Einrichten von PostgreSQL unter Linux - leinhos- ??Einrichten von PostgreSQL unter Linux (Berufliche Ttigkeitsbeschreibung) Benjamin Schwarz 5. Februar 2011 ... 9 5 Anwendungsbeispiele ...

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Einrichten von PostgreSQL unter Linux(Berufliche Ttigkeitsbeschreibung)Benjamin Schwarz5. Februar 2011Technische FacharbeitBerufsbildende Schule 1 Gewerbe und Technik MainzKlasse BS FI09aAusbildender BetriebNet4U E.Herzberg + L.Jewell GbRInhalt1 Einleitung...............................................................................................................32 Grundlagen............................................................................................................33 Installation..............................................................................................................44 Konfiguration..........................................................................................................44.1 Konfigurations-Dateien..............................................................................44.1.1 postgresql.conf..................................................................................54.1.2 pg_hba.conf......................................................................................74.1.3 ~/.psqlrc.............................................................................................84.2 Kommandozeile........................................................................................95 Anwendungsbeispiele..........................................................................................106 Zeit und Kostenplan.............................................................................................126.1 Existierendes Projekt erweitern...............................................................126.2 Einbindung in ein neues Projekt..............................................................127 Zusammenfassung...............................................................................................138 Abbildungsquellen................................................................................................159 Textquellen...........................................................................................................1510 Abkrzungsverzeichnis......................................................................................1611 Anhang...............................................................................................................16Einrichten von PostgreSQL unter Linux / Benjamin Schwarz Seite 21 EinleitungDieses Dokument soll Linux Administratoren dabei helfen, einenPostgreSQL-Server einzurichten. Auerdem werden die mglichen Einsatzszena-rien einer Datenbank definiert. Grundkenntnisse ber die Paketverwaltung der je-weiligen Linux-Distribution sollten vorhanden sein. Vorkenntnisse zum SQL-Syntaxwren auch hilfreich.Zunchst werden die Grundlagen der Thematik angeschnitten, um ein gewissesBasiswissen aufzubauen. Danach folgen Anweisungen und Hilfestellung zur Instal-lation, Konfiguration und Benutzung der PostgreSQL Server- und Client Software.Zum Schluss werden noch konkrete Anwendungsbeispiele aufgezeigt und zweifiktive Zeit- und Kostenplne dargestellt.2 GrundlagenIn der elektronischen Datenverarbeitung dreht sich alles um Daten, Dateien undVerzeichnisse. Meist geht es darum, Daten an einem bestimmten Platz abzulegen,um sie spter mglichst effizient wieder abzurufen. Genau zu diesem