Der fiese Teddy lt die Maske fallen

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    04-Jan-2017

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Der fiese Teddy lsst die Maske fallen! Eine Kindergeschichte von Heiko Halfpaap 2000/2001 2 Kapitel 1 Pia ist ein kleines Mdchen, und die Geschich-te, die ich Euch ber sie erzhlen will, ist noch gar nicht so lange her. Pia war in den Herbstferien bei ihrer Oma auf dem Land. Sie mochte ihre Oma sehr gerne und auch das Haus und den Garten, in dem die Oma wohnt, aber nach einigen Tagen begann sie sich immer zu langweilen. Pia fehlten ihre Freunde aus der Stadt, mit denen sie immer spielte. Natrlich gab es in dem Dorf auch Kinder, aber wer ein kleines Mdchen ist, wei, dass es gar nicht so einfach ist fr ein kleines Mdchen, mit fremden Kindern Freundschaft zu schlieen. Es gab zwei Banden, und alle Kinder gehrten einer der beiden Banden an. In der einen Ban-de war ein rothaariger groer Junge der An-fhrer, der hie Peter. Wenn Peter Pia sah, rief er immer: "da kommt Frau Pipi", und Pia lief weinend weg. Die anderen Kinder lachten alle. Ja, und die zweite Bande bestand nur aus Doofmnnern, und mit denen wollte Pia nichts zu tun haben. In der zweiten Bande war Arne 3 der Chef. Die Kinder in Arnes Bande hatten immer alte Pappkisten auf dem Kopf und schossen unentwegt mit Stcken aufeinander, die ihre Laserkanonen waren. Manchmal be-amten sie sich auch durch den Garten, aber mehr war bei denen nicht los. Pia kletterte oft auf den groen Birnenbaum in Omas Garten und sah dann neidisch zu, wie Peters Bande eine Htte am Feldrand baute und alle Indianer oder Seeruber waren. So verbummelte Pia zwei Tage und dachte schon, es wrden genauso langweilige Ferien wie im Frhling, doch dann kam der Tag, an dem die Oma anfing, die alte Scheune auszu-rumen. "Komm mir doch ein bisschen helfen, Dirn!" sagte die Oma und meinte damit Pia. Lustlos schlenderte Pia zur Scheune und begann, mit der Oma einen alten Sessel auf die Strae zu zerren, wo ihn der Sperrmll morgen frh ab-holen sollte. Das Sofa ging noch schwerer herumzuziehen. Pia machte den Motor von dem groen Treg-ger nach, um mehr Kraft zu haben. Dann ka-men die alten Melkkannen an die Reihe und das Bild mit dem Hirsch drauf und die Ofen-rohre und dann dahinter der alte Teddy.... 4 Kapitel 2 Erst dachte Pia, es wre eine verhungerte Kat-ze, so verstaubt und voller Spinnweben war der Teddy. "Puh, was ist denn das fr ein alter Fleder-wisch!" rief die Oma als sie den Teddy sah. "Na den bring man noch raus und dann wasch dir gut die Hnde, Dirn. Ich koche uns schon einmal einen schnen Kakao!" und die Oma marschierte aus der Scheune. Pia stupste vorsichtig den Teddy an, aber es war wirklich keine verhungerte Katze. Dann nahm sie den Teddy an seinem zerlcherten Arm und hielt ihn in die Hhe. Er sah furcht-bar schmutzig und zerzaust aus. An manchen Stellen hatte er gar kein Fell mehr und aus ei-nigen Lchern sah man das Stroh, mit dem er ausgestopft war. Pia drehte ihn hin und her. Sein Gesicht konnte man nur zum Teil erken-nen, ein schwarzes Tuch verdeckte die Schnauze, so dass man nur seine Augen sehen konnte. Pia sah direkt hinein in die Brenau-gen, und der Br sah direkt in Pias Augen und dann war Pia ganz komisch. Du armer Ted-5 dy! rief sie und strich ihm die Spinnenweben zwischen den Ohren weg. Sie nahm den schmutzigen Teddy und drckte ihn ganz fest an sich, er stank furchtbar. Pia stand allein mit-ten in der Scheune, hielt den Teddy fest und schluchzte, weil der arme Teddy so bel zuge-richtet war. "Wir zwei sind Freunde, und ich pflege dich wieder gesund !" rief Pia und hob das Tuch von Teddys Schnauze, um ihm einen Kuss zu geben, aber unter dem Tuch waren fast nur Lcher und ganz wenig Schnauzenfell, und Pia deckte die Schnauze schnell wieder zu und drckte den Teddy noch fester an sich. "Pia kommst du? Trdel doch nicht so Dirn, es gibt Kuchen und der Kakao wird doch kalt!" rief die Oma aus der Kche. Pia sah entsetzt auf ihren neuen Freund. "Du kannst unmglich mitkommen, Teddy, Oma wrde dich sonst in den Mll werfen", erklrte sie und berlegte. Der Teddy sah ngstlich zu-rck. "Ich wei, ich verstecke dich in dem al-ten Holzstapel und nach dem Kaffeetrinken komme ich dann gleich wieder und hole dich!" beschloss Pia und rannte mit dem Teddy im Arm zu dem Holzsto. Sie schob den Teddy vorsichtig in eine Spalte zwischen den Holz-6 scheiten und legte ein Brettchen davor, damit ihn niemand sah. "Bis gleich!" rief