Die Funktion des Textes im OaF ? Die Funktion des Textes im OaF Unterricht . ... den Funktionen der

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    18-Sep-2018

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Scientific Bulletin of "Politehnica" University of Timi~oara Transactions on Modern languages Vol. 6, No. 1-2/2007 Buletinul Stiinpfic al Universitipi "Politehnica" din Timi~oara Seria Limbi modeme Die Funktion des Textes im OaF Unterricht Anca Mihaela CAR TI~ Zusammenfassung Ausgehend von der Tatsache, dass eine Fremdsprache am besten fiber den Text gelehrt und gelemt wird, analysieren wir in der vorliegende Arbeit den Text aus multidimensionalen Perspektiven. Von der multidimensional en Perspektive her unterscheidet man lexikalische, grammatikslische und pragmatische Merkmale die beim Spracherwerb hilfreich sind. Zwischen den Funktionen der Sprache unterscheidet Jakobsen (1960) eine appellative, eine referentielle und eine expresive Funktion. 1m Zusammenhang mit dem Spracherwerb und der Rolle des Textes legte Wachtel (1986) fiinf Prinzipien der Auswahl von Texten fest: nach Deskription, Narration, Exposition, Argumentation und Instruktion. Sp!1ter kamen BOmer und Vogel (1997) zu der Schlussfolgerung, dass der Text die Funktion der Exemplifizierung von sprachlichen Strukturen in Grammatik und Wortschatz tr!1gt. Heute betrachtet man den Text als eine Folge von Entwicklungsschritten im Verbund mit der Pragmatik. Der Wechsel von der Textualit!1t zur Rezeptionsiisthetik ruhrte zur Notwendigkeit die handlungsorientierten Fertigkeiten im Unterricht auszuuben und es wird gezeigt, dass der Text nicht isoliert behandelt wird, sondem eine integrative Rolle im Fremdsprachenunterricht gewinnt. 1. Einleitung Texte werden oft im Fremdsprachenunterricht als (Muster)Beispiele mit Mustercharakter verwendet, mit dem Ziel lexikalische Strukturen, grarnmatische und sprachliche Einheiten zu ilben. 1m Bezug auf den thematischen Aufbau, findet man im Text oft BlOcke oder handlungsspezifische Teile die weiter bearbeitet werden, mit dem Ziel handlungsspezifisch weiter zu wirken. Man unterscheidet zwei Arten von Texten: fiktionale Texte, welche eine listhetische Qualitat und geschichtliche Bedeutung haben. Sie sind exemplarisch fUr eine Epoche oder fUr eine Gattung und nichtfiktionale Texte, welche exemplarisch fUr bestimmte Textarten sind und als reprlisentativ flir eine bestimmte Sprechhandlung Assistant. 'Politehnica" University of TimilJoara 61 gelten. FUr die Sprache verschiedener Bereiche wie: der Massenmedien, der Politik, der Technik und der Industrie u.a. bleiben nichtfiktionale Texte exemplarisch. Sie fUhren zum Verstandnis gesellschaftlicher, beruflichen, wissenschaftlicher, kultureller und existentieller Probleme (Engel: 1988: 217). Beide Arten von Texten sind verschieden, aber sie haben auch Gemeinsamkeiten. Zu diesen zlihlt eine thematische und eine grammatische Funktion mit verschiedenen kontextuellen Variantionen. 1m Zusammenhang mit dem Texttyp bemerkte Wachtel (1986: 32) fUnf Prinzipien der Auswahl von Texten nach Deskription, Narration, Exposition, Argumentation und Instruktion. Bomer und Vogel (1997: IX) kamen zu der Schlussfolgerung, dass der Text die Funktion der Exemplifizierung von sprachlichen Strukturen in Grammatik und Wortschatz tragt. 