• 2x. AUGUST I937 KL IN ISCHE WOCHENSCH unserer 13ehandlungsmethode einen unspezif isch therapeu- t ischen Faktor anzunehmen. 5. Die Erkl~rullg der exper imentel len Ergebll isse ist n icht in eiller Tei lerscheinung, sondern ill der Summe des UV.- Bestrahlungseffektes zu suchen. Wie schon oben erw~hnt, s ind unsere Versuche fiber das Problem der Desensibi l isierung dutch UV. -Bestrahlung des Operationsfeldes al laphylakt ischer Tiere durchaus nicht ab- geschlossen. L i te ra tur : x HAVLICEK, IIe CongrSs internat, de la Lumi~re. Copenhague I932 -- Bruns' Beitr. 16o, Io8 (I934). -- 2 PASCHOUD, Atti Soc. Lomb. Chit. 1934 II, 18 -- Rev. m6d. Suisse tom. 1934, 2. -- 3 BREITNER, Bruns' Beitr. 159, I (I934) -- Wien. klin. Wschr. 1935, 4. -- 4 2N'ICOLE, Zbl. Chir. I935, 2894. -- 5 WICI~g, Med. 1Klin. 1936, 11Ol. - - 6 NowoTNY, Zbl. Chir. I936, 87. - - 7 SEHRT, Zbl. Chit. I937, 637. -- s H~GAR, Zbl. Gyn~k. 1936, 2843. - - 9 P~TER- MAI~N, Zbl. Chir. 1936, 514 . -- I~ Rev. de Chir. 1936, 99. _ xx BASTIEN, Bull. off. Soc. Electrotherapie et de Radiologie 232 , (1936) -- Les Irradiations infra-rouges et ultra-violettes en Chirurgie op6ratoire. Paris: Le Francois 1937. -- le HAVLICEIL Hippokrates i929, lO 5 -- Verh. dtsch. Ges. Kreislaufforsch. i935, 237. _ 13 DOERR, Anaphylaxie, Bethes Handbuch der Physiologie 13 . _ 14 GREGOIRE, Soc. nation, de Chirurgie de Paris, Bull. et M6moires I934, Nr 35. -- ~5 FlSCHER U. KAISERLINa, Arch. klin. Chir. I86, 44 (I936), KongreBbericht. - - 1~ PFANNENSrI/~L, Med. Welt I937, 129. - - ~ VtEICHARDT, Die Grundlagen der unspezi- fischen Therapie. Berlin 1937. - - is DOI;RR u. MOLDAVAN, Wieil. klin. Wschr. I911, 555. -- z~ IZALLOS u. ~{ALLOS-DEFFNER, Klin. Wschr. I935, 1392. - - 20 KALLOS, Klin. Wschr. 1937, 313 . -- 21 KITA- MURA n. MURAYAMA, Klin. Wschr. 1937, 88. -- gg IK~EPP~g, Klin. Wschr. ~937, 352. -- ~a HOCHWALD, Klin. Wschr. 1936, 894. - - 2t WELS, Arch. exper. Path. 18I, i47 (1936). -- ~ :RICHTER, Sitzgs- ber. Akad. Wiss. Wien, Math.-naturwiss. K1. Abt. I 144 (1935). -- 2~ WOSYKA, Klin.Wschr. ~936, 1797. - ~ BEI~GERU. LANG, Z. Hyg. i13, 206 (1931). -- ~s I,u~I~gX, La Vie la Maladie et la Mort Ph6nomSnes Colloidaux. Paris 193o. R IFT . I6. JAHRGANG. Nr . 34 I I8 7 erschienenen Arbeiten hingewiesen. Zweckm/~Sig wird die ganze Einrichtung zur Durchfflhrung der Doppelbestimmung an einem geeigneten Stativ befestigt (Abb. I)*. In einiger H6he fiber den Destillationsapparaten befinder sich ein Standgef/~B mit Wasser. Mit einem Spritzrohr, das durch einen mit Quetschhahn ver- sehenen Schlauch mit dern Wassergef~B in Verbindung steht, I~LBt sich das Abspfllen der Kfihler und das Aufffillen der Vor- lagegef/il3e leicht durchffihren. Ein am Stativ angebrachter Halter dient zurn Aufh/~ngen der Kfihler nach Beendigung der Destilla- tion. Die beiden Mikrobrenner sind dnrch Schraubquetschh~hne zu regulieren. Es hat sich als vorteilhaft erwiesen, am unteren Ende des Kfih- lers ein kurzes Ansatzrobr anzubringen (Abb. 2), das zu Beginn der Bestimmung gerade eben unter die Oberfl/~che der Vorlageflfissigkeit taucht. Beim ~Erhitzen des ~Erlenmeyerkolbens wird die vorgelegte Salicylaldehydl6sung in das Ansatzstiick hineingedr/~ngt, so dab die anf~nglich entweichende Luft und die unter Umst~nden nichtkonden- sierten D/impfe zu inniger Berfihrung mit der Reagensflfissigkeit gebracht werden. Auf die Art ist es unn6tig, intensiv auf ein gleich- m~Biges Sieden der Vorlageflflssigkeit zu achten, da eine genfigende Vermischung der Reaktionsfliissigkeit mit dem sich am I~fihler bildenden I(ondensat und den D~mpfen gew~hrleistet wird. Allgemeines zur Methodik. Das Verfahren ist nicht nur ffir die Best immung der Aceton- k6rper im Blur, sondern auch ffir die im Ham gleich gut ge- eignet, Eine Vorbehal ldlung des Hams ist dabei fiberflfissig, auch die Anwesenheit groBer Mengen Glucose, Milchs~ure und anderer Stoffe st6rt nicht. Die gegebenenfal ls auf t retendenF~r- bungell, die vor al lem bei der Best immung der f l -Oxybutter- DIE PRAKTISCHE DURCHFUHRUNG VON ACETONKORPERBESTIMMUNGEN IM KLINISCHEN BETRIEB. Von Dr. phil . F. LAUERSEN. Aus der I. Medizinischen Universit~tsklinik Mfinchen (Direktor: Prof. Dr. W. STEPP). Nachdem wir seit nunmehr einem Jahr die an unserer Kl inik ausgearbeitete Methode zur Best immung der' Aceton- k6rper mit Erfolg benutzt habeI1, scheint es angebracht, die dabei gemachten Er fahrungen mitzutei len und auf einige bemerkenswerte methodische Einzelheiten hinzuweisei1. Vor al lem aber geben zahlreiche Anfragen yon verschiedener Seite bezfiglich der prakt ischen Durchff ihrul lg dieser Besf immung im klinischen Betr ieb Veranlassung, noch einmal eingehend den Gang der Methode im Zusammel lhang zu besprechen. Das unserer Methode zugrunde liegende Prinzip beruht auf der im geschlossenen System im gleichen Arbeitsgang durchff ihrbaren Abtrennul lg des Acetons aus der Unter - suchungsflf issigkeit durch Desti l lat ion und . seiner gleich- zeitigen Umsetzung mit Sal icylMdehyd unter RiickfluB- kfihlung zu Dioxybenzi l idenaceton, dessert F~Lrbllng stufell- photometr isch gemessen wird. Von vornherein sei erw/ihnt, dab es ohne Schwiefigkeit m6glich ist, im Laufe eines 8stf indigen Arbeitstages fiber 3 ~ E inze lbest immungen in der Doppelapparatur auszuffihren. Das Verfahren selbst ist so eillfach, dab alle Mitarbeiter, die sich dessen bedient haben, auch ohne besondere experimentel le ~bung in der Lage waren, sich die genfigende Sicherheit zur Durehff ihrung der ]3estimmung in wenigen Stundell an- zueignen. Im Laufe des vergangellen Jahres wurden an unserer Kl inik viele Hunder te yon Acetonk6rperbest immungen fertig- gestellt, so dab wir uns yon der Brauchbarke i t der vor- geschlagenen Methode rol l f iberzeugen kollnten. Die Apparatur. Bezfiglich des eigentlichen Destillafions- apparates sei auf die eingehende Beschreibung in den zwei bereits Abb. x. Abb. 2. s~iure durch diese Stoffe bedingt sein k6nnten, sind dutch die s fu fenphotometr ische Ablesung leicht auszuschalten. Best immung des Leerwer tes in Gegenwar t yon Glucose und Mi l chs~ure . Glucose Milehs~iure Aeetou- fl-Oxybutter- bestimmung s~urebestimmung mg mg % D. % D. 2,0 0,3 96 96 97 96 IO, O 1,5 96 96 95 97 O O 96 97 96 96 Da es uns interessierte, die gfinstigsten Arbeitsbedingungen und Konzel l trat ionsverh~ltnisse der benutzten Reagens- flfissigkeiten festzustellell, haben wir eine Reihe yon Ver- suehen durchgeff ihrt, bei denen die einzelnen Versuchs- bedingungen vari iert wurden. So wurde untersucht, ob und inwieweit verschiedene Zeit- differellzell zwischen Fert igstel lung der Desti l lat ion und stufenphotometr iseher Ablesung einen ]?;influl3 auf die dabei gefundenen Durchl~tssigkeitswerte ausfiben. Die beigeffigte * Die Apparatur wird naeh unseren Angaben yon der Firma Dr. Bender u. Dr. t-Iobein, Mtinchen, angefertigt. 82*
