Forensische Architektur versucht die digitale Rekonstruktion tdlicher Drohnenangriffe in Pakistan

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  • 29/3/2014 Forensische Architektur versucht die digitale Rekonstruktion tdlicher Drohnenangriffe in Pakistan

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    Forensische Architektur zu einem Angriff in

    Miranshah, Pakistan

    Forensische Architektur versucht die digitaleRekonstruktion tdlicher Drohnenangriffe in PakistanVon Matthias Monroy | Verffentlicht: 05.12.2013 um 17:51h | 1 Antwort

    Ein Team internationaler ExpertInnen

    um die Goldsmiths University (London)

    analysiert derzeit sogenannte gezielte

    Ttungen von Zivilpersonen durch US-

    Drohnen in Pakistan. Das Verfahren

    nennt sich forensische Architektur.

    Hintergrund sind unter anderem

    Untersuchungen von Ben Emmerson,

    dem UN-Berichterstatter fr Counter-

    Terrorism and Human Rights in

    Pakistan. Die Regierung in Islamabad

    hatte die Einstellung aller

    Drohnenangriffe der US-Armee verlangt allerdings vergeblich. Emerson erstellt nun

    einen Bericht ber Rechtsstandards fr Einstze von Drohnen. Ein Zwischenbericht liegt

    bereits vor. Auch Amnesty International hatte im Oktober zu Drohnenangriffen in der

    Provinz Waziristan Stellung genommen. Die Menschenrechtsorganisation kritisiert, dass

    die Bevlkerung in stndiger Angst leben muss.

    Die Untersuchungen mittels forensischer Architektur untersttzen auch Aktivitten in

    Deutschland: In einem der drei untersuchten Flle wurde mit Bnyamin E. ein deutscher

    Staatsangehriger 2010 von einer Rakete gettet (insgesamt sind in Pakistan bereits

    mindestens drei Deutsche gettet worden). Die Bundesanwaltschaft musste sich

    eingeschalten, weil die Exekution nach deutschem Recht womglich eine Straftat

    darstellt. Im Sommer wurden die Ermittlungen aber eingestellt. Auch das in Berlin

    ansssige European Centre for Constitutional Rights (ECCHR) ist deshalb an der

    Untersuchung der Goldsmiths University beteiligt. Juristen des Zentrums hatten in einer

    gutachterliche Stellungnahme die Einstellungsverfgung des Generalbundesanwalts

    heftig kritisiert.

    Krieg in Afghanistan rechtfertigt Ttungen im Nachbarland?

    Im Kern geht es um die Frage, ob die Getteten einer organisierten bewaffneten

    Gruppe angehrten. Der Generalbundesanwalt hatte dies bejaht. Gezielte Angriffe

    gegen solche Personen seien daher kein Kriegsverbrechen nach dem

    Vlkerstrafgesetzbuch. Mageblich ist auch, ob die gezielten Ttungen im Rahmen

    eines bewaffneten Konflikts zwischen mehreren Parteien vorgenommen wurden. Zwar

    liegt in Pakistan keine derartige Situation vor, jedoch wrde der Konflikt aus Afghanistan

    laut der Einstellungsverfgung nach Waziristan herberreichen. Gleichzeitig seien die

    tatverdchtigen Mitarbeiter des amerikanischen Auslandsgeheimdiensts Central

    Intelligence Agency (CIA) als Teil der amerikanischen Streitkrfte anzusehen. Diese

    genssen Immunitt vor einer Strafverfolgung, wenn die zuvor dargelegten Vorschriften

    des humanitren Vlkerrechts eingehalten worden seien.

    Das ECCHR kritisiert, dass nicht dargelegt wurde welcher Gruppe Bnyamin E. angehrt

    haben soll. Die Angriffe wrden hufig gegen Vlkerrecht und Menschenrechte

    verstoen. Europische Regierungen untersttzten die USA demnach durch den

    Austausch von Informationen. Im Projekt Geheimer Krieg hatten Journalisten der

    Sddeutschen Zeitung und des NDR unter anderem dargelegt, wie derartige Angriffe

    ber Anlagen in Deutschland gesteuert werden. Deutsche Geheimdienste geben

    Mobilfunkdaten an US-Partner heraus, die beim Lokalisieren der Zielpersonen helfen.

