Ein neuer der Indoxylschwefelsure nahe stehender Krper

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    09-Aug-2016

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  • 122 Bericht: Specielle analytische Methoden.

    Nachweis yon hnilin, Acetanilid und Paramidophenol im Harm In einem Fall yon Anilinvergiftung fand Fr . ~ Ia l le r* ) einerseits un- verandertes Anilin, anderers~its das daraus durch Oxydation entstandene Paramidophenol, und zwar dieses in Form you Paramidophenolschwefel- sgure im Ham. Der Nachweis des Anilins gelang im Destillat und ira Aetherextract. Als "besonders empfindliche Reaction erwies sieh eine yon Ehr l i ch angegebene : Prgchtig blaue F~trbung auf Zusatz yon KairinlSsung~ verdthmter Salzsiiure und Kaliumnitrit. Um Paramidophenol aufzufinden, ist es nSthig, die entsprechende gepaarte Sehwefelsgure zt~ spalten, indem man den Ham mit einem iertel seines Voluras concert- trirter Salzsgure einige Minuten lang kocht, dann mit einer Probe direct, oder mit dem Aetherextract die Indophenolprobe anzustellen. Man ver- setzt mit einigen Cubikcentimetern einer dreiprocentigen Phenoll~sung und einem Tropfen Chroms~turelSsung. Bei Gegenwart yon Paramidophenol tritt Rothfiirbung, auf Zusatz yon Ammoniak Blauf~irbung ein. Statt Chroms~iure k~nnen andere Oxydationsmittel, so Chlorkalk oder Eisen- chlorid, in erwendung kommen. Auch nach Gebrauch yon Acetanilid (~>Antifebrin

  • 2. Auf Physiologie und Pathologic beztigliehe. 123

    suehte T h o r m ~ h 1 e n den fraglichen K6rper aus Pferdeharn zu isoliren. Doch gelang es nur, nach dem yon E. B aumann angegebenen Ver- fahren zur Darstellung des indoxylschwefelsauren Kalis ein Gemenge yon Kryst~llen zu erhalten, welches neben Harnindic~n die fragliehe Substanz enthielt. Dieselbe ist nicht fltiehtig, wird dureh S~uren, nicht abet dnreh Alkalien, zerst6rt, ist dutch Bleizueker und Ammoniak f~llbar, in kaltem Alkohol sehleeht, leicht in siedendem 15slieh, in Chloroform, Petrol~thor, Benzol und Schwefelkohlenstoff unl6slieh.

    Zum Naehweis kleiner Mengen verdauenfler Fermente in thie- rischen Fliissigkeiten kann man nach dem Vorgange yon P. Gr t i t z - her den Umstand benutzen, dass sie sehr leicht yon Eiweissfiocken aui'- genommen werden. So gelingt die Anffindung yon Pepsin im Harn nach W. S ahl i* ) , F. Gehr ig** ) und H. Leo***) in der Art, dass kleine Fibrinstackchen far einige Stunden in den zu prtifenden Ham gelegt, dann mit destillirtem Wasser gewaschen und mit Salzs~ure yon 0,1 6 tibergossen werden. Ist Pepsin vorhanden, so tritt in Brutwgrme friiher oder sp~tter LSsung der Fibrinfiocke ein. Anhaltspunkte zur Be- urtheilung der vorhandenen Pepsinmenge kann man dutch Prtifung der Fiassigkeit auf Pepton mittelst Kupfersulfat und Natronlauge gewinnen, oder man kann, wie Gr t i t zner seiner Zeit empfohlen hat, mit Carmiu geflirbtes Fibrin verwenden, in welchem Falle die Rothfiirbung der Fltis- sigkeit einen ungef~hren Schluss auf die Menge des in Liisung gegange- hen Fibrins gestattet.

    Ganz ~hnlich kann man bei Prtifung einer Fltissigkeit auf Trypsin- gehalt verfahren, nur muss statt Salzsiiure eine SodalSsung yon 1 off in Verwendung kommen.

    Da in alkalischer LSsung F~ulnissorganismen ausserordentlich raseh zur Wirkung kommen, ist ttberdies zur Erreichung sicherer Resultate, wie H. Leo#) betont und H. Hoffmann-~-~) bestiitigt hat, entweder ausreichende Desinfection der Probe (mit Thymol) oder Anwendung ge- nan sterilisirter Gef~tsse und Fltissigkeiten nothwendig. Statt der Fibrin- fioeke empfiehlt J. S e t s c h e n o w ~--~-) die Verwendung yon bei 3 5- -40 o

    *) Archly fftr die ges. Physiologie yon E.]?f l i iger 36, 209. **) Ebenda 88, 35.

    ***) Ebenda 87, 223. ") Ebenda 87, 223 und 39, 246.

    ~) Ebenda 41, 148. ~tt) CentralbL ftir die reed. Wissensch. 1887, No. 27.