z.B. inBayreuth196670,beimBBCSymphonyOrchestra196972,beidenNewYorkPhilharmonikern19711975)oderalsLehrer(z.B.anderMusikakademieBasel196063,alsGastprofessor inHarvardab1963) ttig.DerdamaligeStaatsprsidentFrankreichs,GeorgesPompidou,batBoulez im Jahr1970,diePlanungunddenAufbaudes IRCAM []zubernehmen,das imJahr1977erffnetwurdeundbis1991unterseinerLeitungstand.MitdenneuentechnologischenMglichkeiten,diedasIRCAMbot,erschufBoulezneueKlangwelten.DasWiederholen einzelner rhythmischer odermelodischer Strukturenwird auf virtuelle Klangelementeverlagert,sodassBoulezmitderrealenPrsenzeinzelnerTeilespielenkonnte,umdieStrukturen ineinanderverschwimmenzulassen.Gutdemonstriert istdiesbspw. inseinemStckDialoguedel`ombredouble(198285).DortvernderteerdieInstrumentalklngeunddereneinzelneStrukturenineinemsimultanenVorgang.SeinZieldabeiwarstets,dieEbenenderZeitdurchunendlicheSkalierbarkeitderrhythmischenWerteunddurchdieEinbettungmikrotonalerWeltenaufzusprengenundsichinihrfreibewegenzuknnen.DieswarschonbeiPolyphonXsichtbar,danachdemVorbildStrawinskysdurcheinzelnerhythmischeStrukturensowiedereninnereminimaleVernderungeingleichbleibendes,sichstetsvernderndesSchemaentsteht,welchesdurchmelodischeZwischenwrfeakzentuiertwerdenkann.QuellenG.W.HopkinsundPaulGriffiths,Art.Boulez,in:NG2Band4,London2001Bsche,Thomas,Art.Boulez,in:MGG2Personenteil3,Kasseletal.2000Hirsbrunner,Theo,PierreBoulezundseinWerk,Laaber1985Ruschkowski,Andr,ElektronischeKlngeundmusikalischeEntdeckungen,Stuttgart,2010http://www.universaledition.com/PierreBoulez/komponistenundwerke/komponist/88 [22. Januar2013]AlexanderSchenk 9Cage,JohnMiltonwareinamerikanischerKomponist,PhilosophundSchriftsteller(*05.September1912,LosAngeles;12.August1992,NewYork).ErgiltalseinerderprgendstenKpfederavangardistischenKnste im20.Jahrhundert,einschlielichderelektroakustischenundexperimentellenMusikindenUSA.1.ZurPersonAlsSohndesErfindersJohnMiltonCageSr.zeichnetesichschonfrheineNeigungzurMusikab,dienebeneinerBegabungfrLiteraturundFremdsprachendiezentraleRolleinJ.CagesLebenspielt.NachdemCollegeabbruchimJahr1930begabersichaufeinezweijhrigeReisenachEuropa,aufdererEindrckeberKunst,MusikundArchitektursammelte.VordieserReisewurdeeraufdieZeitschrift"Transition"aufmerksam,durchdieerwichtigeEindrcke ber die neuesten Entwicklungen der europischen Avantgarde sammelte, dort aberhauptschlichdurchdieSchriftenvonJamesJoycebeeinflusstwurde.ZurckinAmerikastudierteerKomposition,Musiktheorie,Analyse,Harmonielehre,Kontrapunktsowiemoderneund auereuropischeMusik. Zu seinen Lehrern zhlten u.a. Arnold Schnberg, AdolphWeiss,RichardBuhligundHenryCowell.ZustzlichzurmusikalischenAusbildungerwarbsichCageabdemEndeder1940er Jahre fundamentaleKenntnisseber fernstlicheKulturen,wobeiderSchwerpunktbei indischerPhilosophieundZenBuddhismus lag.SeinenLebensunterhaltverdienteCagezunchstmitGelegenheitsarbeitenundAuftragsmusiken.ErbegleitetedieMerceCunninghamDanceGroupalsmusikalischerLeiter,gabKonzerteoderlehrteexperimentelleMusikander SchoolofDesign inChicago.AufeinerweiterenEuropareisebegegnete er den Malern Robert Rauschenberg und Jasper Johns, die neben MarcelDuchampsmit ihrensthetischenKonzepteneinengroenEinflussaufCageskompositorischeEntwicklunghatten.Zudem lernteer1949PierreBoulez[]kennen,mitdemersichberelektroakustischeMusikaustauschte.DurchdieseEinflssebereichertschriebCageabden1950erJahrenMusik,diesichnachdemchinesischenOrakelbuch IChingdurchZufallsoperationendefinierteundseinerArbeitmitTonbandaufnahmensowiemitdempreparedpianoseinepersnlicheNoteverliehen.2.KunstverstndnisundMusiksthetikDieMusikvonJohnCagewarbeeinflusstdurchdiestrukturelleundsystematischeErarbeitungmusikalischenMaterialsundrhythmischerStrukturen,wobeiseine innovativeundexperimentelleHaltungimmereinegroeRollespielte.AusseinemBlickwinkelbestandMusikauskleinenKlangeinheiten,die insicheingeschlossenesEreignisdarstellen.EntgegenblicherKonventionenordneteerdieseabernichtnachRegelnderMelodieundStimmfhrung,HarmonikoderdurchgeplanteRhythmen,sondernreihtesiehintereinanderauf.SeinerAuffassung nach bestand die Verbindung dieser in sich geschlossenen Einheiten zueinanderdurch ihreKoexistenz imRaum.DiesesAufeinanderfolgenvonElementenunterschiedlichsterRhythmenundKlangfarbenwurde inseinenWerkenfrdaspreparedpianodeutlich.HierbeihandeltessichumeinenKonzertflgel,dessenSaitenmiteinerVielzahlvonObjektenprpariertwerden.Sowerdenu.a.Holz,Metall,GummioderGlasdafrverwendet,umverschiedeneKlangfarbenzuerzeugensowiedieTonqualittunddenAnschlagzuvariieren.10EinweitererFaktorfrCagesinnovativeHaltungwardieArbeitmitdemIChing,daschinesischeBuchderWandlungen,dasfrCagezurzentralenEntscheidungshilfewerdensollte.EsbestehtauseinemSystemvon64Zeichen(Hexagramme)mitsechshorizontaluntereinanderangeordnetenLinien,dieentwederununterbrochenodereinmalunterbrochenwaren.JedesdieserHexagrammestellteeinmusikalischesEreignisdar.WelchesHexagrammeineAntwortaufeinebestimmtekompositorischeFrage liefernsollte,wurdedurchMnzwurfermittelt.DieseMethodegewhrteCageeinefortlaufendeWandlungbzw.VernderungdesmusikalischenMaterials. EineweitereMglichkeit,dieCage ausschpfte,warendie von ihm sog.chanceoperations,eineZahlenreihezurErmittlungderDimensioneinzelnerKlngeoderauchderSatzdichte.AuchhierdientederMnzwurfwiederderFestlegungderunterschiedlichenParameter.MitHilfedieserZufallsentscheidungenwollteereineAufhebungderSubjektivittderKompositionbewirken.DamiteinHrerdieMusikwertfreiund losgelstvonGeschmack und Vorurteilen genieen konnte, sollte diesemglichst nicht intentional geprgtsein,sodassjederHrersein"eigenesStck"hrte.DiesebeidenMethodenstellendieGrundlagefrCagesArbeitmitelektronischerMusikdarundbildendasKonstruktfrsmtlicheseineru.a.amComputererstelltenWerkesowiederfrherenTonbandmusik.NebendiesenZufallsmethodenwarfrCagedieBeziehungderMusikzuUmweltundGesellschaftwichtig.DieserEinbezugderUmweltstelltefrCageeinegroeMotivationfrseineTonbandaufnahmendar.EssolltederSteigerungderAufmerksamkeitunddesBewusstseinsinBezugaufdiereale,materielleWeltdienen.ErkonfrontiertedieHrerbewusstmitunangenehmenGeruschenundLrm,umeinebessereReaktionsfhigkeitundeinenbesserenUmgangmitAlltagsgeruschen(z.B.UBahn,Verkehr)zuentwickeln.CagelegtegroenWertdarauf,demPublikumeinenneuenZugangzurUmweltzuerffnen,umdiesewiederschtzenzuknnen.3.TapeMusicundelektroakustischeMusikDasStckWilliamsMixvon1952isteineKlangcollagevonTonbandaufnahmen(TapeMusic), die nach dem Prinzip des I Ching zusammengestelltwurden.DasMaterialwurde insechsKategorieneingeteilt:Stadtund Landschaftsgerusche,elektronische,manuelloderwindproduzierte Klnge, sowie Sounds, die aufgrund ihrer geringen Lautstrke verstrktwurden.DieseAufnahmenwurden inkleineEinheitengeschnitten,umnutzbargemachtzuwerden.DieseEinheitenwurdenwiederdurchdiebekannteZufallsmethodemitdenParameternKlangfarbe,RhythmusundDynamikmodifiziert.DerRozartMix (1965) isteinweiteresBeispiel frdenvielfltigenEinsatzvonCagesTonbandaufnahmen. Es ist ein Konzertstck fr 13 Tonbandgerte und sechsDarsteller.Verwendetwurden88Aufnahmen,dieaufgrundderWillkrdesverwendetenMaterialsvonbeliebigenPersonenzusammengestelltwurden.DieAuffhrungfand imRoseArtMuseum, indemdieAbspielgerte indenEckendesRaumesaufgestelltwurden,um soeinmglichstverworrenes Klangbild zu erlangen. Ein hnliches Projektwar schon sein Stck ImaginaryLandscapeNo.4(1951)gewesen,indemCagezwlfRadiosalsMusikinstrumenteverwendeteunddiesemit jeweilszweiAusfhrendenbesetzte.DieseregeltensowohldieLautstrkealsauchdenSender,wobeiimVorausnichtersichtlichwar,welcherSenderwaszuwelchem11Zeitpunktspielenwrde.SoergabsichinbeidenStckeneinverworrenesundundurchsichtigesKlangfeld.QuellenErdmann,Martin,Art.Cage,in:MGG2Personenteil3,Kasseletal.2000Kostelanetz,Richard,JohnCage.DocumentaryMonographsinModernArt,NewYork1970Pritchett,JamesundLauraKuhn,Art.Cage,in:NG2Band3,London2001Ungeheuer,Elena(Hg.),ElektroakustischeMusik,Laaber2002SebastianStewing 12Eimert,HerbertDeutscherKomponist,Radioproduzent,Musiktheoretikerund Journalist ( 8.4.1897 inBadKreuznach;15.12.1972 inDsseldorf).Eimert istMitbegrnderdesStudios frElektronischeMusikdesWDR[]undvorallemeinerderwich gstenFrdererderzeitgenssischenelektronischenMusikinDeutschland.HerbertEimertwurdealsSohneinesGymnasiallehrersundeinerGeigenlehreringeboren.Von191924studierteerGeige,Klavier,TonsatzundDirigierenamKlnerKonservatoriumbeiHerrmannAbendroth,JohannEduardFranzBlscheundAugustvonOsthegraven.1923schrieberFnfStckefrStreichquartettundeineAtonaleMusiklehre,diebei ihrerVerffentlichung1924zumBruchmitseinemTheorielehrerBlschefhrte. DaraufhinverlieerdasKonservatoriumohneAbschlussundstudierteMusikwissenschaftanderKlnerUniversittbeiErnstBcken,WilliKahlundGeorgKinsky.HierhrteerauchPhilosophiebeiMaxSchelerundPaulNicolaiHartmann.1930erfolgtediePromotionberMusikalische Formstrukturen im17.und18. Jahrhundert.VersucheinerFormbeschreibung,die1932mitvonHartmannverlangtennderungenverffentlichtwurde.Zeitgleich,von192733,warerMitarbeiterdesKlnerRundfunksund schrieb zeitweilig frdieMusikzeitschriftenMelosundZeitschriftfrMusik(heute:NeueZeitschriftfrMusik).Ab1930wurdeer,parallelzuseinenRundfunkttigkeiten,MusikreferentbeimKlnerStadtAnzeiger.1935nahmerdieStelledesRedakteursbeiderKlnischenZeitunganundwurdeimAugust1945einerdererstenAngestelltendesunterbritischerBesatzungverwaltetenKlnerRundfunks,woerdann1947dasRessortderKulturberichterstattungbernahm.ImdarauffolgendenJahrwurdeerLeiterdesMusikalischenNachtprogramms,dasam21.Oktober1948zumerstenMalaufSendunggingund frdaserbis1966ca.380Sendungenproduzierte.DieSendereihewurdezurbedeutendstenMusiksendungfrzeitgenssischeMusik,dasieeuropaweiteinemgroenHrerkreiszugnglichwurde,undgaltalseinederHauptinformationsquellenberdieaktuellenEntwicklungenderneuenMusik.1951beschlossdasKlnerFunkhaus,auf InitiativevonEimertundmitUntersttzungvondemInformationstechnikerWernerMeyerEpplerunddemTonmeister Robert Beyer, das Studio fr elektronischeMusik zu grnden, das Eimert bis1962leitete(1963wurdeKarlheinzStockhausenseinNachfolger,).AufMeyerEpplerundBeyerwurdeer1951aufmerksam,alssiedreiVortrgeunterdemTitelDieKlangweltderelektronischenMusikbeidenDarmstdter Ferienkursen seines JournalistenkollegenWolfgangSteineckehielten.DasElektronischeStudiodesWDRunddasMusikalischeNachtprogrammstanden inengerZusammenarbeit.Dadurch,dassEimertalsLeiterdesStudioseineffnungnachauendurchsetzte,frderteerzahlreiche,heuteweltbekannteKomponisten,die imStudio ihreWerke realisierenkonnten,wodurches recht schnell zumZentrumderAvantgardewurde:K.Stockhausen,KarelGoeyvaerts,HenriPousseur[],Go riedMichaelKoenig[],GyrgyLige undNamJunePaikgehrtenu.a.zumUmfeld.195157unterrichteteEimertvermehrtinDarmstadt,woz.B.eineVorlesungberpunktuelleMusikhielt,umdie PostWebernsche Betonung der einzelnenNote zu charakterisieren. 1965wurde erzumProfessoranderHochschulefrMusikinKlnernannt,woerauchdasvonihmgegrndeteStudiofrElektronischeMusikleitete.MitHansUlrichHumpert,der1971seinNachfolgerdesStudiosderMusikhochschulewurde,arbeiteteeramLexikonderelektronischenMusik,welcheserst1973,einemJahrnachEimertsTod,publiziertwurde.13Seine eigene elektronischeMusik brachte Eimert eine groe ffentliche Aufmerksamkeit.1952entstandenbeispielsweiseGemeinschaftskompositionenmitBeyer,dienochVersuchscharakterhatten.DazugehrtenKlangstudie I, IIund III,Klang imunbegrenztenRaumundOstinateFigurenundRhythmus,dieallesamtam26.Mai1953 innerhalbdesNeuenMusikfestesvorgestelltwurden.SeinewohlbedeutendsteKomposition istEpitaphfrAikichiKuboyama(195862).DasverwendeteKlangmaterialbestehtausschlielichausSprachklngen,dieauseinemTextvonGntherAndersabgeleitetwurden.DochEimertsHauptanliegenwarenvorallemseineSchriften.AlsKritikerschriebermehrals3000Rezensionen,dievorallemvermittelnundproduktivseinsollten.VielevonEimertverfasstenZeitschriftenartikelsindvondenNachkriegsdebattenberelektronischeMusikundWebernsMusikbeeinflusst.ErerwogdieMusikWebernsalsVorreiterfrserielleMethodenderAvantgardeGenerationen. SeineAtonaleMusiklehre von 1923 beansprucht, die erstesystematischeBeschreibungderatonalenTechnikzusein,indererArnoldSchnbergsNeuerungenderZwlftonmusikzusammenfassteundAspektevonJosefMatthiasHauersTheorieundkompositorischeTechnikenvonYefimGolieverluterte.EbendiesenverdankternacheigenenAngabenseineKenntnissederZwlftontechnik,daerdurchdasEinbeziehenvon RhythmusParametern bereits vor den 1920ern ein Vordenker serieller Technikwar.1950verfassteEimertdasLehrbuchzurZwlftontechnikundzhltesichnebenSchnberg,HauerundGolievalsdievierteFigureinerAutorenschaftderZwlftontechnik,daermelodischlineareZwlftonbildungenzurGrundlagedesSystemsmachte.EswurdemitmehrerenAuflagenundbersetzungenzumerfolgreichstenZwlftonlehrbuch.ImNachkriegsdeutschlandwarEimertnebenJosefRuferundRenLeibowitzeinerderWenigen, die Zwlftontechnik unterrichteten. In seiner Schrift Zur musikalischen Situation(1954)definierteerseinenBegriffderelektronischenMusikundkonstruierteeineMusikgeschichte,dieimseriellenKonzeptderelektronischenMusikkulminiert.IndiesemTextlehnteeru.a.dieseit1948vonPierreSchaefferbegrndeteMusiqueconcrte[]abundliesiedahernichtinseinerGeschichtsschreibungzu.DieAblehnungberuhtedarauf,dassdieseArtderMusikKlngeundGeruschemiteinemMikrophon aufnehme.SpterwiderspracherselbstdiesemKriteriumundbenutzteMikrophonezurAufnahme,sowieerzuBeginnderArbeit imneugegrndetenKlnerStudio frElektronischeMusikKlngenicht seriell, sondernsehrassoziativkomponierenlie.Von195562gabermitK.StockhauseninachtHeftendasPeriodikumdiereiheInformationenberserielleMusikheraus.1963gingergedanklichmitGrundlagendermusikalischenReihentechnikberdieZwlftontechnikhinausund zogdieKonsequenzenausdeminzwischenberholtenseriellenDenken,welchesdieArbeitseinesKlnerKnstlerkreisesbestimmthatte.QuellenCustodis,Michael:DiesozialeIsolationderneuenMusik.ZumKlnerMusiklebennach1945,Stuttgart2004Eimert,Herbert,AtonaleMusiklehre,Leipzig1924Ders.,LehrbuchderZwlftontechnik,Wiesbaden195014Ders.,MusikalischeFormstrukturenim17.und18.Jahrhundert.VersucheinerFormbeschreibung,Augsburg1932[DissertationUniv.Kln,1930].Ders.,GrundlagendermusikalischenReihentechnik,Wien1964Ders.mitHansUlrichHumpert,LexikonderelektronischenMusik,Regensburg1973Ders.mit Karlheinz Stockhausen (Hg.), die reihe Informationen ber serielleMusik, 8 Hefte,195562Kmper,Dietrich,PionierderNeuenMusik.HerbertEimertJournalist,Komponist,OrganisatorundFrderer,in:MusikTexte14(1996),Heft69/70Kirchmeyer,Helmut,KleineMonographieberHerbertEimert,StuttgartundLeipzig1998Supper,Martin,Art.Eimert,Herbert,in:MGG2Personenteil6,Kasseletal.2006Wilson,Charles,Eimert,Herbert,in:NGBand6,London1980http://www.elektropolis.de/ssb_eimert.htm[3.Februar2013]JanineEichholz 15HomeMadeElectronicsAlsHomemadeelectronicsbezeichnetmanelektronischeMusik,dienichtmitComputernoder inspeziellenStudioserzeugtwird,sondernauszweckentfremdetenAlltagsgegenstndenentsteht,diemitMikrofonenundLautsprechernversehenwerdenundberdieBeeinflussungelektromagnetischerFelderklngeproduzieren.1.AnfngeDaserstekommerziellelektronische