  • z188 KL IN ISCHE WOCHENSCHRIFT . 16. JA I tRGANG. Nr . 34 ~z. AUGUST 1937 Tabel le zeigt, dab auch Dif ferenzen yon mehreren Stunden die Konstanz der Wer te innerha lb der Fehlergrenze n icht stSren. Abh~ing igke i t der Durch l~ss igke i ts - wer te yon der Ab leseze i t . Aceton fl-0xybutters~iure Stunde % D. % D. I 2 6 19 54 55 55 54 59 59 60 6I E ine sehr wicht ige Rol le bet der ~lberf f ihrung der fl-Oxy- but ters~ure in Aceton spielt die Konzent ra t ion der Schwefel- s~ure und des B ichromats . Die be iden Kurvenbi lder , die den jeweils bet der stufen- photometr i schen Ablesung gefundenen Durchl~ss igkei tswert in Abh~ngigke i t yon der Schwefels~ure- und B iehromats~ure- konzent ra t ion zeigen, br ingen dies deut l ich zum Ausdruck (Abb. 3 u. 4). Sowohl bet der E rh6hung der SchwefelsXure- g0 6~0 2 q 8 8 /0 /g /4 /8 18 20 22 2g 28 28 JO ~)'~ ]4onzen/rahon Abb. 3. (Gramm Schwefels~ure im Reaktionsgemisch.) Abh~ngigkeit der Acetonaus- beute yon der Schwefels~iurekonzentration bet Oxydation der fl-Oxybutters~iure bet konstanter Bichromatmenge. % 70 ~ 1 60 S _ ~o~ s,: :: o,: :,r :,7 ~8 Konzenl:'a//on-----~ Abb. 4. (Gramm Bichromat im Reaktionsgemisch.) AbNingigkeit der Acetonausbeute yon der Bichromatkonzentration bet Anwendung verschiedener Schwefels~urekonzen- trationen: a) xo ccm 5proz., b) IO ccm xoproz., c) zo ccm 38proz. Sehwefels~ure. als auch der B ichromatmenge s inkt die Acetonausbeute , die Durchl~ssigkei tswerte der e rha l tenen Farb l6sungen nehmen zu. E inerse i ts mag dies seinen Grund haben in der durch die wasserentz iehende Wi rkung der s tarken Schwefels~ure auI die f l -Oxybutters~ure bed ingten B i ldung yon Crotons~ure, zum anderen mag dutch zu starke Oxydat ionswi rkung ein zu weit- gehender Abbau der f l -Oxybutters~ure bewi rk t werden. Da man bet Anwendung kle inster Mengen yon Schwefel- s~iure und B ichromat - - nach den Kurvenb i ldern zu ur- tei len - -d ie beste Acetonausbeute erzielt, scheint es auf den ersten Bl ick se lbstverst~ndl ich, bet diesen Verd i innungs- verhg l tn issen zu arbei ten. Bet Anwendung ldeiner Mengen Schwefels~ure aber liel3en sich hguf ig Unregelm~gigke i ten h ins icht l ich der Konstanz der gefundenen Durchlgssigkeits- werte feststel len. Gfinstiger dagegen liegen die Verh~Itnisse bet mi t t le ren Schwefelsguremengen. H ier ist nur die s tarke Abhgngigke i t der Acetonausbeute yon der lVIenge des Bi- chromats in den niedr igen Konzent ra f ionsbere ichen zu be- r i icksicht igen. Da immer mi t der Anwesenhei t anderer re- duz ierender Substanzen neben der f l -Oxybutters~ure zu rech- nen ist - - vor a l lem im Ham - - , wird sich die Inneha l tung einer ganz bestimmten niedr igen Konzent ra t ion des B ichromats zur Oxydat ion der f i-OxybuttersS, ure schwer durchf i ihren tassen, da ein mehr oder weniger groBer Teil yon diesen f remden Stoffen beansprucht wird. Die konstantes ten Werte werden dagegen bet Verwendung mit t lerer Schwefels~ure- l ind groBer B ichromatmengen erhal ten. H ier ist die Acetonausbeute auch bet erhebl ichen Sehwankungen der B ichromatmenge wei tgehend konstant , wenn auch n icht quant i ta t iv . Bet der s tu fenphotometr i schen Messung ist es aber n icht n6tig, die f l -Oxybutters~ure quant i ta t iv als Aceton zu er~ fassen. Es kommt v ie lmehr allein darauf an, s tets einen ganz bestimmten Antei l der jeweils vorhandenen f l -Oxybutter- s~ure als Aceton zur Best immung zu br ingen. Deshalb ist immer nur genau auf die Inneha l tung der Versuchsbedin- gungen, die der zu verwendenden E ichkurve zugrunde liegen, zu achten. Unter Berf icks icht igung der eben gemachten Aus- f f ihrungen arbe i ten wir also bei den Bedingungen, die dem geradl inig ver lau fenden IKurventeil der mi t t le ren IZurve in der Abb. 4 entsprechen. Menge des anzuwendende~ Untersuchungsmaterials. Der grin- stigste Ablesebereich am Stufenphotometer liegt ffir unsere Mes- sungen etwa zwischen 9o und 2o%. Ablesewerte fiber 9 o% lassen sich im allgemeinen nicht mehr mit genfigender Sicherheit aus- werten. In dem zu untersuchenden Material mug daher, wenn es auf genaue Erfassung der Werte ankommt, mehr als 0,03 mg Acetoll bzw. o,o 7 mg fl-Oxybutters~ure vorhandea sein -- entsprechend ann~hernd 90% --. Die Normalwerte ira Blut sind ffir Aceton 0,4--%8 rag%, fflr fl-Oxybutters~ure 1,5--2, 5 rag% und damit ffir Gesamtaeetonk6rper (Ms Aceton bereehnet) 1,2--i,8 rag%. Bet einer Zahl yon St6rungen des intermedi~ren Stoffwechsels linden sich dagegen io--xoofach fiber die Norm erh6hte Werte. Sollen Normalwerte genau innerhalb ihrer physiologischen Grenzen -- f f i r Aceton und fl-Oxybutters~ure getrennt -- best immt werden, so sind unter Zugrundelegung der obigell Werte ffir die einzelne Bestimmung 4--5 ccm Blur zu benutzen. Ffir die Be- st immung der Gesamtacetonk6rper genfigell aber schon 2 ccm. Dabei ist jedoch zu berficksicbtigen, dab die fl-Oxybutters~ure nur zu einem bestimmten Anteil in Aceton fibergeht und deshalb die so zu berechnenden Werte wegen des unbekannten Verh~ltnisses des Acetons zur fl-Oxybutters~ure nicht ganz genau silld. Bet einer groBen Anzahl yon Stof fwechselst6rungen, die mi t ether erhebl ichen Erh6hung der AcetonkSrper einher- gehen, genfigen dagegen oft sogar Bruchte i le yon Kub ikzent i - metern zur exakten Er fassung des Acetons. H ieraus ergibt sich die M6gl ichkeit , gerade solche Zu- st~tnde e ingehendst zu studieren, bei denen die Acetonk6rper eine besondere Rolle spielen, und die sich bisher der exper imen- tel len Beobachtung entzogen. Z. B. ist die Verfolgung der Insu l ine inwi rkung be im d iabet ischen IZoma und bet prg- komat6sen Zust~nden auf diese Weise le icht durchf i ihrbar . Kommt es nur darauf an, festzustel len, ob eine Erh6hung der Acetonk6rper vorl iegt, so geniigt auch bet Normalen eine re lat iv kleine Menge Blur. Man braucht bier nut zu beob- achten, ob man bet der Anwendung yon x ccm Blur einen Durchl~ss igkei tswert erhMt, der fiber oder unter 9 ~ % liegt. 1Reictlt diese Bhtmenge aus, F~rbungen hervorzurufen, die unter 9o % DurchIgssigkeit zeigen, so mug mi t einer E rh6hung der Acetonk6rper im B lur gerechnet werden, wie sich bet Be- t rachtung der E ichkurve ergibt. Be im t ta rn l iegen die VerhMtnisse einfacher, da hier stets geni igende Mengen zur Verff igung stehen. Bet NormMen n immt man zweckm~Big 5 ccm, bet le idhteren und mit te l - schweren D iabet ikern 2 cem, bet schweren Diabet ikern, be- sonders bet Komat6sen, verdf innt man den Harn am besten io fach und verwendet yon dieser Verdf innung, je nach der zu erwar tenden Acetonmenge, 1- -5 ccm. Sind die F~rbungen in der Vorlage zu dunke l ausgefal len, so dab sich eine Ab- lesung n icht durchf f ihren l~iBt, so kann man die Reagens- 16sung nachtr~gl ich entsprechend verdt innen. Die sich unter Ber i icks icht igung der obenerw~ihnten Ge- s i chtspunkte ergebende Arbe i tsvorschr i f t gesta l tet sich im einzelnen wie folgt. Die Be.stimmung. Reagenzlen: Ioproz. L6sung yon Saticyl- aldehyd (Merck D.A.B. 6) in 95proz. Alkohol, 6oproz. Kalilauge, ioproz. Schwefels~ure, 5proz. IKaliumbichromatl6sung. Bestimmung des Gesarataeetons: In den Erlenmeyerkolben wird zu IO ccm Ioproz. Schwefels~ure die dem zu erwartenden Aceton entsprechende Menge eiweiBfreien Blutfi ltrates bzw. Hams gegeben (EnteiweiBung des Blutes s. Klin. Wschr. I936, 34o). Um stets gleiche Verdfinnungsverh~ltnisse zu erhatten, wird die l?'lfissigkeit im Kolben immer auf gleiches Volumen, 4 ~ ccm, aufgeffillt und einige Siedesteinchen aus unglasiertem Ton zugegebell. Das Vorlagegef~B wird mit I ccm Salicylaldehydl6sung und 2 ccm 6oproz. Kalilauge beschiekt und diese beiden L6sungen gut durch- miseht. Beim Einsetzen des Kfihlers muB das untere Ende des Ansatzrohres einige Millimeter in die Vorlageflfissigkeit eintauchen. Der Erlenmeyerkolben wird so erhitzt, dab die Flflssigkeit ill ibm naeh etwa IO-- I2 Minuten zum gleichm~gigen Sieden kommt. Durch