Zweck wur-den Datenbanksysteme entwickelt. In ihnen wird definiert, wie Daten angeordnetwerden, und es wird ber verschiedene Schnittstellen ermglicht, Daten zu schrei-ben und zu lesen. PostgreSQL ist ein Open-Source-Datenbanksystem, das, richtig eingesetzt, vieletausend Datenstze fr viele Benutzer gleichzeitig verfgbar macht. PostgreSQL istflexibel, zuverlssig, plattformunabhngig, kostenlos und bietet auerdem viele Ei-genschaften, die sonst nur in kommerziellen Datenbanksystemen verfgbar sind.Deshalb ist PostgreSQL in den meisten Fllen mehr als ausreichend, um allen An-forderungen zu gengen. Da solche Systeme grundlegend sehr komplex aufgebautsind, wie zum Beispiel der Umfang der SQL-Syntax, kann dieses kurze Dokumentnur einen Einblick in die ganze Vielfalt bieten.Einrichten von PostgreSQL unter Linux / Benjamin Schwarz Seite 33 InstallationZuerst mssen die verschiedenen Anwendungen und Bibliotheken installiert wer-den. Dies lsst sich bei den meisten Linux-Distributionen bequem ber den Paket-manager erledigen. In Ausnahmefllen kann auch eine Installation ber ein Binaryerfolgen, das direkt von der Hersteller Webseite [1] - siehe Kapitel 9 - bezogen wer-den kann. Auf der Webseite sind auch technische Dokumente vorhanden, die beider Installation von Nutzen sein knnen, und im Zweifelsfall knnen Fragen direktonline im Forum oder via IRC gestellt werden. Viel interessanter ist aber der Quell-text, der ebenfalls ber die Webseite bezogen werden kann, um die Software aufdem Zielsystem selber zu kompilieren. Dies hat mehrere Vorteile und ermglicht es,auch selbst nderungen an der Software vorzunehmen. Hilfestellung zur Einrich-tung einer Umgebung zum Kompilieren und zum Kompilierprozess selber gibt esauf der Webseite der Cybertec Schnig & Schnig GmbH [2].4 KonfigurationNachdem die Installation der Server-/Client-Software erfolgt ist, mssen vor denersten Tests noch verschiedene Einstellungen vorgenommen werden, vor allem dader Server ohne vorherige Konfiguration unbrauchbar ist.4.1 Konfigurations-DateienEs gibt zwei Hauptkonfigurationsdateien, zum einen die eigentliche Konfigurations-datei postgresql.conf, zum anderen die pg_hba.conf, in welcher die Zugriffsberech-tigungen eingerichtet werden. Beide Dateien befinden sich meist im Verzeichnis/var/lib/postgresql; dies kann aber je nach Linux-Distribution abweichen.Die Datei .psqlrc kann sowohl auf Systembasis als auch fr jeden Benutzer einzelnvorhanden sein. Alle Befehle, die in dieser Datei aufgelistet sind, werden bei Startder Client-Anwendung ausgefhrt. So lassen sich persnliche Einstellungen ein-fach speichern.Einrichten von PostgreSQL unter Linux / Benjamin Schwarz Seite 44.1.1 postgresql.confIn jeder Zeile dieser Datei kann eine Option stehen. Die Syntax ist bersichtlich(s. Abb. 1) Zeilen, die mit einem # anfangen, sind Kommentare, alle anderen Zeilenmssen das Format option = wert haben - genau genommen kann das Gleich-heitszeichen weggelassen werden - um eine gltige Syntax zu erzeugen.Abb. 1: postgresql.conf Syntax im Editor nanoAlle folgenden Optionen sollten in jeder postgresql.conf vorhanden sein, damit derServer funktionsfhig ist:listen_addresses weist den Server an, nur von bestimmten Adressen Verbin-dungen anzunehmen. Der Wert * bedeutet, der Server soll Verbindungen von allenAdressen entgegennehmen. Im Normalfall wird jedoch der Wert localhost gesetzt,damit der Server nur mit einer oder mehreren lokal laufenden Anwendungen kom-munizieren kann.port gibt an, auf welchem Port der