Der Zauber Indiens - Aus dem Leben eines Sufi (Leseprobe)

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    01-Apr-2016

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Die Zeitzeugnisse von Musharaff Moulamia Khan, des jngsten Bruders von Hazrat Inayat Khan, offenbaren ein tiefes Verstndnis in die Weltsicht der Sufis und die inspirierende Kultur Indiens. Unsere Sehnsucht nach Liebe, Harmonie und Schnheit Ein zauberhafter Duft, ein intimer Blick in ein Indien mit seiner einzigartigen Kultur und tiefen Spiritualitt. Eine Nation, die Heilige hervorbringt und Seelen erleuchten kann. Dieses Indien jedoch existiert nicht mehr, es ist die Sehnsucht der Menschen danach. Das Buch verzaubert vom ersten Satz. Es fhrt uns auf eine Reise durch einen groartigen Kontinent und gleichzeitig zu unserer innersten Sehnsucht. Die Leser tauchen ein in die natrliche Inspiration des familiren und sozialen Leben Indiens. Gedanken von zeitloser Schnheit werden ausgelst, sobald jemand ber Indien zu sprechen beginnt. Wer nach spiritueller und kultureller Tiefe sucht, entdeckt sie in diesem Buch. Weitere Informationen: www.verlag-heilbronn.de

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2 3Musharaff Moulamia KhanDer Zauber Indiens Aus dem Leben eines SufiPostfach 2162, 71370 Weinstadt 4Titel der englischen Originalausgabe:Pages in the Life of a Sufi1. Auflage 1932, Rider and Co., London2. Auflage 1971 Sufi Publishing Co.3. Auflage 1982 Sufi Publishing Co. Die Deutsche Bibliothek - CIP-EinheitsaufnahmeKhan, Musharaff Moulamia Khan:Der Zauber Indiens - Aus dem Leben eines Sufisbersetzung: Karima Sen Gupta mit historischen Ergnzungen von Mashaikh Mahmood KhanWeinstadt, Verlag Heilbronn, 2014ISBN 978-3-936246-08-7Verlag HeilbronnPostfach 2162, D-71370 Weinstadtwww.verlag-heilbronn.deinfo@verlag-heilbronn.denfoVerkehrsnummer 14894ISBN 978-3-936246-08-71. Auflage 2014Dieses Buch ist auch als eBook erhltlichAlle Rechte vorbehalten Verlag HeilbronnGedruckt in Tschechien 5InhaltVorwort von Musharaff KhanEinfhrung in die 2. Auflage von Fazal Inayat KhanEinfhrung in die 1. Auflage von E. A. MitchellVorwort zur 2. Auflage von Claire MacKail Ein etwas anderes Vorwort zur deutschen bersetzung von Karima Sen Gupta1. Teil Aus dem Leben eines Sufi 1. Das Leben meines Vaters, Rahmat Khan 2. Mein Grovater, Moula Bakhsh 3. Im Haus von Moula Bakhsh - Anmerkungen zur indischen Musik 4. Meine Gromutter und Mutter 5. Jahre der Erziehung 6. Jugendjahre 7. Indische Feste 8. Der Tod meines Vaters 9. Inayat Khan in Hyderabad - Begegnung mit seinem Murshid10. Mein Leben mit Inayat Khan11. Der Ruf in den Westen12. Der Maharaja von Baroda und seine Reformen 13. Der Nizam von Hyderabad Dichter und Heiler14. Meine Reise nach Amerika15. Kontraste16. Die Mission meines Bruders17. Das mystische Ideal 62. Teil Aus dem Tagebuch eines Sufi18. Musik im Osten und im Westen19. ber den Klang20. Das Geheimnis des Klangs21. Die Schnheit spirituellen Strebens3. Teil Eine indische Pilgerfahrt22. Besuch heiliger Grber in Bagdad und Ajmer 23. Begegnung mit einem lebenden Heiligen 24. Am Grabmal von Hazrat Inayat Khan Anhang25. Erinnerungen an Murshid Musharaff von Ranjit Sen Gupta26. Gedanken zum Leben von Savitri von Elisabeth Weibel-Heer 7Vorwort Das Ziel des heutigen Sufismus ist es, das Verstndnis fr die verschiedenen Zivilisationen und zwischen Ost und West zu frdern. Mgen diese Seiten helfen, die Schnheit aufzuzeigen, die im Herzen der Menschheit verborgen ist und inneren und ueren Frieden zu schaffen, nach dem jede Seele sich sehnt. Dieses Buch widme ich meiner Frau Savitri. Ich danke Miss M. Skinner fr ihre Mithilfe beim Schreiben dieses Buches.Musharaff Moulamia Khan, 1932Einfhrung in die zweite Auflage Die Worte und Begriffe Indien, der Osten, Orient haben in den meisten westlichen Sprachen eine romantisch-mystische Nebenbedeutung erhalten. Gedanken von zeitloser, altersloser Zivilisation werden