sie und strich Teddy noch einmal ber den Kopf, dann lief sie zum Haus. Pia war ganz aufgeregt beim Kaffeetrinken. Die Oma erzhlte von ihrer bsen Nachbarin und dass sie sich eine neue Schrze kaufen wollte. Pia dachte nur an Teddy und wie sie ihn wieder gesund machen konnte. Zuerst musste er trocknen und dann musste sie sein Fell ausbrsten und dann ja seine Lcher.... "....ach, jetzt regnet es schon wieder in Str-men, und ich wollte doch die Mohrrben aus-graben.." hrte Pia ihre Oma sagen und fuhr aus ihren Gedanken auf. "Ach du schreck!" rief Pia und htte fast den Kakao umgestoen. "Es regnet ja! Da wird doch der arme Te...alles nass!" verbesserte sich Pia und sprang zum Fenster. "Ja, aber so schlimm ist es nun auch wieder nicht, Dirn. Die Mohrrben kann ich ja auch noch ein andermal ernten", wunderte sich Pias Oma. Pia berlegte angestrengt und biss sich auf die Unterlippe. "Ach, ich habe das Fenster von der Dachstube vergessen zuzumachen. Ich renn schnell hoch, es zumachen, nicht, dass es rein-7 regnet!" schwindelte Pia und bevor die Oma etwas sagen konnte, rannte sie aus der Kche. Ein richtiger Wirbelwind meine kleine Pia, dachte die Oma und lchelte. Pia sprang an der Haustr in Omas viel zu groe Gummistiefel und humpelte damit plat-schend durch die Pftzen, auf denen Blasen schwammen, so doll regnete es. Pia stand vor dem pitschnassen Holzsto und suchte das kleine Brettchen, das sie vor den Spalt gestellt hatte, hinter dem Teddy sa. Der Regen lief an ihren Zpfen hinab wie in einer Regenrinne und ihr Kleid war auch schon pit-schenass. Natrlich hatte sie keine Jacke ange-zogen, denn der arme Teddy sa ja hier drau-en und wartete auf sie. Sicher war er schon pitschnass. Wo war denn nur das Brett? Pia suchte und suchte, aber es war nicht zu finden. Sie schlurfte um den ganzen Holzsto, und da "schwubb" stolperte sie und "patsch" lag sie in einer groen schlammigen Pftze. "So ein Mist!" schrie Pia wtend und griff nach dem Brett ber dass sie gestolpert war, um es ganz, ganz weit wegwerfen zu knnen. Aber da merkte sie, dass das Brett gerade das Brett war, nach dem sie suchte. Verwundert sah sie das Brett an und dann ein Stck hher 8 auf den Holzstapel. Genau, hier in die Spalte hatte sie den Teddy gesteckt, aber er war weg! Pia war auer sich. Das gab es doch nicht, wer hatte denn ihren Teddy gestohlen? Sie sah ge-rade noch einmal ganz hinten nach, ob der Teddy vielleicht zwischen die Holzscheite ge-rutscht war, als sie etwas am Genick packte und krftig durchschttelte. "Ohne Jacke in dem Regen!" rief ihre Oma streng. "Und wie du aussiehst, ganz dreckig und vllig nass. Dirn, ich hab gedacht, du bist schon vernnftiger!" Oma sah Pia wtend an, dann bekam sie "klatsch, klatsch, klatsch!" den Po voll. "Angeschwindelt hast du mich auer-dem noch, dass man dich keine Minute allein lassen kann! Was wolltest du denn nur bei dem Wetter hier am Holzsto?" Pia weinte und jammerte: "Ich wollte doch den armen Teddy verstecken, damit er nicht auf den Mll kommt!" "Den alten Drecklumpen, du hast doch so schne neue Stofftiere mit, da brauchst du den Lumpen nicht noch rumzerren", schimpfte die Oma und zog Pia an einem ihrer Zpfe ins Haus zurck. Pia wurde in die Badewanne gesetzt und tch-tig abgeschrubbt, was sie gar nicht leiden 9 konnte. Sie musste die ganze Zeit ber weinen, aber nicht wegen dem Schrubben, sondern weil vielleicht ein wildes Tier jetzt den armen, kranken, nassen Teddy in seinen Bau zerrte und ihn dort in ganz kleine Fetzen riss, damit der Bau schn warm und weich ist. 10 Kapitel 3 In dieser Nacht trumte Pia von dem Teddy. Es war ein ganz komischer Traum. Mitten in der Nacht kam der Teddy zu dem offenen Dachbodenfenster in ihr Zimmer geklettert. Er schnaufte laut und schimpfte, weil es nicht so einfach ist, das steile Dach hochzuklettern. "Na Frau Pipi!" sagte er, nahm einen ihrer Zpfe und zerrte zur Begrung ordentlich daran. Pia schrie "Autsch!" und kroch in die hinterste Ecke von ihrem Bett. "Du wolltest mich bei dem Unwetter ersufen, aber so leicht lsst sich der fiese Teddy nicht unterkriegen!" schrie sie der Teddy an und hieb mit seinem Stoffrmchen auf das Kopf-kissen, dass es einen groen schwarzen Dreck-fleck bekam. "Erst tust du nett und dann stopfst du mich in den Holzhaufen, damit ich verschimmeln kann", schimpfte er weiter. "Aber so seid ihr alle, na wartet, der fiese Ted-dy wird es euch schon noch zeigen!" Der Br stieg zu Pia auf das Bett und fing an, wie auf einem Trampolin im