InstrumentwardasTheremin,das1917vonLewTermenerfundenunderfolgreichvermarktetwurde.DiePositionderHndebeeinflusstberzweiElektrodeninFormvonAntennenzweielektrischeFelder,dieeinenTonerzeugen,derbereinenLautsprecherhrbargemachtwird.Abb.1:UndatiertesPortraitvonLewThermen2.PiezoMusikNach JohnCages []CartridgeMusicversuchtenvieleKlangknstler,Techniken zumVerstrkendermechanischenSchwingungenundmikroskopischeGeruschezuentdecken.Anfangder1970er Jahrehatmandie inPiepernenthaltenenPiezoscheibenmitLtkolbensoverarbeitet,dassmansiez.B.alsTonabnehmervonBluegrassMadolinenbenutzenkonnte.DurchdieVielfaltanGeruschenentstandeineigenerStilvonPiezoMusik.HughDavisundRichardLermanwarenzweidererstenKnstleraufdiesemGebiet.Daviserfandpiezoverstrkte Instrumente,diedurchZupfenoderEinblasenMarimbaKlngeerzeugen konnten.Lermanbegann1977,sichaufPiezoMusikzukonzentrierenundverwendeteComputerfestplatten,dieermitgasbetriebenenkleinen Ltlampen stimulierte,diedurchdasRauschendesGaseseinenberLautsprecherhrbargemachtenKlangeffekterzeugen.163.DavidTudorsRainforestDavidTudorbegannseineKarrierealseinerderfhrendenPianistenderAvantgarde.Indenfrhen 1950er Jahrenwar er als Pianist und Ausfhrender elektronischer Stcke bei derMerceCunninghamDanceCompanyengagiertworden.VergleichbarseinerherausragendenpianistischenFhigkeitenwarereinVirtuosederElektronik.AufbauendaufCagesArbeitmitgefundenTechnologienvonRadiosundPlattenspielernerwarbersichumfangreicheelektrotechnische Kenntnisse, um eigene Schaltungen und Instrumente herzustellen. InspiriertwurdeTudordabeiauchvonGordonMumma.Beginnend imJahr1968,entwarfTudoreineReihevonStckenunterdemTitelRainforestihrHhepunktwarRainforest.DasPrinzipallerStckedieserReihe isthnlich:KlngewerdenvonSensorenerzeugt,dieanfestenGegenstndenangebrachtsind.DieverarbeitetenSoundswerdendirektvondenObjektenzurckgeworfen, indem an denObjekten zustzlich befestigteMikrofone das Vibrieren derOberflchenaufnehmen.DieamMischpultzusammengefhrtenKlngewerdenschlielichaufLautsprecherausgegeben,dieumdasPublikumherumaufgestelltwurden.4.SpureninderelektronischenMusikDie1970er JahrenwareneineentscheidendeZeit inderEntwicklungderTechnologieundKulturderelektronischenMusik,daSynthesizernochsehrteuerwarenund jungeMusikerseltenZugangzuprofesionellenStudioshatten.AusdermndlichenTradierungvonWissenberelektronischeKlngeentwickeltesicheinekreativeGemeinschaftvonGleichgesinnten,vondeneneinigeauchmitTudorarbeiteten.ZuihnengehrteauchDavidBehrman,deramMillsCollege imkalifornischenOaklandSchlervonTudorwarundbisheutealsProduzentundKomponistarbeitet.EinanderesBeispielistdie1972vondenzweiSchweizerAndyGuhlundNorbertMslanggegrndeteFormationVoiceCrack,diezunchstzusammenexperimentelleelektronischeMusikmachten.Inden1980erJahrenstiegihreBekanntheit,alssieausalltglichenelektronischenGertenwieDiktafonenundPlattenspielernsowieausblinkendenLichtern,ferngesteuertenAutosoderFunkstrungenGeruschegenerierten.Die vonVoiceCrack reprsentierteNhe zuBildenderKunstundKlanginstallationen trifftauch aufChristian Terstegge zu,derbereits seitden frher 1980er Jahrendafrbekanntwar,KlanginstallationenundPerformancesmithausgemachtenSchaltungen zuentwerfen.Seine imJahr1986vorgestellteArbeitOhrenbrennen findet ineinemabgedunkeltenRaumstatt,manblicktindieoffenenSeitenvonvierschwarzen,nebeneinanderaufgestelltenKsten, diemit Lautsprechern verbunden sind. In jedem Kasten steht eine dnne Kerze, dienacheinanderangezndetwerden.WhrendsichdasStreichholzderKerzenhert,entstehteinTon.WennalleKerzenangezndetsind,berlagernsich ihreFrequenzen,wassichmitsteigenderTonhheverstrkt,jeweiterdieKerzenabbrennen.17Abb.2:InstallationvonOhrenbrennen1988imKnstlerhausHamburgQuellenBehrman,David,ChaotischeSysteme.Tudor,in:MusikTexte14(1996)Heft69/70Collins,Nicolas,HandmadeElectronicMusicTheartofhardwarehacking,NewYork20092Kuivila,Ron, Composer Indise Electronics.Anmerkungen zuDavid Tudor, in:MusikTexte14 (1996)Heft69/70Mller,HermannChristoph,EinheitvonKlangundTechnik.DieMusikdesUSamerikanischenKomponistenDavidBehrman,in:MusikTexte18(2000)Heft85http://www.soundbasis.eu/pdfs/Davies_Portrait.pdfhttp://www.christianterstegge.de/kunst/ohrenbrennen.htmlAbb.1http://ludditesgroup.blogspot.de/2010/03/leonthermen.html[9.April2013]Abb.2http://www.christianterstegge.de/kunst/ohrenbrennen.html[9.April2013]NadineDakkour 18InstitutdeRechercheetCoordinationAcoustique/Musique(IRCAM)EinForschungsinstitutfrMusikinParis,welches1970vonPierreBoulezmitUntersttzungdes franzsischenPrsidentenGeorgesPompidougegrndetwurde.EsentwickeltesichzueinemZentrumderexperimentellenelektronischenMusik.AufgabedesInstitutsistes,ForschungenzurneuenMusikund ihrerTechnologiezubetreiben.BoulezselbstbeschriebdieAufgabedesIRCAMso:berhauptwurdendieseForschungenimmerinInstitutionenbetrieben,diedafrnichtgeschaffenwaren[]Esschienmiralsonotwendig,nichtmehrvonInstitutionenabhngigzusein,dieandereGesichtspunkte []haben. []Manbrauchteine Institution,diesichausschlielichmitdiesenForschungenbefasst.1.GeschichteDie Ideeeines Instituts frMusikforschunghatteBoulezausDeutschland.Dortgabesab1965Planungen freinMaxPlanckInstitut frMusik,welches inMnchenentstehenundunabhngigvonMusikschulenundanderen Institutionenseinsollte.BoulezkamzudiesenPlanungen imMai1966hinzu.Nachdemereszunchstabgelehnthatte,hauptamtlichdortzuarbeiten,legteeram21.09.1971docheinenPlanfreinsolchesInstitutvormitdemTitelCentredeRecherchesAcoustiques. IndiesemPapierfindetmanvieleAnstze,die im IRCAMverwirklichtwurden.AlsdasProjekt inDeutschlandwegenverschiedenerDifferenzenbereitsstagnierte,bekamBoulezdasAngebot,inPariseinsolchesInstitutnachseinenWnschen aufzubauen. Boulez hatte zunchst auf Grund des ambivalenten Verhltnisses zuFrankreichstarkeVorbehalte,dorthinzurckzukehren.VorallemseineZusagewarschlielichaberderGrundfrdasendgltigeEndedesMnchenerProjektsimJahr1972.WeiterewichtigeEinflssefrdasIRCAMwarendasStandfordUniversitysCenterforComputerResearch inMusicandAcoustics (CCRMA)unddasStanfordArtificial Intelligence Laboratory(SAIL).Darber hinauswar die anfnglicheAbhngigkeit von amerikanischer Technik undTechnikerndurchausprgend.1977nahmdasIRCAMschlielichunterderDirektionPierreBoulezseineArbeitaufdemGelndedesCentrePompidouauf.1992bernahm LaurentBayledie Leitung,der2002vonBernardStieglerabgelstwurde.Seit2006leitetFrankMadlenerdasIRCAM.DieArbeitdesIRCAMwurde in die Bereiche Elektroakustik, Computer(technik), Pdagogik, InstrumenteundStimmeaufgeteilt,diejeweilsvoneinemSpezialistengefhrtwurden.U.a.arbeiteteninderAnfangszeit LucianoBerio,VinkoGlobokar, JeanClaudeRissetundGeraldBennet amInstitut.NicholasSnowmanwarvon19721986knstlerischerDirektor.DiedezentraleAufteilungdieserfnfBereicheerwiessichjedochalsproblematisch,sodass1980und1984dieOrganisationsstrukturendes IRCAM jeweilsneu geregeltwurden. Insgesamt konzentriertesichdieForschungimmermehraufdenBereichdercomputertechnischenMusikproduktion.DieLeitungdesInstitutsschafftees,externeEinflsseweitgehendzuvermeiden.Sowaresmglich, die technischen Forschungen hauptschlich nach den knstlerischen Zielen undVorstellungenzugestalten.191999wurdedieForschungsgruppederPerformingArtsunterderLeitungvonFranoisRaffinotgegrndet.Darberhinauswurden2004diemusikalischenForschungsgruppenneu inOrchestration, Rhythmus und Stimme aufgeteilt. Inzwischenwird zwischen dreiHauptarbeitsbereichenunterschieden:Werk,ForschungundVermittlung. Im IRCAMarbeitenungefhr150Vollzeitmitarbeiter,darunter90 Forscherund Ingenieure. Jhrlichwerden ca.20Komponistenbeauftragt,WerkezuschreibenunddieseamInstitutzuverwirklichen.HeutehatsichdasIRCAMzurAufgabegemacht,aucheinbreiteresPublikumzuerreichenundjungeKnstlerzufrdern.Dieszeigtsichu.a.inderExpansiondesseit1998jhrlichvomIRCAMausgerichtetenAgoraFestivalssowiederZusammenarbeitmitHochschulen.2.ArbeitenundProjekteZurFrderung jungerKnstlerwurdebereits1990einKursprogramm frKompositionundComputermusikeingerichtet,dasvorkurzemineinemzweijhrigenKursalsTeildesECMCTLeonardoProjekts(EuropeanCourseforMusicalCompositionandTechnologies)umgewandeltwurde.Weiterhinbesteht seit1993einePartnerschaftmitderUniversitParisVI. IndiesemJahrwurdeauchdasIRCAMForumgegrndet,eineSoftwareUsergroup,inder1500professionelleMusiker vertreten sind. 1996 erffnete das Institut die IRCAMmultimedialibraryundseit1995bildendasKultusministerium,dasCNRSund IRCAMdasscienceandtechnologiesformusicandsoundresearchlab(STMS).2010tratdiesemauchdieUniversittPierreetMarieCurie(UPMC)bei.Seit2001arbeitetdasIRCAMverstrktaninternationalenProjektenmit,wiedemRadioThm,Carrouso,DoReMi,DVD lacarte,SemanticHIFIoderiMaestro.ImZugederForschungentwickeltedasIRCAMvieletechnischeNeuerungen.BeidenHardwaretoolsistbesondersderdigitaleAudioprozessor4Xzunennen,denmanseit1976vorallemproduzierte,umBoulezRponsverwirklichen zuknnen,undder1981 fertiggestelltwurde.DiesesStck illustriert insgesamtvielederForschungenam IRCAM.Sokommthierauchdie IRCAMSignalProcessingWorkstationzumEinsatz,eineTechnik,welchedieLiveElektronikvereinfachte.MitdieserWorkstationmusssichdasOrchesternichtmehrandieGeschwindigkeitdesTonbandeshalten,sondernderComputerorientiertsichmitHilfederPartiturverfolgung(PitchTracker)anderGeschwindigkeitderMusiker.ImSoftwarebereichwardaserstegroeProjekt1988dasMaxProgramm,welchesdie Interaktion zwischen Computer und Interpreten vereinfachte, und heute zu einer StandardsprachebeidenmitMIDIarbeitendenprogrammierbarenSystemengeworden ist. ImselbenJahrwurdeauchdasSyntheseprogrammModalysfertiggestellt.EinweiteresSyntheseprogramm,welchessprachorientiertarbeitet,istChant.1995wurdeeineSoftwarespeziellfrKonzerthallenakustikvorgestellt.InZusammenarbeitmitdemMinisteriumfrKulturundIndustriewurde1996eineSoftware frdasKomponierenamComputerentwickelt.DieseOpenMusic Software kommt besonders imHochschulunterricht zum Einsatz. EinweiteresProjektfrdieAusbildunginKooperationmitderRegierungwar2002dasMusiqueLabProgramm.2008stelltedasIRCAMdasSystemWaveFieldSynthesis(WFS)fertig.DiesisteinVerfahrenzurrumlichenAudiowidergabe.DasZieldiesesSystemsistes,einevirtuelleakus20tischeUmgebung schaffen zu knnen. Darber hinaus verantwortet das IRCAMmehrereZeitschriftenundPublikationsreihen.QuellenBorn, Georgina, Rationalizing Culture; IRCAM, Boulez, and the Institutionalization of theMusicalAvantGarde,LosAngeles1995Boulez,Pierre,WilleundZufall;GesprchemitClestinDelige,Stuttgart1977Custodis,Michael,SchwervonBegriff;PlnezueinemnichtrealisiertenMaxPlanckInstitutfrMusik(19651972),in:DieTonkunst6(2012)Heft2Jungheinrich,HansKlaus(Hrsg.),DasGedchtnisderStruktur.DerKomponistPierreBoulez,Frankfurta.M.2010Manning,Peter,Art. InstitutdesRechercheetCoordinationAcoustique/Musique, in:NG2Band12,London2001Supper,Martin,ElektroakustischeMusikundComputermusik,Fulda1997Vinet,Hugus,ScienceandTechnologyofMusicandSound:TheIRCAMRoadmap,in:JournalofNewMusicResearch36(2007)Heft3http://brahms.ircam.fr/works/alphabeticalorder/a/[1.Mrz2013]http://www.ircam.fr/62.html?&L=1[1.Mrz2013] VeraMuhmann 21Koenig,GottfriedMichaelDt.Komponist,Theoretiker,HochschullehrerundComputermusikPionier (*5.Okt.1926 inMagdeburg).Obwohl G.M. Koenig eher zu einem der bersehenen Knstler der KlnerRichtunggehrt, ister,nebenseinerumfangreichenKompositionsundLehrttigkeit,vorallemdurch seine theoretischsystematischeAufarbeitungderelektronischenMusikbekanntgeworden,welchelogischausseinemeigenenKompositionsprozessfolgt.InseinentheoretischenSchriftengehtesu.a.umdenBrckenschlagzwischenelektronischerund instrumentalerMusiksowiedemzwischenzuflligerundseriellerKompositionsweise.KoenigwurdealsSohneinesevangelischenPfarrersgeborenunderhieltvonseinemzehntenLebensjahranKlaviersowiespterViolinundOrgelunterricht.Von1936bis1944besuchteerdasWilhelmGymnasiuminBraunschweig,biserzumKriegsdiensteingezogenwurde.ImMai1945kamerinamerikanischeKriegsgefangenschaft,ausderman ihnaberbereits1946wieder entlie. Noch im selben Jahr begann er ein Studium der Kirchenmusik in Braunschweigundwechselte1946andieNordwestdeutscheMusikakademienachDetmold,woerKompositionbeiGnterBialas,Musikgeschichtebei Lina Jung,AnalysebeiWilhelmMaler,KlavierbeiJanNatermannundAkustikbeiErichThienhausstudierte.Durch den Besuch der Darmstdter Ferienkurse 1951, bei denen er u. a. Vortrge vonWernerMeyerEppler [ Elektronisches Studio desWDR] undHerbert Eimert [] hrte,sowie die ersten Nachtprogramme des NWDRwurde sein Interesse fr dieelektronischeMusik geweckt.Daraufhin schrieb sich Koenig 1953 fr ein Studium dermusisch technischen Gestaltung an derMusikhochschule Kln einundbewarb sich beiEimertaufeineStelle imelektronischenStudiodesNWDR,welcheer1954antrat.Bis1964warerdortfesterMitarbeiter.ZumeinenassistierteerKollegen,etwaKarlheinzStockhausen[],MauricioKagel,FrancoEvangelisti,GyrgiLigeti,HenriPousseur []oder Herbert Brn, zumanderen verwirklichte erdort seineeigenen elektronischen Kompositionen. In dieser Zeit entstanden z. B. Klangfiguren I u. II (1955 bzw. 1955/56), Essay (1957/58) und Terminus 1(1962). DesWeiteren schrieb erweiterhinWerke frOrchesterund kammermusikalischeBesetzungen, beispielsweise Diagonalen fr 2 Orchester (1955), Quintett fr Holzblser22(1958/59)oderdasStreichquartett1959.ZustzlicherhieltKoenigab1962einenLehrauftragfrelektronischeMusik,AnalyseundKompositionanderMusikhochschuleKln. Zwischen1962 und 1964 studierte er auerdem Computertechnik in Bonn, wo er seine erstenKompositionsversuchemitdemneuenMediumunternahm.Von1964bis1986wareranschlieendMitarbeiteranderUniversittUtrecht,davondielngsteZeitalsDirektordesInstitutsfrSonologie,dasunterseinerLeitungzuweltweitemRuhmgelangte.Erentwickeltedortu.a.dieComputerprogrammeProjekt1,Projekt2undSSP(SoundSynthesisProgram).AlsdasInstitut1986vonUtrechtnachDenHaagverlegtwurde,widmetesichKoenigwiederzunehmend der Komposition, um an grafischen Computermethoden und der EntwicklungmusikalischerExpertensystemezuarbeiten.DarberhinausverlegteerseinegesammeltentheoretischenSchriften,Essays,VortragsnotizenundTagebcher.Auch imhohenAlterhltKoenigweiterhinVortrgeimInundAusland.FrseineArbeiterhieltKoenigzahlreicheAuszeichnungen.Darunterwaren1961dieFrderungsprmiedesLandesNordrheinWestfalen,1987derMatthijsVermeulenPreisderStadtAmsterdam,1999derChristophundStephanKaskePreissowieimJahr2010derGigaHertzPreisdesZentrumsfrKunstundMedientechnologieinKarlsruhe.2002wurdeihmdarberhinausdieEhrendoktorwrdederphilosophischenFakulttderUniversittdes Saarlandesverliehenund2002/03dieEhrenprofessurfrComputermusikanderUniversittderKnsteBerlin.BereitsinseinerKlnerZeitzeichnetensichseineKompositionendurchkonsequentstrukturierteFormenaus,etwa inseinemStckEssay.KoeniginteressiertesichmitnaturwissenschaftlicherGenauigkeitbesondersfrKompositionsprozessesodemWirkenvonMusikundZahl,mitdemversuchtwird,dieKompositionmusikalischerStrukturvariantenzu formalisieren und Klangfarben. Obwohl er sich streng an die Trennung zwischen instrumentaler und elektronischerMusik hielt, so sind diese beiden, fr ihn augenscheinlichenExtremedochdurchbestimmteSystematikenbiszueinemgewissenGradmiteinanderverknpft.Sinnbild frdieberwindungdieserLcke sind vorrangig seineComputerprogramme, auchwenn