ausgelst, sobald jemand in einer Diskussion ber Indien zu sprechen beginnt. Bei denjenigen, die nach spiritueller und kultureller Tiefe suchen, erweckt dieses Gebiet ein Konzept von einer Art Lagerhaus der Weisheit, der Heiligen und spirituell entwickelten Seelen. In der Tat existiert eine Art Mythos in diesem Gebiet, - ein Mythos, der in der heutigen Zeit 1970 jhrlich rund 250000 junge Mnner und Frauen im Jahr anzieht, um zu Fu oder auf andere Weise nach Indien zu reisen, um einen Meister zu finden oder erleuchtet zu werden. Etwa die gleiche Anzahl lterer Menschen reisen jedes Jahr per Flugzeug oder mittels anderer komfortabler Transportmittel an in der Hoffnung, schne Tempel, ruhige Drfer und freundliche mystisch veranlagte Menschen zu finden, sie auf ihren Kameras, Tonbandgerten usw. einzufangen und nach ihrer Rckkehr Diashows zu veranstalten und aus erster Hand sachkundig ber Indien zu sprechen. 8 Dieses Buch wurde publiziert, um dem Leser einen Eindruck, einen zauberhaften Duft, einen verhohlenen Blick in ein Indien zu gewhren, das alle diese romantischen und spirituellen Dinge vermittelt. Eine Nation, die Heilige hervorbringt und Seelen erleuchten kann. Pir-o-Murshid Musharaff Khan diktierte den greren Teil dieser Seiten etwa um 1932, und viele andere Teile in den 60 er Jahren. Er hat in diesem Buch etwas erreicht, was nur wenigen Schriftstellern je gelungen ist. Er hat uns ein Indien gezeigt, das jeder zu sehen wnscht. Jenes Land, das in einem Traum von Schnheit und Vollkommenheit existiert, ein Daseinsgrund fr friedliche Menschen und einer stabilen Kultur. Der Autor zeigt uns keine grellen, teuren Farbdrucke, noch erzhlt er uns sensationelle Geschichten. Dieses Buch besticht durch seine Einfachheit, seine Ernsthaftigkeit und Wahrhaftigkeit. Das Indien, das in unserem Bewusstsein und unseren Herzen lebendig wird, wenn wir diese Seiten lesen, ist das Land, das Konzept, welches in unserer Vorstellung geweckt wird, wenn dieses Gebiet in unser Bewusstsein kommt. Es ist jenes Land, fr das die jungen Mnner und Frauen hinausgehen, alles hinter sich lassend, um es zu finden. Es ist auch jener unbegrenzte, unschtzbare Hintergrund fr tausende teurer Kameras und Filmstreifen. Jedoch fr diejenigen, die in dieser Dekade dort waren und wenigstens teilweise aufrichtig sind, existiert dieses Indien nicht mehr, von dem auf diesen Seiten die Rede ist. Es ist ein Traum von einer nahen Vergangenheit, es ist ein Wunsch hchst menschlicher Wesen nach einer entfernten Zukunft und seine Realitt flieht entlang des Ozeans kultureller Verdrngung und des Wandels. Wir knnen niemals dankbar genug sein fr dieses unbezahlbare kleine Buch, denn in diesen Seiten knnen wir das finden, was keine Kamera einfangen kann und was durch kein Umherstreifen, um mit Sadhus oder Heiligen zu leben, erreicht werden kann. 9 Die Sufi-Botschaft, die von Hazrat Inayat Khan, dem ltesten Bruder des Autors, Musharaff Khan, in den Westen gebracht wurde, trgt in sich einige der Feinheiten und einige der leuchtenden Aspekte, mit denen diese Seiten uns innerlich inspirieren mchten. Ohne Zweifel wird fr die Sufis Der Zauber Indiens Aus dem Leben eines Sufi von unschtzbarem Wert sein. Das Buch wird helfen, die Sufi-Mystik, die Weltsicht der Sufis und die Sufi-Bewegung zu verstehen. Mgen die Leser durch diese Seiten eine Inspiration fr ihr Leben finden. Pir-o-Murshid Fazal Inayat Khan, 1971Einfhrung in die erste Auflage Unser Interesse an Indien scheint gerade jetzt fast tglich zuzunehmen. Und mit der Zunahme wchst das Bedrfnis nach einem besseren Verstndnis der wahren Herzen der indischen Menschen, denn von diesem Verstndnis hngt die Zukunft unserer Beziehungen ab. Viele Bcher wurden ber den Osten geschrieben. Einige sind absichtlich sensationell, andere sind Beschreibungen, andere behandeln die sozialen Bedingungen, und es gibt Bnde, die Interpretationen der orientalischen Religion und Philosophie behandeln. Aber