  • ~I. AUGUST x937 KL IN ISCHE WOCHENSCH das Erhitzen wird die Vorlageflfissigkeit zum Teil in das Ansatzstfck hineingedr~ingt und das am Kfihler herabglieBende iKondensat und die Lugt, die unter Umst~nden noch nichtkondensiertes Aceton enth~lt mit der Salicylaldehydl6sung in innige ]Berfihrung gebracht. Nach 20--22 Minuten -- je naeh Beginn des Siedens im Erlen- meyerkolben -- wird die Destillation unterbrochen. % Ioo- ~_ 9o~8o7e ~ ~ . . . . 2O o o,: o,~ 4: o,g 4s ff onsenlr~/on Abb. 5. E ichkurve f f i r Acetonbes f im- mungen. (F i l te r S 57, s ~ 3 ccm. mg Ace- ton z 2,58 = mg fl-Oxybutters~iure.) Nachdem der Apparat ab- gektihlt ist, wird der Kfihler so welt herausgehoben, dab das Ansatzsttick noch ein wenig in die Vorlage hineinragt ulld die im Illnenrohr und am AuBeren des Kiihlers hagtenden Spuren der Reagensl6snng mit einigen Kubikzentimetern Wasser in die Vorlage hineingespfilt. ]:)as Vor- lagegefal~ wird darauI mit einem Haken herausgenommen, bis zur Marke aufgeffillt und die Farb- 16sung in ein Reagensglas ge- geben. Durch wiederholtes Um- gieBen der Farbl6sung wird eine vollkommene Durchmischung erzielt. Bis zur Ablesung, die erst nach v611iger Abkfihlunger- golgen soil wird das Reagensglas gut verschlossen aufbewahrt. Bestimmung der ~-Oxybutters4ure. Die ]3estimmung der /~-Oxy- butters~ure geht in e ntspreehender Weise vor sich. Nach Eingflgen einer neuen Vorlage wird dutch Zugabe yon io ccm 5proz. Bichro- matl6snng die//-Oxybutters~ure zu Acetoll oxydiert ulld destilliert. Die Bestimmnng der Acetonk6rper im Harll gestMtet sich genau so wie die Bestimraung in Blutfiltraten. Eine Vorbehandlung des Hams ist aus den schon erw~hnten Grfinden fiberflfissig. Die AuJstellung der Eichkurve: Am gfinstigsten benutzt man zur Aufstellung der empirisehen Eichkurve eille Acetonl6sung, die o,o79 mg Aeeton im Kubikzentimeter enth~ilt. Diese Testl6sung wird durch Iofache Verdiinnung einer L6sung, ill der genau I ccm Aceton (puriss. Merck) im Liter enthalten ist, hergestellt. Von dieser Testl6sung benutzt man zur Festlegullg der Kurvenpunkte 0,5, i,o, 2,0, 4,0 und 6,o ccm. Die dafiir abgelesenen Durchl~ssigkeits- werte trggt man aug Millimeterpapier als Ordillate, die dazu- geh6rigen Konzentrationen als Abszisse aug und verbindet die einzelnen MeBpunkte zur Kurve. Dieser Kurve kann die jeder Ab- lesung entsprechende Konzentration unmittelbar entnomlnen wer- den (Abb. 5). Legt man Wert darauf, eine m6glichst eindeutige Eichkurve zu erhalten, so kann man dies mit HiKe der Extinktiollskoeffizienten erreichen. Die Extinktionswerte zu den einzelnen Durchl~sslgkeiten sucht man in den leicht zug~llglichen Tabellen ant, oder man be- rechnet sie mit HiKe einer Logarithmentafel (k = -- log %D,). Bei Giiltigkeit des Beerschen Gesetzes zeigt n~mlieh die Kurve, die man dutch Darstellung des Extinktionskoeffizienten ill Abhiingig- keit yon der Konzentration erh~lt, geradlinigell Verlauf. Es sind also znr eindeutigell Festlegung des Verlanfes der Extinktionskurve nur wenig Mef~punkte erforderlieh (Abb. 6). Aus der Extinktions- ~Y es q5 ~ Il l / / I / / 1" / / / / o r o,2 ~y ,r162 o,y /(o ,v ze/y / r gr//# /7 - - - , - Abb, 6. Extinktionskurve. kurve liest man dann zur Aufstelhmlg der ]Eichkurve die jeder ge- wfinschten iKonzentration entsprechenden Extinkfionswerte ab, aus denen man wiederum die entsprechenden Durchl~ssigkeiten ffir die einzelnen Ifonzentrationen mit Hilge der oben erw~hnten Tabelle erh~lt. Man geht also praktisch so vor, dab man zuerst die Extinktions- knrve zeichnet und hierans die Einzelpullkte der eigentlichell Eich- kurve ablei tet. Beislgiel ]i~r die Au/stellung einer [email protected] Durch Bestimmung der Dnrchlassigkeitswerte geeigneter Acetonkonzentrationen werdell einige Extinktionskoeffizienten mit HiKe der dazu bestimmten Tabellen festgestellt. R IFT . 16. JAHRGANG. Nr. 34 I18 9 Testl6sung Aceton ccm mg % D. k I 0,079 77 78 o, Ix 4 o, Io8 2 o,158 60 63 0,222 o,2ol 4 ~ 39 4 ~ 0,409 0,398 6 o,475 24 25 o,62o %602 Die so gelundenen Extinktiollskoeffizienten werden als Ordinate, die entsprechenden Kollzentratiollen als Abszisse gezeichnet und durch die einzelnen MeBpunkte eine Gerade gelegt (Abb. 6). Der so erhaltenen I~urve werden die Extinktionskoeffizienten ffir die j eweils gewfinschten Kurvenpullkte der eigentlichen Eichkurve entnommen and die dazugeh6rigen Durehl~ssigkeitswerte aufgesucht. mg. .o,o5 o, Io I o,I 5 0,20 o,25[ 0,30 o,35 o,4o o,45[ o,5o ]a . . . o,65 o, I3OjO,193 o,258 o,324 o,387 o,452 o,5i 5 o,58o]o,643 %D. . 86 74 64 55,3 47,4 41 35,3 3o,5 26,31 22,7 Die Extinktionskurve geht abet nnr dann dutch den o-Punkt, wenn die Absorption der Salicylaldehydl6sung ftir das bellutzte Filter S 57 des Stufellphotometers gleich o ist, was nur bei gallz frisehen L6sungen der Fall ist. Zeigt die L6sung dagegen yon vorn- herein eine geringere Durchl~ssigkeit als lOO%, so verschiebt sich die Gerade parallel znr o-Kurve, entsprecbelld dem Leerwert, der die Extinktion dieser L6sung gegen Wasser darstellt. Es ist zweck- m~Big, gleich bei Aufstellullg der Eichkurve auch den Verlauf eilliger soleher Kurven festzulegen. Die gesehieht sehr einfach durch Addi- tion des Extinktionskoeffizienten fi~r die m6gliehe Eigenfgrbung der L6sung zu den Extinktiollskoeffizienten der o-IKurve. Als Bei- spiel sei die Aufstellung einer Knrve bei einem Leerwert yell D = 9o % angefl~hrt: % D. k 90 = 0,046 rag . . o,o 5 o, io[ o,15 0,20 0,25 0,30 0,35 o,4o [ o,45 I 0,5o /c . . %111 o, i761o,239 o,3o 4 0,37 ~ 0,433 0,498 o,561 0,626 o,689 %D. . 77,5 66,8 57,6 49,6 42,7 36,9 31,8 27,4 23,6 20,4 Die Durchlgssigkeitswerte werden als Ordinate, die Kollzentra- tionen als Abszisse gezeichllet und die einzelnell MeBpunkte zur Kurve verbullden. Bei der Bestimmung der fl-Oxybutters~ure kann man die Aceton- kurve benutzen, indem man die entstandene Menge Aceton ~est- stellt. Durch Multiplikation mit 2,58 erh~lt man die entsprechende Menge fl-OxybnttersAnre. Man kann natfirlich, wenn reines fl-Oxy- butters~uresalz zur Werffigung steht, aueh leicht eine eigene Eich- kurve ffir fl-Oxybntters~ure aufstellen. Eine Best~tigung ffir die IRichtigkeit des I*;urvellverlaufs ullserer Eichkurve ffir Aceton liegt in golgendem Versuch. Gibt man start in den Erlenmeyerkolben eille bestimmte Acetonmenge sofort in die Vorlageflflssigkeit und fiihrt im fibrigen die ]3estimmung in der tiblichen Weise durch, so erh~ilt man genau die gleichell Farbwerte ffir die jeweils angewandten Konzentrationen. Aceton vorgelegt mg 0,08 O, 16 0,32 o,48 Aceton % D. gefunden ing 74 77 0,08 o, Io 6o, 5 6I o,17 o, 17 4 ~ 3 8 o,31 0,32 26 26 o,45 o,45 Will man feststellell, ob bei der Bestimmung der fl-Oxybutter- s~iure richtige Werte erhalten werdell, so kann man dies llach- prfifen, indem man die//-Oxybutters~urebestimmullg init steigenden Mengen eiller gleiehen Harnprobe durchffihrt. ]Die eillzelnen Werte mfissen dann stets eine der angewandten Allzahl Kubikzentimeter entsprechende Menge Aceton anzeigen. Ham ~C~t I,O 2,o 3,o 4,o 5,o 6,o 8,o IO,O %I). 79 79 7 ~ 71 63 62 58 56 51 52 46 45 36 36 28 26 Aceton gefunden mg 0,045 0,045 0,085 0,080 o, I27 o, I2O o, 149 o, 16o 0,207 0,200 o,22o 0,230 o,3o7 0,3o 7 0,392 o,415 MilIigramm fl-Oxybutters~ure berechnet in ~larnmenge o,116 o,216 o,318 0,399 0,534 0,576 o,792 I,o78 im Kubikzenti- meter !~arn 0,12 0, II 0, II O, I O 0, I i 0, I0 0, I0 0, II
  • 119o KL IN ISCHE WOCHENSCH Zum SchluB set noch kurz auf eine Bemerkung CANTONIS ZU unserer ersten Acetonarbei t eingegangen. CANTONI be- hauptet , dab bet Befolgung der von ihm angegebenen Vor- schri f ten es uns erst m6glich sein wfirde, tats/ ichl ich Mikro- best immungen der Acetonk6rper im Blut durchzuff ihren. Der Unterschied zwischen seiner und der -con uns ver6ffent- l ichten Methode , ,best~nde dann nur in der Desti l lat ions- vorr ichtung und der s tu fenphotometr ischen Messung". Wenn CANTONI feststellt, dab zu groBe Blutmengen n6tig seien -- 2 ccm -- so hat er sicherlich den beigeffigten Tabellen nicht ent- nommen, dab sowohl mit gr613eren, als auch mit kleineren Mengen gearbeitet wird. Die in der allgemeinen Vorschrift erwXhnten 4 ccm Filtrat sind lediglich als Beispiel angeffihrt. Da man bei St6rungen des intermedi~tren, speziell des Kohlehydratstoffwechsels h~iufig mit iO--loo~ach fiber die Norm erh6hten Acetonk6rperkonzentra- tionen zu tun hat, ist es selbstverst~indlich, dab sich eine derartige Konzentrationsbreite nicht mit ein und derselben Menge Blur er- Iassen l~Bt. In diesen FMlen, die ja hinsichtlich der Acetonk6rper vor allem interessieren, genfigen schon Bruchteile yon Kubik- zentimetern Blur zur Durchffihrung genauer Bestimmungen. Unsere Methode erlaubt zwar die exakte Feststellung yon ]3ruch- teilen yon Milligramm, jedoch nicht yon Bruchteilen