sie fr ihn immer bloMittel zum Zweckwaren. Seine FunktionenReihe(196769)wurdebeispielsweisenurauseinereinzigen,seriellstrukturiertenSpannungskurveherausmithilfeeinesimUtrechterStudiogebautenFunktionsgeneratorabgeleitet;dieKlngewurdenbereinenRingmodulatorerzeugt.SeineProgrammehattenzumZiel,seinebereitsexistierendenKompositionstechnikenweiterzusystematisierenund sieanderenKomponistenzugnglichzumachen.HatteCagemitseinenstarkvomWertdesZufallgeprgtenKompositionsidealennoch starkdieAvantgardeszeneerschttert,so gelang es Koenigundanderen,die vermeintlicheKluft zwischen zuflligenund geplantenElementen inderMusikzuberbrcken.DasvonihmprogrammierteProjekt1(19641966)erzeugte,durcheinigewenige Angaben des Komponisten, zufllig generierte, serielle Tonreihen. Projekt 2(ca. 19661968)erweiteredieMglichkeitendesKomponistennocherheblich.DieKompositionsprozessemusstennunvonvornehereinundindiversenSchrittenstrukturiertwerden.DerTENDENZAlgorithmus,denKoenighierfrverwendete,bildetedieGrundlagefr fastalle modernen Kompositionsprogramme. Auch instrumentale Kompositionen profitierten23vonderComputerentwicklung.HierseiexemplarischbungfrKlavier(1970/71)zunennen.SSP(19721977)wiederumerzeugteKlangblomitdenParameternAmplitudeundZeit.QuellenKoenig,GottfriedMichaelu.C.Roads,AnInterviewwithGottfriedMichaelKoenig,in:ComputerMusicJournal2(1978)HeftDezemberMetzger,HeinzKlaus(Hg.),GottfriedMichaelKoenig,Mnchen,1989Tual,FranoiseGildas,Art.Koenig,in:MGG2Personenteil10,Kassel2003Wolf,Frobenius(Hg.),Koenig,GottfriedMichael:sthetischePraxis.TextezurMusik(ausderReiheQuellentextezurMusikdes20.JahrhundertsBd.15),Saarbrcken1991bis2002http://www.koenigproject.nl[24.Januar2013]http://www.youtube.com/watch?v=VtRXEc0YsMY. [3.Februar2013]Abb.http://www.nmz.de/artikel/koelneraussenministerundentwicklungshelfer[24.Januar2013]RenBialik 24Luening,OttoUSamerikanischer Komponist, Dirigent, Fltist, Dozent und Wegbereiter derElektroakus schenMusikindenUSA(*15.Juni1900inMilwaukee;2.September1996inNewYork).AlsSohndesdeutschenDirigenten,PianistenundSngersEugeneLueningundseinerFrau,derSngerinEmma LueningentdeckteO. Lueningbereits imAltervon sechs Jahren seineAffinittzurMusik.ZunchstbekamerUnterrichtbeiseinemVaterundkomponiertebereitsersteStcke.1912zogLueningmitseinerFamilievonMilwaukeenachMnchen,woervon1915 bis 1917 an der StaatlichenHochschule frMusik Flte und Klavier bei JosifBrechtsowieKompositionbeiAntonBeerWalbrunnstudierte.AufgrunddesKriegseintrittsderUSAflohdieFamilie1917ausMnchenundliesichinZrichnieder.DortstudierteLueningab1917 fr drei Jahre am Zrcher Konservatorium Dirigieren bei Volkmar Andreae undKomposition bei Philipp Jarnach. Auerdem nahm er Unterricht bei Ferruccio Busoni.Zeitgleich spielte er seit 1917 Flte und Percussion beim TonhalleOrchester Zrich unddebtierteimselbenJahralsKomponistundDirigent.1.Biografisches1920 zog Luening nach Chicago und studierte beiWilhelmMiddelschulteHarmonielehre,Musiktheorie und Kontrapunkt. Auerdem wurde er zeitgleich Dirigent bei derneugegrndetenAmericanGrandOperaCompany.Von1925bis1928leiteteeralsExecutiveDirectordieOpernabteilungderEastmanSchoolofMusicinRochester/NewYork,woerauchalsDirigent angestelltwar. 1930 bis 1932 erhielt er zwei Jahre in Folge einGuggenheimStipendium, um seine erste eigene Oper Evangeline zu komponieren, die auf einerpoetischenErzhlungvonHenryWadsworthLongfellowberuht.1932bis1934bekamereineStelleanderUniversityofArizonaalsAssociateProfessor.1934 leiteteer fr10 JahredieMusikabteilungdesBenningtonCollege inVermontundwargleichzeitigvon1936bis1938stellvertretenderDirigentdesNewYorkPhilharmonicSymphonyChamberOrchestra.1944bis1964warLueningDozentamBarnardCollegeinNewYorkundparalleldazuProfessorfrKomposition anderColumbiaUniversityNewYork (19491960),woer auch seit1944dieOpernproduktionen leitete. 1959 wurde das ColumbiaPrinceton ElectronicMusic Centergegrndet[TapeMusic],andessenEinrichtungermageblichbeteiligtwar.HierwurdeernebenVladimirUssachevskyundMiltonBabbittVizedirektor.NachseinerEmeritierung1964bernahm er bis 1970 die Leitung derMusikabteilung der Columbia School of Arts undwurde anschlieend bis 1973 Professor fr Komposition an der Julliard School ofMusic.Zudem hatte Luening viele weitere Positionen und Funktionen in unterschiedlichstenKnstlervereinigungen inne und bekam eine groe Anzahl von Preisen fr seineKompositionen und sein Engagement im Bereich der Musik. Unter seinen zahlreichenSchlernwaren unter anderemMarvinDavid Levy,CharlesDodge,Harvey Sollberger undJohn Corigliano. 1980 verffentlichte Luening seine Autobiographiemit dem Namen TheOdysseyofanAmericanComposer.IndieserAutobiographiedokumentierteerallewichtigenEreignisse seiner Karriere. Zudem ist die Quellenlage zu seiner Person im Vergleich zuanderenKomponistendiesesGenresunddieserZeit sehrdnn.Man findet indengroenStandardwerken viel zu seiner Biographie, jedoch wenig zur Musik Luenings. Er selbst25publiziertezahlreicheAufstze,bevorzugtberdieEntwicklungderelektroakustischenMusikinEuropaunddenUSA.2.DieEnwicklungseinerMusikDie frhenWerkeLueningssindvomKontrapunktstudiumbei JarnachundBusonigeprgt.Inspiriert von Schnberg, findet sich in dieser Phase jedoch auch die Kombination vonTonalittundAtonalitt in seinenKompositionenwieder.Auerdem lassen sichpolytonaleundserielleTechnikenerkennen,dieaufdieLehrevonBernhardZiehnzurckzufhrensind.Ab 1920 entwickelte Luening das Konzept der AkustischenHarmonik.Hier gestaltete erauerhalbderGrundundSeptimenakkordeverschiedenesegmentreObertonreihen,wasihn in den 1950er Jahren schlielich zur Elektronischen Musik brachte. Er setzte sichbesonders intensivmitdemneuenMediumdesTonbandesauseinander.InLueningserstenelektronischen Kompositionen wurden TonbandKlnge als primre Formkomponenteverwendet. Im Oktober 1952 fand die erste Auffhrung seiner elektronischen MusikzusammenmitVladimirUssachevskystatt,welcherkurzzuvorebenfallseinenLehrauftraganderColumbiaUniversityerhaltenhatte.Gemeinsamfhrtensie imMuseumofModernArtinNew York LueningsWerk Fantasy in Space auf, bei dem dieser live Flte zum Tonbandspielte. Auerdem enthielt das Programm seine Low Speed Invention und UssachevskysSonic Contours. In der Low Speed Invention arbeitet Lueningmit vielen Echos, die einenumherkreisendenKlangerzeugen,auerdembestehteineweitereBesonderheitdarin,dassdie Flte unterhalb der eigentlichen Stimmlange gespielt wird. Seine zwei aufgefhrtenWerke beschrieb Luening selbst als exotisch, impressionistisch und virtuos. Kurz nach derersten Auffhrung entstand dasWerk Rhapsodic Variations (1953/54) fr Orchester undTonband, welches Luening zusammen mit Ussachevsky komponierte. DiesesGemeinschaftswerk wurde erstmalig am 20. Mrz 1954 mit dem Louisville Orchestraaufgefhrt.Inden1960erJahrenentdeckteLueningerneutseinInteresseanKammermusik,sodasserdasKombinierenverschiedenerStilezuseinemFormprinziperhob.QuellenGoodman,Alfred,Art.Luening,in:MGG2Personenteil11,Kassel2004Kagan,Wendy,OttoLueningBiography,onlineunterhttp://www.musicianguide.com/biographies/1608003277/OttoLuening.html[9.April2013]Luening,Otto,SomeRandonRemarksaboutElectronicMusic, in: JournalofMusicTheory8 (1964)Heft1 Ders.,AnUnfinishedHistoryofElectronicMusik,in:MusicEducatorsJournal,55(1968)Heft3Trimble,TrimbleundSeverinNeff,Art.Luening,in:NG2Band15,London2001MarleneRyba 26MusiqueconcrteMusique concrte istder vonPierre SchaeffereingefhrteBegriff frdie von ihm inden1940erund1950erJahrenbegrndeteStudiomusik,welchezurEntwicklungderElektroakustischenMusik der 2. Hlfte des 20. Jahrhundertsmageblich beigetragen hat. Das AusgangsmaterialsindkonkreteKlngeundGerusche,dieallenBereichendesHrbarenentnommen sind und nach Aufnahme undWeiterverarbeitung in neuemusikalische Zusammenhngegebrachtwerden.1.PersonenundSachgeschichteDerfranzsischeIngenieur,MusiktheoretikerundKomponistPierreSchaeffer(*14.8.1910inNancy,19.8.1995 inLesMillesbeiAixenProvence)entschiedsich trotzseinesmusikalischen Elternhauses fr ein technischnaturwissenschaftliches Studium an der cole polytechniqueunddercoledetlcommunicationundarbeiteteab1935alsTontechnikerbeimRundfunksenderRadiodiffusionFranaise.LediglichdurchseinenVioloncellounterrichtundeinigeAnalysekursemusikalischgebildet,begannermitaufseinentechnischenKenntnissenberuhendenGeruschexperimentenunddemZiel,darauseineneueStilrichtung zuentwickeln. Im Jahr1942grndeteerhierfrdas zunchstprivateStudiodEssai,welches1948zumClubdEssaialsTeilvonRadiodiffusionTlvisionFranaise (RTF)wurde. ImgleichenJahrwurdeseinConcertdebruits,indemsichVerbindungenzumFuturismuserkennenlassen, imPariserHrfunkausgestrahlt.FrdieneueMusikrichtungschluger imJahr1949 inderZeitschriftPolyphoniedieBezeichnungMusiqueconcrtevor,derClubdEssaientwickeltesichzumZentrumderDiskussion.DortbegannP.SchaefferdieZusammenarbeitmitdemKomponistenPierreHenry.Gemeinsam realisierten sie1950dasersteKonzertSymphoniepourunhommeseulundgrndetenimFolgejahrdieGroupedeRecherchedeMusiqueConcrte (GRMC).BeidenDonaueschingerMusiktagen1953 stellten siedasWerkOrphe53vor,dasbeidenRezipientenjedochaufstarkeAblehnungstie.DennochfanddiekonkreteMusikfortanimmerhufigerVerwendunginRundfunk,Theater,Ballett,FilmundFernsehen.EsfolgteeinregerinternationalerAustauschvonInformationenundTonbandaufnahmen.DieAnfngederMusiqueconcrtewarengeprgtdurchdasVerfahren,vokaleund instrumentaleKlngezutransformierenund inneuemusikalischeStruktureneinzubetten.DurchdentechnischenEntwicklungsstandderProduktionstechnikenbedingt,warenindenfrhenWerken vieleWiederholungen kurzer Abschnitte zu finden. In den frhen 1950er Jahrenkonnte zwischenderkonkretenundderelektronischenMusik,wiederdesKlnerStudios[],nochunterschiedenwerden,dasichbeideandererAusgangsmaterialienbedientenundverschiedeneKompositionswegeverfolgten.Hieraus resultierteeineerwhnenswerteAuseinandersetzungzwischendenbeidenStudios:DenKlnerKomponisten,dieausschlielichvon im Studioproduzierten synthetischenKlngenausgingen,wurdeprimr vorgeworfen,dass sie diemusikalischen Parameter Tonhhe, Intensitt undDauer in denVordergrundstelltenundsomitnureinebegrenzteAnzahlvonKlngencharakterisierenknnten.DagegenhttesichdieBandbreitederkonkretenMusikauchaufFarbe,Dichte,DynamikundandereEigenschaftenerstreckt.DieVertreterausKlnbeanstandetenandemSchaffenderPariserGruppeumP.SchaefferimGegenzugdasFehleneinerkompositorischenStrukturinihrenWerken.PierreBoulez[],derzunchstWerkeimStilderkonkretenMusikkomponier27te,sichaberab1953vonihrentfernte,kritisiertezudemdieOberflchlichkeitbeiderWahlder Ausgangsmaterialien und die technische Qualitt der Klangergebnisse. Die BearbeitungsmglichkeitendifferenziertensichinderFolgezeitsoweitaus,dassdieursprnglichenKlang undGeruschquellen nichtmehr eindeutig bestimmtwerden konnten.Daraus folgendschlugP.HenryfrbeideStilrichtungendiezusammenfassendeBezeichnungElektroakustischeMusikvor.InersterLiniewardieDiskussioneinStilundQualittsstreitzwischendenAnhngernderMusiqueconcrteunddenenderelektronischenMusik.Im Laufeder1950er Jahre zogderClubdEssaidas Interesse internationalerMusiker aufsich,soarbeitetennebendenGenanntenu.a.auchKarlheinzStockhausen[],OlivierMessiaen,EdgarVarseund IannisXenakis []imPariser Studio.HinsichtlichderEntwicklungderwichtigsten technischenund theoretischenGrundlagensindnebenP.SchaefferundP.HenryauchFranoisBayle,GuyReibelundMichelChionzunennen.Versuche,kompositorischeOrdnungsprinzipieninderMusiqueconcrtezuetablieren,bliebenweitgehenderfolglos.ErstindenJahrennach1956tratenbeiMichelPhilippot,LucFerrari,IvoMalec,XenakisundBayleebensolcheAspekteindenVordergrund,dieWerkestandenjedochnichtmehrinengerBeziehungzurkonkreten,sondernsindeherderseriellenbzw.seriellelektronischenStrukturmusikzuzuordnen.DiesenEntwicklungengeschuldetgabP.SchaefferimFolgendendenBegriffMusiqueconcrteauf.ZusammenmitFranoisBernardMcheundFerrari formierteerimJahr1958dieGRMCzurGroupedeRecherchesMusicalesum:SchwerpunktderForschungsolltedieEntwicklungeinerumfassendenTheoriederKlangweltalsVorbedingungfrdiekommendeElektroakustischeMusiksein.SeintheoretischesSchaffenstandvondiesemZeitpunktan imVordergrund. Im Jahr1966verffentlichteerdieMonographieTraitdesobjetsmusicaux, indererseinenzentralenBegriffdesKlangobjektsbeschriebunddenEntwurfeinerneuenKlanglehrevorstellte.DieUmstrukturierungderRundfunkanstaltOfficedeRadiodiffusionTlvisionFranaise(ORTF)imJahr1974fhrtezurEingliederungderGRMindasvonP.SchaeffermitbegrndeteInstitutnationaldelaudiovisuel(INA),erselbstwurdeindenRuhestandversetzt.BereitsimJahr1966gaberdieLeitungderGRManBayleab,seit1997 istDanielTeruggifrsieverantwortlich.FrseineVerdienstewurdeP.SchaeffermitnationalenPreisen,u.a.demGrandOfficierdelordrenationaldemrite,ausgezeichnet.P.Henry (*9.12.1927 inParis),der zwischen1950und1958 intensivmitP.Schaeffer zusammenarbeitete, istgelernterSchlagzeuger,KomponistundeinerderbedeutendstenVertreterderMusiqueconcrte.Ausgebildetwurdeerzwischen1937und1947amPariserConservatoirealsSchlervonMessiaen,NadiaBoulangerundFlixPasseronne.BereitszuBeginnseinesmusikalischenSchaffenswareranderSuchenachneuenKlngen interessiert.DasErgebniseinesKompositionsauftragszumDokumentarfilmVoir linvisible legteer1949ebenSchaeffervorund trat im selben JahrdemClubdEssaibei.NachdemEndederZusammenarbeit im Jahr1958grndeteer seineigenesprivatesStudioApplicationsdeprocdssonoresdemusiquelectroacoustique (APSOME). Inden1980er JahrenwurdendiemusikalischeVerwendungvonElektronikundexperimentelleVerfahrensweisenzumgrundlegendenBestandteilvielerStile imBereichderPopularmusik,sodassauchseineArbeitenzunehmendihreninnovativenCharakterverloren.SeitMitteder1990erJahreentdecktedieTechnoszene ihnwieder,es folgtenRemixedurchMusikerwieFatboySlim,WilliamOrbit,28Kojak, Area 21 oder DJ Koze. Zudem verffentlicht Henry eigene TechnoKompositionen.Darberhinaus lassensichauchbeiKnstlernandererkontemporrerMusikstileElementederMusiqueconcrtewiederfinden,soz.B.beiBjrk,MatmosoderRadioBoy.2.MerkmaleDieMusiqueconcrtegiltalsersteMusikrichtung,dienurberSchallplatten,TontrgerundLautsprecherreproduziertwurde,alsojederzeitgespieltundaufgefhrtwerdenkonnte.Siebegann imGegensatzzumtraditionellenKompositionsverfahrenbeimkonkretenKlangphnomen.DieseswurdeTeileinesabstraktenKlangergebnisses,frdaseskeinetheoretischenKonstruktionengab.EinesolcheindividuelleKlangmontagesetztekeinePartiturvoraus.ZudenwichtigstenMerkmalengehrtedieUniversalittdesKlangmaterials,esgabkeinedichotomischeUnterscheidungzwischenTnenundGeruschen.AusgangsmaterialienkonnteneuropischeundauereuropischeMusikinstrumente,GeruschedertechnischenUmweltwie z.B.GeruschederStrae,BahnhfeoderFabriken,NaturlautewieWind,Regenund Wasserrauschen, oder Tierlaute sein. Weiterhin wurden Ausschnitte von Gesang,StimmundSprachlaute,diemeistaufeinzelneWorteundVokalereduziertwaren,Klngeund Klangstrukturen bestehender Schallplattenmusik sowie elektrisch erzeugteGeruscheundKlnge verwendet.AlleAusgangsmaterialienwurden zunchstmitMikrofonen aufgezeichnet und auf Schallplatte gespeichert.Mit einer speziellen Klaviatur konnte