es gibt etwas, das selten bermittelt wurde: die natrliche Inspiration, die sich aus dem familiren und sozialen Leben Indiens entwickelt, wenn es in Resonanz mit hohen spirituellen Idealen gelebt wird und die Unschuld der Kindheit sowie das sensible Gemt der Jugend beeinflusst. Dies ist es, was die Seiten von Musharaff Moulamia Khan fr jeden so wertvoll macht, der mit Sympathie an diesem indischen Geschehen interessiert ist. Prinzen, Fakire, Mystiker, Musiker bewegen sich ber die Szene. Wir erhaschen einen Schimmer von glnzenden Festumzgen und pittoresken Zeremonien. Aber der tiefste Eindruck und gleichzeitig der am 10meisten berhrende ist eine Art Unberhrbares, das mit einem Duft verglichen werden mag. Parfum. Vergleichbar einem Parfum, wie ein Sufi-Mystiker es beschrieben hat, als von einer Verbindung mit der Rose. Es ist sicherlich zu subtil, um alles herauszufinden: Denjenigen, die es herauszufinden vermgen, gewhrt es die Einsicht in einen Aspekt indischen Lebens, den viele Seiten einer intellektuellen Analyse nicht so adquat vermitteln knnen. E. A. Mitchell, Schriftsteller und Journalist, 1932Vorwort zur zweiten Auflage 1971 Diese Auflage enthlt neue Texte vorwiegend auf-gezeichnet nach Murshid Musharaffs eigenen Worten. Am Ende des Buches unter dem Titel Aus dem Tagebuch eines Sufi findet sich sein Artikel, der 1933 publiziert wurde in The Sufi, einer halbjhrlich erscheinenden Zeitschrift ber Mystik. Im letzten Kapitel mit dem Titel Eine indische Pilgerfahrt geht es um seinen eigenen Bericht ber die Reise nach Indien nach einer Abwesenheit von 25 Jahren (zuerst verffentlicht in The Sufi, 1936). Es scheint, als ob die Welt niemals in grerer Notlage in ihrer Sehnsucht nach Reinheit und Schnheit war, wie sie in diesen Seiten ausgedrckt werden. In diesem Glauben mge dieses Buch sich jenen auftun, die fr die Botschaft offen sind. Claire MacKail 11Ein etwas anderes Vorwort zur deutschen bersetzung Erloschen ist das Licht, das mir den Weg erhellt. Begreifen kann ichs nicht, so dunkel wurd die Welt. Wie finde ich das Ziel, das du gewiesen hast? - Ein Strahl der Sonne fiel Hin auf die Blumenlast. Jetzt wei ich, du bist hier, und es ist nie zu spt. Dein Licht lebt fort in mir, Dein Segen nicht vergeht. Karima (Dez. 1967)Die obigen Zeilen habe ich nach der Trauerfeier fr Pir-o-Murshid Musharaff Khan geschrieben, der neun Jahre mein Murshid, mein geistiger Lehrer war. In dieser Zeit wurde er fr mich zum Vater. Mein eigener Vater starb, als ich erst sechs Jahre alt war. Ich habe kaum Erinnerungen an ihn und habe spter oft einen Vater vermisst. Aber dann trat Murshid in mein Leben und ihn konnte ich in allen Problemen und Entscheidungen um Rat fragen - vor meiner Heirat, vor unserer Umsiedlung in die Schweiz, vor unserem Hauskauf fast ohne Geld und vielen kleineren Ereignissen meines Lebens. Ich bin ihm immer gefolgt, selbst als es mir einmal sehr schwer gefallen war vor einer nderung meines Berufs. Doch heute nach einigen Jahrzehnten bin ich ihm auch dafr dankbar. Eine Zustimmung von ihm wre fr mich spter falsch gewesen. Lange habe ich mit dem Gedanken gespielt, sein zauberhaftes Buch Pages in the Life of a Sufi zu bersetzen, 12das mich vom ersten Lesen an zutiefst berhrt hatte. Aber die Zeit war noch nicht gekommen. Auf meinen vielen Indienreisen habe ich einiges vom heutigen Indien kennengelernt und musste erkennen, dass es mit Murshids Indien nicht mehr viel zu tun hat, obwohl sicher einiges im Verborgenen immer noch existiert. Die einzigartige Kultur, die tiefe Spiritualitt Indiens kann einfach nicht untergehen. Murshid Musharaff und seine Frau Shahzadi waren sehr oft bei uns zu Besuch. Ich habe fr sie indische Gerichte gekocht und wir haben Sufi-Veranstaltungen organisiert. Ebenso oft waren wir bei ihnen in Den Haag zu Besuch, haben dort bernachtet und wunderbare Gesprche gehabt. Ich bin sehr glcklich, dass ich meine Dankbarkeit fr alles, was er mir