Server auf Verbindungen warten soll. Der Stan-dardwert ist 5432 und sollte zum Verstndnis auch beibehalten werden. Diese Opti-on ist vor allem hilfreich, wenn mehrere PostgreSQL Server auf einem Rechner lau-fen sollen.max_connections sagt aus, wie viele Verbindungen der Server maximal gleichzei-tig zulsst. Der Wert richtet sich in erster Linie nach den Mitteln, welche die Hard-ware zur Verfgung stellt; vor allem die bertragungsrate zu externen Rechnernbegrenzt die Anzahl. Mit einer 10 MBit-Anbindung ist es meist auch bei grerenDatenstzen mglich hunderte Benutzer gleichzeitig zu bedienen, vorausgesetzt,die restliche Hardware spielt mit. Der Hersteller schlgt als Richtwert 100 vor.Einrichten von PostgreSQL unter Linux / Benjamin Schwarz Seite 5shared_buffers hat erheblichen Einfluss auf die Performance des Servers. Er gibtan, wieviel Speicher - Buffer - der Server fr sich reserviert, um Daten zwischen-speichern zu knnen. Wenn der Rechner nur fr die Datenbank zustndig ist, solltefast der gesamte physikalische Speicher dem Server zugeordnet werden, sprich bei4 GB Ram ungefhr 3,5 GB fr die shared_buffers und der Rest fr das Betriebs-system selbst. Der Wert kann mit einer Maeinheit fr Datenmengen(KB, MB, GB, ..) enden, um bessere Lesbarkeit zu ermglichen.logging_collector weist den Server an, Logdateien zu erstellen. Um berhaupt zusehen, ob der Server korrekt anluft, sollte der Wert hier auf on stehen. Auerdemsollte noch definiert werden, wo die Logdateien gespeichert werden sollen. Dasgeht mit der Option log_directory, deren Wert einen absoluten Pfad zu einem Ver-zeichnis enthlt.autovacuum sollte im Normalfall den Wert on haben, damit der Server automa-tisch nicht mehr gebrauchte Ressourcen freigibt und interne Statistiken erstellt wer-den knnen, welche mageblich zur Verbesserung der Zugriffsgeschwindigkeit bei-tragen. Je nach Gre der Datenbank sollten die anderen Parameter, die sich aufautovacuum auswirken, angepasst werden, denn dieser Prozess kann, falsch ein-gestellt, den Betrieb ber lngere Zeit einschrnken.timezone muss zwingend angegeben werden, damit der Server mit Tabellen umge-hen kann, die Datentypen enthalten, welche datumsbezogen sind, wie zum Beispielein einfacher Zeitstempel. Der Wert der Wahl fr neue Datenbanken ist hier UTC.Sollten jedoch Daten aus einem anderen System bernommen werden, mssenentweder die Daten oder der timezone Wert an die jeweilige Zeitzone angepasstwerden. Tipps dazu gibt es in der offiziellen Dokumentation [3].Alle wichtigen Einstellungen die zur ersten Inbetriebnahme des Servers notwendigsind (s. Abb. 2) sollten nun vorhanden sein. Nun muss nur noch der Zugang ermg-licht werden, damit ein Client sich verbinden kann. Einrichten von PostgreSQL unter Linux / Benjamin Schwarz Seite 6Abb. 2: Minimale postgresql.conf4.1.2 pg_hba.confDiese Datei sagt an, welche Rechner die Erlaubnis haben, sich zu verbinden, wel-che PostgreSQL-Benutzernamen sie verwenden drfen und auf welche Datenban-ken der Zugriff erlaubt ist. Die Syntax ist hier auch wieder einfach zu verstehen:host/localhost DATABASE USER CIDR-ADDRESS METHOD [OPTIONS]Eine Zeile enthlt jeweils einen solchen Eintrag mit richtigen Werten, die wie folgtaufgeschlsselt werden:DATABASE kann die Werte all fr alle Datenbanken, sameuser fr alle Datenban-ken, die diesem Benutzer zugeordnet sind, samerole fr alle Benutzer innerhalb ei-ner Gruppe enthalten. Alternativ kann auch der Name einer Datenbank angegebenwerden.USER kann wiederum all fr alle Benutzer