Schlusssprung darauf herum zu hpfen, dabei sang er: 11 "Ich bin der fiese Teddy, bin zu keinem nett nie! Pia machte "ksch, ksch!" und versuchte den tanzenden und grlenden Teddy von ihrem Bett zu vertreiben, aber der lie sich gar nicht stren. "Ich raube und ich stehle, ich schreie und krakehle," sang der Teddy weiter und hpfte immer h-her. "Ich rger die bsen Kinder die alten Teddy Schinder!" berall wo Teddy hinsprang, gab es zwei schmutzige Teddypfotenalbdrcke auf der weien Bettwsche. Dann sprang der Teddy mit einem ganz groen Satz vom Bett und machte noch auf der Erde einen Purzelbaum. "Jetzt geh ich erst einmal nachsehen, ob ihr hier nicht irgendwo Schokolade versteckt habt!" erklrte der Teddy und marschierte zur 12 Tr. Er sprang an die Trklinke und stemmte sich mit einem Bein geschickt gegen den Tr-rahmen, so dass die Tr aufging. Dann lie er sich wieder auf die Erde fallen und ver-schwand auf dem Flur. Pia atmete erleichtert auf, ihre Knie zitterten richtig, war das ein schrecklicher Alptraum, doch da erschien Teddys Kopf schon wieder in der Trspalte. "Denk ja nicht, dass ich schon mit dir fertig bin, Miststck!" brummte er, dann machte er das Gerusch von einem Pups nach und verschwand endgltig. Pia sa schlotternd in ihrem Bett, aber da es ja nur ein Traum war, drehte sie sich nach einer Weile auf die andere Seite und schlief weiter. 13 Kapitel 4 "Dirn, was hast du denn jetzt wieder ange-stellt?" hrte Pia als erstes beim Aufwachen und dachte zuerst, es wrde noch zu ihrem komischen Traum gehren. Aber dann machte sie die Augen auf, und in der Morgensonne stand ihre Oma im Morgenmantel vor ihr. "So wenig bekommst du doch nicht zu essen, dass du dich in der Nacht in die Kammer schleichen und alle Lebensmittel durchwhlen musst!" "Aber ich hab doch gar ...." wollte Pia einwen-den. "Oooooch, und wie das Bett aussieht, auf dem bist du wohl mit schmutzigen Schuhen herum-gehopst? Du bist doch sonst so ein liebes Mdchen, was ist nur in dich gefahren?" "Das war ich doch aber nicht....!" "Das du jetzt auch noch schwindeln willst?" du hast ja noch das ganze Gesicht voller Schoko-lade! Wie kann man nur 5 Tafeln Schokolade essen, ist dir wenigstens schlecht geworden?" "Wirklich ich habe nichts gemacht, Oma!" 14 "Sooooo, dann komm einmal mit und sieh dir an, wie es in meiner Speisekammer aussieht!" mit diesen Worten packte die Oma Pias Ohr und marschierte mit ihr die Treppe hinunter zur Kche. In einer Ecke der Kche ist noch einmal eine Tr und dahinter eine kleine Kammer, in der die Lebensmittel aufbewahrt werden. Die Tr zur Kammer stand offen und die Lebensmittel lagen alle durcheinander auf der Erde. "Und das warst du auch nicht?" Oma sah Pia wtend an. "Nein, Oma wirklich nicht...!" "Klatsch, klatsch, klatsch!" bekam Pia schon wieder den Po voll, und das bekam sie sonst nie. Pia weinte jmmerlich und musste an ihren komischen Traum denken. Ob der fiese Teddy wirklich zu ihr gekommen war? 15 Kapitel 5 Nach dem Frhstck hatte sich Pias Oma wie-der beruhigt. Sie wusch das Frhstcksgeschirr ab, und Pia trocknete ab. Die Oma erzhlte wieder von ihrer bsen Nachbarin, die heim-lich mit einer Gartenschere ber den Zaun langte und Omas schne Rosen abschnitt. Pia hrte nur halb zu, sie musste immer noch an den Teddy denken, es konnte doch nicht sein, dass wirklich der Teddy zu ihr ins Zimmer ge-kommen war und die Schokolade genascht hatte. Je lnger sie darber nachdachte, um so sicherer war sie sich, dass Teddys keine K-chen verwsteten. "Ratten!", fiel es Pia ein, sicher hatten sich Ratten in das Haus geschli-chen und sich in der Kche zu schaffen ge-macht. Ich werde die Ratten fangen und Oma beweisen, dass ich nicht der Schokoladendieb bin, beschloss Pia und bekam bei dem Gedan-ken eine Gnsehaut, sie hatte natrlich groe Angst vor Ratten. Als der Abwasch fertig war, ging Pia in den Garten. Die Sonne schien, und sie hatte schon bessere Laune. "Ich werde es euch schon zei-16 gen, ihr alten Ratten!" rief sie laut. "Um eins gibt es Essen, nicht vergessen, Dirn!" rief Ihre Oma zurck, die ein bisschen schwerhrig war und Pia falsch verstanden hatte. "Ist gut Oma!" antwortete Pia und kicherte. Sie lief in den Schuppen, weil da so viele Sachen herumlagen, vielleicht gab es da auch eine Rattenfalle. Pia durchwhlte die alte Kommode, in der es jede Menge Schrauben und Ngel gab. Sie kroch auf den alten Heuhaufen in der Ecke, der schon ganz muffig roch, nichts. Sogar bei dem alten Moped von Opa sah sie nach. Kurz, es war einfach keine Rattenfalle zu finden. Pia wischte die Spinnenweben von ihren Zpfen und klopfte den Staub aus ihrem Kleid. "Ich sehe schon wieder aus, als htte ich mich im Dreck gewlzt", stellte sie fest und lief verr-gert in den Garten. Am Gartenzaun stand Vol-ker und langweilte sich ganz offensichtlich. Pia sah ihn verdrielich an. Jetzt luft mir auch noch der alte Krbis ber den Weg, dachte sie. "Hallo Pia, na was machste!" rief Volker freundlich ber den Zaun und wackelte auf-munternd mit seinem groen Kopf, der wirk-lich ein wenig an einen Krbis erinnerte. 