und meinem Mann geistig gegeben hat, mit dieser bersetzung zeigen kann.Karima Sen Gupta, 2013 13Das Leben meines Vaters, Rahmat KhanMein Vater, Rahmat Khan, wuchs in einer reichen musikalischen Tradition heran und war wie sein Grovater Mashaikh Nyamat Khan und sein lterer Bruder, Mashaikh Jafar Khan, Musiker und wurde in eine teils asketische, teils hfische Karriere gedrngt. Er lernte seine Kunst zu Fssen eines groen Meistersngers, der vor allem fr sein Wissen in jenem Zweig der alten heiligen Musik, die wir Dhrupad nennen, bekannt war. Dhrupad ist Musik aus der Schule, die in Indien existierte, bevor das Moghul-Reich entstand. Wie alle indische Musik wurde auch diese nie niedergeschrieben, obwohl sie ber Generationen vom Meister zum Schler weitergegeben und gelehrt worden war. In Indien lernen wir Musik in der Gegenwart des Meisters, wir hren ihm zu und ahmen ihn nach. Wir sagen, dies wird von Seele zu Seele gelehrt.Der Meister meines Vaters hie Sayn Ilyas, und er war nicht nur ein Musiklehrer fr meinen Vater, sondern auch sein geistiger Lehrer oder Murshid, weil Sayn Ilyas ein Mystiker und Heiliger war. Er hatte verschiedene Schler und war ein Fakir, ein Knig ohne Krone, der sich immer auf die Vorsehung Gottes verlie. Er lebte von den Gaben, die ihm geschenkt wurden. Wenn er mehrere Tage gefastet hatte, ging einer seiner Schler in die Stadt und trug dabei seinen Stab. Wenn sie den Stab des Sayn Ilyas sahen, schenkten die Hndler sofort alles Notwendige. In dem frher frstlichen Staat Kapurthala wird bis heute des heiligen Sayn Ilyas als eines groen Sufis und Dhrupad-Sngers gedacht.?*Manchmal besuchten die Knige dieses Landes, wie zum Beispiel der Maharaja von Kaschmir, diesen Murshid, brachten ihm Geschenke, Geld und Gold. All dies pflegte der Murshid sofort unter seinen Schlern zu verteilen und sagte ihnen, dass sie alles am gleichen Tage ausgeben sollten. Wenn Anita Singh, Direktorin der Indischen Musikgesellschaft, New Delhi* 14manchmal das Geschenk sehr gro war, verteilte es der Murshid unter den Einwohnern der Drfer in der nheren Umgebung. Dies tat er, um seine Unabhngigkeit zu bewahren und zu zeigen, dass er nur seiner gttlichen Kunst, der Musik, diente und im Dienst Gottes lebte. Denn es ist die Unabhngigkeit, die den Knstler ausmacht und seine Kunst bewahrt.Seine Lieder waren sehr besonders und klassisch und wurden von den musikalischen Menschen, die dazu imstande waren, sehr geschtzt. Sowohl Hindus wie Muslime waren seine Schler, und sie waren ihm alle sehr ergeben. Er lebte sein Leben als Asket, ein Mensch nicht von dieser Welt, er lebte in seiner gttlichen Musik. So lernte mein Vater von diesem Murshid und lehrte seinerseits uns, seine Shne. Denn wir drei, seine Shne, wurden ebenfalls Musiker.Mein Vater gehrte zu einer sogenannten Mashaikh-Familie, eine Bezeichnung, die wieder ganz unterschiedliche Bedeutungen haben kann, aber im Allgemeinen den mys-tischen und ritterlichen Widerstand gegen die religise Gesetz-orthodoxie mit einschliet. Er war 1843 geboren und seine Familie lebte lange auf dem Land im nrdlichen Punjab, in dem die Hauptorte Sialkot und Sambrial waren. Der Name meines Grovaters war Mahashaikh Bahadur Khan. Er lebte sein Leben in der alten Kombination von Sufi-Mystik und Ritterlichkeit: meditativ, musikalisch und kmpferisch und war seinen Idealen treu.Mein Vater war schon von frher Kindheit an Waise. Als sein Vater starb, kam er unter die Obhut seines ltesten Bruders Dschafar Khan, der 14 oder 15 Jahre lter war. Mein Vater erzhlte eine Geschichte aus jener Zeit, als er unter der Obhut von Dschafar Khan war, die vielleicht etwas von der indischen Betrachtungsweise, dem Familienleben und der Zu- neigung zueinander aufzeigen kann. Eines Tages, so ging die Geschichte, als Dschafar Khan nicht zu Hause war, kam der Junge zu spt zum Abendessen und deshalb war seine Schwgerin, meine Tante, rgerlich ber ihn. Mein Vater war 15von unabhngiger