2. Die thematische Funktion Die Thematik eines Textes wird oft anhand verschiedener Aktivitaten zum sozialen, beruflichen, wissenschaftlichen, technischen, wirtschatlichen Leben betrachtet. Die Makrofunktion der Texte (Glaboniat, MUller, Rusch: 2005: CD- ROM) gilt als eine Kathegorie rur die funktionale Verwendung gesprochener oder geschriebener SprachUbung, we1che neben Beschreibung und Erlauterung auch Erkl1irung und Demonstration enthalt. Diese beziehen sich auf Fakten, die eine gewisse Modalitat und einen gewissen Willen, GefUhle und emotionale Erscheinungen beriicksichtigen. Anhand der Thematik eines Textes unterscheidet man vier Funktionen (Christl LegutkelBredella: 1998: 38) des Textes: a/s Medium, a/s Schreibschrijt, als Hi/fsmittel for Fertigkeiten wie: Schreiben und Lesen und a/s Anlass for Textproduktion. Es entsteht oft die Tendenz sich nur auf Inhaltsworter mit thematischer Valenz zu beziehen urn Objekte, Personen, Ereignisse, Vorgange und Handlungen zu definieren. Ein Grund daflir ist, dass die leixikalischen Strukturen ein Inventar an VerknUpfungsregeln und Kombinationen von syntaktischen Einheiten (Textsemantik) enthalten. Die Auswahi und Anordnung der Themen und Subthemen beruht auf Entscheidungen im Bezug auf BedUrfnisse des betreffenden Lemers und dessen Studien, bzw. Bildungs- und Berufsgebietes. Verschiedene Themen gehoren teilweise dem privaten und teilweise dem offentlichen Bereich an. Unter den Aktivitaten zum miindlichen Ausdruck spielt oft die Interaktion eine Rolle fUr das Uben von verschiedenen Rollenspiele. Die Dish.ussemantik (Brinker: 2002) in Dialogform dargestellt, erscheint diesbeztiglich auf der Ebene der Texten unter Form von Kontakte aufuehmen mit verschiedene Personen, die miteinander in Beziehung stehen. Zu den Ubungsformen gehoren Gesprache, Unterhaltungen, 62 Telefongesprache, oder Stammtische anhand verschiedener Texte yom privaten und beruflichen Bereich. Man unterschidet verschiedene Faktoren (Adamzik: 2005), welche die Funktion eines Textes dominieren. Die informationelle Signifikanz, zeigt die Art der Information sei es: Ortbeschreibung, Auskunft geben, Berufliche Sphiire, kulturelles Leben, Freizeit, Politik und Wirtschaft. Betrachtet man einen Text aus der Perspektive der kognitiven Signifikanz, bezieht man sich auf eine sprachliche Mitteilung. Die lexikalisch- morphologische Signifikanz beruht auf verschiedenen lexikalischen Strukturen mit morphologischen Funktionen, die eine vieiseitige Bedeutung innerhalb und auBerhalb der Texte ausiiben. Der Wortschatz wird somit in bestimmten Gebiete verwendet. Die semantische Untersuchnung der pragmatischen Signifikanz bezieht sich auf die Bedeutung eines Textes in einem bestimmten situativen Kontext. Bier helfen bestimmte Redemittel zu bestimmten Sprechhandlungen weiter. Die meisten Texte haben einen strategischen InhaIt, der leicht erkennbar ist und in authentischen Situationen eingebettet bleibt. Textsorten dienen oft als Handlungsmuster. Lexikalische und thematische Aspekte eines Textes gewinnen diesbeziiglich eine Beduetung. 3. Die grammatische Funktion Die grammatische Funktion im Text vereint Wege der Vermittlung, Induktion und Lexikalisierung. Grammatische Strukturen mit verschiedene Funktionen und Bedeutungen werden iibemommen und we iter bearbehet. Zahlreiche Funktionsworter und Verbformen mit einen gewissen Grad der Modalitat sind Muster und Modelle fur verschiedene Sprechhandlungen. Diese werden anhand von Beispielen erganzt. Die Grammatik im Text ist deskriptiv und normativ verwendet. Wir gehen von der Premisse aus, dass der Text fur verschiedene Sprechhandlungen im Mittelpunkt steht. Man kann einen Text produktiv, rezeptiv, interaktiv und im Sinne von Sprachmittlung fur Ubersetzung verwenden. Textproduktive Leistungen werden unter dem Aspekt der funktionalen Selektion von Grammatik geiibt. Die Grammatik der Texte ist eine Verstehensgrammatik und enthalt einen hohen Grad von linguistischen Modellen mit desktiptiver Funktion. Zum Beispiel verschiedene Redeformeln enthalten Funktionsworter wie: Personalpronomen (urn die Sprechaktrolle, oder referentielle Rolle einer Person zu bestimmen), Zeitprapositionen und Ortpdipositionen (urn die Richtung, den Weg, einen Ort zu fmden), Modalverben und deren Modalitat, Richtungsadverbien (im Bezug auf Raumverhaltnisse) u.li .. Die Textinformation iiber Zeitverhaltnisse der Vorzeitigkeit (Priueritum, Perfekt, Plusquamperfekt), Gleichzeitigkeit (anhand