Schew-Ram Mehra 60 Jahre

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    05-Jun-2016

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Persnliches / Veranstaltungen124Bauphysik. Auerdem ist ProfessorMehra ein immer wieder gern gesehenerGast an anderen Universitten. So ber-nahm er im Wintersemester 2004/2005eine Gastprofessur fr Baulichen Schall-schutz an der Technischen UniversittGraz, wohin er im Sommersemester2010 als Gastprofessor fr Akustiknochmals zurckkehrte. 2005 war erauerdem als Gastdozent an der Univer-sitt Sarajevo ttig.Doch nicht nur als Lehrer, sondernauch als Erfinder und Forscher, war undist Schew-Ram Mehra hchst produktiv.So wurde ihm 1999 das Patent aufSelbsttragende aufblasbare leichteSchalldmmkonstruktionen erteilt. Zu-dem betreut er zahlreiche Forschungs-projekte, dazu gehren unter anderemdas von der Deutschen Forschungsge-meinschaft (DFG) gefrderte Akusti-sche Verhalten von Hllenkonstruktio-nen aus Folien und Membranen (AHA-FUM), der vom Ministerium frWissenschaft, Forschung und Kunst desLandes Baden-Wrttemberg gefrderteMaster Online Bauphysik (seit 2005)sowie das Netzbasierte, prozessorien-tierte Lernkonzept fr das Bauwesen NetProBau, das vom Bundesministe-rium fr Bildung und Forschung seit2009 untersttzt wird. 2007 feierte Pro-fessor Mehra einen weiteren Erfolg: AlsOrganisator der DAGA machte er diesemit der hchsten Anzahl an Beitrgenund Teilnehmern in jenem Jahr zur bisdahin grten Deutschen Jahrestagungfr Akustik.Fachlich kann Schew-Ram Mehraohnehin niemand so schnell etwas vor-machen. Und wer es dennoch versucht,hat keine guten Karten. Diese Erfahrungmusste auch ein Handwerker aus Stutt-gart machen, als er im Rahmen von Um-bauarbeiten am Lehrstuhl fr Bauphysikeinen neuen Bodenbelag verlegte. DieWahl war auf einen Linoleumboden mitKorkschicht gefallen, der Kostenrahmenausgehandelt und der Handwerker be-auftragt. Nach vermeintlich getaner Ar-beit schickte dieser seine Rechnung. Diehatte er jedoch ohne Professor Mehra ge-macht, denn die Korkschicht fehlte zwardem Boden, nicht jedoch der Rechnung.Darauf angesprochen erklrte der Hand-werker, er habe Kork in den Kleber ge-mischt. Vom Professor des groben Un-fugs berfhrt, stellte der Handwerker lediglich trocken fest: Ups, ich habenicht gewusst, dass Sie vom Fach sind.Vom Fach ist Schew-Ram Mehra inder Tat. Beweise dafr gibt es reichlich, sowurde er in seiner Laufbahn fr seineForschung mehrfach ausgezeichnet: Ergewann zum Beispiel 1998 mit seinenSelbsttragenden aufblasbaren leichtenSchallkonstruktionen den Forschungs-wettbewerb Lrm, ausgeschrieben vomSchew-Ram Mehra 60 JahreAm 12. Mrz feierte Prof. Schew-RamMehra seinen 60. Geburtstag. Geborenwurde er 1951 in Kabul, wo er seine Ju-gend verbrachte. Er besuchte die Nedjat-Oberrealschule und begann anschlie -end ein Studium der Mathematik undChemie an der Universitt seiner Hei-matstadt. 1971 kam Schew-Ram Mehraals Stipendiat des Deutschen Akademi-schen Austauschdienstes (DAAD) nachDeutschland, wo er in Liblar bei Klnzunchst das Goethe-Institut besuchte. Acht Jahre spter, 1979, schloss ersein Studium der Elektrotechnik an derRWTH Aachen als Diplom-Ingenieurab. Anschlieend arbeitete er bis 1984an der Universitt GesamthochschuleEssen als wissenschaftlicher Mitarbeiterim Fachgebiet Bauphysik, bevor er andas Fraunhofer-Institut fr Bauphysik inStuttgart wechselte. Gleichzeitig wurdeer an den Lehrstuhl Konstruktive Bau-physik abgeordnet.Bereits 1989 bernahm Schew-Ram Mehra die interne Vertretung desLehrstuhlinhabers am Lehrstuhl frBauphysik der Universitt Stuttgart. Hierwar er von 1990 bis 2005 als Dozent desStudiengangs Infrastructure Planningttig und hielt zahlreiche Vorlesungen,unter anderem zum Thema Energy con-scious building and living. Zugleich warSchew-Ram Mehra von 1991 bis 2002Lehrbeauftragter in verschiedenen Stu-diengngen der Fakultt Bauingenieur-und Vermessungswesen (heute: Bau-und Umweltingenieurwissenschaften)an der Universitt Stuttgart mit Vorle-sungen zur Bau- und Raumakustik, Lrmausbreitung und -bekmpfung oderSchallimmissionsschutz. Zeitgleich pro-movierte er 1995 ber das Thema Be-rechnung der Luftschalldmmung voneinschaligen Trennbauteilen endlicherAbmessung.2002 wurde Schew-Ram Mehra dieHonorarprofessur fr Akustik undSchallschutz der Universitt Stuttgartangetragen. Hier ist er zudem seit 2007Leiter des Studienganges Master onlinePersnlichesMinisterium fr Umwelt und Verkehr Baden-Wrttemberg. Im Jahr 2005 bekamer den self-study online award der Univer-sitt Stuttgart (1. Preis), und er war bereitszwei Mal in Folge Preistrger der Initia-tive Deutschland Land der Ideen 2008fr Master online Bauphysik sowie 2009fr Aufblasbare Schallschirme.Sein besonderes Engagement giltzustzlich seit vielen Jahren der Deut-schen Gesellschaft fr Akustik (DEGA),deren Grndung Professor Mehra 1990mitbestimmt hat. Bis 2008 fungierte erals Leiter des DEGA-FachausschussesLehre der Akustik und Vorsitzenderder Jury Studienpreise, die die DEGAregelmig vergibt. Seit dem Jahr 2000ist er zudem Mitglied des DEGA-Vor-standrats und ihres Hochschulbeirats.Als langjhriger Weggefhrte amLehrstuhl fr Bauphysik wnsche ichSchew-Ram Mehra, seiner Frau und sei-nem Sohn fr die Zukunft alles Gute.Vor allem aber wnsche ich ihm besteGesundheit und Schaffenskraft fr allenoch kommenden Projekte und Akti-vitten sowie die nchsten 60 Jahre.Univ.-Prof. Dr.-Ing. Klaus Sedlbauer, StuttgartBauphysik 33 (2011), Heft 2