Natur und sehr feinfhlig und gefhlvoll. Er konnte das Missfallen, das seine Schwgerin zeigte, nicht ertragen. Er erwartete von ihr Zartheit, Rcksicht und Verstndnis. Tatschlich liebte sie ihn sehr, doch war er so empfindsam, dass er ihre Haltung nicht ertragen konnte. So sprang mein Vater, impulsiv wie ein Junge sein kann, auf und schwor, dass er von niemandem mehr einen Gefallen annehmen wrde und rannte aus dem Hause. Als der ltere Bruder zurckkam, sah er, dass der Junge schon seit einiger Zeit nicht mehr da war, und dass es keine Neuigkeiten von ihm gab. Mein Onkel hielt es mit dieser Unrast und Sorge nicht aus, doch es blieb ein Rtsel, wie der Junge gefunden werden knnte. Vielleicht war er in den Straen einer der Stdte verschwunden, die sich unweit von ihrem Haus auf dem Land befanden. Oder vielleicht war er sogar weiter fortgegangen und hatte das Land Punjab verlassen. Indien besteht, wie bekannt ist, aus vielen Lndern. Es war schwierig, sich ohne Hinweis vorstellen zu knnen, wohin ihn die rebellische und abenteuerlustige Natur der Jugend gefhrt haben mochte. In Indien gehen die Glubigen oft zum Grab eines Heiligen, um ihm ihre Gebete darzubringen, damit ihre gerechten Wnsche erfllt werden. Es ist unser Brauch in schwierigen Augenblicken und hoffnungslosen Umstnden dieser verwirrenden Lebenspfade, so dass wir Inspiration und Trost empfangen knnen. So entschied mein Onkel, nachdem er die ersten Tage mit der Suche verbracht hatte, das Grab eines Sufi-Heiligen zu besuchen, und dort fr den Knaben, seinen Bruder, zu beten. Zuvor arrangierte er alles fr das Wohlergehen seiner Frau und seiner Kinder. Dann brach er auf zum Grabmal des Heiligen und sa tage- und nchtelang am heiligen Ort, fastete und ging auf in den Gebeten im Gedanken an die Sicherheit seines Bruders, und kmmerte sich zu jener Zeit um nichts anderes. Der jngere Bruder begann zur gleichen Zeit, sich unruhig zu fhlen, wie wenn etwas Strkeres als er selbst ihn 16fortzuziehen begann. Schlielich brach er auf, um zum Haus seines Bruders zurckzukehren, wie gegen seinen eigenen Willen und seine Gefhle. Als er vllig bermdet wieder zu Hause ankam, weil er wirklich von weit her gekommen war, war seine erste Frage: Wo ist mein Bruder? Der kleine Sohn meines Onkels, Meher Bakhshe, der spter der Ehemann meiner Schwester wurde, freute sich, den Knaben zurckkehren zu sehen und rief aus: Mein Vater war am Grab des Heiligen, seit Du weggingst. Ich werde hinlaufen und es ihm sagen. Dieses Kind war so glcklich, die gute Nachricht seinem Vater zu bringen und rannte die ganze Strecke zum Grab des Heiligen, obwohl es gute sieben Kilometer bis dahin waren. Dort fand es seinen Vater, der in Gebet und Meditation sa. Er ist zurckgekehrt, rief das Kind aus. Dschafar Khan erhob sich von seinen Gebeten, sprang auf seine Fe und rannte sofort los, um seinen Bruder willkommen zu heien. Er berholte seinen Sohn und lie ihn auf der Strae zurck, als er in seiner groen Freude nach Hause rannte, seinen Bruder zu sehen. Als er ihn dann erblickte, fiel er ohnmchtig hin, weil er viele Tage lang gefastet hatte. Sein inneres Gelbde, seinen Bruder zu finden, hatten den Heiligen und die kosmische Welt angesprochen, um es Wirklichkeit werden zu lassen. So wurde ihm der Wunsch, seinen Bruder wiederzuhaben, erfllt. Daraus knnen wir erkennen, dass hinter uns allen ein Leben, ein Geist, ein Strom steht. So erfllte sich alles harmonisch, um den Wunsch des lteren Bruders zu erfllen, der fastete und betete. Daraus knnen wir auch erkennen, was die geistige Kraft und die Strke der Liebe tun knnen: sie knnen Wunder auf dieser irdischen Ebene bewirken. Die Liebe ist in sich selbst beides, die Kraft und das Wunder. Obwohl der Murshid, von dem mein Vater lernte, ein Fakir war, wurde mein Vater selbst keiner. Nachdem er in seiner Kunst fortgeschritten war, wurde er ein Ustad oder professioneller Lehrer. Sobald er von seinem Murshid genug gelernt