17 "Na heute ohne Raumanzug oder sind deine Freunde ohne dich in ihrem Raumschiff ab-gehauen?" gab Pia verdrielich zurck. Volker gehrte zu Arnes Bande und wenn er Pia fr-her gesehen hatte, war er immer dabei gewe-sen, sein Lasergewehr auf sie leerzuschieen und schrie dabei so was wie: "Da ist das Mon-ster, ich hab ihm schon einen seiner Kpfe abgesbelt...!" oder "Da feuert einer von den Mutanten, schickt noch eine Protonenhandgra-nate hinterher, wir mssen ihn vereisen!" "Nee, die sind mir zu langweilig, die spielen ja immer nur dasselbe. Wollen wir nicht was zu-sammen spielen?" fragte Volker weiter. "Nein, ich habe keine Zeit zum Spielen. Ich muss was gegen die Ratten in unserer Kammer machen", antwortete Pia und wollte schon wei-tergehen. "Was Ratten?" Volkers Augen leuchteten. "So richtig fette, mit langen gelben Zhnen und widerlich drren Schwnzen?" "Ja, ganz abscheuliche, und ihre Augen leuch-ten im Dunkeln, und sie knnen in einer Mi-nute fnf Tafeln Schokolade fressen!" Pia war auf einmal stolz auf ihre Ratten. "Voll stark!" rief Volker begeistert. "Hast du sie schon gesehen?" 18 "Nee!" Pia machte ein wichtiges Gesicht. Das sind ganz kluge Luder, die lassen sich nicht angaffen, die schlagen blitzschnell zu und "Zack!" weg sind sie", dabei klatschte Pia in die Hnde. Volker stand mit offenem Mund da und sah aus, wie ein Krbis zu Halloween. "Willst du sie fangen, ....lebend fangen,.....und und in einen Kfig tun, ..... und und dann ab-richten und mit ihnen spazieren gehen? stot-terte Volker vor Aufregung. "Klar!" sagte Pia, obwohl sie nicht wusste, warum man mit Ratten spazieren gehen sollte. "Mann, wenn ich eine zahme Ratte htte, dass wre besser als die Marsmonster! Da wre ich der Bandenchef und nicht der blde Arne. Kann ich nicht mitmachen beim Rattenfan-gen?" bettelte Volker. Pia berlegte einen Moment. "Na gut, aber du musst zwei Rattenfallen besorgen, nein, besser vier, es wimmelt bei uns ja nur so von den Viechern. "Klar, mach ich!" rief Volker begeistert und rannte los. Nach ein paar Metern blieb er pltzlich stehen und kam dann langsam zu-rck. "Was ist denn?", wollte Pia wissen. 19 "Wenn ich unsere Rattenfallen hole, dann macht es "Schnapp!" und die Falle haut die Ratte tot. Wir brauchen sie doch lebend!" Mist! dachte Pia. Was soll ich mit lebenden Ratten, da hab ich mir was schnes einge-brockt. "Ja, aber man kann sie sich auch prima an den Grtel hngen , wenn sie tot sind", wand Pia ein. "Die stinken doch dann", widersprach Volker. "Du musst sie natrlich vorher prekurtieren", erklrte Pia und meinte damit prparieren. "Wie'n das?" fragte Volker missmutig. Pia sah in die Luft und berlegte. "Also, ... al-so, ...also zuerst muss man die tote Ratte am Schwanz nehmen und sie so auf einen Ziegel-stein legen, dass die Schnauze bersteht. Etwa sooo viel." Pia zeigte mit den Fingern wie viel. "Und dann mit einem anderen Ziegelstein or-dentlich draufdonnern! Bum! Bum! Bum!" machte Pia. "ks!" sagte Volker und rmpfte die Nase. "Und wenn sie dann flachgedroschen sind, muss man sie bei mittlerer Hitze", Pia erhob den Zeigefinger, "im mittleren Backblech drei Stunden lang ausdrren." 20 "Ich will sie aber lebend!" schrie Volker, und auerdem mag ich Ratten." Volker war ganz rot vor Wut und Pia bekam einen Schreck. "Schon gut, schon gut! Ich hab mir das nur ausgedacht mit dem prekurtieren", stammelte Pia. "Wir haben wirklich Ratten, und die ha-ben unsere ganze Schokolade gefressen. Oma denkt, ich war es!" Pia musste auf einmal weinen. "Platz da! Zurcktreten von der Bahnsteigkan-te! Vorsicht der 8 Uhr Schnellzug kommt angedampft!" Pia sah verdattert auf und verga ganz zu schluchzen. Ein kleiner Junge mit einer riesigen runden Brille kam auf seinem Fahrrad mit Sttzrdern angesaust. "So verlassen sie doch die Schienen!" schrie er und ahmte das Gerusch eines Zuges nach. Der Junge fuhr unter lautem "Tuut, tuut!" vor-bei. Wer war denn