yon 7. CANTON1 benntzt die einfachste Methode der Colorimetrie, n~im- lich den direkten Vergleich der erzielten GesamtI~irbung mit einer grogen Zahl yon Farbl6sungen, die neben ihren chemischen Unter- schieden nut eine Nhnlichkeit mit der F~irbung des jeweils gebildeten Dioxybenzilidenacetons innerhalb ganz engei Konzentrations- bereiche aufweisen. Eine weitere Fehlerquelle muB darin liegen, dab CAN]?ONI offenbar annimmt, stets einen konstanten Leerwert seiner Salicylaldehydl6sung zu haben. Die bet uns h~iulig durch- gefiihrten Leerwertbestimmungen zeigen je nach Alter der Salicyl- aldehydl6sung hinsichtlich der Intensit~it sehr oft deutliche Ver- schiedenheiten. Gerade bet der Methode yon CANTOm, bet der noch weir geringere Mengen als bet nns erfal3t werden sollen, und somit auch viel feinere Farbunterschiede ausgewertet werden, mug sich dieser Fehler auf die Genauigkeit der Werte verh~ingnisvoll auswirken. Wir arbeiten im Gegensatz zu CANTONI mit der optischen Methode, die allein genaue Werte angeben kann, indem wit mit HiKe des Stufenphotometers absolut die Gr6Be der Lichtabsorption der zu untersuchenden L6sung in eine m engumschriebenen Spektral- bezirk messen. DaB diese direkte Intensit~itsmessung des durch- gehenden Lichtes dem einfachen colorimetrischen Vergleichs- verfahren gegenriber erhebliche Vorteile aufweist, geht wohl am deutlichsten aus den folgenden Feststellungen der zwei besten Ken- ner dieses Gebietes hervor. HEILMEY~R sagt, die mit dem Zeiss- schen PuKrichphotometer erreichten Vorteile seien ,,so bedeutend, dab es unverst~ndlich erscheint, wenn heute noch colorimetrische Messur~gen mit behelfsm~iBigen Vergleichsl6sungen anch in gr6Beren Laboratorien durchgeffihrt werden. Derartig unsichere und optisch nicht einwandfreie Methoden sollten aus den wissenschaftlich medi- zinischen Laboratorien verschwinden." Und URBACH stellt test, ,,schon der Fortfall jeglicher Standardl6sung, sowie die direkte Ab- lesung der Absolutwerte der Durchl~issigkeit in Prozenten und die Unabh/ingigkeit yon der Farbentfichtigkeit verschiedener 13eob- achter sowie die erh6hte Genauigkeit bet einfachster Handhabung erm6glichen eine Verwendungsbreite, die allen anderen Apparaturen zur colorimetrischen Messnng weir fiberlegen ist". CA~TO~I glanbt weiterhin, beim Durchsaugen eines, wenn auch nur m~iBigen Luftstromes dutch die zu untersuchende L6sung und Durchleiten dieses Luftstromes durch eine Vorlage mit Wasser eine Absorption des Acetons in dieser Vorlage zu erzielen. Die Vorlage enth~lt abet nut 1--2 ecru Wasser yon Zimmertemperatur, in das das Rohrende des Kfihlers nut his eben unter die Flfissigkeits- oberfl~che ragt. Es ist unwahrscheinlich, dab das Aceton, das einer- seits durch den Luftstrom aus dem Destillationsgef~ig mitgerissen wird, sich ausgerechnet im Wasser 16sen soll. Anzunehmen ist trainer- bin, dab bet den nngeheuer geringen Mengen Aceton- ]3ruch- teilen eines ~ -- dutch den Dampfdruck des Acetons yon 179,6 mm bet 2o ~ nut recht wenig Veranlassung zur Kondensation besteht. ~vVas die geeignetste Konzentration der Schwefels~nre und des Bichromats angeht, set auf die bereits gemachten Ansffihrungen hin- gewiesen, Ebenso ist die Frage der gfinstigsten Ablesezeit weit- gehend nachgeprrift worden. Gerade die Anwendung einer neuart igeu Desti l lat ions- apparatur , die ein fast selbstt~itiges und verlustfreies Arbeiten erlaubt, und die s tufenphotometr ische Ablesung, die eine weit- gehende Ausschaltung yon Fehlern erm6glicht, gibt bet der yon uns besehr iebenen Methode die Sicherheit, exakte Werte zu erhalten und zeigt aus diesem Grunde nur wenig Nhnlich- keit mit der Methode yon CA~TONI. R IFT . 16. JAHRGANG. Nr . 34 2I. AUGUST 1937 Wir sind der Deutschen Forschungsgemeinschaft ffir die Unter- stfitzung unserer Arbeit zu groBem Dank verpflichtet. L i te ra tur : O. CAIqTOI~I, Biochem. Z. 274, 45 (1934); 277, 488; 279, 2Ol (1935) -- Klin. Wschr. i936 , 976. -- L. HW-ILMBY~R, Klin. Wschr. I933, 834. -- F. LAIJERSEN, Biochem. Z. 280, 38 (1935) -- Klin. Wschr. I936, 339. -- C. URBACH, Stufenphotometrische Ab- sorptionsbestimmungen in der medizinischen Chemie. Monographien aus dem Gesamtgebiet der Mikroehemie. Wien u. Leipzig: Haim 1932 -- Klin. Wschr. 1933, 1673. Anmerkung: In der ersten kurzen ]3eschreibung des Verfahrens sind bet der endgriltigen Drucklegnng nach der I~orrektnr 2 Druck- fehler unterlaufen. Unter ,,Reagenzien" muB es heiBen: 95proz. I I 0 Alkohol. Das Lambert-Beersche Gesetz muB heiBen : c = ~. log ~-. VERFEINERUNG DER MASSANALYTISCHEN BEST1MMUNG DES REST-N IM BLUTE OHNE DESTILLATION. Von FRIEDRICH }~APPAPORT. Aus dem Institut fiir Allgemeine und Experimentelle Pathologie der Universit~t Wien und den Laboratorien des S. Canning Childs-Spitals und Forschungsinstitutes in Wien. Eine genaue und rasche Best immung des Restst ickstoffes geh6rt zu den unbedingt n6tigen kl inischen Untersuchungs- meihoden, da ja vielfach Entsche idungen fiber dr ingende therapeut ische Eingriffe yon den Ergebnissen dieser Analyse abh~ngig gemacht werden. Wir haben vor einiger Zeit eine Vereinfachung der fiblichen Mikromethode, welche die Desti l- lat ion des dem N-Gehalt entsprechenden Ammoniaks fiber- flfissig macht , in dieser Wochenschr i f t ver6ffentl icht. Es bheb damit nur noch eine zeitraubende Manipulat ion, die gleichzeitig auch eine Fehlerquel le bi lden k6nnte, fibrig: die l~berff ihrung des veraschten Materials in die Titrier- vorlage. Dies machte es erforderlich, die Best immung yon Personen durchff ihren zu lassen, die mit dieser Methode ver- t raut sind. Im folgenden soll nun ein Verfahren angegeben werden, in welchem nicht nur die Desti l lation, sondern auch die l~berff ihrung entf~llt. Dabei konnten wir auch noch eine Fehlerm6gl ichkeit ausschalten, die allen bisher beschr iebenen Verfahren der 1Rest-N-Bestimmung innewohnt . Diese be- s tand darin, dab be.! Neutral is ierung der Veraschungsschwefel- Miure der kleinste UberschuB an Lauge Ammoniak austreiben k6nute (h6here Temperatur , Schtitteln u. dgl.). Setzt man jedoch der Schwefels/~ure eine best immte Menge Phosphor- s~ure zu, so kann man mittels eines geeigneten Indicators die Veraschungsflf issigkeit mit NaOH so neutral isieren, dab nur D inat r iumammoniumphosphat entsteht . Diese L6sung ist w~rme- und schfittelbest~ndig. Prinzip der Methode: o, I - -o,2 ccm Blur oder Serum werden in der yon uns frfiher beschr iebenen Weise enteiweil3t. Das eiweiBfreie F i l t rat wird nach Zusatz yon Phosphormolybd~n- s~ure mit einem Gemisch yon Schwefels~ure nnd Phosphor- s~ure verascht. Nach der Veraschung wird die Phosphor- molybd~tns~ure durch Natr iumfluor id gebunden, die saure Verasehungsl6sung neutral is iert und im Weraschungskolben (ohne ~tSerffihrung in ein anderes Gef/il3) nach Zusatz ether gestel lten Hypobromit l6sung mit Thiosulfat t i tr iert . Er]orderliche Reagentien. A. Zur Enteiweiflung. A I. 20 g wasser- freies Natriumsulfat werden in x-l-MeBkolben in Wasser ge16st und nach Zusatz yon 69 ccm 2/3-n-Schwefels~ure his zur 1VIarke mit desfilliertem Wasser aufgeffillt. A 2. Zur EnteiweiBung mit Phosphormolybd~ns~ure (PMS.): 5 g wasserfreies Natriumsulfat und 8, 3 g PMS. werden in etwa 200 ccm Wasser ge16st, 20 ccm 5-n-NaOH zugesetzt und ~[~ Stunde gekocht. Nach dem Erkalten ftigt man io,6 ccm konzentrierte SchwefelsXure zu und ffillt auf IOOO ccm ant. B. Zur Veraschung. B I. Bet EnteiweiBung mit Phosphor- molybd~ns~ure : I g PMS. wird in etwa 5 ~ ccm Wasser gel6st. Nach Zusatz von I ccm Kjeldahl-Lauge wird etwa 20 Minuten zur Ver- treibung des evtl. vorhandenen Ammoniaks gekocht. Nach dem Erkalten werden 3 ~ ccm konz. Schwefelsi~ure -[- 5 ccm syrnp6ser Phosphors~ure zugesetzt und die L6snng auI ioo ccm aufgeffillt. C. Zur 2Veutralisation. C I. Natronlauge 27proz., hergestellt aus reinster Lauge (e metallo in Stricken, Merck).