enthalten, ansonsten knnen hier durchKomma getrennt Benutzernamen und Gruppen angegeben werden.CIDR-ADDRESS enthlt eine Adresse inklusive CIDR-Maske, von wo aus es er-laubt ist, eine Verbindung aufzubauen. Um diesen Wert zu bestimmen, muss mansich ein wenig mit IP-Adressen und Subnetzen auskennen. Eine genaue Beschrei-bung ist auf der Webseite der Internet Engineering Task Force [4] vorhanden.METHOD ist die Authentifizierungsmethode. Folgende Werte sind mglich: trustbedeutet Verbindungen ohne Authentifizierung erlauben, reject besagt, dass vondieser Adresse keine Verbindungen mglich sind, md5, pam und cert bedeuten je-weils, dass der Rechner sich ber die angegebene Methode authentifizieren muss.Einrichten von PostgreSQL unter Linux / Benjamin Schwarz Seite 7OPTIONS ist optional und wird nur bei manchen Authentifizierungsmethoden ange-geben, um weitere Einzelheiten zur Methode festzulegen. Im Kapitel"Client Authentication" der PostgreSQL-Dokumentation sind alle Details darberaufgefhrt.Sollte einer der Werte Leerzeichen, Kommas oder andere Sonderzeichen enthal-ten, muss der Wert in Anfhrungszeichen stehen. nderungen der Datei knnenwhrend der Laufzeit zum Server bermittelt werden, indem man dem Prozess dasSIGHUP Signal sendet.Nachdem die Einstellungen es erlauben zumindest vom lokalen Rechner zuzugrei-fen (s. Abb. 3), kann der Server gestartet werden, Datenbanken knnen whrendder Laufzeit bearbeitet werden.Abb. 3: pg_hba.conf mit einfachen Regeln4.1.3 .psqlrcWie bereits erwhnt, bietet diese Datei die Mglichkeit, persnliche Einstellungenfr jeden Benutzer anzulegen. Dazu wird einfach im Benutzerverzeichnis eine neue.psqlrc angelegt, die beim nchsten Aufruf des Clients abgearbeitet wird.Jede Zeile in der Datei enthlt einen sogenannten Meta-Befehl. Eine bersicht allerBefehle gibt es in der Dokumentation. Viele Befehle sind jedoch schlecht dokumen-tiert, weshalb es sich lohnt, andere Quellen im Internet zu suchen, wie zum Beispielauf der Mailingliste pgsql-hackers [5] oder der renommierten Webseiteif-not-true-then-false.com [6].Einrichten von PostgreSQL unter Linux / Benjamin Schwarz Seite 8Viele Benutzer rgert es, dass in der Verlaufsdatei immer wieder die selben Befehlestehen, da sie mehrfach ausgefhrt wurden. Dieses Verhalten kann man mit derAnweisung \set HISTCONTROL igonoredups (s. Abb. 4) abschalten.Abb. 4: Einfaches Beispiel einer .psqlrc4.2 KommandozeileNachdem der Server eingerichtet wurde, kann nun endlich ein Testlauf erfolgen. Zu-erst wird der Server gestartet und berprft, ob er erfolgreich angelaufen ist - ambesten die Logdateien im Auge behalten - danach kann versucht werden, eine ein-fache Verbindung zum Server herzustellen. Dies erfolgt ber die Befehlszeile mitdem Befehl:psql -h -p -W -U Eine erfolgreiche Verbindung erffnet den Zugang zur psql internen Befehlszeile(s. Abb. 5), ber die der Server nun mit SQL-Syntax oder Meta-Befehlen ange-steuert werden kann. Zum Beenden der Verbindung wird der Befehl quit eingege-ben.Abb. 5: Verbindung zu einem lokal laufenden PostgreSQL-ServerEinrichten von PostgreSQL unter Linux / Benjamin Schwarz Seite 9Im Fehlerfall gibt der Client meist sehr genaue Angaben, warum der Verbindungs-aufbau fehlgeschlagen ist (s. Abb. 6) und weist meist auch auf offensichtliche Ein-gabefehler hin.Abb. 6: Fehlgeschlagene Verbindung mit Fehlermeldung5 AnwendungsbeispieleEs gibt viele gute Grnde, eine Datenbank einem anderen System vorzuziehen,einige nicht ganz offensichtliche Flle werden in diesem Kapitel