das?" fragte Pia verwundert. "Bodo!" sagte Volker und tippte sich dabei an den Kopf. "Der hat 'nen Klaps, weite?" Pia war gerade wieder eingefallen, dass sie ja eigentlich beim Heulen war, als Volker sagte: 21 "Und wenn wir uns selber eine Rattenfalle bauen?" "Genau", rief Pia, "das machen wir." 22 Kapitel 6 Natrlich gingen Pia und Volker in Omas Schuppen, um die Rattenfalle zu bauen. Im Schuppen gab es immer noch eine Menge Sa-chen, die man gut gebrauchen konnte fr eine Rattenfalle und Werkzeug war auch da. Volker wollte zuerst Opas altes Moped als Motor fr die Rattenfalle verwenden. Pia war froh, als es nicht ansprang. Dann fing Volker an, alte Bretter aneinander zu nageln und tat dabei sehr wichtig. Pia wusste nicht so recht, was sie machen soll-te. Es war ja nur ein Hammer da. Auerdem sagte Volker auch nicht, wie die Falle mit den Brettern funktionierte, nur immer: "Das kommt dann oben... und das rum... und das siehst du dann schon." Pia wollte sich sicherheitshalber eine eigene Falle ausdenken, falls aus der von Volker nichts wurde. Sie kletterte in dem Schuppen ber den alten Heuhaufen, da es ja sein konnte, dass dahinter etwas lag, das gefhrlich genug war fr eine Ratenfalle. 23 Pia war schon halb ber den Haufen, als Vol-ker mit "Jauh!" aufheulte und den Hammer wegwarf. Pia schrak herum, sah, wie sich Vol-ker den Daumen hielt und rutschte "schwups" in die Ritze zwischen den Heuballen. "Ihhh!" rief Pia und "Jau!, Jau!" schrie Volker und dann war es ganz staubig und duster. "Pia? Pia, he Pia, wo bist du?" rief Volker ngstlich. "Hier unten! Ich bin in den doofen Spalt ge-rutscht", rief Pia zurck und dachte: Alter Jammerlappen, das ist deine Schuld. Volkers grinsender Krbiskopf erschien ber dem Spalt. "Du siehst ja lustig aus da unten." "Hilf mir lieber raus!" sagte Pia rgerlich. Und als Ihr Volker die Hand entgegenstreckte, fiel ihr Blick auf etwas ganz sonderbares. "Da bist du ja!" schrie Pia. "Natrlich bin ich es!" wunderte sich Volker. "Teddy, Teddy, da hat dich also doch ein wil-des Tier hier in das Heu gezerrt." Pia griff nach dem Teddy, den sie gestern in dem Holz-stapel versteckt hatte und zog ihn aus dem Heunest, in dem er sa. Volker wollte gerade sagen, dass er kein Ted-dy sei, als er sah, was Pia gefunden hatte. Zwi-schen den Heuballen war eine Nische, in der 24 ein alter , hsslicher Teddy mit einem schwar-zen Lappen vor der Nase lag. "Fass das lieber nicht an, Pia. Von altem Mll kann man krank werden . Wer wei, wer das da hingeworfen hat." "Halt die Klappe!" schrie Pia, presste den Teddy an die Brust und krabbelte aus dem Heu. "Ist ja schon gut", maulte Volker und half ihr vom Heuhaufen herunter. "was is'n das fr'n Vieh", wollte Volker ein-lenken als Pia dem Teddy die Heuhalme aus dem Fell las. Das ist kein Vieh, sondern mein lieber Teddy. Gestern hat ein wildes Tier ihn verschleppt und wenn ich ihn nicht gefunden htte, dann htte es ihn in kleine Stcke gerissen und da-mit seinen Bau ausgepolstert." "Ein wildes Tier?" Volker besah sich jetzt in-teressiert den Teddy. "Was denn fr ein wildes Tier?" Pia berlegte einen Moment. "Der Rattenk-nig!" antwortete sie mit tiefer Stimme. "Der Rattenknig? fragte Volker. "Ja, bei uns gibt es so viele Ratten, dass sie einen Knig brauchen. Das ist natrlich die 25 grte und gefhrlichste Ratte von allen, klar?" "Ja klar. Darf ich ihn auch einmal halten?" bat Volker. "Na ja, vielleicht spter einmal, wenn er sich ein bisschen erholt hat", erklrte Pia. "Wenn man es mit dem Rattenknig aufgenommen hat, braucht man erst einmal ein bisschen Ru-he." "Ja klar", sagte Volker und sah bewundernd Pias Teddy an. "Sind vielleicht ein paar Zah-nabdrcke zu sehen? Ich meine, von den riesi-gen Zhnen vom Rattenknig", bohrte Volker weiter. "Nein, und jetzt lass ihn. Er hat schreckliche Erlebnisse hinter sich." Pia drehte sich weg und setzte den Teddy oben auf den Schrank. "So von hier aus kann er uns zusehen, und dass du ihn ja nicht anfasst!" "Ja, ja", Volker war jetzt eingeschnappt. "Ich hatte auch einen Teddy, der hie Spock", er-zhlte er stolz. "Der ist immer von meinem Kinderzimmerfenster bis zum Gartentor ge-beamt worden. Einmal hat er eins seiner Glas-augen verloren, da hab ich ihn nicht weit ge-nug geschmissen..., h gebeamt und da ist er 26 auf dem Wegpflaster gelandet. Aber seit vor-gestern ist er weg." "Was macht unsere Rattenfalle? Zeig mir doch einmal, wie sie funktionieren soll", wollte Pia. Volker ging zu seinen Brettern. "Also, das hier ist