des Priisens) und Nachzeitigkeit (anhand der Zukunftsformen 63 wie: Futur lund Futur II) wird oft durch die Frequenz der Verben anhand von Tempusfonnen analysiert. Die Funktion des Nomens in sprachlichen Besonderheiten (Beschreibung, Bestimmung) bleibt noch immer fUr viele Lerner textgebunden. Textgrammatische Aspekte bleiben roferentieIl, wie im FaIle der Konjunktivfonnen gebraucht fUr Wunsch oder Bitte.. Ais Signalformen (Holly: 2001: 51) bewertet man textgrammatische Besonderheiten als essentielle Komponenten flir verschiedene Funktionen im Sprachgebrauch. Man sucht im Text nach Konnektoren, Patizipforemen des Verbs, Adjektiven u.a. die als eine Alternative zu verschiedene Situationen Obernommen und geiibt werden. Nach dem Prinzip des Dekalrativen Wissens "was" werden sprachliche Mittel korrekt eingesetzt. Betrachtet man den Text aus der Perspektive der grammatischen Funktionsworter, dann gewinnt der Text im Lernprozess einer Sprache ein eindrucksvolles integratives Potential und steht in standigen internalionalen Wechselbeziehungen (Hellwig: 2005: 30). Was zahlt ist sprachliche Kompetenz. Zu den kommunikativen Flihigkeiten geMren: grammatisches Wissen, Textwissen, Funktionales Wissen und soziolinguistisches Wissen in Verbindung mit Fokuspunkte wie: inhaltliche Vollstandigkeit, Textkoharenz urn Sprachkompetenzen zu aktivieren. 4. Die pragmatische Funktion des Textes Die Pragmatik hat das sprachliche Handeln als Lernziel. Wenn Sprechhandlungen sich als Redewendungen (Sandig: 1989), Phrasiologismen der fachlichen Kommunukation (Rothkegel: 1989) definieren lassen, stehen verschiedene Sprechakte (Searle) im Zusammenhang mit der Psycholinguistik (Ernst: 2002) und der Textlinguistik (Brinker: 2000). Redemittel helfen eine gute Aussprachen auszuOben und ein richtiges Deutsch zu sprechen. Als Trager von lnformationen werden Texte flir verschiedene handlungsorientierte Aktivitaten verwendet in denen Lerner handeln konnen. Bis Mitte der 60-er Jahre war man im Bezug auf dem Text sehr auf den Satz fixiert Heute stellt man sich immer ofter die Frage ob der Text im Fremdsprachenunterricht isoliert oder integrativ auszunehmen ist. Betrachtet man den Text integrativ in sprachliche Hinsicht, so "verden verschiedene Struktl.!Ieil1heiten des Textes in kommunikativer Ansicht geiibt. Die pragmatische Position beschreibt funktional- kommunikative Aspekte des sprachlichen Handelns, die sogenannte Textillokutionen (Brinker: 2002). Unter diese unterschidet man die Konnexitat der lexikalischen Strukturen, rhetorische Mittel, Dialogfonnen, personliche Erfahrung u.a. 64 Texte k1:)nnen aus der didaktischen Perspektive verschiedenartig bearbeitet werden. Wichtig ist, dass das zur Autonomie sprachlicher Vorgiinge ffihrt. Ais Ausgangspunkt werden situativ gebundene Texte ausgesucht, wobei fUr "situativ" lebenspraktische, typische Interaktionsbedingungen bedeutsam sind. Nach der Regel werden verschiedenartige Informationen, die im Text vorkommen, weiter in Alltagssituationen und in Berufsituationen bearbeitet und eingesetzt. Der Text gewinnt somit seine Musterfunktion. Der Wechsel von der Textualitat zur Rezeptionsiisthetik fUhrte zur Notwendigkeit die handlungsorientierte Fertigkeiten im Unterricht auszuliben, urn den Text praktisch und produktiv nach dem Bedarf umzusetzen. Unter den Prinzipien der Textualitat (BeaugrandelDressler: 1981) unterscheidet man auch im Fremdsprachenunterricht einen gewissen Grad von Intentionalitat, Informativitat. Situationalitat wird unter bestimmte Umstande anwendbar. Abhangig yom Sprachnivreau der Lemenden werden komplexe lexikalische und grammatische Strukturen und verschiedene Redewendungen bearbeitet, mit dem Ziel die Information der Texte besser zu verstehen. In manchen Hillen findet man auch interlinguale Begriffe, die man kontrastiv anhand von Mehrsprachigkeit einsetzt, wo verschiedene Interferenzen wie im Faile der englischen Werter vorkommen. Der Textsortenkanon an Sprechhandlungen orientiert, bleibt in komplexe Aktivitaten rezeptiver und interaktiv- produktiver Art im Unterricht integriert. Vor aHem in der Belletristik unterscheidet man eine intensievere Interaktion zwischen dem Leser und dem Text, weil hier die emotionaJe Seite miteinbezogen wird. In fachlichen Texten spielen bestimmte Redemittel und der Fachwortschatz eine gewisse Rolle. 