hatte, begann er eine Tournee, wie dies unser Brauch ist, hnlich dem der damaligen Troubadoure und der heutigen 17Konzertsnger im Westen, um in den Stdten, durch die er reiste, zu spielen und zu singen. In den alten Zeiten war es in Indien Brauch, dass die Eltern, wenn sie mit einer anderen Familie befreundet waren, oft Wnsche hatten in Bezug auf die Heirat ihrer Kinder. Sie sprachen manchmal sogar davon, bevor ihr Kind berhaupt geboren war. Wenn nun in einer Familie ein Sohn war und in der anderen eine Tochter, begannen beide Familien darber zu sprechen, dass ihre Kinder heiraten sollten. So hatte die Mutter meines Vaters mit den Eltern einer Familie gesprochen, die eine Tochter hatten, und sie sagte ihnen, dass ihre Tochter ihren Sohn heiraten solle. Doch Rahmat Khan war in seiner frhen Jugend sehr vom Reisen angetan und hatte nicht die Absicht, so frh zu heiraten. Er verlie das Land fr viele Jahre, und es ergab sich, dass er sich weit von seinem Geburtsort entfernt niederlie. Doch da die Eltern der Familien miteinander gesprochen hatten, was er nicht sehr ernst genommen hatte, nahm jedoch das Mdchen, das von seinen Eltern ber ihre zuknftige Heirat mit Rahmat Khan gehrt hatte, ihr Ideal das ganze Leben lang ernst und heiratete niemanden. Sie sagte, dass wenn ihr Name ein- mal in Verbindung mit ihm ausgesprochen worden war, dies fr ihr ganzes Leben gelten wrde, und sie daher keine neue Verbindung wolle. Dies war ihr Ideal und dies hielt sie aufrecht bis zu ihrem Tode. Als sie hrte, dass Rahmat Khan verheiratet war, ergab sie sich in den Willen Gottes.Dies ist etwas sehr seltenes, etwas Heiliges, auch bekannt als Rajputen-Ideal. Als man meinem Vater davon erzhlte, war er sehr unglcklich und traurig darber. Sie lebte im Gottesideal und war damit bis zu ihrem Ende glcklich sie war eine heilige Seele. Die Jungen hatten immer volles Vertrauen in die Fhrung ihrer Eltern und lteren fr ihr zuknftiges Glck.Fr seine Mutter war die Trennung von ihrem Sohn sehr leidvoll und ihre Liebe zu diesem Kind und die Trennung machten sie fast blind vom Weinen. Sie hatte keinen Lebens-willen mehr. Jedes Mal, wenn sie sich ihrer bewusst wurde, rief 18sie nach ihrem Sohn Rahmat Khan. Schlielich verlie sie ihr irdisches Leben, und er sah sie nicht wieder. Er war der Jngste, und in seiner Jugend nahm er ihre Liebe und ihre Agonie nicht wahr. Er dachte, er knne dann spter zurckkommen, wenn er seinen eigenen Weg gemacht hatte. Er verstand damals nicht, dass ihre Liebe fr ihren Jngsten so gro war, weil sie bei ihrem ltesten Sohn, Dschafar Khan, lebte. Spter verstand mein Vater all dies und oft weinte er im Gedanken an seine Mutter. Besonders als er seinen Sohn Karamat Khan verlor, kam ihm oft der Gedanke an seine Mutter und brachte ihn zum Weinen, und er sagte dann, dass es unertrglich sei, daran zu denken, wie er seiner Mutter Leid zugefgt hatte. Als er dann wegen seiner Tournee aufbrach und nach Ajmer kam, dachte er, dass er die Stadt nicht verlassen knne, ohne das Grabmal von Moinuddin Chishti zu besuchen, einem groen Sufi und Begrnder jener Schule des Sufi-Denkens, das Chishti genannt wird und von der mein Bruder, Hazrat Inayat Khan, sein Ijazat (Diplom) bekam. Dazu fragte sich mein Vater, damals noch ein junger Mann, in welche Richtung er seine Schritte lenken sollte, und wohin in Indien er wohl auf seiner Tournee gehen solle. Als er neben dem Sarg des Sufi-Heiligen stand und seine Ehrerbietung zeigte, erfllte ihn der Wunsch, vom Heiligen ein Zeichen zu erhalten. Als er lnger dort stand, ehrfrchtig und erwartungsvoll, fhlte er sich pltzlich etwas benommen, wie wenn seine Krpersinne etwas dumpf geworden seien. Fr einen Augenblick war alles wie ausgelscht vor ihm. Dann schien er die Form des Heiligen zu erkennen, die aus dem Boden neben ihm emporstieg, sein Gesicht war mit Blumen verschleiert. Der Heilige schien sich in eine sitzende Position zu rcken, hob mit beiden Hnden den Schleier