dargestellt.Nehmen wir zum Beispiel einmal an, in einem Projekt wird die Anforderung gestellt,ein Chat-System zwischen mehreren Benutzern zu implementieren. Der Verlaufaller bisherigen Sitzungen soll gespeichert werden, um die letzten n Zeilen beimnchsten Anmelden wieder anzuzeigen, damit der Benutzer sieht, wo er das letzteMal aufgehrt hat. Fr ein solches Chat-System knnte man natrlich einen Serverentwickeln, der alle Anforderungen erfllt, oder aber man greift auf eine Datenbankzurck, um zumindest einen Teil der Anforderungen - ohne eine Zeile Code zuschreiben - bereits zu erfllen. PostgreSQL knnte hier aber den Hauptteil der Ar-beit erledigen, denn nicht nur das Speichern und wieder Auslesen des Verlaufswre einfach zu realisieren, auch das bertragen der einzelnen Nachrichten zwi-schen den Benutzern knnte man ber die sogenannten LISTEN- und NOTIFY-Be-fehle in die Tat umsetzen. Mit LISTEN wird der Client angewiesen, auf Benachrich-tigungen bzw. NOTIFY-Befehle zu warten, die zu jeder Zeit von einem anderen Be-nutzer ausgelst werden knnen. Somit knnte durch die Kombination beider Be-fehle eine indirekte Verbindung zwischen zwei oder mehr Benutzern hergestelltwerden, um Nachrichten zu bermitteln.In einem anderen Projekt ist bereits ein PostgreSQL-Datenbankserver vorhanden.Dieser soll nun ein mglichst aktuelles Abbild der gesamten Datenbank auf zweiandere Server spiegeln.Einrichten von PostgreSQL unter Linux / Benjamin Schwarz Seite 10Diese Aufgabe wurde bisher mit einem einfachen Skript, welches alle 30 Minutenein Abbild erstellt und zu einem anderen Rechner bertrgt, realisiert. PostgreSQLbietet hierzu die Funktion "Hot Standby" an - erst ab Version 9.0 - die es ermglicht,dass mehrere PostgreSQL-Server sich nahezu zeitgleich reproduzieren. Dabei istein Server immer der Master und alle anderen sind Slaves. Der Master erlaubt Voll-zugriff auf die Datenbank, wohingegen die Slaves im Standby-Modus laufen undnur lesenden Zugriff erlauben. Wird der Master jetzt aus irgendeinem Grund vomNetz getrennt, kann jeder Slave sofort zum neuen Master werden. Somit hat mannicht nur eine Backup-Funktion der Datenbank, sondern kann relativ schnell denBetrieb auf einem anderen Server wieder aufnehmen, indem man im Optimalfallkurz einen DNS-Eintrag ndert. Die Ausfallzeiten von 30 Minuten werden hier in je-dem Fall deutlich reduziert.Ein weiteres Projekt wird von einem Navigationsgerte-Hersteller in Auftrag gege-ben. Es sollen mehrere tausend Benutzer gleichzeitig die Mglichkeit haben, berihr Mobiltelefon Staumeldungen abzugeben. Natrlich bietet sich fr die Verwaltungder vielen Datenstze eine Datenbank an. Dennoch sind meist noch mehrere ande-re Programme zwischen der Anwender-Software und dem Datenbankserver zwi-schengeschaltet, die manchmal unntig Ressourcen verschwenden, da man auchdirekt von der Anwender-Software aus mit SQL-Transaktionen zum Server arbeitenkann. PostgreSQL bietet hierzu die verschiedensten API an, unter anderem fr dieProgrammiersprachen C, C++, Python, PHP, und Java, wovon einige Erweiterun-gen auch von externen Entwicklern beigesteuert wurden. Die Mobiltelefon-Softwa-re knnte beispielsweise mittels einer Java-Anwendung direkt mit dem Datenbank-server kommunizieren, um eine Staumeldung abzugeben. Die Software des Navi-gationsgertes knnte theoretisch genau das selbe Prinzip nutzen, um die Datenwieder auszulesen, doch wird mit Sicherheit zumindest ein Programm auf der Ser-verseite berprfen wollen, ob die Daten berhaupt angezeigt werden