der Transformator, und da geht dann hier die Hauptleitung ber den Konverter zum Hy-perraumbeschleuniger und der projiziert die Ratte dann hier...", Volker ging um die Bretter herum, "nein hier in eine Parallelwelt, aus der wir sie dann jederzeit zurcktransformieren knnen." Pia stand wie vom Donner getroffen da. "Pia! Piiiia! Dirn das Essen ist fertig!" rief die Oma vom Haus herber. "Treffen wir uns nach dem Essen wieder hier und bauen wir dann die letzten Spulen in unse-re Falle?" wollte Volker wissen. "Ja, ja", sagte Pia, drehte sich um und rannte verdrossen aus dem Schuppen. "Halt!" rief sie uns flitzte zurck. Da sa er noch, ihr Teddy und starrte auf Volkers Mll-hufen. "Komm mein Schatz", sagte Pia, nahm den Teddy in den Arm und lief mit ihm zum Haus. "Diesmal lasse ich dich nicht mehr al-lein. Du bleibst jetzt immer bei mir und ich passe auch auf, dass der Rattenknig dich 27 nicht kriegt", flsterte sie ihm in sein zerfran-stes Ohr. 28 Kapitel 7 In Omas Haus lief Pia schnell in ihre Kammer und versteckte den Teddy unter der Bettdecke, dann schnell Hndewaschen, das Heu aus dem Haar gewischt und das Kleid ausgeklopft. Oma wartete schon mit dem Essen. Heute gab es zu den Kartoffeln und dem Schnitzel Mohr-rben frisch aus dem Garten. Oma sah Pia kurz an, sah, dass sie ganz schmutzig war und "klatsch, klatsch, klatsch!"... Nein, diesmal nicht schon wieder. Oma hatte gute Laune, weil ihre bse Nachba-rin nicht da war und sagte nur, wie du wieder aussiehst Dirn, als htte man mit dir den Ka-min gefegt. "Und weit du Dirn, dann hab ich noch gese-hen, wie Teddy im Garten von der alten Hexe einen Knochen vergraben hat", erzhlte die Oma frhlich beim Essen. "Teddy?" rief Pia entsetzt und htte fast den Topf mit den Mohrrben umgestoen. "Ja, Teddy, das ist doch der schwarze Hund von Lohes, die wohnen zwei Huser weiter", 29 Oma kicherte. "Teddy hat seinen Knochen di-rekt im Blumenbeet verbuddelt." Nach dem Essen ging Pia gleich rauf in ihre Kammer, um nach ihrem Teddy zu sehen. Sie hatte richtig Herzklopfen, als sie die Bettdecke aufschlug, aber da lag ihr Teddy noch und sah ihr vergngt aus seinen kleinen schlauen Au-gen entgegen. "Du brauchst einen Namen", erklrte Pia und drckte ihren Teddy an die Brust. "Du kannst ja nicht Teddy heien, so heit ja schon der Hund." Pia sah auf ihr Bett und da war ein hsslicher nasser Fleck, wo der Teddy gelegen hatte. "Vielleicht soll ich dich Dreckspatz nennen", berlegte sie. Teddy starrte sie verrgert aus seinen Glasaugen an. "Nein, das ist kein guter Name." Da fiel Pia ihr Traum von der letzten Nacht ein. "Genau, ich nenne dich: Fieser Teddy! Das passt zu dir und ist nicht so langweilig, wie Bummi oder Schniefi. Der Fiese Teddy!" rief Pia, "das klingt nach Abenteuer, und du bist ja sogar dem Rattenknig begegnet." Pia setzte den Fiesen Teddy in die Sonne auf das Fensterbrett. 30 "Hier kannst du erst einmal trocknen, und heu-te Abend stopfe ich dann die Lcher in deinem Pelz", versprach Pia. Sie stellte die Vase mit den Strohblumen vor den Teddy, damit die Oma ihn nicht sah, wenn sie in die Kammer kam. "Ich muss jetzt weiter an meiner Rattenfalle bauen, aber du brauchst keine Angst zu haben, hier oben findet dich der Rattenknig nicht." Pia berprfte noch einmal, ob man den Fiesen Teddy auch wirklich nicht sah, dann rannte sie die Treppe hinunter. "Ich gehe raus spielen!" rief Pia der Oma in der Kche zu, als sie durch den Flur flitzte. "Mach dich nicht wieder so schmutzig, Dirn. Spiel doch mal was mit deinen Puppen, wie die anderen ltten Mdchen." "Ja, ja ein andermal Omi!" und schon war sie auf der sonnigen Wiese und raschelte mit den Fen durch das Laub von dem groen Wal-nussbaum. 31 Kapitel 8 Im alten Holzschuppen tanzten die Staubkrn-chen ber Volkers Mllhaufen, aber Volker war noch nicht wieder da. Pia lief eine Weile im Schuppen auf und ab und wartete, dass ihr eine Idee fr eine Rattenfalle kam. Die Idee kam nicht, und Volker lie immer noch auf sich warten. "Wer wei, auf welchen Planeten der sich ge-beamt hat, um Krbisse zu pflanzen!" schimpfte Pia. Dann wurde ihr das Warten zu lange, und sie ging zum Zaun. Da war das Haus von Meiers auf der anderen Straenseite und Teddy, der gerade daran pinkelte. Ihr wisst ja, der Hund Teddy. Hinter Meiers Haus konnte man schon die Htte von Peters Bande sehen. "Wo bleibt der blde Krbiskopf nur?" Pia war jetzt richtig sauer. "Ich werde dir jetzt mal was streng geheimes zeigen!" Pia drehte sich erschrocken zur Seite, dann