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Die Praktische Durchführung von Acetonkörperbestimmungen im Klinischen Betrieb

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  • 2x. AUGUST I937 KL IN ISCHE WOCHENSCH unserer 13ehandlungsmethode einen unspezif isch therapeu- t ischen Faktor anzunehmen. 5. Die Erkl~rullg der exper imentel len Ergebll isse ist n icht in eiller Tei lerscheinung, sondern ill der Summe des UV.- Bestrahlungseffektes zu suchen. Wie schon oben erw~hnt, s ind unsere Versuche fiber das Problem der Desensibi l isierung dutch UV. -Bestrahlung des Operationsfeldes al laphylakt ischer Tiere durchaus nicht ab- geschlossen. L i te ra tur : x HAVLICEK, IIe CongrSs internat, de la Lumi~re. Copenhague I932 -- Bruns' Beitr. 16o, Io8 (I934). -- 2 PASCHOUD, Atti Soc. Lomb. Chit. 1934 II, 18 -- Rev. m6d. Suisse tom. 1934, 2. -- 3 BREITNER, Bruns' Beitr. 159, I (I934) -- Wien. klin. Wschr. 1935, 4. -- 4 2N'ICOLE, Zbl. Chir. I935, 2894. -- 5 WICI~g, Med. 1Klin. 1936, 11Ol. - - 6 NowoTNY, Zbl. Chir. I936, 87. - - 7 SEHRT, Zbl. Chit. I937, 637. -- s H~GAR, Zbl. Gyn~k. 1936, 2843. - - 9 P~TER- MAI~N, Zbl. Chir. 1936, 514 . -- I~ Rev. de Chir. 1936, 99. _ xx BASTIEN, Bull. off. Soc. Electrotherapie et de Radiologie 232 , (1936) -- Les Irradiations infra-rouges et ultra-violettes en Chirurgie op6ratoire. Paris: Le Francois 1937. -- le HAVLICEIL Hippokrates i929, lO 5 -- Verh. dtsch. Ges. Kreislaufforsch. i935, 237. _ 13 DOERR, Anaphylaxie, Bethes Handbuch der Physiologie 13 . _ 14 GREGOIRE, Soc. nation, de Chirurgie de Paris, Bull. et M6moires I934, Nr 35. -- ~5 FlSCHER U. KAISERLINa, Arch. klin. Chir. I86, 44 (I936), KongreBbericht. - - 1~ PFANNENSrI/~L, Med. Welt I937, 129. - - ~ VtEICHARDT, Die Grundlagen der unspezi- fischen Therapie. Berlin 1937. - - is DOI;RR u. MOLDAVAN, Wieil. klin. Wschr. I911, 555. -- z~ IZALLOS u. ~{ALLOS-DEFFNER, Klin. Wschr. I935, 1392. - - 20 KALLOS, Klin. Wschr. 1937, 313 . -- 21 KITA- MURA n. MURAYAMA, Klin. Wschr. 1937, 88. -- gg IK~EPP~g, Klin. Wschr. ~937, 352. -- ~a HOCHWALD, Klin. Wschr. 1936, 894. - - 2t WELS, Arch. exper. Path. 18I, i47 (1936). -- ~ :RICHTER, Sitzgs- ber. Akad. Wiss. Wien, Math.-naturwiss. K1. Abt. I 144 (1935). -- 2~ WOSYKA, Klin.Wschr. ~936, 1797. - ~ BEI~GERU. LANG, Z. Hyg. i13, 206 (1931). -- ~s I,u~I~gX, La Vie la Maladie et la Mort Ph6nomSnes Colloidaux. Paris 193o. R IFT . I6. JAHRGANG. Nr . 34 I I8 7 erschienenen Arbeiten hingewiesen. Zweckm/~Sig wird die ganze Einrichtung zur Durchfflhrung der Doppelbestimmung an einem geeigneten Stativ befestigt (Abb. I)*. In einiger H6he fiber den Destillationsapparaten befinder sich ein Standgef/~B mit Wasser. Mit einem Spritzrohr, das durch einen mit Quetschhahn ver- sehenen Schlauch mit dern Wassergef~B in Verbindung steht, I~LBt sich das Abspfllen der Kfihler und das Aufffillen der Vor- lagegef/il3e leicht durchffihren. Ein am Stativ angebrachter Halter dient zurn Aufh/~ngen der Kfihler nach Beendigung der Destilla- tion. Die beiden Mikrobrenner sind dnrch Schraubquetschh~hne zu regulieren. Es hat sich als vorteilhaft erwiesen, am unteren Ende des Kfih- lers ein kurzes Ansatzrobr anzubringen (Abb. 2), das zu Beginn der Bestimmung gerade eben unter die Oberfl/~che der Vorlageflfissigkeit taucht. Beim ~Erhitzen des ~Erlenmeyerkolbens wird die vorgelegte Salicylaldehydl6sung in das Ansatzstiick hineingedr/~ngt, so dab die anf~nglich entweichende Luft und die unter Umst~nden nichtkonden- sierten D/impfe zu inniger Berfihrung mit der Reagensflfissigkeit gebracht werden. Auf die Art ist es unn6tig, intensiv auf ein gleich- m~Biges Sieden der Vorlageflflssigkeit zu achten, da eine genfigende Vermischung der Reaktionsfliissigkeit mit dem sich am I~fihler bildenden I(ondensat und den D~mpfen gew~hrleistet wird. Allgemeines zur Methodik. Das Verfahren ist nicht nur ffir die Best immung der Aceton- k6rper im Blur, sondern auch ffir die im Ham gleich gut ge- eignet, Eine Vorbehal ldlung des Hams ist dabei fiberflfissig, auch die Anwesenheit groBer Mengen Glucose, Milchs~ure und anderer Stoffe st6rt nicht. Die gegebenenfal ls auf t retendenF~r- bungell, die vor al lem bei der Best immung der f l -Oxybutter- DIE PRAKTISCHE DURCHFUHRUNG VON ACETONKORPERBESTIMMUNGEN IM KLINISCHEN BETRIEB. Von Dr. phil . F. LAUERSEN. Aus der I. Medizinischen Universit~tsklinik Mfinchen (Direktor: Prof. Dr. W. STEPP). Nachdem wir seit nunmehr einem Jahr die an unserer Kl inik ausgearbeitete Methode zur Best immung der' Aceton- k6rper mit Erfolg benutzt habeI1, scheint es angebracht, die dabei gemachten Er fahrungen mitzutei len und auf einige bemerkenswerte methodische Einzelheiten hinzuweisei1. Vor al lem aber geben zahlreiche Anfragen yon verschiedener Seite bezfiglich der prakt ischen Durchff ihrul lg dieser Besf immung im klinischen Betr ieb Veranlassung, noch einmal eingehend den Gang der Methode im Zusammel lhang zu besprechen. Das unserer Methode zugrunde liegende Prinzip beruht auf der im geschlossenen System im gleichen Arbeitsgang durchff ihrbaren Abtrennul lg des Acetons aus der Unter - suchungsflf issigkeit durch Desti l lat ion und . seiner gleich- zeitigen Umsetzung mit Sal icylMdehyd unter RiickfluB- kfihlung zu Dioxybenzi l idenaceton, dessert F~Lrbllng stufell- photometr isch gemessen wird. Von vornherein sei erw/ihnt, dab es ohne Schwiefigkeit m6glich ist, im Laufe eines 8stf indigen Arbeitstages fiber 3 ~ E inze lbest immungen in der Doppelapparatur auszuffihren. Das Verfahren selbst ist so eillfach, dab alle Mitarbeiter, die sich dessen bedient haben, auch ohne besondere experimentel le ~bung in der Lage waren, sich die genfigende Sicherheit zur Durehff ihrung der ]3estimmung in wenigen Stundell an- zueignen. Im Laufe des vergangellen Jahres wurden an unserer Kl inik viele Hunder te yon Acetonk6rperbest immungen fertig- gestellt, so dab wir uns yon der Brauchbarke i t der vor- geschlagenen Methode rol l f iberzeugen kollnten. Die Apparatur. Bezfiglich des eigentlichen Destillafions- apparates sei auf die eingehende Beschreibung in den zwei bereits Abb. x. Abb. 2. s~iure durch diese Stoffe bedingt sein k6nnten, sind dutch die s fu fenphotometr ische Ablesung leicht auszuschalten. Best immung des Leerwer tes in Gegenwar t yon Glucose und Mi l chs~ure . Glucose Milehs~iure Aeetou- fl-Oxybutter- bestimmung s~urebestimmung mg mg % D. % D. 2,0 0,3 96 96 97 96 IO, O 1,5 96 96 95 97 O O 96 97 96 96 Da es uns interessierte, die gfinstigsten Arbeitsbedingungen und Konzel l trat ionsverh~ltnisse der benutzten Reagens- flfissigkeiten festzustellell, haben wir eine Reihe yon Ver- suehen durchgeff ihrt, bei denen die einzelnen Versuchs- bedingungen vari iert wurden. So wurde untersucht, ob und inwieweit verschiedene Zeit- differellzell zwischen Fert igstel lung der Desti l lat ion und stufenphotometr iseher Ablesung einen ]?;influl3 auf die dabei gefundenen Durchl~tssigkeitswerte ausfiben. Die beigeffigte * Die Apparatur wird naeh unseren Angaben yon der Firma Dr. Bender u. Dr. t-Iobein, Mtinchen, angefertigt. 82*