SchaeffermehrereSchallplattenparallelbedienen.InderFolgezeitfandenzunehmendMagnetbnderVerwendung.AusdiesenAufnahmenwurdenKlangfragmenteausgewhlt, isoliertundmitHilfeelektroakustischerApparate,wiez.B.demPhonognevonJacquesPoullinundFrancisCoupigny,weiterbearbeitet,neuzusammengesetztundgemischt.DurchdietechnischeBearbeitungkonntedasKlangobjekt seineursprngliche Identittverlieren.DerHreindruckund die kompositorische Verwendungwaren im Gegensatz zur Herkunft der Klnge vonmageblicherBedeutung.EineUnterscheidungdesMaterialsnachQuellenwarnurdanngerechtfertigt,wennderUrsprungimErgebnisnocherkennbarwar.GrundbegriffderkonkretenMusikwarnachSchaefferdasKlangobjekt.Diesesdefinierteeralssokomplex,dassesnichtdurcheindeutigfestgelegteVariablenwieLautstrke,TonhheoderKlangfarbebestimmtwerdenkonnte.Zuden technischenBearbeitungsmglichkeitenzhltenu.a.die von Schaefferbereits1948entwickeltenGrundtechnikender FragmentierungundmechanischenWiederholung.HierfrverwendeteerSchallplattenmitEndlosrillen,wiesiebeiFehlproduktionenzufindenwaren.DieVernderungderLautstrkeundderDynamik durch Abdmpfen und Verstrken, Vernderung der Tonlage durch Transposition,WegnahmevonTnendurchdenEinsatzvonFilternoderauchVernderungderKlangfarbeundTonhhen,z.B.durchadditiveMischung,Synchronisation,odermultiplativeMischung,Ringmodulation, ermglichtenweitere technischeManipulationen der Klnge undGerusche.DieVerkrzungdesMaterialsdurchAbschneidendesEinschwingvorganges,dieVerlngerungdurchSchleifenbildungoderdieVernderungderHllkurvelieendenKomponistenEinflussaufdieFormdesKlangesunddenKlangverlaufnehmen.ZudemkonntemitabsoluterTransposition,beidersichgleichzeitigdieTonlageunddieAblaufgeschwindigkeitdesBandes bzw. dieDauer des Tons oder desGeruschs nderten, dieMaterie des Klanges29grundlegendmodifiziertwerden.DerZeitrafferfhrtezueinerschnellerenAblaufgeschwindigkeitundhatsomiteinehhereTonlagezurFolge,dieZeitlupehingegeneinetiefereTonlagebei langsameremTempo.DerKomponistgingbei seinerKlangverarbeitung stetsvomrealenHreindruckundnichtvonphysikalischenMesswertenaus.DasParadigmaderMusiqueconcrtebestandalsodarin,dassdermusikalischeWertderverndertenundneuzusammengesetztenKlngenuran individuelleKriterienderauditivenWahrnehmunggebundenwar.QuellenAppen,Ralfvon,KonkretePopMusik.ZumEinflussStockhausensundSchaeffersaufBjrk,MatthewHerbertundMatmos,in:DietrichHelmsundThomasPhleps(Hg.),Samples.Notizen,ProjekteundKurzbeitrgezurPopularmusikforschung,Bielefeld2003Blumrder,Christophvon,Musiqueconcrte,in:CarlDahlhausundHansHeinrichEggebrecht(Hrsg.),BrockhausRiemannMusiklexikonBd.3,Zrich1998Eimert,HerbertundHansUlrichHumpert,Art.Musiqueconcrte,in:dies.,DasLexikonderelektronischenMusik,Regensburg1973Emmerson,SimonundDenisSmalley,Art.ElectroacousticMusic,in:NG2Band8,London2001Frisius,Rudolf,KonkreteMusik.EinLehrpfaddurchdieWeltderKlnge,in:NeueZeitschriftfrMusik158(1997)Heft5Frisius,Rudolf,Art.Musiqueconcrte,in:MGG2Sachteil6,Kasseletal.1997Humpert,HansUlrich,Musiqueconcrte,in:ders.,ElektronischeMusik.Geschichte,Technik,Kompositionen,Mainz1987INAGRM.Lacrationetlarecherchedansledomainedusonetdesmusiqueslectroacoustiques,onlineunterhttp://www.inagrm.com[18.Januar2013]Kaegi,Werner,MusiqueconcrteundTapemusic,in:ders.,WasistelektronischeMusik,Zrich1967Mller,Torsten,PierreSchaeffer,in:MGG2Personenteil14,Kasseletal.2005Ruschkowski,Andr,ElektronischeKlngeundmusikalischeEntdeckungen,Stuttgart22010Schaeffer,Pierre,Musiqueconcrte,in:WilibaldGurlittundHansHeinrichEggebrecht(Hg.),RiemannSachlexikonMusik,Mainzetal.121996Schweizer,Klaus,PierreSchaeffer,in:HorstWeber(Hg.),KomponistenLexikon.350werkgeschichtlichePortraits,Stuttgartetal.22003Smalley,Denis,GroupedeRecherchesMusicales,in:NG2Band10,London2001Supper,MartinundElenaUngeheuer,Art.ElektroakustischeMusik,in:MGG2Sachteil2,Kasseletal.1995Tual,FranoisGildas,Art.PierreHenry.in:MGG2Personenteil8,Kasseletal.2002Ungeheuer,ElenaundMartinSupper,Art.ElektroakustischeMusik,in:MGG2Sachteil2,Kasseletal.1995MatthiasLundundNilsWilmsmeier 30Pousseur,HenriLonMarieThrseBelgischerKomponistundMusiktheore ker(*23.06.1929inMalmdy;06.03.2009inBrssel).1.LebenberPousseursKindheitundJugendsowieseineWahrnehmungdesfrihnprgendendeutschenAngriffsaufseineHeimatregionindenArdennenimJahr1940istwenigbekannt.1990sprachervonderwidersinnigen,gleichermaenleidvollen,konflikthaften,zumWiderstandrufenden und dennoch kulturell bereichernden Erfahrung der Annexion (vgl. Pousseur1990,S.15).ErabsolvierteandenKonservatorieninLttich(Lige)(19471952)undBrssel (1952/53) einMusikstudium,whrend dessen er der Komponistengruppe VariationsumPierreFroidebisebeitrat,inderersichbesondersfrAntonWebernbegeisterte.FroidebisefhrtePousseurandieavantgardistischeMusikheranundarrangierteimJuni1951frihneinTreffenmitPierreBoulez[].DiesergabihmeineUnterrichtsstundezuFragenderWebernschenHarmonik,waserspteralsausschlaggebendfrseineweiterekompositorischeEntwicklungbezeichnete.NachdemTreffenkomponierterdieTroischantssacrs,umdas Gelernte umzusetzen. Durch Boulez Klavierstcke Structures inspiriert, entstand1952/53 (1954 revidiert) seine Prospection en deux phases fr drei im SechzehnteltonabstandgestimmteKlaviere,seineerstevollstndigserielleKomposition.Infolgedessentraferauch Karlheinz Stockhausen [], dessen Elektronische Studien I/II (1953/54) fr ihn eineneueramarkierten.1954nahmPousseurandenDarmstdterFerienkursenteil,woerunteranderemauchLuigiNonoundBrunoMadernakennenlernte.EbenfallsindiesesJahrfielseineersteArbeitimKlnerStudiodesNWDR[]frdasStckSeismogrammes.InseinemEnsemblestckRpons(1960)versuchteererstmalsdieVerwendungderAleatorik,alsodasZurckgreifenaufVariablenmitzufllig festgelegtemWert,aufmehrere Instrumentalistenanzuwenden,wasmehralshundertProbenerforderte.Von1960bis1968arbeitetePousseurgemeinsammitdemSchriftstellerMichelButoranderOperVotreFaust,welcheaufdemgleichnamigenSagenstoffbasierte.Besondersisthierbei,dass das Publikum denHandlungsverlaufmitbestimmen kann:DurchAbstimmungenwirddasStckmageblichbeeinflusstundverndert. Insofernhandeltes sichhierbeiumeinekonsequenteFortfhrungderEinbringungdesZufalls indieMusik.MusikalischsttztesichPousseurdabeimageblichauftextlicheundmusikalischeZitate,beispielsweisevonJohannWolfgangvonGoetheundCharlesGounod.DieseVerbindungvonseriellerMusikmithistorischemMateriallegteer1968inseinertheoretischenSchriftL'apothosedeRameauundderdarinerlutertenTheoriederNetzwerkedar.1970grndeteer inLttichdasCentredeRecherchesetdeFormationMusicalesdeWallonie(CRFMW),welches inBelgienhnlichenStatuswiedas IRCAM [] inFrankreicherreichensollte,allerdingswurdehierbesondererWertaufpdagogischeProjektegelegt.ZudieserZeitwurdeerauch inLttichDozentamKonservatorium.31ZuEhrenvonSchnbergshundertstemGeburtstagerhieltereinenKompositionsauftragderBerliner Festspiele, fr die er sein zweitesMusiktheaterwerk PetrusHebraicus (1973/74)schrieb.HiervermischensichsowohlmehrereHandlungsstrngealsauchmehreremusikalischeFormen,vonderbarockenKantatebiszurpolytonalenMusik.EbenfallsbefasstesichPousseur mit der Neuorganisation musikalischen Materials, wie z.B. den GoldbergVariationeninNuitsdesnuits(1985).ErbeabsichtigtehierdurchBearbeitungprexistendenMaterialsStrukturenaufzuzeigen,die zwar imOriginalvorhanden,aberbishernichtoffenerkennbarwaren. ImSommer1994zogPousseur insenglischeWaterloo,umsichganzderKomposition zuwidmen,allerdingshielternochbis1999GastvortrgeanderUniversittLeuven.SeinSohnDenisPousseur(*8.August1958),derauchmitseinemVaterzusammenarbeitete,istheuteKomponistimBereichvonJazzundFilmmusiken.2.KompositionsweisePousseursKompositionsweise zeichnete sich insbesonderedurch eine starkeVerwendungvonmathematischenPrinzipienaus,welcheerzunehmendkomplizierterundvielschichtigeranwandte.KomponierteerzuBeginnnochallein inZwlftonreihen,welcheverschiedenenMusternfolgten(sozumBeispiel inTroischantssacrs),wurdendieWerkeabProspectionendeuxphasesseriellkomponiert, inspiriertdurchseineerstenAuseinandersetzungenmitelektronischerMusikindenfrhen1950erJahren.AnProspectionlsstsichPousseursTechnikbeispielhafterlutern:ZuerstwhlteereinenTonraumvonsechsOktaven(linksinAbbildung1,dieobersteviergestricheneOktavefehlthier).InjederOktavewhlteersechsTne(mittig inderAbbildung)und jedenTontrennteernochmals insechsSechsteltne(rechts inderAbbildung)auf,sodass63=216TnezurVerfgungstanden.Abb.1DieAblauffolgedieserTneregelteerdurchsechsQuadratemit6x6Elementen(vgl.Abbildung2),wobeiinderWaagerechtenjedesElementnochmalsinOktavlage,TonundSechselton aufgetrennt ist.DiewaagerechteReihe entspricht in jedemQuadrat der senkrechten(QuadratI:546132)inOktavlageundSechseltnen,dieTnendernsichjeweils.EbensobestimmtdieReihedieTranspositionsreihenfolge(zuerkennenamjeweilserstenToneinesQuadrates).32Abbildung233Dynamischwerden sechs Intensittswerte unterschieden: pp, p,mp,mf, f, ff.AlleWertetauchten indererstenFassung(1953)desStckesgleichoftauf,diezweiteFassung(1954)rcktedavonab.IndererstenFassungwurdeaucheineRegelangewendet,welchebesagte,dassjedeDynamiknachihremsechstenodernachihremzwlftenAuftretenfrmindestenssechsTneaussetzenmusste.DieseRegelwurde jedoch spter frdie redigierteFassungauerKraftgesetzt.DasTempodesStckesbetrgtzuBeginn60bpm,dieerstendreiTnevariierenjeweilsumdieLngeeinerSechzehntelnote(2,25Schlge;2,5Schlge;2Schlge).ErkennbarwirddiezentraleStellungderZahlsechs,auswelcherPousseureinKonzeptentwickelte,welchesstetenWandelverursachteundsoseinerPrmissederUnvorhersehbarkeitderKompositionfolgte.3.BedeutungPousseur liealseinerdererstendiestrengenVorgabendesfrhenSerialismushintersich(bspw.erkennbarandennderungenanProspectioninderzweitenFassung)undlegtediesdeutlichinseinentheoretischenSchriftendar,wodurchseineGedankenweitergetragenundvonjngerenKomponistenrezipiertwerdenkonnten.Alsbedeutsamwirdebenfallsdiedamals neuartige Verwendung vonmusikalischen Zitaten angesehen, denen er im seriellenKontexteineneueBedeutungzukommen lie.Auchdieserluterteerumfassend inL'apothosedeRameau.ZudemwarPousseureinerdererstenKomponisten,diedieBeziehungvon Determination und Indetermination in dieMusik einbrachten. Die Verwendung vonstreng konzeptionierten Mustern und aleatorischen Elementen war fr ihn kein Widerspruch,sondernimGegenteileinenotwendigeKombination.QuellenDecoupret,Pascal,wiedieRedaktionzurSystemprmissewurde,in:MusikKonzepteHeft69HenriPousseur,Mnchen1990IRCAM(2011),HenriPousseur,onlineunterhttp://brahms.ircam.fr/henripousseur[02.02.2013]Pousseur,Henri,LapothosedeRameau.EssaisurlaQuestionHarmonique,in:MusiquesNouvellesXXI,Paris1968Pousseur,Henri,EinhartnckigvorausschauendesGedchtnis,in:MusikKonzepteHeft69HenriPousseur,Mnchen1990Ruf,Wolfgang,Art.Pousseur,in:RiemannMusikLexikon,Mainz132012Sabbe,Herman,HenriPousseur:undfi,in:RevueBelgedeMusicologie43(1989)Sabbe,Herman,PousseurButor,TextMusikText,in:MusikKonzepteHeft69HenriPousseur,Mnchen1990Sadie,StanleyundJohnTyrell,Art.Pousseur,in:NG2Band21,London2001VolborthDanys,Dianavon,InterviewdHenriPousseur,in:RevueBelgedeMusicologie43(1989)Abbildungen1und2ausDecoupret,S.8und9HenrikOerding 34Riley,TerryMitchellUSamerikanischerKomponist,Interpret,DozentundMitbegrnderderminimalmusic(*24.Juni1935 inColfax,Kalifornien).MerkmaleseinesmusikalischenSchaffenssindRepetition,ImprovisationunddiebesondereBehandlungdes Faktors ZeitunterBercksichtigungderphysischen sowiepsychischenWirkungderMusik aufdieRezipienten.Kennzeichnend frseinedurchdenJazzunddieindischeMusikinspiriertenelektronischenKompositionensinddesweiterendieVerwendungvonBandschleifentechnik,Phasenverschiebung,PatternsundEchosowieLoopeffekte.RileygiltalsInnovatorimBereichdertapemusicmitgroemEinflussaufnachfolgendeKomponistengenerationen,auchinderPopmusik.Der Sohn eines irischstmmigen Eisenbahners und einer italienischstmmigenMutter begannseinenmusikalischenWerdegangmitViolinunterricht.AlsbegeisterterjungerRadiohrerwechselteerimAltervonachtJahrenzumKlavier,andemerliebernachGehrimprovisierte,stattnachNotenzuspielen.AufderHighSchoolbeeinflussten ihnschonbaldKomponisten wie Debussy und Strawinsky. Ab 1955 finanzierte sich Riley dann als RagtimePianist ein Studium der Fcher Komposition bei Robert Erickson und Klavier bei DuaneHamptonamSanFranciscoStateCollege,woermitLorenRushundPaulineOliveroseineImprovisationsgruppegrndete.SeineerstenWerkesindzunchstandieKlaviermusikDebussysundRavelsangelehnt,zeigenallerdingszunehmendEinflsseausderDodekaphonieundderseriellenMusik(Stockhausen,).NachseinemAbschluss1957(BachelorofArts)widmetesichRileyimmerstrkerdemKomponierenundgewann1959mitseinemStckSpectradenNicoladiLorenzoPreis.Bis1961vervollstndigteerseineKompositionsstudienanderUniversityofCaliforniainBerkeleybeiWilliamDennyundSeymourShifrin.Dort lernteerLaMonteYoungkennen,dermagebliche Impulse frRileysmusikalische Entwicklung setzte. Im Studiodes San Francisco TapeMusicCenters[TapeMusic],einerkulturellenundpdagogischenEinrichtungzurFrderung dieser Musik, entwickelte Riley im Kreis von Pauline Oliveros, Morton Subotnick,RamonSenderundSteveReichneueTonbandtechniken,diedieGrundlageseinerfolgendenKompositionenbildeten.SeinWerkConcert(1960)frzweiKlaviereundfnfTonbandgertebeinhalteteMusiqueconcrteElemente[],dieauch inMescalinMix(1961)mitdemEinsatzderLooptechnikzuhrenwaren.In den Folgejahren reiste Riley durch Europa,wo er in den PariserAufnahmestudios desOfficedeRadiodiffusionTlvisionFranaisemitBandschleifentechnikundPhasenverschiebungarbeiteteunduntererstmaligerVerwendungdesTimeLagAccumulatordieMusikzuKenDeweysBhnenwerkTheGift(1963)beisteuerte.AuerdemspielteerweiterhininBars,wirktealsKlavierbegleiterinVariettheaternmitundgabKonzerteamKlavierundSaxophonmitdem JazztrompeterChetBaker.Fernerbesuchteer1936dieDarmstdterFerienkurse,woerStockhausensVorlesungzuGruppenhrte.1964kehrteRileynachNewYorkzurck,ummitdemLautsprecherkonstrukteurArloActonmitelektronischerKlangerzeugungzuexperimentieren und Lautsprecher fr eine ideale Klangwiedergabe zu konstruieren. In SanFranciscowurdeschlielichimselbenJahreinMeilensteinderminimalmusicundseinwohlberhmtestes Instrumentalstck InCuraufgefhrt. ImJahr1967folgteRileyKompositions35auftrgen der KniglichenMusikakademie Stockholms und des Schwedischen RundfunksnachSchweden.NochimgleichenJahrbeeindruckteerdurchdasAllNightConcertimPhiladelphiaCollegeofArt,beidemerseinachteinhalbstndigesSaxophonSoloAllNightFlightspielte.Ab1970wurdeerfr15JahreSchlervonPandithPranNath,beidemerklassischehindustanischeMusikstudierte,diesichfortaninseinmusikalischesKonzepteingliederteunddiesumneueFacettenerweiterte,dieseineMusikbestimmensolltenundsichz.B.inShriCamel(197678) zeigen.Anfangder70erwurdeRileyProfessor frklassischen indischenGesangamMillsCollege,einePosition,dieerbisheute innehat.RileywandtesichabdiesemZeitpunktvornehmlichreinerInstrumentalmusikzu,jedochohnedenimprovisatorischenAnteilaufzugeben. So schrieb er 13 Streichquartette, darunter das zweieinhalbstndige