verdrehte sie die Augen. Bodo schon wieder. Er stand vor ihr und hielt feierlich etwas in ei-32 nem dreckigen Lappen gewickelt Pia entge-gen. "Na, Bodo, was willst du mit denn schnes zeigen?" fragte Pia verdrielich. "Ich zeig es nur dir, weil es wirklich streng geheim ist!" betonte Bodo und seine riesigen Augen hinter der Brille leuchteten. "Du wirst doch mit keinem darber sprechen?" "Neeeein!" Pia wurde die Sache langweilig. Bodo wickelte vorsichtig den Lappen von ei-nem morschen Stock. "Es ist ein Glcksge-wehr", flsterte er und hielt Pia den Knppel vor die Nase, damit sie ihn besser sehen konn-te. Na ja, ich war ja auch mal so klein, dachte Pia und wollte nach dem Stock greifen. "Nein, nein!" schrie Bodo. "Du darfst da doch nicht rankommen!" und er zog den Stock weg. Vorsichtig zeigte er ohne die Stelle zu berh-ren darauf. "Das ist doch der Auslser! Wenn du da rankommst, ballert es los!" "Ach so, na gerade noch mal gut gegangen, was?" sagte Pia und dachte: Ist der aber schn bld. Bodo wickelte wieder sehr vorsichtig das Glcksgewehr in den Lappen, als aus Meiers Haus Felix zu ihnen herber kam. 33 "Na, was habt ihr denn da?" wollte Felix wis-sen und zeigte auf Bodos eingewickeltes Glcksgewehr. "Och nur nen alten Stock", sagte Bodo und zwinkerte Pia verschwrerisch zu. "Und was macht ihr hier?" wollte Felix wis-sen. "Ich warte auf Volker", sagte Pia. "Und was willst du von Volker?" fragte Felix und popelte mit dem Finger die blttrige Farbe vom Zaun. "Wir bauen an einer Rattenfalle", Pia macht ein wichtiges Gesicht. "Wo sind denn hier Ratten?" Felix machte groe Augen. "Bei meiner Oma. Die Speisekammer ist rand-voll mit den Viechern", erklrte Pia. "Wir wol-len sie fangen, und Volker will mit ihnen spa-zieren gehen." Volker kam gerade den Weg entlang. "Was, Ratten fangt ihr?" rief Felix Volker ent-gegen. "Ja, aber erst mal nicht mehr als 10 Stck, sonst wird das Dressieren zu schwierig", er-klrte Volker und wackelte mit dem Kopf. 34 "Kann ich nicht auch mitmachen?" fragte Felix "Ich brauche auch nur eine Ratte, kann auch eine kleine sein." bettelte Felix. "Hm, hm", machte Volker und kletterte ber den Zaun. Pia sah Volker fragend an. "Ja, oder?" "Von mir aus", Volker tat ganz wichtig. "Aber du kannst nur eine Ratte abhaben, wenn wir genug fangen." "Ja, klar!" jubelte Felix und hopste ber den Gartenzaun. "Wo ist denn euere Rattenfalle?", wollte er gleich wissen. "Im Schupp... , nein, nein." Volker berlegte einen Moment. "Groe Erfindungen werden nicht in einem Schuppen gemacht. Im Labora-torium!" erklrte er ernst. "Das Laboratorium ist als Schuppen getarnt, um Spione abzulen-ken." "Gibt es auch Spione?" Felix staunte. "Jede Menge", flsterte Volker geheimnisvoll. Pia verdrehte die Augen zum Himmel. "Nun lasst uns endlich eine wirkliche Rattenfalle bauen. Komm, ich zeig dir Volkers Mllhau-fen", sie nahm Felix beim Arm und fhrte ihn zum Schuppeneingang. Volker huschte schnell an den zweien vorbei und fing zu erklren an, was von den Brettern 35 die Spule fr den Fusionsreaktor war und wo der Partikelbeschleuniger hingehrt. Pia tippte sich hinter seinem Rcken an den Kopf und Felix kicherte. "Ich wei was!" sagte Pia, hob den schweren rostigen Hammer von dem Kchentisch und hielt ihn hoch. "Wir machen hier einen Strick dran und oben einen Haken und dann das da unten fest." Volker erklrte immer noch: "... die Hyper-strahlen kommen hier durch, werden da ge-bndelt um... " "Und dann, wie soll es dann funktionieren", Felix versuchte sich Pias Falle vorzustellen. "Also pass auf, ich male es dir auf." Pia nahm ein Stck Holzkohle aus dem Bratwurstgrill und fing an, damit ber den Schuppenboden zu kratzen. Bald war eine Zeichnung fertig. 36 Pias Zeichnung: "So!" sagte Pia und betrachtete stolz ihr Werk. "Das hier ist der Kder, der ist in den Strick gewickelt." "Klasse! rief Felix und wenn die Ratte den Kder frisst, bums, bekommt sie den Hammer auf den Kopf..." "Genau!" Pia war natrlich stolz auf sich. "... man knnte auch den Dimensionsspalter hier anbringen... ", brabbelte Volker immer 37 noch und kroch dabei geschftig um seine Bretter. He Krbis, du latschst auf meine Zeichnung, rief Pia erbost. Volker sah erstaunt auf den Boden. Das haut nie hin! Ach nein, aber dein Schrotthaufen, das soll funktionieren, ja? Pia trat gegen Volkers Bretter. Volker nahm Felix den Hammer aus der Hand, der schon probierte, ein Stck Strick daran zu binden. Das ist die Ratte, sagte Volker mit hoher Stimme und stupste das Stck Holzkohle mit dem Fu an. Er hielt den Hammer darber und lie ihn fallen. Kraks machte es . Du hast die Ratte gefangen! kicherte Pia. Felix hob den Hammer an. Das ist nur noch Rattenmatsche, stellte er fest und schmierte die Krmel der Holzkohle mit dem Hammer breit. Was sollen wir mit zermatschten Ratten? Volker warf die Hnde in die Luft. Dann sind sie halt schon halb presskutiert, berlegte Pia. Ich will sie dressieren und nicht zermat-schen! schrie Volker. 