  • z188 KL IN ISCHE WOCHENSCHRIFT . 16. JA I tRGANG. Nr . 34 ~z. AUGUST 1937 Tabel le zeigt, dab auch Dif ferenzen yon mehreren Stunden die Konstanz der Wer te innerha lb der Fehlergrenze n icht stSren. Abh~ing igke i t der Durch l~ss igke i ts - wer te yon der Ab leseze i t . Aceton fl-0xybutters~iure Stunde % D. % D. I 2 6 19 54 55 55 54 59 59 60 6I E ine sehr wicht ige Rol le bet der ~lberf f ihrung der fl-Oxy- but ters~ure in Aceton spielt die Konzent ra t ion der Schwefel- s~ure und des B ichromats . Die be iden Kurvenbi lder , die den jeweils bet der stufen- photometr i schen Ablesung gefundenen Durchl~ss igkei tswert in Abh~ngigke i t yon der Schwefels~ure- und B iehromats~ure- konzent ra t ion zeigen, br ingen dies deut l ich zum Ausdruck (Abb. 3 u. 4). Sowohl bet der E rh6hung der SchwefelsXure- g0 6~0 2 q 8 8 /0 /g /4 /8 18 20 22 2g 28 28 JO ~)'~ ]4onzen/rahon Abb. 3. (Gramm Schwefels~ure im Reaktionsgemisch.) Abh~ngigkeit der Acetonaus- beute yon der Schwefels~iurekonzentration bet Oxydation der fl-Oxybutters~iure bet konstanter Bichromatmenge. % 70 ~ 1 60 S _ ~o~ s,: :: o,: :,r :,7 ~8 Konzenl:'a//on-----~ Abb. 4. (Gramm Bichromat im Reaktionsgemisch.) AbNingigkeit der Acetonausbeute yon der Bichromatkonzentration bet Anwendung verschiedener Schwefels~urekonzen- trationen: a) xo ccm 5proz., b) IO ccm xoproz., c) zo ccm 38proz. Sehwefels~ure. als auch der B ichromatmenge s inkt die Acetonausbeute , die Durchl~ssigkei tswerte der e rha l tenen Farb l6sungen nehmen zu. E inerse i ts mag dies seinen Grund haben in der durch die wasserentz iehende Wi rkung der s tarken Schwefels~ure auI die f l -Oxybutters~ure bed ingten B i ldung yon Crotons~ure, zum anderen mag dutch zu starke Oxydat ionswi rkung ein zu weit- gehender Abbau der f l -Oxybutters~ure bewi rk t werden. Da man bet Anwendung kle inster Mengen yon Schwefel- s~iure und B ichromat - - nach den Kurvenb i ldern zu ur- tei len - -d ie beste Acetonausbeute erzielt, scheint es auf den ersten Bl ick se lbstverst~ndl ich, bet diesen Verd i innungs- verhg l tn issen zu arbei ten. Bet Anwendung ldeiner Mengen Schwefels~ure aber liel3en sich hguf ig Unregelm~gigke i ten h ins icht l ich der Konstanz der gefundenen Durchlgssigkeits- werte feststel len. Gfinstiger dagegen liegen die Verh~Itnisse bet mi t t le ren Schwefelsguremengen. H ier ist nur die s tarke Abhgngigke i t der Acetonausbeute yon der lVIenge des Bi- chromats in den niedr igen Konzent ra f ionsbere ichen zu be- r i icksicht igen. Da immer mi t der Anwesenhei t anderer re- duz ierender Substanzen neben der f l -Oxybutters~ure zu rech- nen ist - - vor a l lem im Ham - - , wird sich die Inneha l tung einer ganz bestimmten niedr igen Konzent ra t ion des B ichromats zur Oxydat ion der f i-OxybuttersS, ure schwer durchf i ihren tassen, da ein mehr oder weniger groBer Teil yon diesen f remden Stoffen beansprucht wird. Die konstantes ten Werte werden dagegen bet Verwendung mit t lerer Schwefels~ure- l ind groBer B ichromatmengen erhal ten. H ier ist die Acetonausbeute auch bet erhebl ichen Sehwankungen der B ichromatmenge wei tgehend konstant , wenn auch n icht quant i ta t iv . Bet der s tu fenphotometr i schen Messung ist es aber n icht n6tig, die f l -Oxybutters~ure quant i ta t iv als Aceton zu er~ fassen. Es kommt v ie lmehr allein darauf an, s tets einen ganz bestimmten Antei l der jeweils vorhandenen f l -Oxybutter- s~ure als Aceton zur Best immung zu br ingen. Deshalb ist immer nur genau auf die Inneha l tung der Versuchsbedin- gungen, die der zu verwendenden E ichkurve zugrunde liegen, zu achten. Unter Berf icks icht igung der eben gemachten Aus- f f ihrungen arbe i ten wir also bei den Bedingungen, die dem geradl inig ver lau fenden IKurventeil der mi t t le ren IZurve in der Abb. 4 entsprechen. Menge des anzuwendende~ Untersuchungsmaterials. Der grin- stigste Ablesebereich am Stufenphotometer liegt ffir unsere Mes- sungen etwa zwischen 9o und 2o%. Ablesewerte fiber 9 o% lassen sich im allgemeinen nicht mehr mit genfigender Sicherheit aus- werten. In dem zu untersuchenden Material mug daher, wenn es auf genaue Erfassung der Werte ankommt, mehr als 0,03 mg Acetoll bzw. o,o 7 mg fl-Oxybutters~ure vorhandea sein -- entsprechend ann~hernd 90% --. Die Normalwerte ira Blut sind ffir Aceton 0,4--%8 rag%, fflr fl-Oxybutters~ure 1,5--2, 5 rag% und damit ffir Gesamtaeetonk6rper (Ms Aceton bereehnet) 1,2--i,8 rag%. Bet einer Zahl yon St6rungen des intermedi~ren Stoffwechsels linden sich dagegen io--xoofach fiber die Norm erh6hte Werte. Sollen Normalwerte genau innerhalb ihrer physiologischen Grenzen -- f f i r Aceton und fl-Oxybutters~ure getrennt -- best immt werden, so sind unter Zugrundelegung der obigell Werte ffir die einzelne Bestimmung 4--5 ccm Blur zu benutzen. Ffir die Be- st immung der Gesamtacetonk6rper genfigell aber schon 2 ccm. Dabei ist jedoch zu berficksicbtigen, dab die fl-Oxybutters~ure nur zu einem bestimmten Anteil in Aceton fibergeht und deshalb die so zu berechnenden Werte wegen des unbekannten Verh~ltnisses des Acetons zur fl-Oxybutters~ure nicht ganz genau silld. Bet einer groBen Anzahl yon Stof fwechselst6rungen, die mi t ether erhebl ichen Erh6hung der AcetonkSrper einher- gehen, genfigen dagegen oft sogar Bruchte i le yon Kub ikzent i - metern zur exakten Er fassung des Acetons. H ieraus ergibt sich die M6gl ichkeit , gerade solche Zu- st~tnde e ingehendst zu studieren, bei denen die Acetonk6rper eine besondere Rolle spielen, und die sich bisher der exper imen- tel len Beobachtung entzogen. Z. B. ist die Verfolgung der Insu l ine inwi rkung be im d iabet ischen IZoma und bet prg- komat6sen Zust~nden auf diese Weise le icht durchf i ihrbar . Kommt es nur darauf an, festzustel len, ob eine Erh6hung der Acetonk6rper vorl iegt, so geniigt auch bet Normalen eine re lat iv kleine Menge Blur. Man braucht bier nut zu beob- achten, ob man bet der Anwendung yon x ccm Blur einen Durchl~ss igkei tswert erhMt, der fiber oder unter 9 ~ % liegt. 1Reictlt diese Bhtmenge aus, F~rbungen hervorzurufen, die unter 9o % DurchIgssigkeit zeigen, so mug mi t einer E rh6hung der Acetonk6rper im B lur gerechnet werden, wie sich bet Be- t rachtung der E ichkurve ergibt. Be im t ta rn l iegen die VerhMtnisse einfacher, da hier stets geni igende Mengen zur Verff igung stehen. Bet NormMen n immt man zweckm~Big 5 ccm, bet le idhteren und mit te l - schweren D iabet ikern 2 cem, bet schweren Diabet ikern, be- sonders bet Komat6sen, verdf innt man den Harn am besten io fach und verwendet yon dieser Verdf innung, je nach der zu erwar tenden Acetonmenge, 1- -5 ccm. Sind die F~rbungen in der Vorlage zu dunke l ausgefal len, so dab sich eine Ab- lesung n icht durchf f ihren l~iBt, so kann man die Reagens- 16sung nachtr~gl ich entsprechend verdt innen. Die sich unter Ber i icks icht igung der obenerw~ihnten Ge- s i chtspunkte ergebende Arbe i tsvorschr i f t gesta l tet sich im einzelnen wie folgt. Die Be.stimmung. Reagenzlen: Ioproz. L6sung yon Saticyl- aldehyd (Merck D.A.B. 6) in 95proz. Alkohol, 6oproz. Kalilauge, ioproz. Schwefels~ure, 5proz. IKaliumbichromatl6sung. Bestimmung des Gesarataeetons: In den Erlenmeyerkolben wird zu IO ccm Ioproz. Schwefels~ure die dem zu erwartenden Aceton entsprechende Menge eiweiBfreien Blutfi ltrates bzw. Hams gegeben (EnteiweiBung des Blutes s. Klin. Wschr. I936, 34o). Um stets gleiche Verdfinnungsverh~ltnisse zu erhatten, wird die l?'lfissigkeit im Kolben immer auf gleiches Volumen, 4 ~ ccm, aufgeffillt und einige Siedesteinchen aus unglasiertem Ton zugegebell. Das Vorlagegef~B wird mit I ccm Salicylaldehydl6sung und 2 ccm 6oproz. Kalilauge beschiekt und diese beiden L6sungen gut durch- miseht. Beim Einsetzen des Kfihlers muB das untere Ende des Ansatzrohres einige Millimeter in die Vorlageflfissigkeit eintauchen. Der Erlenmeyerkolben wird so erhitzt, dab die Flflssigkeit ill ibm naeh etwa IO-- I2 Minuten zum gleichm~gigen Sieden kommt. Durch