aus Blumen und zeigte sein Gesicht meinem Vater. Es schien meinem Vater auch, dass bevor die Vision vorbei war, der Heilige eine Geste in eine bestimmte Richtung machte, und als er dieser folgte, brachte es ihn nach Baroda. So kam es, dass mein Vater, ein Mann aus 19dem Punjab, das erste Mal nach Baroda kam, wo er spter seine Frauen fand, Moula Bakhshs ltere und mittlere Tochter, und wo seine Kinder geboren wurden und aufwuchsen. Als mein Vater das erste Mal nach Baroda kam, hatte er nicht die Absicht, dort zu bleiben. Er traf jemanden, der ihn beriet und zum Hause des Vaters meiner Mutter, Moula Bakhsh, brachte, der zu jener Zeit der Musiklehrer des Maharaja Gaikwar war, die Hauptfigur in der musikalischen Welt jener Zeit. Seine Zeitgenossen nannten Moula Bakhsh den morning star den Morgenstern, weil sie glaubten, dass er die Musik Indiens wieder zu ihrer vollen Identitt fhren wrde. Das erste, was Moula Bakhsh anzog, war die Persnlichkeit meines Vaters. Erst spter entdeckte er in ihm einen der feinsten Interpreten jener Zeit in der Musik, die Dhrupad genannt wird.Im Haus von Moula Bakhsh in Baroda wurden Darbars gehalten, Treffen der Gelehrten Indiens, Dichter, Philosophen, Musiker, Denker aller Richtungen. Ohne die Empfehlung von Moula Bakhsh und seiner Familie wrde der Maharaja keinem Musiker erlauben, an seinem Hof zu spielen. Bei einer dieser Gelegenheiten spielte und sang mein Vater und verdiente sich damit viel Lob. Nach diesem ersten Erfolg brachte Moula Bakhsh meinen Vater zum Hof des Maharaja Gaikwar. Nachdem dieser seine Musik gehrt hatte, fragte er ihn mit aller Hflichkeit und Wertschtzung, mit der er die Liebe seines Volkes gewonnen hatte, ob sich mein Vater freuen wrde, zum Hof zu gehren? Dies festigte die Stellung meines Vaters in Baroda. Er blieb immer ein ruhiger und zurckhaltender Mann, aber jemand, der leicht und schnell Freunde gewann. Als Snger wurde er vor allem bewundert fr sein Singen auf der Note, wie wir es nennen d.h. seine auergewhnliche Reinheit des Tons. Wegen seines feinen mu-sikalischen Ohrs war es sehr schwer fr ihn, Noten zu ertragen, die nicht rein waren. In seinem Unterricht war er oft sehr streng mit seinen Schlern, auch mit seinen Kindern. Wenn sie einen 20Fehler machten, wurde er sehr heftig, so wie einige italienische Maestros in frheren Zeiten. Er sagte jeweils: Ich habe die Musik gelernt durch Geduld, Gehorsam, Liebe und Respekt, und dadurch, dass ich selbstlos wurde. Auf diese Weise wurde ich im musikalischen Wissen von Dhrupad, dem alten Stil inspiriert. Ich habe gelernt, indem ich meinem Lehrer gedient habe. Es nahm einen groen Teil meines Lebens in aller Demut und Selbstverleugnung in Anspruch. So wnschte er, dass wenn die Kinder von ihm lernen wollten, sie mit der gleichen Haltung zu ihm kommen sollten, um das gleiche Wissen zu erlangen. Er sagte jeweils: Es ist nicht mein Ziel, euch auf die einfache Art vorzubereiten und euch all dies zu geben, weil ihr meine Kinder seid. Das ist nicht mglich. Als Freund war mein Vater zuverlssig und ein Friedens-stifter. Wegen seiner Wahrheitsliebe hatten seine Freunde hohen Respekt vor ihm und ein Gefhl von verlsslicher Freundschaft und Vertrauen. Sogar die Bankiers hatten so groes Vertrauen in ihn, dass wenn unter seinen Freunden und Musikern jemand Geld ausleihen wollte, die Bankiers Rahmat Khan als Brgen akzeptierten. Der Bankier Bandhara Pershotam Bapu sagte jeweils: Wenn Rahmat Khan einverstanden ist, werde ich Dir das Geld geben. Sein Wort war so wertvoll, dass die Bankiers keine schriftlichen Vertrge wollten, lediglich das Wort von Rahmat Khan. Da er ein freundliches Herz hatte, half er seinen Freunden oft, doch gelegentlich musste er auch wegen seiner Freundlichkeit die Schulden eines Freundes von seinem eigenen Salr an den Bankier zurckbezahlen. Mein Vater wurde zum Friedensrichter ernannt in der Gemeinschaft der Musiker. Oft schlichtete er Auseinander-setzungen