SalomeDancesforPeace(198587).1990wurdeJadePalacefrgroesOrchesterundSynthesizeraufgefhrt.DarberhinauskomponierteRileyauchMusikfrdasKronosQuartet,soetwaTheSands(1991)frStreichquartettundOrchester.ErzeigtesichallerdingsimmerseltenerinderffentlichkeitundlebtheutemitseinerFamiliezurckgezogenaufeinerRanchinderNhevonBerkeley.RileysMusikwerkistimBereichderminimalmusicdurchbestimmteEigenartenundBesonderheitenstrengvondenArbeitenseinerKollegenabzugrenzen.GrundlegenderBestandteilseinerKompositionen istdasPrinzipderRepetitionvonmelodischrhythmischenPatterns,kleinstenmusikalischenBausteinen,diesichdurchPhasenverschiebung,VerzgerungsowieDehnungberlagernund eineVerdichtungdesKlangmaterialsbewirken,wasmitunter zuungewhnlichenakustischenEffektenfhrenkann.InseinenelektroakustischenWerkenrealisierteRileydiesinderanalogenAnfangsphasemithilfevonmodifiziertenTonbandgerten,wiedemerwhntenTimeLagAccumulator.EinbesagtesPatternwirdhierbeieinmaliggespielt und in kurzerVerzgerung ber eineBandmaschine aufgenommen und gleichzeitigwiederabgespielt.AnschlieendluftdasbereitsbespielteTonbandbereinweiteresineinigerEntfernungpositioniertesTonbandgert,sodassdasMotivinregulierbarenAbstndenmehrmalshintereinanderertnt,whrendeinLivemusikerbereitsweiterePatternshinzufgenkann,umsodengewnschtenEffektderberlagerungzuerzeugen.ZudemlassensichberdievonRileyentwickeltenGerteEchoundDelayeffekteerzielen,dieRileyhufigseinenmeditativenKlangteppichenhinzufgt.WichtigfrdieMusikRileysistfernerhindieImprovisation,diedieVerbindungzumJazzverdeutlicht.AuchdieNhezurindischenMusikistformundsinnstiftendesElementinseinenKompositionen,diesichmitunterdurchmodaleundmikrotonaleStrukturenmitmodifiziertenStimmungenauszeichnen.RileybtbisheuteeinennachhaltigenEinflussaus,der zunchstbeiKomponistenwieSteveReichoderBrianEno,bis indieRockmusikbeiTheWhoundderSynthesizermusikvonTangerineDreamzufindenwarunddieEntwicklungderGenresAmbientundDronevorantrieb.36QuellenBranscombe,Peter,Art.TerryRiley,in:NG2Band21,London2001Lovisa,FabianR.,minimalmusicEntwicklung,Komponisten,Werke,Darmstadt1996Pardey,Wolfgang,Art.TerryRiley,in:AmerikanischeMusikseitCharlesIves,Laaber1987Sanio,Sabine,Art.SteveReich,in:MGG2Personenteil12,Kasseletal.2005Dies.,Art.TerryRiley,in:MGG2Personenteil14,Kasseletal.2005Schulz,Reinhard,Art.TerryRiley,in:KomponistenderGegenwart,Mchen1992.MarcoDimitriou 37Ruttmann,Walter(alternativWaltherRuttmann)DeutscherMaler, Regisseur,Drehbuchautor und Filmproduzent (*28.12.1887 in FrankfurtamMain;15.07.1941inBerlin).ErgiltalsMitbegrnderdessogenanntenabsolutenFilms,beteiligtesichanradioknstlerischenExperimentenundgrndete1919eineeigeneFilmfirmamitSitzinMnchen.ErdrehtesowohlKunst,Werbe,wieauchPropagandafilmeinderZeit von 1921 bis 1940. Kennzeichen seiner Filmarbeitwar dieVerwendung des Kontrapunkts,ummittelsdermusikalischrhythmischenStrukturdesvorhandenenTonmaterialsFormenundGegenstndevonihrereigentlichenBedeutungloszulsen.WalterRuttmannwurdealsSohneinerKaufmannsfamiliegeboren,studierte1907ArchitekturinZrichundwidmetesichzweiJahrespterinMnchenderimpressionistischenMalereiundGrafik.FrdieseArbeitenerhielterAuszeichnungenundkonnte sich selbstdurchseine Kunst finanzieren.Von den grausamen Erfahrungen alsArtillerieLeutnant undGasschutzOffizieranderOstfrontimerstenWeltkrieggeprgt,entwickelteereinepazifistischeHaltung,dieihnnichtdaranhinderte,abMitteder1930erJahreeinigedokumentarischeNSPropagandafilmezudrehen.NachdemErstenWeltkriegentwickelteersichknstlerischvom Impressionismus zurabstraktenKunst.DasBesondereseinerArbeitundseinerAnfngeisteineMontagetechnikderdreiKlanguntergruppenGerusch, SpracheundMusik.Gelingen solltedies, indemerdenmechanisch instrumentalisiertenKlangvonseinerQuelleunabhngigmachte,um ihndanndurch seineReproduzierbarkeit zu jeder Zeit an anderenOrten abspielen zu knnen.DerAusgangvomkonkretenKlang,dermitdessenWiedererkennbarkeitarbeitetunddiedaranangeknpfte Lichttontechnik,die in seinenabstraktenFormenundFormverlufendasKlangbilduntersttzensollten,warendaraufausgerichtet,demFilmeinenproduktivenCharakterzuverleihenundfhrtenzurEntwickelungdesTonfilms(OpusIIIV,19211925).DabeigelangeslautRuttmannnichtmehr,dieLebendigkeit,gekennzeichnetdurchseinenfruchtbarenMoment, als tatschliches Leben zu empfinden: Die Rettung [liegt in einer] ganzneuenKunst,einerMalereimitZeit[...].Eswirdsichdeshalbeinganzneuer,bishernur latentvorhandenerTypusvonKnstlernherausstellen,deretwainderMittevonMalereiundMusiksteht.MitstreiterwarenKnstlerwieHansRichterundVikingEggeling,dieauch1925anderMatineedesUFATheatersBerlinDerAbsoluteFilm teilnahmen.Sieunterschieden sich insofernvonihrenKollegenFernandLgerundDudleyMurphy,dieauchandieserVeranstaltungalsKnstlermitwirkten,dasssienichtAbbilderdesalltglichenLebens inderMontagezusammensetzten,sondernaufgenaudenVerzichtdieserRealittswiedergabebestandenundsichaufabstrakteFormenkonzentrierten.GrundlagefrweitereWerkewarenu.a.TonmaterialvonHannsEislerzuRuttmannsOpusIII,(1925),derScherenschnittzurVertonungLotteReinigers (DieAbenteuerdesPrinzenAchmed,1926), inderereineZauberweltgestaltete,oderauchein Querschnittsfilm (MelodiederWelt,1929),dessenPartitur vonWolfgangZellergeschriebenwurde.Seindurch poetischenDokumentarismusder20erbegleiteterStummfilmBerlinSinfonieeinerGrostadt(1927)wurdedurcheinePartiturEdmundMeisels zu einem Tonfilm vervollstndigt. DiesesWerk sollte die Zeit durch optischeMittel38rhythmischorganisieren,sichabwendenvongefilmtemTheater,unterAusschlussvonMenschenalsGefilmtemstattfindenundohneUntertitelfertiggestelltwerden,dadasGezeigtefrsichsprechensollte.RuttmanngrenztesichhierzumabsolutenFilmseinerKollegenab,indemerreindokumentarischesMaterialverwendeteundsichandersthetikderNeuenSachlichkeitorientierte.EinesseinermeistgenanntenWerkeWeekend(1930)entstandnachdemPrinzip,AlltagsklngeineinemHrspielzusammenzusetzenunddabeiderenWiedererkennbarkeitzuwahren.DurchseineArbeitalsRegisseurbeherrschteerdieArbeitsmethodenvonSchnittundMontage,dieerhiernunmitTonmaterialumsetzte.DieseMethodewarihmdurchdieVerwendungvonTonfilmstreifengegeben,wohingegenandereKnstlermitBlendenoderSchallplattenarbeiteten.BeiRuttmannkannauchvoneinerRealisationvonHrspielideengesprochenwerden,daerhierzuvorherPartiturenundauchKonzepteentwickelte.AuerdemgelangesRuttmann,BilderdurchdieMontagetechnikaus ihremkonkretenBedeutungszusammenhangzulsen.EinBeispieldafristInderNacht,1931,mitdemerdenmusikalischen Verlauf des Fantasiestckes opus 12 von Robert Schumann filmisch illustrierte.DurchseineZusammenarbeitmitLeniRiefenstahlzumReichsparteitagsFilmTriumphdesWillens(1935)gerieterindieNhederNSFilmpropaganda,wurdeabervonderZusammenarbeitunterfehlenderBegrndungnochvorderVervollstndigungdesFilmsausgeschlossen.WeitereWerkewarender1932/33inItalienentstandeneFilmAcciaioundderKurzDokumentarfilmHenkel.EindeutschesWerkinseinerArbeit(1938).ZweiseinerletztenRegiearbeiten waren die propagandistischen Kurzfilme Deutsche Waffenschmieden(1939/40)undDeutscherPanzer(1940).QuellenDhl,Reinhard,DasneueHrspiel,Darmstadt1988Emons,Hans,FrAugeundOhr:MusikalsFilm,Berlin2005Goergen,Jeanpaul.MusikdesLichts.Zum100.GeburtstagWalterRuttmanns.http://www.filmportal.de/sites/default/files/BDDB9CE5DD9048EFAB5D26B2056C52F1_Portrxxt_Ruttmann.pdf[Abgerufenam23.11.2012]Kloppenburg,Josef(Hg.).HandbuchderMusikim20.JahrhundertBd.11,MusikMedial,Laaber2000MotteHaber,Helgade la (Hg.),HandbuchderMusik im20 JahrhundertBd.12,Klangkunst,Laaber1999Schenk,Irmbert,KinoundModernisierung,Marburg2008Ungeheuer, Elena (Hg.).Handbuch derMusik im 20.Jahrhundert Band 5, ElektroakustischeMusik,Laaber2002WaltherRuttmann,Biographie.http://www.filmportal.de/person/waltherruttmann_073d7d0d1c4b4c538b0b3db7ec60e44e[Abgerufenam23.11.2012]SophiaKisfeld 39Stockhausen,Karlheinz(*22.August1928;5.Dezember2007)wareindt.Komponist,Autor,Komposi onslehrerundderPionierderelektroakustischenMusik.Er isteinerderbedeutendstenKomponistenseinerGenerationundnimmteinebesondereStellungimZentrumderinternationalenmusikalischenAvantgardenach1950ein.1.BiographieundInstrumentalstckeKarlheinzStockhausenkamam22.August1928 inMdrathbeiKlnalsltesterSohndesVolksschullehrersSimonStockhausenundseinerFrauGertrudStockhausenzurWelt.DurchseinemtheaterbegeistertenVaterundseineMutter,diegerneKlavierspielteundsang,bekam Stockhausen schon in seiner frhen Kindheit einen engen Bezug zurMusik.GertrudStockhausenfielnachlngeremAufenthaltineinerNervenheilanstalt1941demEuthanasieMordprogrammderNationalsozialistenzumOpfer.SeinVater liesichbeiderMachtbernahmederNSDAPfrdieIdeologiederParteibegeistern,wurde1943eingezogenundstarbbeieinemGefechtinUngarn.K.StockhausenwarvorKriegsbeginnineinemHJHeimuntergebracht, indemerdurchdenmilitrischenDrilleinetiefeAbneigunggegenMarschmusikentwickelte,undmusstewhrenddesKriegesLazarettdienstleisten.NachKriegsendeginger1947nachKln,umanderdortigenMusikhochschuleSchulmusik,KlavierundMusikwissenschaftzustudieren.1951belegteerzustzlichdieFcherGermanistikundPhilosophieanderKlnerUniversittundstandmitdemNobelpreistrgervon1946,HermannHesse,inregemBriefkontakt.NachdemStockhausenindieKompositionsklassedesSchweizerKomponistenFrankMartinanderKlnerMusikhochschuleaufgenommenwurde,widmeteersichvollkommenderMusik.BalddaraufmachteerdieBekanntschaftmitHerbertEimert[],demdamaligenRedakteurdesmusikalischenNachtprogrammsamNWDRKln.Dieserwurde indenfolgendenJahrenzuseinemwichtigstenFrderer, indemer ihmersteAuffhrungenermglichteundzueinerAnstellungbeimRundfunkverhalf.1951nahmStockhausenerstmaliganden Internationalen Ferienkursen frNeueMusik inDarmstadtteil,woeru.a.vonOliverMessiaenundseinemSchlerKarlGoeyvaertszuerstenKompositionsversuchen inspiriertwurde.BalddaraufentstanddasradikaleWerkKreuzspielfrKlavier, indemalletraditionellenElementederMelodik,RhythmikundSatztechnikeliminiertschienen.BeidieserKompositionwandernvereinzelteTnemitstetigwechselnderElementareigenschaftdurchdieverschiedenenOktavrume.ImJahre1952botsichStockhausendieMglichkeit, nach Paris zu gehen,wo er u.a.mit PierreBoulez in Kontakt kam. InspiriertdurchdieseErfahrungentstandbalddaraufdasKlavierstckKontraPunkte, indemerdiepunktuelleIsolierungeinzelnerTneberwindenwollteunddiesezuunterschiedlichcharakterisiertenGruppierungenzusammenschloss. 2.ElektronischeMusikZurck in Kln bot Eimert Stockhausen eine festeAnstellung in seinem neu gegrndetenStudio fr elektroakustischeMusik desNordwestdeutschenRundfunks [] an,wo ermitunermdlichem Eifer elektronische und instrumentale Stcke, theoretische Schriften undAnalysenproduzierte. JhrlichnahmerandenDarmstdterFerienkursen teil,diealsKontaktbrseund InformationszentrumeinewichtigeRolle spielte.Ab1956 gab Stockhausen40dortregelmigeigeneKompositionskurse.1953widmeteersich imelektronischenStudioganzseinererstenelektronischenKomposition,derStudieI.BeidieserStudiebauteerKlngeausSinustnenzusammen.1954folgtedanndiedreimintigeStudieII,inderjederKlangdem seriellenEinheitsdenkenbis insKleinste verpflichtet istundentsprechend individuellbearbeitetwurde.ImselbenJahrbegannermitdemgeistlichenWerkGesangderJnglinge,daselektronischeKlngemitdermenschlichenStimmeverband.ErkreierteeinKlangkontinuumzwischenSinustonundweiemRauschen,denakustischenExtremenvonEinzeltonundFrequenztutti.ImRahmeneinerVortragsreihebesuchteStockhausen1958dieUSA,woermitinternationalenmusikalischen Einflssenwie Jazz und der Popularmusik in Berhrung kam. Dadurchwuchs sein internationaler Bekanntheitsgrad auch auerhalb derAvantgardeSzene.NachseinerRckkehrhatteessichStockhausen1959zurAufgabegemacht,nachderVollendungseinesZyklus freinenSchlagzeugereine neueNotationsweise frelektronischeMusik zufinden.Erversuchte,diebisherigestrengeNotationzuerweitern,umSpielrumefrinterpretatorischeGestaltungzuschaffen.EskamzurEntstehungvariablerMusik,beidervorallemdie interpretatorischenMglichkeiten imVordergrund standen,die z.B. zurVernderungderGesamtdauervonAuffhrungzuAuffhrungfhrten.BeeinflusstwurdeStockhausendabeidurchdieNewYorkerSchule, insbesonderedurch JohnCage.DanachbegannermitderRealisationvonKontakte,daser frSchlagzeug,KlavierundelektronischeZuspielklngekomponierte.Es isteinWerkelektronischerMusikaufhchstemknstlerischemNiveau, das nebenGesang der Jnglinge heute zummeist beachtetenWerk elektronischerMusikzhlt.StockhausenselbstnanntedieFormdesStckesdieDekompositionderKlnge.ImNovember1967kameszurUrauffhrungvonHymnen,einemWerk,dasmusikalischesMaterialvonvierzigNationalhymnenverschiedensterStaatencollagierte.Stockhausens Intentionwardabei,nichtmehrpersnlicheMusikzuschreiben,sondernMusik,diedieMenschenallerRassenundNationeneinbezieht.ZugleichfindensichhiermitdemHinweisaufdie idealeWeltPluramonersteSpurenseinerPrivatmystik.ImJahre1970botsichStockhausendieMglichkeit,zur Weltausstellung inOsakanach Japanzu reisen.Manhatte ihngebeten,eintglichesFnfStundenProgrammmitseinenWerkenfrdieDauerderAusstellung auszuarbeiten, das in demmetallisch blauen Kugelauditorium einen idealen Auffhrungsraumfand.FrdieZweihundertjahrFeierderUSAerhieltStockhausen1975einenKompositionsauftragderdeutschenBundesregierung,woraufhinerSiriusfrelektronischeMusik,Trompete,Sopran,BassklarinetteundBass schrieb.DasWerkwar eine szenischmusikalischeDarstellungdervierJahreszeitenalsResultatdesBesuchsderErdedurchauerirdischeIntelligenz.NachderWeltausstellungkonzentrierteer sichaufdas siebenteilige, zyklischeOpernwerkLicht,dessenersterTeil1977zurAuffhrungkam.DiesesStcksolltedieWochemitihrensiebenTagendarstellen.NachdessenAbschlussbeganner2004mitderVerwirklichungvonKlang,dasdenTagmitseinenvierundzwanzigStundendarstellensollte,aberbiszuseinemTodam5. Dezember 2007 nicht vollendetwerden konnte. Geplantwar noch dieMinute, bis er41schlielich in der Sekunde endete. Durch diese vorstrukturierte Lebensplanungmit zyklischenGroprojektenwollteerdieBegrenzungaufeinzelnerelativkurzeWerkeberwinden,umseineigenesLebenzueinemGesamtkunstwerkzumachen.ZugleichstanddieVerbindungelektronischerundinstrumentalerKlngebiszuletztimZentrumseinerKompositionssthetik,wobeisichseineGestaltungelektronischerMusikmitderUmstellungaufdigitaleKlangerzeugunggrundlegendvernderte,daerdieAusarbeitungderelektronischerSoundszunehmend den ausfhrendenMusikern anvertraute oder wiemit seinem Sohn SimonStockhausen[]frzweiOperndesLichtZyklusvondiesenvorbereitenlie,umdiefertigenStimmenaufZuspielbndernunvernderlichzufixieren.QuellenCustodis,Michael,DiesozialeIsolationderneuenMusik.ZumKlnerMusiklebennach1945,Stuttgart2004Eimert,HerbertundHansUlrichHumpert,DasLexikonderelektronischenMusik,1973RegensburgFrisius,Rudolf,Art.Stockhausen,Karlheinz,in:in:MGG2Personenteil15,Kasseletal.2006Ders.,KarlheinzStockhausenI.EinfhrungindasGesamtwerk,Mainz1996Ders.,GesprchmitKarlheinzStockhausenEsgehtaufwrts, in:KarlheinzStockhausen II.DieWerke19501977,Mainz2008Kurtz,Michael,Stockhausen.EineBiographie,Kassel1988Stockhausen,Karlheinz,TextezurMusikBd.110,Kln1963,1964,1971,1978,Krten1989,1998Ders.,KompositorischeGrundlagenNeuerMusik.SechsSeminarefrdieDarmstdterFerienkurse,Krten2009Toop,Richard,Art.Stockhausen,Karlheinz,in:NG2Band24,London2001PaulaSophiaPrner 42Stockhausen,SimonDt.Komponist,Produzentund Interpret (*5. Juni1967 inBensbergbeiKln). SeineMusikanschauung