  • ~I. AUGUST x937 KL IN ISCHE WOCHENSCH das Erhitzen wird die Vorlageflfissigkeit zum Teil in das Ansatzstfck hineingedr~ingt und das am Kfihler herabglieBende iKondensat und die Lugt, die unter Umst~nden noch nichtkondensiertes Aceton enth~lt mit der Salicylaldehydl6sung in innige ]Berfihrung gebracht. Nach 20--22 Minuten -- je naeh Beginn des Siedens im Erlen- meyerkolben -- wird die Destillation unterbrochen. % Ioo- ~_ 9o~8o7e ~ ~ . . . . 2O o o,: o,~ 4: o,g 4s ff onsenlr~/on Abb. 5. E ichkurve f f i r Acetonbes f im- mungen. (F i l te r S 57, s ~ 3 ccm. mg Ace- ton z 2,58 = mg fl-Oxybutters~iure.) Nachdem der Apparat ab- gektihlt ist, wird der Kfihler so welt herausgehoben, dab das Ansatzsttick noch ein wenig in die Vorlage hineinragt ulld die im Illnenrohr und am AuBeren des Kiihlers hagtenden Spuren der Reagensl6snng mit einigen Kubikzentimetern Wasser in die Vorlage hineingespfilt. ]:)as Vor- lagegefal~ wird darauI mit einem Haken herausgenommen, bis zur Marke aufgeffillt und die Farb- 16sung in ein Reagensglas ge- geben. Durch wiederholtes Um- gieBen der Farbl6sung wird eine vollkommene Durchmischung erzielt. Bis zur Ablesung, die erst nach v611iger Abkfihlunger- golgen soil wird das Reagensglas gut verschlossen aufbewahrt. Bestimmung der ~-Oxybutters4ure. Die ]3estimmung der /~-Oxy- butters~ure geht in e ntspreehender Weise vor sich. Nach Eingflgen einer neuen Vorlage wird dutch Zugabe yon io ccm 5proz. Bichro- matl6snng die//-Oxybutters~ure zu Acetoll oxydiert ulld destilliert. Die Bestimmnng der Acetonk6rper im Harll gestMtet sich genau so wie die Bestimraung in Blutfiltraten. Eine Vorbehandlung des Hams ist aus den schon erw~hnten Grfinden fiberflfissig. Die AuJstellung der Eichkurve: Am gfinstigsten benutzt man zur Aufstellung der empirisehen Eichkurve eille Acetonl6sung, die o,o79 mg Aeeton im Kubikzentimeter enth~ilt. Diese Testl6sung wird durch Iofache Verdiinnung einer L6sung, ill der genau I ccm Aceton (puriss. Merck) im Liter enthalten ist, hergestellt. Von dieser Testl6sung benutzt man zur Festlegullg der Kurvenpunkte 0,5, i,o, 2,0, 4,0 und 6,o ccm. Die dafiir abgelesenen Durchl~ssigkeits- werte trggt man aug Millimeterpapier als Ordillate, die dazu- geh6rigen Konzentrationen als Abszisse aug und verbindet die einzelnen MeBpunkte zur Kurve. Dieser Kurve kann die jeder Ab- lesung entsprechende Konzentration unmittelbar entnomlnen wer- den (Abb. 5). Legt man Wert darauf, eine m6glichst eindeutige Eichkurve zu erhalten, so kann man dies mit HiKe der Extinktiollskoeffizienten erreichen. Die Extinktionswerte zu den einzelnen Durchl~sslgkeiten sucht man in den leicht zug~llglichen Tabellen ant, oder man be- rechnet sie mit HiKe einer Logarithmentafel (k = -- log %D,). Bei Giiltigkeit des Beerschen Gesetzes zeigt n~mlieh die Kurve, die man dutch Darstellung des Extinktionskoeffizienten ill Abhiingig- keit yon der Konzentration erh~lt, geradlinigell Verlauf. Es sind also znr eindeutigell Festlegung des Verlanfes der Extinktionskurve nur wenig Mef~punkte erforderlieh (Abb. 6). Aus der Extinktions- ~Y es q5 ~ Il l / / I / / 1" / / / / o r o,2 ~y ,r162 o,y /(o ,v ze/y / r gr//# /7 - - - , - Abb, 6. Extinktionskurve. kurve liest man dann zur Aufstelhmlg der ]Eichkurve die jeder ge- wfinschten iKonzentration entsprechenden Extinkfionswerte ab, aus denen man wiederum die entsprechenden Durchl~ssigkeiten ffir die einzelnen Ifonzentrationen mit Hilge der oben erw~hnten Tabelle erh~lt. Man geht also praktisch so vor, dab man zuerst die Extinktions- knrve zeichnet und hierans die Einzelpullkte der eigentlichell Eich- kurve ablei tet. Beislgiel ]i~r die Au/stellung einer [email protected] Durch Bestimmung der Dnrchlassigkeitswerte geeigneter Acetonkonzentrationen werdell einige Extinktionskoeffizienten mit HiKe der dazu bestimmten Tabellen festgestellt. R IFT . 16. JAHRGANG. Nr. 34 I18 9 Testl6sung Aceton ccm mg % D. k I 0,079 77 78 o, Ix 4 o, Io8 2 o,158 60 63 0,222 o,2ol 4 ~ 39 4 ~ 0,409 0,398 6 o,475 24 25 o,62o %602 Die so gelundenen Extinktiollskoeffizienten werden als Ordinate, die entsprechenden Kollzentratiollen als Abszisse gezeichnet und durch die einzelnen MeBpunkte eine Gerade gelegt (Abb. 6). Der so erhaltenen I~urve werden die Extinktionskoeffizienten ffir die j eweils gewfinschten Kurvenpullkte der eigentlichen Eichkurve entnommen and die dazugeh6rigen Durehl~ssigkeitswerte aufgesucht. mg. .o,o5 o, Io I o,I 5 0,20 o,25[ 0,30 o,35 o,4o o,45[ o,5o ]a . . . o,65 o, I3OjO,193 o,258 o,324 o,387 o,452 o,5i 5 o,58o]o,643 %D. . 86 74 64 55,3 47,4 41 35,3 3o,5 26,31 22,7 Die Extinktionskurve geht abet nnr dann dutch den o-Punkt, wenn die Absorption der Salicylaldehydl6sung ftir das bellutzte Filter S 57 des Stufellphotometers gleich o ist, was nur bei gallz frisehen L6sungen der Fall ist. Zeigt die L6sung dagegen yon vorn- herein eine geringere Durchl~ssigkeit als lOO%, so verschiebt sich die Gerade parallel znr o-Kurve, entsprecbelld dem Leerwert, der die Extinktion dieser L6sung gegen Wasser darstellt. Es ist zweck- m~Big, gleich bei Aufstellullg der Eichkurve auch den Verlauf eilliger soleher Kurven festzulegen. Die gesehieht sehr einfach durch Addi- tion des Extinktionskoeffizienten fi~r die m6gliehe Eigenfgrbung der L6sung zu den Extinktiollskoeffizienten der o-IKurve. Als Bei- spiel sei die Aufstellung einer Knrve bei einem Leerwert yell D = 9o % angefl~hrt: % D. k 90 = 0,046 rag . . o,o 5 o, io[ o,15 0,20 0,25 0,30 0,35 o,4o [ o,45 I 0,5o /c . . %111 o, i761o,239 o,3o 4 0,37 ~ 0,433 0,498 o,561 0,626 o,689 %D. . 77,5 66,8 57,6 49,6 42,7 36,9 31,8 27,4 23,6 20,4 Die Durchlgssigkeitswerte werden als Ordinate, die Kollzentra- tionen als Abszisse gezeichllet und die einzelnell MeBpunkte zur Kurve verbullden. Bei der Bestimmung der fl-Oxybutters~ure kann man die Aceton- kurve benutzen, indem man die entstandene Menge Aceton ~est- stellt. Durch Multiplikation mit 2,58 erh~lt man die entsprechende Menge fl-OxybnttersAnre. Man kann natfirlich, wenn reines fl-Oxy- butters~uresalz zur Werffigung steht, aueh leicht eine eigene Eich- kurve ffir fl-Oxybntters~ure aufstellen. Eine Best~tigung ffir die IRichtigkeit des I*;urvellverlaufs ullserer Eichkurve ffir Aceton liegt in golgendem Versuch. Gibt man start in den Erlenmeyerkolben eille bestimmte Acetonmenge sofort in die Vorlageflflssigkeit und fiihrt im fibrigen die ]3estimmung in der tiblichen Weise durch, so erh~ilt man genau die gleichell Farbwerte ffir die jeweils angewandten Konzentrationen. Aceton vorgelegt mg 0,08 O, 16 0,32 o,48 Aceton % D. gefunden ing 74 77 0,08 o, Io 6o, 5 6I o,17 o, 17 4 ~ 3 8 o,31 0,32 26 26 o,45 o,45 Will man feststellell, ob bei der Bestimmung der fl-Oxybutter- s~iure richtige Werte erhalten werdell, so kann man dies llach- prfifen, indem man die//-Oxybutters~urebestimmullg init steigenden Mengen eiller gleiehen Harnprobe durchffihrt. ]Die eillzelnen Werte mfissen dann stets eine der angewandten Allzahl Kubikzentimeter entsprechende Menge Aceton anzeigen. Ham ~C~t I,O 2,o 3,o 4,o 5,o 6,o 8,o IO,O %I). 79 79 7 ~ 71 63 62 58 56 51 52 46 45 36 36 28 26 Aceton gefunden mg 0,045 0,045 0,085 0,080 o, I27 o, I2O o, 149 o, 16o 0,207 0,200 o,22o 0,230 o,3o7 0,3o 7 0,392 o,415 MilIigramm fl-Oxybutters~ure berechnet in ~larnmenge o,116 o,216 o,318 0,399 0,534 0,576 o,792 I,o78 im Kubikzenti- meter !~arn 0,12 0, II 0, II O, I O 0, I i 0, I0 0, I0 0, II
  • 119o KL IN ISCHE WOCHENSCH Zum SchluB set noch kurz auf eine Bemerkung CANTONIS ZU unserer ersten Acetonarbei t eingegangen. CANTONI be- hauptet , dab bet Befolgung der von ihm angegebenen Vor- schri f ten es uns erst m6glich sein wfirde, tats/ ichl ich Mikro- best immungen der Acetonk6rper im Blut durchzuff ihren. Der Unterschied zwischen seiner und der -con uns ver6ffent- l ichten Methode , ,best~nde dann nur in der Desti l lat ions- vorr ichtung und der s tu fenphotometr ischen Messung". Wenn CANTONI feststellt, dab zu groBe Blutmengen n6tig seien -- 2 ccm -- so hat er sicherlich den beigeffigten Tabellen nicht ent- nommen, dab sowohl mit gr613eren, als auch mit kleineren Mengen gearbeitet wird. Die in der allgemeinen Vorschrift erwXhnten 4 ccm Filtrat sind lediglich als Beispiel angeffihrt. Da man bei St6rungen des intermedi~tren, speziell des Kohlehydratstoffwechsels h~iufig mit iO--loo~ach fiber die Norm erh6hten Acetonk6rperkonzentra- tionen zu tun hat, ist es selbstverst~indlich, dab sich eine derartige Konzentrationsbreite nicht mit ein und derselben Menge Blur er- Iassen l~Bt. In diesen FMlen, die ja hinsichtlich der Acetonk6rper vor allem interessieren, genfigen schon Bruchteile yon Kubik- zentimetern Blur zur Durchffihrung genauer Bestimmungen. Unsere Methode erlaubt zwar die exakte Feststellung yon ]3ruch- teilen yon Milligramm, jedoch nicht yon