unter den Musikern und Sngern. Nicht einmal als junger Mann und Neuling in Baroda konnte ihn die ober-flchlichere Seite des Lebens verfhren, die eine Versuchung aller Knstler zu allen Zeiten und in allen Lndern ist. Der Hof war zu jener Zeit berhmt fr seine Brillanz, fr die Schnheit seiner Tnzerinnen, fr die Auffhrungen, Feste und den Glanz, 21der da herrschte. Es war jene ernsthafte Seite und Festigkeit im Charakter meines Vaters, sogar mehr als sein Erfolg als Knstler, die Moula Bakhsh veranlassten, ihn zu bitten, in seinem Haus zu leben und ihn spter als seinen Schwiegersohn zu akzeptieren. Aus der Ehe mit der ersten Tochter von Moula Bakhsh, Fatimabibi entstammte eine Tochter, Jennahbibi. Nach einigen Jahren starb Fatimabibi, und Rahmat Khan war sehr verzweifelt und wollte Baroda verlassen, um in sein Heimatland zurckzukehren. Aber mein Grovater war seinem noblen Charakter so zugetan, dass er nicht wnschte, von ihm getrennt zu sein. So arrangierte er die Heirat mit seiner zweiten Tochter, ihr Name war Khatidjabibi. Sie hatten vier Shne, der lteste war Inayat Khan, der zweite Maheboob Khan und der dritte hie Karamat Khan, sein Kosename war Papumiyan, der vierte Sohn war Musharaff Khan. Leider starb der dritte Sohn, als er etwa acht Jahre alt war, und spter starb auch unsere Mutter, weil sie den Verlust ihres Sohnes nicht ertragen konnte. Karamat Khan war ein sehr mutiger und brillanter Junge. Er kannte keine Angst und ritt sogar auf dem Rcken eines Schwanes. Diese von Natur aus wilden Tiere ertrugen dies ohne Protest. Als Ustad lebte mein Vater ein Leben der Praxis in der Welt, jedoch immer mit Achtung und Respekt fr die Religion. Er war immer bereit, Fakiren und Madzubs Gastfreundschaft zu erweisen. Er lud sie als heilige Mnner in sein Haus ein, und tat alles fr sie, was er konnte. Er lehrte uns, seine Kinder, groen Respekt vor ihnen zu haben und zu erkennen, welche Entwicklungen in einem Menschen mglich waren. Ein Madzub ist eine Seele, die sich ber dieses irdische Leben erhebt und in Einheit mit Gott lebt. Ein Madzub kann das Bewusstsein der weltlichen Menschen tuschen, sie denken, er sei geisteskrank. Ein Madzub wird selten einen Segen erteilen, doch mein Vater sprte, dass ihre Gegenwart ein Segen ist, und so brachte er uns zu ihnen, wenn sie in unser Haus kamen zum Ausruhen und Essen. 22 Er lehrte uns, sie zu beobachten, doch sie weder nach-zuahmen noch ihnen zu folgen, sondern eine Ausgeglichenheit im Leben zu bewahren und in nichts extrem zu sein. Es war sein hchster Wunsch, uns Kinder so aufzu-ziehen, dass wir ein glckliches und normales Leben haben sollten. Als er entdeckte, dass mein ltester Bruder als Knabe Gedichte geschrieben hatte, zerstrte er sie aus diesem Grund. Er wollte nicht, dass mein Bruder ein Dichter werde. Dichtung und Mystik erschienen ihm als Wege zu Tragdie und Sorge, die von einem aktiven, glcklichen und normalen Leben wegfhrten. Er hatte eine liberale Gesinnung. Zum Beispiel stellte er keine Regeln fr uns auf in Bezug auf die Heirat. Er war ohne Vorurteil gegenber Kasten und Ethnien, darin zeigte er seine Sufi-berzeugung. Diese Haltung brachte meinem Vater hohen Respekt ein in den Augen unseres Grovaters, ebenso wie in unserer Familie. Auf diese Weise wurde unser Vater bis zum Ende seines Lebens hoch geachtet. 23 24 25 26 27Anfragen fr Informationen ber die von Hazrat Inayat Khan gegrndete Internationale Sufi-Bewegung und Internationaler Sufi-Orden knnen an folgende Adressen geschickt werden:Sufi Orden Deutschland e.V.www.sufiorden.deSufi Orden sterreichwww.sufiorden.atSufi Orden Schweizwww.sufismus.chSufi-Bewegung Deutschlandwww.sufibewegung.deThe General Secretariat of the Sufi MovementInternational Sufi MovementGeschftsstelle: ihq@sufimovement.orgwww.sufimovement.orgTnze des Universellen Friedenswww.friedenstaenze.deVerlag HeilbronnPostfach 2162, D-71370 Weinstadtwww.verlag-heilbronn.de info@verlag-heilbronn.de 28