folgtderThese,dassGeruschedurchkontextuelleVernderungundelektronischprozessualeKlangmanipulationmusikalisiertwerdenknnen.DieseAuffassungvereintTechnikenderMusiqueconcrte[],desDadaismussowiederelektronischenMusik,ohnedasseineMusikeinerdieserKategorienzugeordnetwerdenknnte.SeinekompositorischeArbeitorientiertersichamjeweiligenStandderComputertechnik,andererzurEntwicklungvonSoftundHardwareselbstbeteiligtist.AlsSohnderKnstlerinMaryBauermeisterunddesKomponistenKarlheinzStockhausenerhielterbereitswhrendseinerfrhenKindheitUnterrichtindenFchernKlavier,Saxophon,Schlagzeug, Synthesizer und Komposition.Dabeiwurde er einerseits vom streng seriellenDenken seines Vaters, andererseits von der LaisserfaireErziehung in der HauskommuneseinerMuttergeprgt.NebenderartifiziellenMusiklernteerPopmusikkennen,dieseinVaterstriktablehnte,undentwickelteeineVorliebefrJazzundProgressiveRock.NachdemAbitur imJahr1986wirkteer imEnsembleseinesVatersauf internationalenKonzertreisenmit(Sternklang;DonnerstagausLicht)undproduziertezusammenmitseinemVateru.a.dieelektronischeMusik fr dieOpernDienstag (1992) und Freitag (1994) aus dessen LICHTZyklus.InDienstagtratS.StockhausenzudemimKlavierstckXVinderRolledesSynthiFouauf. InderEinfhrungzurPartiturwidmeteKarlheinzStockhausendieKompositionseinemSohn,deneralsKlavierElektroniker imbergang[]vonmechanischerKlaviermusikzueinerElektronischenKlaviermusik(Stockhausen1995)betitelte.DieletzteZusammenarbeitderbeidenKomponistenwar1996.AnschlieendbegannS.Stockhausenselbststndigindiversen Bereichen zu arbeiten. Als Keyboarder/LiveElektroniker und SopransaxophonistspielteermitderWDRBigband,LaloShifrinund JamesMorrison (On theedge).Er leitetezudemWorkshops fr elektronische Klangerzeugung (EducationProjekt bei den BerlinerPhilharmonikern). In Klanginstallationen und Performances suchte S. Stockhausen immerauchdieBegegnungzudenbildendenKnsten.NebenMusikfrDokumentarfilmebeiWDR,ArteundZDF,FilmmusikenwieTriptoAsia (2007)undTheaterundKammermusik findensichvereinzeltauchpolitischkonnotierteWerke (Brandnchte,DaSPEECH).Seit2008produzierterkommerzielleKlangeffekte frdiverseOnlineKlangbibliothekenundSoftwarefirmen.Darberhinausgestalteteer2011denmusikalischenRahmenzur47.VerleihungderGrimmePreise. Im Jahr 2012 folgte eine ZusammenarbeitmitdenHamburger Symphonikern,dieseinenHalbbruderMarkusStockhausenundihnalsArtistsinResidenceverpflichteten.Wiebereits inBerlinerGeschichten(1999)suchtS.Stockhausenhier inMinimalNightmareundDoktrinderRuhedie interaktiveVerknpfungvonElektroakustikundOrchester.Selbstbezeichneter seineTtigkeitsbereicheheutzutage als KompositionProduktionSoundDesign,daerkeinkonventionellesKomponistenbilderfllt.SeineinzigesParadigmabetrifftdiepotenzielleMusikalitt allerGeruscheunddieErforschung von Klang in all seinen Dimensionen. Dazu gehren Alltagsgerusche ebensowieSprache.Texturen,RhythmenundHarmonienwerdeninseinenPrinzipienderKlangsyntheseausGeruschenabgeleitet,umanschlieend inKompositionenVerwendung finden.Dieseprozessuale Kompositionsweise bezieht sich auf Zeitparameter (z. B. Dehnung und Stau43chungvonKlngendurchtimestretching),diedynamischeVernderungdurchKompressionunddieMglichkeit,Aufnahmenrckwrts(reversed)abspielenzulassen.IndiesemgrundlegendenVorgang steht prozessiertnicht allein frein kompositorisches Stilmittel, sondernmeinthierdieVernderungvonaufgenommenenKlngen.DurchdigitaleKlangsynthese[addi veSynthese],dieGeneseknstlicheroderAbwandlungnatrlicherKlnge,istesmglich,dieMikrotonalittderKlngezuverndern.BeiS.StockhausenbleibtnachdieserVerfremdungderUrsprungderKlngeweiterhinerkennbar.DieAnwendungdieserPrinzipienistfrihnaberkeineswegsbindend.WhrendeinerseitsbestimmteseinerWerkeeinenreinknstlerischenAnspruchhaben,folgtandererseitsz.B.seineTheaterundFilmmusikeinem jeweils funktionalenZweck.UnabhngigvondieserUnterscheidungstehendiePrinzipienderkompositorischenArbeitmitdenMglichkeitenderKlangsyntheseinEinklang.Die zahlreichen Arbeitsbereiche Klassik, Elektronik, Jazz sowie Weltmusik, Kunstperformances,FilmmusikundSoundDesignverhinderneineeindeutigestilistischeKlassifizierung.DabisherkeinewissenschaftlichePublikationberS.Stockhausenexistiert,findetsichindermusikwissenschaftlichenLiteraturlediglichdieprovisorischeBeschreibungimBereichinterstylisticcomposition(Custodis2011),umdieNhezuMusikernwieHeinerGoebbels,SteveVai,MatthewHerbertundThomasAdsaufzuzeigen.QuellenBauermeister,Mary, Ich hnge im Triolengitter.Mein Lebenmit Karlheinz Stockhausen,Mnchen2011Custodis,Michael,LivingHistory.TheGuitarVirtuosoandComposerSteveVai,OnlinePublikationMnster2011,unterhttp://www.unimuenster.de/imperia/md/content/musikwissenschaft/pdf/custodisvai.pdf[10.April2013]Ders.,ProgressingMusic.AufderSuchenachdemNeuenim20.Jahrhundert,in:ArchivfrMusikwissenschaft69(2012),Heft1Ruschkowski,Andr,ElektronischeKlngeundmusikalischeEntdeckungen,Stuttgart22010Schmidt,Klaus,DieBrandnacht,DokumentevonderZerstrungDarmstadtsam11.September1944,Darmstadt61964Seeber,Martina,Zukunft@BPhil,BerlinerPolyfonie.DasEducationProjektREMIXSanFranciscoPolyphony, online unter http://www.berliner philharmoniker.de/fileadmin/education/0910/H5_0910_eduberliner_polyfonie.pdf.[10.April2013]Stockhausen,Karlheinz,SYNTHIFOU (KlavierstckXV) freinenSpielerelektronischerTasteninstrumenteundElektronischeMusikvomDIENSTAGausLICHT(1991),Krten1995Ders.,TextezurMusikBand7und8,Krten1998Stockhausen,Simon,Simonstockhausen.com,onlineunterhttp://www.simonstockhausen.comAttilaKornel 44TapeMusicDerBegriffTapeMusicbzw.Music forTapewurde,obwohl schon frheralsmusikalischeFormbekannt,1952durchOliverDanieleingefhrt.TapeMusic istdemnachMusik,diedirektmiteinemTonbandgerterzeugtundaufgenommenwird,ohnedabeidieZwischenstufeeinerschriftlichenAufzeichnungzudurchlaufen.KompositionenvonTapeMusic fandenberwiegend inden1950erund1960erJahren statt, alsMagnettonbandgertediebestmglicheAufnahmetechnologiedarstellten.DasGenrewurdevorwiegenddurchamerikanischeKomponistengeprgtundverstandsichalsideellerGegenpolzureuropischenMusiqueconcrte[].TechnischsindbeideTerminivergleichbar, jedoch nichtmusikalisch. Vertreter der TapeMusic kritisierten dieMusiqueconcrtewegen ihrerNachahmungvonOrchesterinstrumenten,whrendsieselbstsmtlicheKlangspektrenderelektronischenInstrumentenutzten.DieTapeMusicfolgteu.a.demPrinzipderUnvorhersehbarkeit,wieesv.a.von JohnCage []vertretenwurde. ImFokusder Komponisten stand ebenso, Schwachstellen oder klangliche Besonderheiten des TonbandgertesfrdieKompositionzunutzen.DerKomponisttratinderTapeMusicalsSchpferinzweiterInstanzauf,daerbeimKomponierennuraufbereitsvorhandeneSoundszurckgriff.VertreterderTapeMusicverfolgtenin ihrenKompositionenexperimentelleAnstze,wennz.B.dieRegelndermathematischenWahrscheinlichkeitzurAnordnungvonKlangquellenherangezogenwurden (EarleBrownOctetNo.1,1953).BildendeKnste,TanzundlyrischeTextewarenebensoEinflssezurGestaltungderWerke.DurchdienahezuunbegrenztenMglichkeitenderKompositionwaresntig,potentiellzuverwertendesMaterialimVorausaufseinesthetischeBeschaffenheitzuberprfensowieMethodenundZielvorstellungengenauzubestimmen.TapeMusicwurdezumreinenAbspielenundnichtfrkonzertierendeAuffhrungenproduziertunduntergliedertesichab1951indreiwegbereitendeGruppierungen:1.DerNewYorkerKreisumJohnCageCagearbeitetemitBrown,MortonFeldman,DavidTudorundChristianWolffab1951 imStudiodesEhepaaresLouisundBebeBarroninNewYorkamProjektMusicforMagneticTape.1952entstandCagesWilliamsMix,einausmehrals600AufnahmenausBandabfllenbestehendesWerk,das freinachtspurigesTonbandgertkonzipiertwar.SolcheinGertgabeszudieserZeit jedochnicht,weshalbzurAuffhrungdesStckesachtTonbnder inacht Gerten gleichzeitig abgespielt werdenmussten. Als Grundlage des SchnittmustersdienteCagedaschinesischeBuchderWandlungenIGing.CagestrebtedieradikaleUmsetzungdesMontageprinzipssowiedasKonzeptderUnbestimmtheitan.DieKompositiondes4Min.15Sek.LangenStcksdauertemehrereMonate.1953endetedieZusammenarbeitderGruppe.FeldmangingimAnschlussmitBrownnachNewarkandieRangertoneStudios.2.ColumbiaPrincetonElectronicMusicCenterDasComputerMusicCenter(CMC)istdasltesteZentrumfrelektronischeundcomputerbasierteMusikindenUSA.ErsteKompositionengabes1951imExperimentalMusicStudiospterTapeMusicStudioderColumbiaUniversity inNewYork.DasCMCmachtesichdie45Techniken der gesteuerten Rckkopplung (Feedback) und der Transposition eines aufgenommenen Klangs zunutze und arbeitete verstrktmit Geschwindigkeitsvariationen. DiekompositorischenAnfngeverliefenparallelzurCageGruppe.Am9.Mai1952fandaufInitiativeHenryCowellseinuniversittsinternesTonbandkonzertstatt,welchesam18.Oktober1952 imNewYorkerMuseumofModernArtffentlichwiederholtundweitgehendpositivrezipiertwurde.AufgefhrtwurdenVladimirUssachevskys SonicContour sowieOtto LueningsInventionin12Notes,LowSpeedundFantasyinSpace.1953folgteeineEinladungderRadiodiffusionFranaisezueinemFestival inParis,beidemeineigenerProgrammschwerpunktfrTapeMusicvorgesehenwar.1959kameszurFusiondesStudioszumColumbiaPrincetonElectronicMusicCenter, inderenFolgedasStudiogemeinsamvonderColumbiaUniversityundderPrincetonUniversity inNew JerseybetriebenwurdeundunterderLeitungvonLuening[]undUssachevskystand.WeiterewichtigeMitarbeiterundKomponistenwaren u.a.Milton Babbitt, Roger Sessions, Blent Arel,Mario Davidowsky und AliceShields.Schon1958verfgtedasCMCbervierkompletteAufnahmestudios frelektronischeKompositionensowiedenRCAMarkIISoundSynthesizer.3.SanFranciscoTapeMusicCenter(SFTMC)DasSFTMCging1960ausdervonRamonSenderundPaulineOliverosveranstaltetenKonzertreiheSonicshervor,beiderdieTapeMusiceinForumfand.1962entstandoffizielldasvon Sender undMorton Subotnick gegrndete SFTMC am San Francisco Conservatory ofMusic.DieZielsetzungderEinrichtungwares,eineBlackBoxeinenneuentwickeltenSynthesizerfrKomponistenzurVerfgungzustellen,diealleerdenklichenKlngeverfgbarmachensollte.DasGertsolltedieelektronischeMusikproduktionsovereinfachen,dassArbeitsschritte gleichzeitig und nicht mehr nacheinander ausgefhrt werden konnten. DasVorhabenmndete1962und1963 indenBaueinesmodularaufgebautenSystemsdurchDonaldBuchla.DerBuchlaSynthesizerbeinhaltetezweiKeyboardsohneherkmmlicheTasten.StattdessenwurdeeinsmitberhrungsempfindlichenKontaktenausgestattet,dieprogrammierte Ereignisse auslsten,whrend das andere alsWiedergabesteuerung fr zehnangeschlosseneTonbandgertedienteund somit hnlichwieeinMellotron arbeitete.DieKeyboardsdientenalseineArtSampler.DiesesGertwurdespterzum100SeriesMudolarElectronicMusicSystemweiterentwickelt,dessenLizenzschlielichvonderCBSerworbenwurde.DurchdasGertwaresnunmglich,inEchtzeitzuarbeiten,wobeidieArbeitsschrittemanuell vorgenommenwerdenmussten.Der BuchlaSynthesizerwurde vor allem vonSubotnick genutzt, der damit 1967 sein erstes greresWerk Silver Apples of theMoonkomponierte.Subotnickverfolgtedabeidie IdeeeinerbildhauerischenAuseinandersetzungmitKlngen,alsoderKlangerweiterungdurchelektronischeHilfsmittel,nichtderSchaffungneuermusikalischerStrukturen.DieZusammenarbeitBuchlasundSubotnicks,vorallemauchmitdemBildknstlerAnthonyMartin,hattegroenEinflussaufdieHippieBewegungundBandswieGratefulDead,JeffersonAirplaneoderQuicksilverMessengerService.PinkFloyd,dieihrerseits1968mitdemAlbumASaucerfulofSecretsWegbereiterdesElectronicRockGenreswurden,warenebenfallsdurchdasSFTMCbeeinflusst.46Steve Reich erlernte zwischen 1963 und 1965 im SFTMC die von Terry Riley entwickelteTechnikderPhasenverschiebung,beiderzweiodermehrTonbndermit identischenBandschleifen allmhlich gegeneinander verschobenwerden. 1966wurde das SFTMC von SanFransiscoandasMillsCollegeinOaklandverlegtundspterinCenterforContemporaryMusic umbenannt. Die Leitung ging anMartin und Oliveros ber,womit sich der Kreis zurSonicsKonzertreiheschloss.QuellenBurns,KristineH.,Art.MortonSubotnick,in:NG2Band24,London2001Castine,Peter,Art.Ussachevsky,Vladimir(Alexis)in:MGG2Personenteil16,Kassel2006Emmerson,SimonundDenisSmalley,Art.ElectroacousticMusic,in:NG2Band8,London2001Goodman,Alfred,Art.Luening,in:MGG2Personenteil11,Kassel2004Manning,Peter,ElectronicandComputerMusic,Oxford1987Ruschkowski,Andr,ElektronischeKlngeundmusikalischeEntdeckungen,Stuttgart2010Sanio,Sabine,Art.SteveReich,in:MGG2Personenteil12,Kasseletal.2005Trimble,TrimbleundSeverinNeff,Art.Luening,in:NG2Band15,London2001Ungeheuer, Elena (Hg.). Handbuch der Musik im 20.Jahrhundert Bd.5, Elektroakustische Musik,Laaber2002Ungeheuer,ElenaundMartinSupper,Art.ElektroakustischeMusik,in:MGG2Sachteil2,Kasseletal.1995OliverFalkenberg 47ElektroakustischeMusikbeimWestdeutschenRundfunkKlnI.DieelektroakustischeMusikbeimRundfunkAufgrundtechnischerErfordernissedortentstanden,wurdedieBeschftigungmitelektroakustischerMusikauchnachderDezentralisierungvonStudiokompositioneninfolgevonsinkendenGertepreisendurchdenRundfunkgefrdert.DieffentlichrechtlichenRundfunkanstaltenentsprechendamit ihremKulturauftragzurFrderungvonMusikernundzurEntstehungneuerWerke.KulturauftragIndenProgrammgrundstzenderRundfunkgesetzgebung istderKulturauftragnicht imDetail definiert,wofr dieUntersttzung kultureller Ideale seit der stndigen Programmaufnahme in Deutschland am 29.10.1923 zur Sendungslegitimation herangezogen wird. UrsprnglicheineFolgemusikindustriellerFrderungundpolitischerZensurverfahren,wurdedasbreiteMusikprogrammab1925vonderReichsrundfunkgesellschaftalskulturellerWertauchstaatlichsubventioniert.DiedreiSulendesKulturauftragssindnochheuteUnterhaltung,Bildungund Information.DieProduktion sog.Minderheitenprogramme (Hrspiele,knstlerischeFeatures,EMusik)zhltzudenwesentlichenMerkmalenffentlichrechtlicherRundfunkanstalten.GeringeEinschaltquotenwerdendurchBildungscharakterundhoheabsolute Zuhrerschaft (ca.Mio.Menschen inDeutschland) gerechtfertigt. In diesem ZusammenhangfungierenRundfunkanstaltenalsMzeneneuerMusik:dieFinanzierungeigenerKlangkrperundKonzertreihen,dieOrganisationvonFestivals(z.B.DonaueschingerMusiktage,Sdwestrundfunk)sowiedieVergabevonKompositionsauftrgensinddirekteFolgedesKulturauftrags,ebensodieEinrichtungelektronischerStudios inderzweitenHlftedes20. Jahrhunderts.Nachfolgende Beispiele zeigen internationaleHerangehensweise zur EinrichtungelektronischerStudiosdurchdenRundfunk.DasElektronischeStudiodesNWDR(NordwestdeutscherRundfunk)AufdererstenTonmeistertagung imSeptember1949 inDetmoldprsentiertederBonnerKommunikationswissenschaftler Werner MeyerEppler (M.E.) VocoderExperimente undmachtedortdieBekanntschaftvonRobertBeyer,TonmeisterdesNWDRKln.Durchelektronische Klangforschung erhoffte sich dieser eine Realisierung von Klangfarbenmusik, sodasserdenVerantwortlichendesNWDRinKlnvorgestelltwurde.ErsteErgebnissekamenzumEinsatz imRundfunkhrspielDeralteRoboter (gesendetam22.September1951),diemit Vocoder erzeugten Roboterstimmen der breiten ffentlichkeit als Meisterstck derElektroakustik prsentiertwurden. Es folgte eine Sendung ber elektronischeMusik imNachtprogrammdesNWDRam18.Oktober1951mitKlangbeispielenvonM.E.zueinemeinemGesprchmitRobertBeyer,HerbertEimert (dem leitendenRedakteurdesNachtprogramms,)undFriedrichTrautwein.AmMorgendesselbenTageshatteeinekurzeBesprechungmitdenProgrammverantwortlichendieBegrndungeineselektronischenStudiosamKlnerFunkhaus