sollen.Einrichten von PostgreSQL unter Linux / Benjamin Schwarz Seite 116 Zeit und KostenplanIn diesem Kapitel wird anhand von zwei Beispielen gezeigt, welches Zeitfenster n-tig ist und welche Kosten einkalkuliert werden mssen, um jeweils ein existierendesProjekt mit PostgreSQL zu erweitern und um ein neues Projekt von Anfang an mitHilfe von PostgreSQL aufzubauen.6.1 Existierendes Projekt erweiternEine Erweiterung mit einem Datenbanksystem ist unter anderem ntzlich um dyna-misch Inhalte bereitzustellen. Darum handelt es sich in diesem Beispiel um einenInternetshop, der bisher ausschlielich mit HTML betrieben wurde.Der Zeitplan knnte in etwa so aussehen:Aktivitt Geschtzte DauerInstallation der PostgreSQL Software auf einem existierendenServer 2 MannstundenEntwurf der Datenbank Tabellen inkl. Einpflegen dervorhandenen Daten8 MannstundenUmstellung von HTML auf PHP inkl. Implementierung einerSchnittstelle zur Datenbank (ca. 100 statische Seiten)3 Manntage*Summe 3 Manntage, 10 Mannstunden* Ein Manntag entspricht 8 StundenDer dazugehrige Kostenplan ist relativ bersichtlich:Beschreibung Geschtzte KostenAnwerben eines PHP Profis zur Umsetzung derUmstellung von HTML auf PHP (ca. 3 Manntage)1680 Euro bei 70 Europro PersonenstundeEinarbeiten der eigenen Entwickler in PostgreSQL undUmsetzung der restlichen Implementierung (ca. 10Mannstunden ohne Einarbeitungszeit)140 Euro bei 14 Europro PersonenstundeSumme 1820 Euro bei 84 Europro PersonenstundeEinrichten von PostgreSQL unter Linux / Benjamin Schwarz Seite 126.2 Einbindung in ein neues ProjektNatrlich bietet es sich bei vielen Projekten an, auf eine Datenbank zurckzugrei-fen. Ein gutes Beispiel wre eine Suchmaschine fr Hotels. Durch das hohe Daten-aufkommen vieler kleiner Datenstze zu statistischen Zwecken - dadurch machenSuchmaschinen einen groen Teil ihres Umsatzes [7] - eignet sich eine Datenbankwunderbar zur Datenverwaltung.Aktivitt Geschtzte DauerBedarfsermittlung und Anschaffung der Hardware 16 MannstundenAusarbeitung und Umsetzung der Internetprsenz inkl.Entwicklung der Datenbank und deren Layout 28 ManntageInstallation der Server unter Linux inkl. Probebetrieb 2 ManntageSumme 30 Manntage,16 MannstundenNatrlich gibt es viele mgliche Hardware Kombinationen und die Umsetzung kanndurchaus lnger dauern. Dennoch lohnt es sich meist, in eigene Hardware zu in-vestieren, nicht zuletzt, um volle Kontrolle ber das Projekt zu haben.Beschreibung Geschtzte KostenHardwareDatenbankserver mit hochwertiger Hardware 3000 EuroFront-End Server 1000 EuroMiete, Stromkosten und Gebhren fr den erzeugtenTraffic im Rechenzentrum.350 Euro, fixe Kostenjeden MonatSumme 4350 Euro (im ersten Monat)PersonalBedarfsermittlung der Hardware (ca. 16 Mannstunden) 224 Euro bei 14 Europro PersonenstundeAusarbeitung und Umsetzung der Internetprsenz (ca. 28Manntage)3100 Euro bei 14 Europro PersonenstundeInstallation der Server durch externe Mitarbeiter (ca. 2Manntage)480 Euro bei 30 Europro PersonenstundeRecherche eines passenden Rechenzentrums undInstallation der Server vor Ort (ca. 12 Mannstunden)168 Euro bei 14 Europro PersonenstundeSumme 3972 Euro bei 72 Europro PersonenstundeEinrichten von PostgreSQL unter Linux / Benjamin Schwarz Seite 137 ZusammenfassungPostgreSQL ist fr die Umsetzung vieler Anforderungen interessant. Wir haben ge-lernt, das Datenbanksysteme nicht nur zum Verwalten von Daten sinnvoll sind, son-dern das sie auch ganz andere Aufgaben erledigen knnen. Die Einarbeitungszeitist im Vergleich zum Nutzen