Bruchteilen yon 7. CANTON1 benntzt die einfachste Methode der Colorimetrie, n~im- lich den direkten Vergleich der erzielten GesamtI~irbung mit einer grogen Zahl yon Farbl6sungen, die neben ihren chemischen Unter- schieden nut eine Nhnlichkeit mit der F~irbung des jeweils gebildeten Dioxybenzilidenacetons innerhalb ganz engei Konzentrations- bereiche aufweisen. Eine weitere Fehlerquelle muB darin liegen, dab CAN]?ONI offenbar annimmt, stets einen konstanten Leerwert seiner Salicylaldehydl6sung zu haben. Die bet uns h~iulig durch- gefiihrten Leerwertbestimmungen zeigen je nach Alter der Salicyl- aldehydl6sung hinsichtlich der Intensit~it sehr oft deutliche Ver- schiedenheiten. Gerade bet der Methode yon CANTOm, bet der noch weir geringere Mengen als bet nns erfal3t werden sollen, und somit auch viel feinere Farbunterschiede ausgewertet werden, mug sich dieser Fehler auf die Genauigkeit der Werte verh~ingnisvoll auswirken. Wir arbeiten im Gegensatz zu CANTONI mit der optischen Methode, die allein genaue Werte angeben kann, indem wit mit HiKe des Stufenphotometers absolut die Gr6Be der Lichtabsorption der zu untersuchenden L6sung in eine m engumschriebenen Spektral- bezirk messen. DaB diese direkte Intensit~itsmessung des durch- gehenden Lichtes dem einfachen colorimetrischen Vergleichs- verfahren gegenriber erhebliche Vorteile aufweist, geht wohl am deutlichsten aus den folgenden Feststellungen der zwei besten Ken- ner dieses Gebietes hervor. HEILMEY~R sagt, die mit dem Zeiss- schen PuKrichphotometer erreichten Vorteile seien ,,so bedeutend, dab es unverst~ndlich erscheint, wenn heute noch colorimetrische Messur~gen mit behelfsm~iBigen Vergleichsl6sungen anch in gr6Beren Laboratorien durchgeffihrt werden. Derartig unsichere und optisch nicht einwandfreie Methoden sollten aus den wissenschaftlich medi- zinischen Laboratorien verschwinden." Und URBACH stellt test, ,,schon der Fortfall jeglicher Standardl6sung, sowie die direkte Ab- lesung der Absolutwerte der Durchl~issigkeit in Prozenten und die Unabh/ingigkeit yon der Farbentfichtigkeit verschiedener 13eob- achter sowie die erh6hte Genauigkeit bet einfachster Handhabung erm6glichen eine Verwendungsbreite, die allen anderen Apparaturen zur colorimetrischen Messnng weir fiberlegen ist". CA~TO~I glanbt weiterhin, beim Durchsaugen eines, wenn auch nur m~iBigen Luftstromes dutch die zu untersuchende L6sung und Durchleiten dieses Luftstromes durch eine Vorlage mit Wasser eine Absorption des Acetons in dieser Vorlage zu erzielen. Die Vorlage enth~lt abet nut 1--2 ecru Wasser yon Zimmertemperatur, in das das Rohrende des Kfihlers nut his eben unter die Flfissigkeits- oberfl~che ragt. Es ist unwahrscheinlich, dab das Aceton, das einer- seits durch den Luftstrom aus dem Destillationsgef~ig mitgerissen wird, sich ausgerechnet im Wasser 16sen soll. Anzunehmen ist trainer- bin, dab bet den nngeheuer geringen Mengen Aceton- ]3ruch- teilen eines ~ -- dutch den Dampfdruck des Acetons yon 179,6 mm bet 2o ~ nut recht wenig Veranlassung zur Kondensation besteht. ~vVas die geeignetste Konzentration der Schwefels~nre und des Bichromats angeht, set auf die bereits gemachten Ansffihrungen hin- gewiesen, Ebenso ist die Frage der gfinstigsten Ablesezeit weit- gehend nachgeprrift worden. Gerade die Anwendung einer neuart igeu Desti l lat ions- apparatur , die ein fast selbstt~itiges und verlustfreies Arbeiten erlaubt, und die s tufenphotometr ische Ablesung, die eine weit- gehende Ausschaltung yon Fehlern erm6glicht, gibt bet der yon uns besehr iebenen Methode die Sicherheit, exakte Werte zu erhalten und zeigt aus diesem Grunde nur wenig Nhnlich- keit mit der Methode yon CA~TONI. R IFT . 16. JAHRGANG. Nr . 34 2I. AUGUST 1937 Wir sind der Deutschen Forschungsgemeinschaft ffir die Unter- stfitzung unserer Arbeit zu groBem Dank verpflichtet. L i te ra tur : O. CAIqTOI~I, Biochem. Z. 274, 45 (1934); 277, 488; 279, 2Ol (1935) -- Klin. Wschr. i936 , 976. -- L. HW-ILMBY~R, Klin. Wschr. I933, 834. -- F. LAIJERSEN, Biochem. Z. 280, 38 (1935) -- Klin. Wschr. I936, 339. -- C. URBACH, Stufenphotometrische Ab- sorptionsbestimmungen in der medizinischen Chemie. Monographien aus dem Gesamtgebiet der Mikroehemie. Wien u. Leipzig: Haim 1932 -- Klin. Wschr. 1933, 1673. Anmerkung: In der ersten kurzen ]3eschreibung des Verfahrens sind bet der endgriltigen Drucklegnng nach der I~orrektnr 2 Druck- fehler unterlaufen. Unter ,,Reagenzien" muB es heiBen: 95proz. I I 0 Alkohol. Das Lambert-Beersche Gesetz muB heiBen : c = ~. log ~-. VERFEINERUNG DER MASSANALYTISCHEN BEST1MMUNG DES REST-N IM BLUTE OHNE DESTILLATION. Von FRIEDRICH }~APPAPORT. Aus dem Institut fiir Allgemeine und Experimentelle Pathologie der Universit~t Wien und den Laboratorien des S. Canning Childs-Spitals und Forschungsinstitutes in Wien. Eine genaue und rasche Best immung des Restst ickstoffes geh6rt zu den unbedingt n6tigen kl inischen Untersuchungs- meihoden, da ja vielfach Entsche idungen fiber dr ingende therapeut ische Eingriffe yon den Ergebnissen dieser Analyse abh~ngig gemacht werden. Wir haben vor einiger Zeit eine Vereinfachung der fiblichen Mikromethode, welche die Desti l- lat ion des dem N-Gehalt entsprechenden Ammoniaks fiber- flfissig macht , in dieser Wochenschr i f t ver6ffentl icht. Es bheb damit nur noch eine zeitraubende Manipulat ion, die gleichzeitig auch eine Fehlerquel le bi lden k6nnte, fibrig: die l~berff ihrung des veraschten Materials in die Titrier- vorlage. Dies machte es erforderlich, die Best immung yon Personen durchff ihren zu lassen, die mit dieser Methode ver- t raut sind. Im folgenden soll nun ein Verfahren angegeben werden, in welchem nicht nur die Desti l lation, sondern auch die l~berff ihrung entf~llt. Dabei konnten wir auch noch eine Fehlerm6gl ichkeit ausschalten, die allen bisher beschr iebenen Verfahren der 1Rest-N-Bestimmung innewohnt . Diese be- s tand darin, dab be.! Neutral is ierung der Veraschungsschwefel- Miure der kleinste UberschuB an Lauge Ammoniak austreiben k6nute (h6here Temperatur , Schtitteln u. dgl.). Setzt man jedoch der Schwefels/~ure eine best immte Menge Phosphor- s~ure zu, so kann man mittels eines geeigneten Indicators die Veraschungsflf issigkeit mit NaOH so neutral isieren, dab nur D inat r iumammoniumphosphat entsteht . Diese L6sung ist w~rme- und schfittelbest~ndig. Prinzip der Methode: o, I - -o,2 ccm Blur oder Serum werden in der yon uns frfiher beschr iebenen Weise enteiweil3t. Das eiweiBfreie F i l t rat wird nach Zusatz yon Phosphormolybd~n- s~ure mit einem Gemisch yon Schwefels~ure nnd Phosphor- s~ure verascht. Nach der Veraschung wird die Phosphor- molybd~tns~ure durch Natr iumfluor id gebunden, die saure Verasehungsl6sung neutral is iert und im Weraschungskolben (ohne ~tSerffihrung in ein anderes Gef/il3) nach Zusatz ether gestel lten Hypobromit l6sung mit Thiosulfat t i tr iert . Er]orderliche Reagentien. A. Zur Enteiweiflung. A I. 20 g wasser- freies Natriumsulfat werden in x-l-MeBkolben in Wasser ge16st und nach Zusatz yon 69 ccm 2/3-n-Schwefels~ure his zur 1VIarke mit desfilliertem Wasser aufgeffillt. A 2. Zur EnteiweiBung mit Phosphormolybd~ns~ure (PMS.): 5 g wasserfreies Natriumsulfat und 8, 3 g PMS. werden in etwa 200 ccm Wasser ge16st, 20 ccm 5-n-NaOH zugesetzt und ~[~ Stunde gekocht. Nach dem Erkalten ftigt man io,6 ccm konzentrierte SchwefelsXure zu und ffillt auf IOOO ccm ant. B. Zur Veraschung. B I. Bet EnteiweiBung mit Phosphor- molybd~ns~ure : I g PMS. wird in etwa 5 ~ ccm Wasser gel6st. Nach Zusatz von I ccm Kjeldahl-Lauge wird etwa 20 Minuten zur Ver- treibung des evtl. vorhandenen Ammoniaks gekocht. Nach dem Erkalten werden 3 ~ ccm konz. Schwefelsi~ure -[- 5 ccm syrnp6ser Phosphors~ure zugesetzt und die L6snng auI ioo ccm aufgeffillt. C. Zur 2Veutralisation. C I. Natronlauge 27proz., hergestellt aus reinster Lauge (e metallo in Stricken, Merck).
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