    Um etwaige Klagen gegen die USA oder ihre Verbndeten zu untermauern, hat sich die

    Goldsmiths University in London drei Flle vorgenommen und rekonstruiert die Tatorte.

    Diese werden umstndlich untersucht und schlielich in einem 3D-Modell dargestellt. In

    zwei Fllen mssen sich die WissenschaftlerInnen dabei auf Aussagen von

    Dabeigewesenen verlassen. Hierzu gehrt etwa die Schwgerin von Bnyamin E.

    Drei Flle mit unterschiedlichen Ausgangsvoraussetzungen

    Fall 1, Datta Khel, 17. Mrz 2011 (Video)

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    Everyone Teil Ia: Basics

    der Handyortung

    SPD geht mit BKA gegen

    politischen Telefonstreich

    vor

    Im ersten Fall geht es um einen Angriff

    auf eine sogenannte Tribal Jirga im

    Mrz 2011. Gemeint ist eine traditionelle,

    politische Versammlung an einer

    Busstation. Die Teilnehmenden hatten

    sich in dem Moment ber die Situation

    einer nahegelegenen Chrom-Mine

    ausgetauscht. Die Attacke hinterlie 43

    Tote. Weil keine Gebude getroffen

    wurden, musste die Untersuchung unter

    anderem Satellitenaufnahmen zuhilfe

    nehmen.

    Fall 2, Mir Ali, 20. Oktober 2010 (Video)

    Der zweite Fall dreht sich um einen

    Angriff vom Oktober 2010 auf ein Haus in

    Mir Ali. Fnf Menschen waren dabei

    tdlich getroffen worden. Dabei kam

    auch Bnyamin E. ums Leben. Seine

    Schwgerin, aber auch ihr Mann und

    deren zweijhriges Kind berlebten den

    Beschuss. Die Frau stellte sich als Zeugin

    zur Verfgung. Ihre Aufgabe im Rahmen

    der forensischen Architektur bestand nun darin, das angegriffene Haus zu

    rekonstruieren um den Standort der Drohne nachvollziehen zu knnen. Dadurch

    durchlebte sie den Angriff ein zweites Mal, was laut den WissenschaftlerInnen auch half,

    das traumatisierte Gedchtnis zugnglich zu machen.

    Fall 3, Miranshah, 31. Mrz 2012 (Video)

    In der dritten Untersuchung konnten die

    WissenschaftlerInnen schlielich auf

    Kameraaufnahmen zurckgreifen. Die

    Attacke fand im Mrz 2012 in der Stadt

    Miranshah statt, offensichtlich wurden

    mehrere Raketen eingesetzt. Vier

    Personen wurden gettet. Kurz nach dem

    Angriff aufgenommene Bilder wurden

    damals heimlich auer Landes gebracht und spter im US-Fernsehen gesendet. Mit der

    forensischen Architektur konnte der Luftschlag dadurch przise rekonstruiert werden.

    Im Zuge der Untersuchung wurden beispielsweise alle Einschusslcher dokumentiert und

    dadurch der Einschusswinkel festgestellt werden. berall dort, wo keine Schrapnelle in

    den Wnden steckten und stattdessen Silhouetten erkennbar waren, befanden sich

    vermutlich die Getteten.

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    Architektur, pakistan, UN, Waziristan. Bookmark the permalink. Kommentieren or leave a trackback:

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    Netzpolitik.org.

    Ein Trackback

    Von Drohnen: Die Rekonstruktion von Morden | Die AnStifter on 6. Dezember 2013 at

    10:09

    [] Klagen gegen Drohnenangriffe mit Fakten zu untermauern. Hierzu

    gehren sehr detaillierte Rekonstruktionen der Tatverlufe durch die

    Goldsmiths University in London, die 3-D-Modelle der Angriffe erstellt und

    hierdurch Rckschlsse auf Zeiten, Orte und Opfer []

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