1m Text werden verschiedene Sprechaktformen durch bestimmte Indikatoren signalisiert (Heringer: 1978), wie im FaIle der Modalverben, (Zeit) Praposiositionen, Handlungsverben, u.a. im Bezug auf die innertextlich- referentielle Funktion (Weigand: 1978), wie im FaIle des Artikels im Zusammenhang mit den Genusformen in verschiedene Ausdruckeinheiten. Textbeispiele: [ ... ] Der Unterricht beginnt um acht Uhr. (Zeitprapositionl Uhrzeit) [...]Ich muss noch schnell einkaufen. (Modalverbl Notwendigkeit) [ ... Jlch will heute Ordnung 1m Zimmer machen. (Modalverb/lntention) [ ... ] Sie ist freundlich, nett, kommunikativ. (Adjektivl menschliche Eigenschaften) [ ... ] Gehen sie da geradeaus, dann gehen sie rechts weiter und dann wieder links. (Richtungsadverbienl Weg) [...]Ich bin in die Stadt gegangen. (Partizip III Verb der Bewegung) [...] Das ist Sandra. Sie ist meine neue Kol/egin. (Nomenl Pronomenl Kennenlernen) [ ... ] Sie sollte .... , wollte..... , konnte....... (Modalberbenl starke Konjugationl Prateritum! Ratschlag) [ ... ]Ich wOrde gern im Urlaub fahren. ( Wunschl Konjunktiv) 65 [...] Auf der Bank kOnnen wir Geld aberweisen, Geld Bufheben, Geld einzahlen. (Verben! Fachsprache) [ ... ] Wir konnen schwimmen. machen Ausffage, entspannen uns. machen Wandenmgen. (FreizeiU Alternative) 5. Schlussfolgerungen Schlussfolgemd kann man sagen, dass die multidimensionalen Perspektiven der Texte verschiedene Funktionen haben und im Lernprozess eine integrierte Rolle ausi1ben. -' Es gibt verschiedene Moglichkeiten einen Text zu bearbeiten anhand der situativ gebundenen Inhalte. Die Begegnung mit dem Textkanon zeigt, dass der Text einen integrierten Stel1enwert im Spracherwerbprozess und in der Sprachverwendung gewinnt. Die Funktion des Textes hat gezeigt, dass grammatische und lexikalische Strukturen fOr bestimmte Sprechhandlungen verwendet werden. Die verschiedenen Textsorten werden somit gezielt bearbeitet und als (Muster)Beispiele angegeben. Der Wechsel zur Sprechhandlung in bestimmte Situationen zeigt, dass handlungsorientierte Fertigkeiten im Unterricht in Wechselbeziehung mit dem Text gei1bt werden. Literaturverzeichnis 1. ADAMZIK, K; KRAUSE,W. D., Text-Arbeiten, Tubingen, Narr Franke Verlag, 2005. 2. BERND, Wilhelm, Der Text- seine Struktur und Funktion 1m Fremdsprachenunterricht, Jena: VEB Verlag, 1984. 3. BOR,.~ER, W.; VOGEL, K, Der Text im Fremdsprachenunterricht, Bochum: ASKVerlag, 1997. 4. BRINKER, K., Linguistische Textanalyse, Berlin: Erich Schmidt Verlag, 2000/2002. TEX[UNGUISTIK nach Klau~.BrinkeLhtrn 5. CHRIST, H.; LEGUTKE, M; BREDELLA, L, Fremde Texte verstehen, Tubingen: Gunter N arr Verlag, 1998. 6. ENGEL, U, Deutsche Grammatik, Heidelberg: Juluis Gross Verlag, 1988. 7. Glaboniat, M,; M., Muller; M., Rusch, P., Profile Deutsch, Mfinchen: Langenscheidt Verlag, 2005. (CD-ROM) 8. HELLWIG, K., Textdidaktik fUr den Fremdsprachenunterricht- isoliert oder integrativ? Tllbingen, Gunter Narr Verlag, 2005. 9. HOLLY, Werner, Einfiihrung in die Pragmalinguistik, Kassel: Langenscheidt Verlag, 2001. to. JAKOBSON, Linguistiks and Poetics. In: Sebeok, T.A. (ed.): Styie in Language, Cambridge: MIT Press, 1960. 1 L WACHTEL, MIJglichkeiten zur Verbesserung der Ergebnisse des Englischunterrichts an der allgemeinen Oberschule durch die Nutzung textlinguistischer Erkenntnisse iiber Textsorten und Vertextungsmittel, Berlin: Uumboldt UniversitJit Verlag, 1986. 66

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