initiiert:Sowirdesbeispielsweisemglich,dasProblemder rundfunkeigenenMusik inAngriffzunehmenundauchfrdasHrspielakustischeEffektevonbishernochnichtgehrterGestaltbereitzustellen.48ErfolgreichsetzteEimertdieseEmpfehlungbeimIntendantendesNWDRdurch,ersteKlangexperimentefolgten1952.UnterderLeitungKarlheinzStockhausens[]entferntesichdasStudioabMitteder1950erJahrezunehmendvonEimertsursprnglichenVorstellungenundkonzentrierte sichaufKonzepteder seriellenMusik. ImMusikalischenNachtprogrammalsneueMusiketabliert,konntediesebzgl.desauskomponiertenRaumklangaspektesabernurbedingtihreWirkungentfalten,dadersendefhigeTonzunchstnurmonofone,spterstereofoneProduktionenbercksichtigenkonntebzw.mehrkanaligeWerkenachdiesentechnischen Erfordernissen heruntergemischtwerdenmussten.DieAuffhrungmit klar positioniertenLautsprechern imKonzertsaalundaufTagungen (Saalfunk)solltediesesProblemlsen.DasMailnderStudiodifonologiadiMilanodellaRAI1955wurdedasStudioimAuftragdesRadiotelevisioneItaliana(ff.rechtl.Rundf.)zurHerstellungakustischerKulissenvonHrspielengegrndet.MusikalischeLeiterwarenLucianoBerioundBrunoMaderna.Dieserhatte1952inKooperationmitM.E.Musicasuduedimensionikomponiert. ImSinnedereigentlichenZielsetzungdesStudiosffnetemansichdemGebrauchauerelektronischerMittel,wasvonStockhausenscharfkritisiert.JohnCagekomponiertehier1958FontanaMix,LuigiNonobearbeitete jedesseinerelektronischenWerkeauchinMailand.Elektronmusikstudion(EMS)Derschwed.KomponistKarlBirgerBlomdahlwar1964unterderVoraussetzung,einStudiozurProduktion elektronischerMusik grnden zu knnen, zumMusikdirektor von SverigesRadio (dem schwedischen ffentlichrechtlichen Rundfunk) ernanntworden.Nach dessenTodvierJahrespterstelltederSenderdieFinanzierungeinunddasStudiowurdeimFolgejahr1969unabhngigmitUntersttzungdesKulturministeriums.ErsterDirektordesneuen,bisheutebestehendenEMSwardernorw.KomponistKnutWiggen,denbesondersdiepsychologischeWirkungvonKlngeninteressierte.NHK(NipponHsKykai)Studio1954durchNHK(denjapanischenffentlichrechtlichenRundfunk)gegrndet.AusInteresseammusikalischenundradioklanglichenEinsatzelektroakustischerMusikbemhtemansich,zunchsteinHandbuchsdesKlnerNWDRStudiosinsJapanischezubersetzen,umeineigeneselektronischesStudioaufzubauen.DessenGrndungsdirektorwurdeWataruUenami.ZurGewinnungauthentischerEindrckereistederKomponistToshiroMayuzumi1955nachKln,sodassersteKompositionensichanderKlnerSchule(StudieI:MusicforSineWavebyProportionofPrimeNumber,1955)orientierten.1966komponierteK.StockhausenhierseineTelemusik.QuellenHandke,Silvia,PrsenzundDynamikregionalerMusikkulturenindenSendekonzeptendesWDRHrfunks,Kassel1997Holmes,Thom,ElectronicandExperimentalMusic:Technology,MusicandCulture,London200849KroghGroth,Sanne,TheStockholmStudioEMSduringitsEarlyYears,onlineunterhttp://www.emsnetwork.org/ems08/papers/sanne_groth.pdf[10.April2013]Kurtz,Michael,StockhausenEineBiographie,Kassel1998Spangemacher,Friedrich,LuigiNono:DieelektronischeMusik,Regensburg1983Ungeheuer,Elena,WiedieelektronischeMusikerfundenwurde...,Mainz1992Dies.(Hg.),HandbuchderMusikim20.JahrhundertBd.5,ElektroakustischeMusik,Laaber2002Weibach,Rdiger,RundfunkundneueMusik,Dortmund1986GordonPfaff 50II.DaselektronischeStudiodesWDR1.AllgemeinesDasStudio isthistorischdieersteProduktionsstttereinelektronischsynthetisierterMusikundwurde am 8. Oktober 1951 im Klner Funkhaus des Nordwestdeutschen Rundfunks(NWDR)gegrndet.DieimStudiovonKomponisten unterschiedlichsterNationalittenundGenerationenproduziertenWerkegabenbisEndeder1990erJahreentscheidendeImpulsefrdieEntwicklungundVerbreitungvonelektronischerMusik.EbensodientedasStudioalsVorbildfrsptereingerichteteStudiosinnerundauerhalbEuropas.2.VorgeschichteundGrndungunterHerbertEimert(19501962)Am22.und23.August1950hieltenWernerMeyerEppler(*1913;1955;Prof. frPhysik,Phone k und Kommunika onsforschung in Bonn) und Robert Beyer (*1901; 1989; TonmeisterundKomponist)beiWolfgangSteineckesDarmstdterFerienkursenVortrgeberDieKlangweltderelektronischenMusikmitentsprechendeneigenenMusikbeispielen.DerLeiterdesMusikalischenNachtprogrammsHerbert Eimert []propagiertedaraufdie immense Bedeutung der elektronischenMusik fr den Klner Standort des NordwestdeutschenRundfunksbei seinem IntendantenHansHartmann.BeyerundMeyerEppleruntersttzenEimertwhrenddieserBesprechungmitKlangbeispielen.ZurProfilierungdesKlnerFunkhausesgegendieHamburgerSendeleitungbewilligteHartmanndieEinrichtungeineselektronischenStudiosinKln.BiszurFertigstellungdeseigentlichenStudioserfolgenersteKlangexperimentemitobertonreichenKlngenundSinustnen ineinemderTontrgerrumedesFunkhauses.DerFokuslagzunchstaufderVerarbeitungdesKlangmaterialsmitHilfe von Tonbandaufnahmen undMontagetechniken. Darber hinaus kamen die elektronischenSpielinstrumenteMonochordundMelochordzumEinsatz.AbMai1953unternahmKarlheinzStockhausen []ersteVersucheaufBasisder seriellenSinustonkompositionmiteinerVorbestimmungsmtlicherKlangparameter.WhrenddieserPhaseentstanden1953/54StockhausensStudie IundKarelGoeyvaertsKompositionNr.5.Ab1955wurdendieKompositionenumdieParameterRauschen, ImpulseundgesungeneSprache erweitert, etwa in Ernst Kreneks Pfingstoratorium und StockhausensGesang derJnglinge.LetzteresWerkwiesdarberhinausdasNovummehrkanaligerRealisationauf.IndenfrhensechzigerJahrenwurdenu.a.aucherstmalig instrumentaleKlnge indenKompositionsprozesseinbezogen,prototypischinStockhausensKontakte.DieAusstattungbeschrnkte sich inden fnfziger Jahren aufGertederAbteilungMesstechnikdesWDR.NebenStockhausengehrteauchGottfriedMichaelKoenig[]von1954bis1964zumfestenStabderMitarbeiterimStudio,dersowohlbeizahlreichenKompositionenassistierte,alsaucheigeneWerkerealisierte.ImMusikalischenNachtprogrammwurdenvieleBeitrgezurelektronischenMusikgesendetund inderneugegrndetenKonzertreiheMusikderZeitvorPublikumaufgefhrt.513.UmorientierungunterKarlheinzStockhausen(19631986)Stockhausen bernahm abApril 1963 die knstlerische Leitung des Studios und trieb zunchsteineNeukonzeptionderRumlichkeitenundAusstattungdesStudios,diedreiJahrespterabgeschlossenwar.BedingtdurchdieUmstrukturierungsmanahmenlagderKompositionsbetriebbrach, sodassman sichderwissenschaftlichenAufarbeitungderbisherigenProduktionenwidmete (ErstellungeinesBandarchivszuStudienzweckenundBesuchanderer Studios).Der regulre Studiobetrieb inder vierten Etagedes Funkhauseswurde1967wiederaufgenommen.Mitteder1960er Jahre fandenbeiStockhausensneuenStckenneueTendenzenEingang:instrumentaler(Mixtur;MikrofonieI)undvokalerKlang(MikrofonieII)wurdennunwhrendderAuffhrunginEchtzeittransformiertunddieaufwndigeSchnitttechnikdamitberflssig.Ab1967erfolgenbei Stockhausenerste Synthesen von konkretenKlngen,elektronischerMusikundLiveElektronikimWerkHymnen.DarberhinausluderjungeKomponistenfreigeneArbeitenein(u.a.MessiasMaiguashca,JohannesFritsch,PeterEtvsundDavidJohnson),die auchneue, teilweise selbstgebaute Instrumentemitbrachtenundbei Stockhausens eigenen Auffhrungen mitwirkten. Eine Auseinandersetzung der elektronischenMusikmitWirklichkeitundKunstmanifestierte sichgegenEndeder1960er Jahredann indenWerkenModulationIV(Fritsch),Telefun(Johnson),Requiem(WalterZimmermann),HrZu (Maiguashca) sowieSystemderParabeln (Pousseur).ZunehmendwurdeeineDominanzzurVerbindungvonelektronischen,instrumentalenundvokalenKlangmittelndeutlich.AuchdieliveelektronischenKompositionenwurdenzueinemfestenBestandteilderAuffhrungspraxis.DerEinsatzdesEMSSynthi100ab1973istinnerhalbdieserPeriodedesStudiosbesondershervorzuheben,daessichbeidiesemGertumdaserste Instrumenthandelte,welchesprimrfrelektronischeMusikbestimmtwar.4.NeukonzeptionundEnde(nach1987)Dem Anspruch der Komponisten nach klanglicher Erneuerung konnte aufgrund fehlenderNeuanschaffungen sowie hoher Instandhaltungskosten nicht entsprochen werden, zumaldasStudioseinesthetischeVorrangstellungseitderEinrichtungdesIRCAM[]lngstverlorenhatte.Veralteteund teilweise funktionsunfhigeGerteveranlasstendenToningenieurVolkerMller gemeinsammit Stockhausen bereitsAnfang der 1980er Jahre, Erneuerungskonzepte fr einen erneuten Um und Ausbau des Studios zu entwerfen. Zwischen1982und1987konnteimStudiodurchdiebewilligtenUmstrukturierungennichtproduziertwerden, so dass die knstlerischenAktivitten in derbergangszeitmittels angemieteterFremdtechnikerledigtwurden.EsentstandendabeiGroproduktionenwieTeiledesOpernzyklusLichtvonStockhausen,dessenFertigstellungsichbisindieMitteder1990erJahreerstreckte, und Luigi Nonos Prometeo.Mit dem Umzug in die Klner Annostrae begann1986/87dieletzteaktivePhasedesStudios.MitdemKomponistenYorkHller(*1944),einemSchlervonBerndAloisZimmermann,fandman1990aucheinenNachfolgerStockhausensals Leiterdes Studios,derdank seinerErfahrungen im IRCAMdieDigitalisierungdesStudiosendgltigvollziehenkonnte.52Im50.JahrseinesBestehenswurdedasStudio2001stillgelegtunddieGertschaftenindasIndustriegebiet KlnOssendorf ausgelagert. Dort betreut seitdem der inzwischen pensionierte Toningenieur VolkerMller dieweitereDigitalisierung alter Tonbandbestnde.DieweitereExistenzdesStudiosistnochimmerungeklrt.FortbestandimProgrammdesWDRfindetdieelektronischeMusikunterderRubrikWDRopen,inwelcherregelmigBeitrgezumThemagesendetwerden.QuellenChagas,Paulo,DigitalComposition:VonderKlangregieElektronischerMusikzurintermedialenthetikbeiPauloChagas.EineMediologiederStudiosalsKlangkrper,KlangOrtundKulturraum, in:MassenmedienundKommunikation190/191,Siegen2012Custodis,Michael,DiesozialeIsolationderneuenMusik.ZumKlnerMusiklebennach1945,Stuttgart2004Hilberg,FrankundHarryVogt(Hg.),MusikderZeit.19512001.50JahreNeueMusikimWDR,Kln2002.MorawskaBngeler,Marietta,ElektronischeSchwingungen.EineDokumentationberdasStudiofrElektronischeMusikdesWestdeutschenRundfunksinKln19511986,Kln1988Schwind,Elisabeth,MuseumoderProduktionssttte.DasStudiofrelektronischeMusikdesWDR,in:NeueZricherZeitung,onlineunterhttp://www.nzz.ch/aktuell/startseite/article7QEDP1.488668[13.November2012]WDROnlineAngebot,http://www.wdr3.de/programm/sendungen/wdr3openstudioelektronischemusik/index.html[13.November2012]AndreasBumann 53III.TechnischeEntwicklungDasStudioexperimentierte im Laufe seinerExistenzmitdiversen technischenHilfsmittelnzurKlangerzeugung,wobeidieApparaturen fortwhrendverndertunderneuertwurden.ZuBeginnarbeitetemanmitGertenausderMessundPrftechnik,diezurKlangerzeugungbeziehungsweise transformation zweckentfremdetwurden.RobertBeyerundHerbert Eimert[]gingeszunchstumdiedifferenzierteGestaltungvonKlangfarben.DazuverarbeitetensiemitHilfediverserSchnittundKopiertechnikenMelochordklnge,dieWernerMeyerEppler inBonn aufgenommen hatte.Auch andere obertonreicheKlngewurden durchsolcheMontagetechnikenverndert.FrdasfertigeingerichteteStudiowurden1953eigenseinBodeMelochordsowieeinTrautweinMonochordangefertigt,diezudieserZeitdieeinzigenelektronischen InstrumentewarenundalsFrhformdesSynthesizersgelten.VonbesondererRelevanzwarzudemeinnachFritzEnkelsPlnengebautesMischpult,dasdieeinzelnenGertemiteinanderkoppelte.EnkelundHeinzSchtzdokumentierten1954ineinemArtikelfrdieTechnischenHausmitteilungendesNWDRdendamaligentechnischenStanddesStudios.ZurApparaturgehrtennebendenbereitserwhntenGerteneinVierspurtonbandgert,Eintonbandmaschinen,einRauschgeneratorundeinSchwebungssummer.ZudemdientenzurWeiterverarbeitungdesKlangmaterialsu.a.einRingmodulatorsowiemehrereFilter. InAbgrenzungzurHrspielabteilung und den dort bentigten Klangeffekten strebte Eimert nach einer komponiertenelektronischenMusik,weshalb ermehrere Komponisten ins Studio einlud. DarunterwarKarlheinz Stockhausen [], unter dessen Einfluss die serielleMusik zunehmend realisiertwerdenkonnte.UmnacheigenenkompositorischenVorstellungenSinustnezusammensetzenzuknnen,liehersichSinustongeneratoren,diebaldMonoundMelochordklangsthetischverdrngten.SukzessivwurdedasStudio indennchsten Jahrenerweitert.DerWDRerstelltePlne frSchaltgestelle,Mischpulte, Bedienungsfelder und Tonbandgerte, die speziell auf die Bedrfnisse imStudiozugeschnittenwaren.NachtrglichkamennochTransistorgertehinzu.Der Entwurf eines Rotationstisches, der von Lautsprechern umgebenwar, ermglichte eszudem,Klangbewegungenzukomponieren.DasStudiohattesichzudiesemZeitpunkimBereichderElektrotechnik zwarenormentwickelt, jedocherkannte StockhausennachBesuchenamerikanischerStudiosdieNotwendigkeiteinerModernisierung.ImZugeeineserneutenUmbaus inden1970erwurdedieAutomatisierungdesStudiosrealisiert.ZweiPhilippsgeneratorenundderkleineAnalogsynthesizerSynthiAergnztendenGertepark,wodurchnundasPrinzipderSpannungssteuerungverfolgtwurde.DemnachkonntendieModuledesSynthesizersmittelsvariablerGleichspannungengesteuertwerden,wodurchdiezuvormanuellen Arbeitsprozesse erleichtertwurden.Mit der Anschaffung des groen SynthesizerSynthi100imJahr1973besamanschlielichdasersteGert,dasspeziellfrelektronischeMusikeingesetztwurde.Dieser vereinte alle zuvor separat genutztenGerte zurKlangerzeugung,KlangverarbeitungundSpannungserzeugung.54Anfangder1980erwurdederGerteparkdesStudioswiedererneuert:VeralteteundfunktionsunfhigeGertewurdenu.a.durcheinenChromaSynthesizer,einenEMSVocoderundzweiMehrspulanlagenersetzt.FernerwurdederFokusaufLiveElektronikgesetzt,wasdieAnschaffungeinesspeziellfrKonzertreisenausgelegtenAchtspurlaufwerksbeinhaltetesowiedenAustauschdermanuellenTonregieanlageausden1960erJahrendurcheinecomputergesteuerteAnlage.DasStudioequipmentwurdezudemdurchspezielleSystemezurKlangerzeugungund beeinflussungerweitert,zudenenbeispielsweisedasFMSystemvonYamahazhlte.AlleNeuanschaffungenwarenberMIDImiteinanderkoppelbarundsomitfreifrdie Informationskoordination.Signifikant frdieDigitalisierungwarYorkHller,derab1990BeauftragterdesStudioswurdeundzuvorbereitsamIRCAM[]ErfahrungenimUmgangmitdigitalenSystemengesammelthatte.DerWDRordnete inden1990er JahrendieAussonderungvielerGertean,wasvomlangjhrigenTontechnikerVolkerMllerverhindertwurde.SeitderSchlieungdesStudios imMai2001befinden sich smtlicheGerteunterderObhutMllersineinerLagerhalleinKlnOssendorf.QuellenCustodis,Michael,DiesozialeIsolationderneuenMusik.ZumKlnerMusiklebennach1945,Stuttgart2004Enkel,FritzundHeinzSchtz,DieHerstellungvonHrspielgeruschen,in:TechnischeHausmitteilungendesNWDR,Hamburg1954.MorawskaBngeler,Marietta,ElektronischeSchwingungen.EineDokumentationberdasStudiofrElektronischeMusikdesWestdeutschenRundfunksinKln19511986,Kln1988Nauck,Giesela:MusikimRaumRauminderMusik.EinBeitragzurGeschichtederSeriellenMusik.In:BeiheftezumArchivfrMusikwissenschaft.BandXXXVIII,Stuttgart1997.S.189192.Schwind,Elisabeth,MuseumoderProduktionssttte.DasStudiofrelektronischeMusikdesWDR,in:NeueZricherZeitung,onlineunterhttp://www.nzz.ch/aktuell/startseite/article7QEDP1.488668[12.Januar2013]Stockhausen,Karlheinz,TextezurMusikBand8,Krten1998Ungeheuer, Elena (Hg.).Handbuch derMusik im 20.Jahrhundert Band 5, ElektroakustischeMusik,Laaber2002NadineGehrmann 55IannisXenakis(alternativJannisXenakis,YannisXenakis)I.BiografieKomponistundArchitekt(*29.Mai1922inBrila,Rumnien;4.Februar2001inParis).IndenWirrendesKriegesgingseineGeburtsurkundeverloren,weshalbdasgenaueGeburtsdatumnicht