verschwindend gering, und da eine Datenbank in denverschiedensten Projekten ihren Platz hat, ist es durchaus ratsam sich frhzeitigdafr zu entscheiden, ein solches System einzusetzen, um spter wieder auf diegesammelte Erfahrung zurckzugreifen. Die Installation und Konfiguration sollte un-ter Zuhilfenahme dieses Dokumentes vereinfacht werden, ist aber keineswegs eineausfhrliche Beschreibung aller mglichen Optionen, die zur Verfgung stehen.Deshalb sollte eine weitere Schulung in Betracht gezogen werden, bevor die Instal-lation durchgefhrt wird.Aus persnlicher Sicht kann ich nur sagen, dass Datenbanken mehr denn je zumStandard in der elektronischen Datenverarbeitung werden, und es sich somit in al-len Fllen lohnt, sich damit auseinanderzusetzen. Auch in Zukunft wirdPostgreSQL immer weiter an Bedeutung gewinnen und eignet sich somit hervorra-gend als Ersatz fr kostspielige Datenbanksysteme.Einrichten von PostgreSQL unter Linux / Benjamin Schwarz Seite 148 AbbildungsquellenTitelbild:http://wiki.postgresql.org/wiki/Logo19.08.2011, 04:11Abbildung 1: postgresql.conf Syntax im Editor nanoAbbildung 2: Minimale postgresql.confAbbildung 3: pg_hba.conf mit einfachen RegelnAbbildung 4: Einfaches Beispiel einer .psqlrcAbbildung 5: Verbindug zu einem lokal laufenden PostgreSQL ServerAbbildung 6: Fehlgeschlagene Verbindug mit FehlermeldungJeweils selbst erstellt mit Adobe Photoshop CS3 Version 10.09 Textquellen [1] PostgreSQL: Linux packageshttp://www.postgresql.org/download/linux#multibinary14.04.2011, 10:44 [2] Cybertec PostgreSQL: Source Code kompilierenhttp://www.cybertec.at/pgbook/node34.html14.04.2011, 11:22 [3] : PostgreSQL: Documentation: Manuals: PostgreSQL 8.0: Date/Time Typeshttp://www.postgresql.org/docs/8.0/static/datatype-datetime.html18.05.2011, 22:19 [4] : Internet Engineering Task Force: RFC 4632, CIDR Address Strategyhttp://tools.ietf.org/html/rfc463219.05.2011, 15:01 [5] : PostgreSQL mailing list archivehttp://postgresql.1045698.n5.nabble.com/19.05.2011, 17:53 [6] : If Not True Then False, Linuxhttp://www.if-not-true-then-false.com/category/linux/19.05.2011, 17:58 [7] : Suchmaschinen - Statistiken und Studienhttp://de.statista.com/themen/111/suchmaschinen/19.05.2011, 18:34Einrichten von PostgreSQL unter Linux / Benjamin Schwarz Seite 1510 AbkrzungsverzeichnisAPI - Application Programming Interface, eine Schnittstelle zur Anwendungspro-grammierung.Binary - Eine ausfhrbare Datei, wie z.B. eine bliche Windows .exe Datei.CIDR-Maske - Classless Inter Domain Routing, ein Schema, um Netzwerke zuadressieren.DNS - Domain Name System, ein Dienst zur Beantwortung von Anfragen zur Na-mensauflsung.Front-End - Begriff in der Schichteneinteilung, dabei ist typischerweise das Front-End nher am Benutzer, das Back-End nher am System.IRC - Internet Relay Chat bezeichnet ein rein textbasiertes Chat-System.Mailingliste - Eine vereinfachte Version eines Diskussions Forums, basierend aufE-Mails.Paketmanager - Ein Programm, welches die komfortable Verwaltung von Softwareermglicht.SQL-Syntax - Datenbanksprache zur Definition, Abfrage und Manipulation von Da-ten in relationalen Datenbanken.11 AnhangHilfreiche Links:Ausfhrliches FAQ zu PostgreSQL:http://sql-info.de/postgresql/FAQ_german.htmlPostgreSQL Usergroup Germany:http://www.pgug.de/PostgreSQL: Das offizielle Handbuch als Download:http://www.postgresql.org/docs/books/pghandbuch.html.deEinrichten von PostgreSQL unter Linux / Benjamin Schwarz Seite 16

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