abgesichert ist. IannisXenakisberschrittdieGrenzender traditionellenMusikundgabmitseinenaufmathematischenVerfahrenbasierendenKompositionenderAvantgardenachdem2.WeltkriegneueImpulse.InseinerMusikistdieVerknpfungvonTnen,Physik,ArchitekturundvorallemderMathematikausschlaggebend.EinoftbeschriebenerEffektseinerMusik istdieFhigkeit,einearchaischrituelleStimmungzuerzeugen(etwa indenStckenOrestie,MedeaundPersepolis).Abb.1:IannisXenakisinseinemAtelierinParis(circa1970)IannisXenakiswurdealsSohndesFirmendirektorsClearchosXenakisundderPianistinPhotiniPavlouinRumniengeboren.ErwardasltestevondreiGeschwisternundverlorseineMutterinseinemfnftenLebensjahr.DieKinderwurdendaraufhinvonfranzsischen,deutschenundenglischenKindermdchenaufgezogen.InseinerKindheithrteXenakissehrhufigFolkloreundZigeunermusik indenStraenBrilas. Im Jahr1932zogernachGriechenland,umeinInternatzubesuchenundbegann,sichfrMathematikundMusikzuinteressieren.ImAltervon16Jahrenbegabersich1938nachAthen,umsichamdortigenpolytechnischen Instituteinzuschreiben.GleichzeitignahmerMusik,HarmonielehreundKompositionsunterricht bei Aristote Koundourov. Im zweitenWeltkriegwar Xenakis in der griechischenWiderstandsbewegungaktivundverlorbeiKmpfeneinAuge.ImJahr1947beendeteerein zumBauingenieurund floh imZugedesnachdemEndedesZweitenWeltkriegs inGriechenlandausgebrochenenBrgerkriegsnachFrankreich,woersichniederlieund1965diefranzsischeStaatsbrgerschaftannahm.Von1948bis1960wurdeXenakisAssistentdesArchitektenLeCorbusierundentwarffrdieBrsselerWeltausstellung1958denPhilipsPavillon,frdessenGestaltungersichauchaufseinOrchesterwerkMetastaseisvon1954bezog.Darberhinausgestalteteeru.a.dieinnereStrukturdesKlostersLaTourette.56Seine musikalische Ausbildung vervollstndigte er ab 1949 mit Kompositionsstudien beiDariusMilhaud,ArthurHoneggerundOlivierMessiaen.DanebenwurdeHermannSchercheneinwichtigerFrderervonXenakisArbeit,derbevorzugtfrOrchesterkomponierte(mehralsdreiDutzendWerke),aberauchzehnreinelektronischeStckesowieweitereannherndeinhundertKompositionenfrChor,KammerbesetzungenundsolistischeInstrumenterealisierte.ImJahr1960grndeteerzunchsteinefreieForschungsgruppefrMathematikundMusik(MYAM),dieervierJahrespterzueinereigenenInstitutionausbaute[CEMAMu].Von1967bis1972unterrichteteeranderUniversityof Indiana inBloomington,anschlieendbis1989anderPariserSorbinne,undhieltvieleweltweitVortrge,u.a.aufEinladungvonFriedrichHommel1990beiden InternationalenFerienkursenfrNeueMusik inDarmstadt. IannisXenakiserhielt zahlreicheAuszeichnungenundPreise.Sowurdeer zumMitgliedderBritishComputerArtsSociety1972nominiertunderhielt1979denBeethovenpreisder Stadt Bonn. In seinen letzten Lebensjahren war er von einer schweren AlzheimerErkrankunggezeichnetundkonnteimmerwenigerkomponieren.VierJahrevorseinemTodwurdeseinletztesWerkOMega1997uraufgefhrt.UmseinerMusiketwasnherzukommen,mussmanseineteilsradikalenAnsichtenbesserverstehen.SosaherdieMusik[als]keine Sprache. Jedes Musikstck ist eine Art Felsblock in einer komplexen Form mitSchrammenundMustern,diedaraufoderdareingeritztsindunddieMenschenauftausendverschiedeneWeisenentziffernknnen.Abb.2:IannisXenakisinseinemAtelierinParis(circa1987)57QuellenBaltensperger,Andr,IannisXenakisunddiestochastischeMusik.KompositionimSpannungsfeldvonArchitekturundMathematik,Bern1996DiScipio,Augustino,CompositionalModelsinXenakissElectroacousticMusic,in:PerspectivesofNewMusic36(1998)Nr.2Hoffmann,Peter,Art.Xenakis,Iannis,in:NG2Band27,London2001http://www.iannisxenakis.orgRichard,Albert:IannisXenakisetlamusiquestochastique,1963,ParisSaxer,Marion:DieMathematisierbarkeitder(Klang)Welt.berlegungenzurVerwendungderMathematikimSchaffenvonIannisXenakis,in:MusikwissenschaftzwischenKunst,sthetikundExperiment(=FestschriftfrHelgadelaMotte),Wrzburg1998Supper,Martin,Art.Xenakis,Iannis,in:MGG2Personenteil17,Kasseletal.2007Varga,BlintAndrs,GesprchemitIannisXenakis,Zrich1995 Abb.1:FotovonMichleDaniel,verffentlichtaufwww.iannisxenakis.org Abb.2:Fotoverffentlichtaufwww.iannisxenakis.org ChristianeLicht 58II.StochastischeSyntheseIannisXenakisfhrte1956denBegriffderStochastischenMusikinBezugaufseineKompositionenein,umeineneueArtderseriellenKlangsynthesezubeschreiben.GrundlagedieserKompositionstechnik istdieVerknpfung einesmathematischnaturwissenschaftlichenAnsatzesmitderbestehendenelektroakustischenMusik.ZielwardieKontrolleberMassenereignisse,wiez.B.Tonwolken,mithilfevonmathematischphysikalischenFormelnundFunktionen,umdieseKlngeeinerbestimmtenGrundgedankenunterordnenzuknnen.Xenakisbezeichnetedie Stochastik indiesem Zusammenhang als Instrument,mitwelchemmandieKlangweltauszudrckenvermag.WeiterhinbeschrieberseineneueMethodederKlangsynthese als Lsung fr die Sackgasse der seriellenMusik, in der sich seine Kollegen(Stockhausen,Boulezundandere)verfahrenhtten.TheoretischeGrundlagederStochastischenMusiksinddiedreiGrundparameterDauer,WolkeundGeschwindigkeit.DieDauerbezeichnetdiebestimmteLngeeinesSegments,daswiefolgtzustandekommt:ZeitwirdalsGeradeaufgefasstbzw.alseinZeitstrahlvomNullpunktausgehend,aufwelcheminzuflligenAbstndenPunktegesetztwerden,diebestimmteZwischenstreckenmarkierenunddie zuvorgenannten Segmentebilden.Hierausergibt sichdie Frage,wie vieleSegmentemitderLngexentstehen.MitdieserFragestellunglsstsichnundieWahrscheinlichkeitfestlegen,mitdereinSegmentderDauerxauftritt,wenndieDichtederPunkte(inTne/sec)linearist:P(x)=*ex*deWolkensindzuflligverteilteTonpunkte,diedurchdiezweiFaktorenbestimmtwerden,zumeinenanhandderDichtederPunkte(inTne/sec),sowiezumanderendurchdieIntervallezwischendenPunkten(inHalbtnen).UmdiesineinerFormelzusammenzufassen,benutzteXenakisdiePOISSONVerteilung,mitderzuflligbestimmtenDichte,derWahrscheinlichkeitP(k),kalsAnzahlderEreignisseund0alsdurchschnittlicherDichte:P(k)=0t/k!*e0.Legtmannunals0,5Ereignisse(Tne)/secfest,wirdessehrunwahrscheinlichsein,dassineinerSekunde20odermehrEreignissegeschehen.AufgrunddieserVoraussetzungenwerdendannbestimmteStellenauffallen,dadiesesichaufgrundihrerhherenTondichtevomRestabheben.DieTonhhendereinzelnenTonpunkte inderWolkewerdendurchdieVerkettung ihrer Intervallebestimmt,wobeidieZufallsvariableneinePrferenz frWertehaben,diegegen0laufen.AlsGlissandoGeschwindigkeitdefiniertXenakisdieSteigungsbzw.FallgeschwindigkeitderTonhhe, bezogen auf einenAusgangspunkt P {f/t} zur Zeit tmit der Frequenz f.HierfrwerdendannOberundUntergrenzen festgelegt, innerhalbdererdieGeschwindigkeitumeinenDurchschnittswertzuflligbestimmtwird.UmdenAblaufeinersolchenSynthesezusystematisieren,erstellteXenakiseinformalisiertesModelldesKompositionsprozessesundunterteiltedenVorgang inachtPhasen,die jedochauchteilweiseabweichenknnen:591. ConceptionsinitialesdiesistdergrundlegendeGedankederKomposition2. DfinitiondtressonoresbeschreibtdieklanglicheGrundlageunddasAusgangsmaterial3. Dfintiondestransformations legtdengroenRahmenfest, inwieferndieklanglichenElementetransformiertundmodifiziertwerdensollen(Makrokomposition)4. MicrocompositionhierwerdendiegenauenmathematischenVorgngedefiniertundverfeinert(Mikrokomposition)5. ProgrammationsquentiellesequentielleProgrammierungdesKonstrukts6. EffectuationdescalculsdieFormelnundFunktionenwerdenberechnet7. RsultatfinalsymboliquediekalkuliertenErgebnissewerdeninMusiknotationbertragen8. IncanationsonoredieMusiknotationwirdnunklanglichrealisiertXenakisexperimentierteanfangsvielmitdieserMethodeundbenutztedieErgebnissezumerstenMal in seinemMultimediawerkPolytopedeCluny (1972),welches er inden rmischenBdernvonClunyinParisauffhrte.DortkombinierteerdieMusik,diesiebenkanaligber12Lautsprecherwiedergegebenwurde,mit600BlitzlichternunddreiLasern.DieseLaserkonntenwiederummit400programmierbarenSpiegeln,dieerimgesamtenantikenBadinstallierthatte,umgelenktwerden.Vonder2.Bis6.MinutederKomposition,nacheinerkurzenEinfhrung,hebtsichdieangewendetestochastischeSynthesehervor.EinandereswichtigesWerk imSchaffenvonXenakis istdasmultimedialeStckLaLgendedEer(1977),indemebenfallseinZusammenspielvonLichtundMusikmageblichist.ErbenutztehierbeiwenigerschonvorhandenesSoundmaterial,sondernkonzentriertesichstrkeraufdiesynthetischeKlanggenese.DasBesondereist,dassderKomponisteineneueMethodeanwendet:diedynamischestochastischeSynthese.BeidieserArtderSynthesevariiertdieWellenform bei jeder einzelnenWiederholung. Eswerden Punkte festgelegt die einePhrase inbestimmteZeitsegmenteunterteilt, indenendieseWellenformwiederholtwird.DieRichtungundStrkederWellenvernderungwirdmithilfeeinerWahrscheinlichkeitsverteilungbestimmt,wobeisovielezuflligeFormenentstehen,wiePunktegesetztwurden.QuellenBaltensperger,Andr,IannisXenakisunddiestochastischeMusik.KompositionimSpannungsfeldvonArchitekturundMusik,Bernetal.1996DiScipio,Augustino,CompositionalModelsinXenakissElectroacousticMusic,in:PerspectivesofNewMusic36(1998)Nr.2Luque,Sergio:TheStochasticSynthesisofIannisXenakis,in:LeonardoMusicJournal(2009)Nr.19PhillipAhlert 60III.CentredeMathmatiqueetAutomatiqueMusicales(CEMAMu)DasCEMAMuwareinInstitutfrangewandtemusikalischeInformatikundMathematikmitSitz inParis.Eswurde1966alsEMAMu(EquipedeMathmatiqueetAutomatiqueMusicales)vonMarcBarbut,FranoisGenuysundGeorgesGuilbaudunterDirektionvonIannisXenakisgegrndetundverfolgteseitseinerGrndungdasZiel,GeistesundNaturwissenschaftenininterdisziplinrerForschungzusammenzufhrenundseineErgebnisseeinerbreiterenffentlichkeitzugnglichzumachen.1.GrndungsgeschichteFrdas1954komponierteStckMetastaseisverwendeteXenakiseinegraphischeNotation,musstediesejedochaufgewhnliches,liniertesNotenpapierbertragen,umdasWerkvoneinemOrchesterspielbarzumachen.SeitdemsuchteXenakisnachneuenMglichkeiten,diegraphischeNotationseinerKompositionenohneTranskription inKlangumzusetzenundeinen universellerenWeg zumAusdruck und zur InterpretationmusikalischerGedanken zufinden.1960grndeteXenakiszusammenmitMichelPhilippot,AbrahamMolesandAlaindeChamburedasMYAM,eine freieForschungsgruppe frMusikundMathematik.ZweiJahrespterentstandenneueKompositionenvonXenakisbeiderFirma IBMmithilfevon7090Computern,frdieeineneueMusikproduktionssoftwareprogrammiertwurde.FrXenakiswaresunabdingbar,dieNaturdesKlangesmitneuestenTechnologienzuerforschen.Dahergrndete er 1966 seine eigene, offiziele Forschungsgruppe, das EMAMu,welches in dasCentredeMathmatiquessocialesderEPHE (colepratiquedeshautestudes)eingegliedertwurde.DessenArbeit beinhaltete nebenVermittlung neuesterwissenschaftlicher ErkenntnisseundihrermusikalischenUmsetzungeninFormvontheoretischenSeminarenbesondersdieGrundlagenforschung imBereichdermusikalischenKompositionunterBercksichtigungderAkustik,Mathematikund Informatik.HierbeiwurdebesondersdieEntwicklungeinesGertesbzw.MusikinstrumentsfreinenatrlicheunddirektebertragungzwischenKlangundGedankeindenVordergrundgestellt.DieArbeitderForschungsgruppeerregte in den folgenden Jahren immermehrAufmerksamkeit, sowurde das EMAMu z. B.1969indasInstitutfrKernphysikdesCollgedeFranceaufgenommen.DieOrganisationwurde1972zueinereigenstndigenInstitutionunderhieltdieBezeichnungCEMAMu,alsein Institutfrangewandtemusikalische InformatikundMathematik.GleichzeitigwardasZentrummitneuenComputernundZusatzgertenausgestattet.DurchdieseneuenMglichkeitenerweiterte sichderAufgabenbereichdes Instituts:Alte ErkenntnissederForschungenmusstennunmitneuenMethodenundbesseren technischenVoraussetzungen gesichert und verifiziert werden. Einzelne Ergebnisse der frhen Forschung desEMAMubzw.CEMAMuunddieRezeptionsgeschichtederEinrichtungsind inderaktuellenForschungnuruerstgrobundunvollstndigerfasst.2.UPIC(UnitPolyagogiqueInformatiqueduCEMAMu)NebenseinenLehrundForschungszielenentwickeltedasCEMAMuunterAnleitungvonXenakisjeneGerteundProgrammezurTransformationmusikalischerIdeeninKlang,dieUPICgetauftwurden,stetsweiter.DabeiwarPrimrziel,ihreHandhabungmglichsteinfachunduniversellzugestalten,umdenkompositorischenSchaffensprozessnichtzubehindern,son61dernkreativauszuweiten.DiemusikalischeKreativitteinesMenschenwresomitvontraditionellerAusbildungentkoppelt.DieseZielsetzungenfhrtenzurProduktiondeserstenPrototypsdesUPICbisMitteder1970erJahre.DasSystemausvielenComputernundanderenGertensollteschlielichdemNutzerdieMglichkeitbieten,ohnetechnischesFachwissenmusikalischeGedankendirektumzusetzen.1977wurdedasUPIC schlielich fertiggestellt:eine ComputermusikWorkstation, in deren Zentrum ein Zeichentisch als eine Art TouchTabletsteht,aufwelchemmusikalischeParameterundganzePartitureninnerhalbeinerZeitTonhheAchsegezeichnetwerdenkonnten,diedurchComputerprogrammeundverschiedeneKlangwandlerunverzglichhrbargemachtwurden.DerZeichentischma60*75cmundwarvonMillimeterlinienzurOrientierungdurchzogen.GeschriebenwurdemithilfeeinesStiftsmitelektromagnetischenKontakten,dazukameneinigeBefehlsfunktionenundeineAuswahlanWellenformen.DieArchitektureinerKompositionkonnte somitalsGanzesentworfenwerden.EineweitereBesonderheitdesUPIClaginderMglichkeit,denkleinstenTeileinesKlanges,einelementaresKlangquant,direktzukontrollierenundsomitnichtnurdieGroformeinerKomposition,sondernauchdenMikrobereicheinesKlangeszugestalten.DurchdiesesSyntheseverfahrenwurdenichtdieWellenformdeserrechnetenKlanges,sonderndasEndergebnisbesimmt.AlleInformationendererstelltenGraphikkonntenperInterfacean16bitMinicomputerundmehrereKlangumwandlergesendetwerden.DasUPICwarnichtnureinesderbahnbrechenstenErgebnissedesCEMAMu,sondernwurdeauchfrdieErstellungundInterpretationeinigerKompositionenpraktischverwendet.ErstmalsutilisierteXenakisdasUPIC im Jahr1978 fr seineKompositionMycenesAlphaundauchandereKomponisten,z.B.JeanClaudeEloyundWilfriedJentzsch,arbeitetenmitdemSystem.BisMitteder1980er JahrewurdediedamalsdritteGenerationdesUPICbereits serienmighergestelltundkommerziellvermarktet.Abb:PartiturskizzevonMycenesAlpha623.EntwicklungderInstitutionbiszurGegenwartAusdemCEMAMuentsprangen1985mitUntersttzungdesfranzsischenMinisteriumsfrKulturundKommunikationUPICWorkshops,diesogenanntenLesAteliersUPIC.DerUmgangmitdemnamensgebendenSystemwurdedabeiinSommerferienkursengelehrtunddadurcheinerinteressiertenffentlichkeitzugnglich,waseinerderurprnglichenIntentionendesEMAMuentsprach.Seit2000heitdieEinrichtungCCMIX(CentredeCrationMusicaleIannisXenakis)undwirdseit2003vonderDRAC,eineRegionaldirektionfrKultur,subventioniert.DieAufgabenundZielederForschungsgruppebliebenseit1966weitgehendunverndert,eswirdseitherjedochzustzlichaufinternationaleZusammenarbeitinnerhalbderForschungundVermittlunggesetzt.QuellenHarley,James,TheElectroacousticMusicofIannisXenakis,in:ComputerMusicJournal26[InMemoriamIannisXenakis]2002Hoffmann,Peter,Art.Xenakis,Iannis,in:NG2Band27,London2001http://www.iannisxenakis.org/fxe/actus/ccmix.htmlhttp://www.iannisxenakis.org/fxe/bio/chrono.htmlLohner,Henning:DasUPIC:eineErfindungvonIannisXenakis,in:Musikkonzepte54/55,IannisXenakis,Mnchen1987,S.7182.Supper,Martin,Art.Computermusik,in:MGG2Sachteil2,Kasseletal.1995Supper,Martin,Art.Xenakis,Iannis,in:MGG2Personenteil17,Kasseletal.2007Abb.http://www.iannisxenakis.org/partitions/mycenes_alphaesquisse(sketch)p.3.jpg[10.April2013]GnterHagen