38 Was ist denn presskurtiert? aber Felix be-kam keine Antwort. Vielleicht verirren sich die Ratten ja in dei-nem Mllhaufen und finden nicht mehr raus! schrie Pia zurck. Pfff Mdchen! machte Volker. Ich will auch keine zermatschten Ratten, berlegte Felix. Ihr alten Holzkpfe, heulte Pia los und rann-te aus dem Schuppen. So ne Heultriene, Volker fasste Felix am Arm. Komm, hilf mir hier mit dem Fasen-konverter. Ich krieg den Nagel...h den Frakti-albolzen nicht durchgedroschen. Holzkopf! sagte Felix und rannte hinter Pia her. 39 Kapitel 9 Pia stand schluchzend im Garten. Was`n los? Ach Bodo, bist du immer noch da? Nein nicht immer noch, schon wieder . In-zwischen war ich der 8 Uhr und der 2 Uhr Zug. Der 2 Uhr Zug ist sogar ein D Zug. Bodo hob das Fahrrad, auf dem er sa, vorne hoch und lie es runterhpfen. Da musst du ja 6 Stunden warten, um nach dem 8 Uhr Zug als 2 Uhr Zug einmal um die Huser zu fahren. Nein, nein, der 2 Uhr Zug hatte Versp-tung, erklrte Bodo eifrig. Herrje, dachte Pia. Was habt ihr denn fr einen rger? Bodo lie nicht locker. Vergiss es! rief Felix hinter Pia. Da biste noch zu klein dafr. Tut mir leid, Pia, Volker ist wirklich bescheuert. Aber mit dem Ratten-matsch hat er Recht. Wie sollen wir sie denn sonst fangen? Pia zerrte an Felix, als ob er die Ratte wre. Angeln! 40 Beide sahen erstaunt zu Bodo, der die Pedale an seinem Fahrrad prfte. Wie soll man denn Ratten angeln? Und wie kriegen wir die ins Wasser? berlegte Felix weiter. Die brauchen doch gar nicht ins Wasser! rief Pia aufgeregt. Wir nehmen einfach einen Strick und Angelhaken und hngen Schokola-de daran... ... und wenn die Bestien zuschnappen, hngen sie an unserer Angel fest, jubelte Felix. Ich muss jetzt weiter! stellte Bodo fest. Hab gerade grnes Licht bekommen, und damit sauste er unter: Tut, tut! davon. Hast du eine Angel? fragte Pia. Hm, ich nicht, aber mein Onkel angelt. Felix kratzte sich am Kopf. Der gibt die mir nie. Die durfte ich nicht einmal halten, als wir zu-sammen Angeln waren. Aber der hat einen Haufen Haken, und ich wei, wo die liegen, Haken kann ich besorgen. Ich hab die Falle fertig! rief Volker aus dem Schuppen. Dann kannst du dir deinen Hintern wegbea-men! rief Pia mit honigser Stimme zurck. Felix kicherte. Wenn der wsste, jetzt schnappen wir uns die Biester. Ich hol die Ha-41 ken, und du besorgst den Strick aus dem Schuppen. Los! rief Pia und rannte zum Schuppen. Fe-lix sprang ber den Zaun und wre beinahe in Bodo gerannt, der mit einem schweren Gter-zug unterwegs war. Ich brauche schnell den Strick! rief Pia noch vor der Schuppentr. Wir wissen wie wir die Ratten kriegen! Pia riss die Tr auf und... Bums! war es dunkel. Rattenknig gefangen! jubelte Volker. Pia tat der Kopf weh. Warte ich helfe dir. Volker nahm ihr den alten Maleimer ab, der ihr ber den Kopf geflogen war. Was soll denn der Mist? Setz deinen Krbis-hut geflligst selber auf! Pia warf den Eimer weg. Der Eimer hing an einem langen Strick, der oben ber der Tr ber einen Balken fhr-te. Ich habe den Eimer oben ber die Tr ge-stellt, da auf den Balken. Volker trat von ei-nem Bein auf das andere vor Freude. Der kippte nur nicht runter, weil der Strick an der Tr ihn festhielt. Wenn einer die Tr auf-macht,...saus, bums! machte Volker. Pia zerrte an dem Eimer. Der reicht doch nicht mal bis auf den Boden! Volker meinst 42 du, der Rattenknig ist so gro wie ich? Au-erdem machen Ratten keine Tren auf, die kommen doch durch unterirdische Gnge und... Da bin ich wieder und hier die Haken... ,Felix kam in den Schuppen gehetzt, ...was solln das sein? Das ist Volkers tolle Falle, die hab ich gera-de auf den Kopf bekommen. Pia band den Strick an der Schuppentr los. Aber wir brauchen doch keine Tr, da kann doch auch der Kder hin... Volker hatte vor Aufregung rote Flecken auf seiner riesigen Stirn. Seht doch einmal, die Ratten fressen den Kder, der zwischen den Strick gebunden ist, der Strick gibt nach und der Eimer saust von der Decke. Wir mssen nur einen Nagel oder eine se an die Zimmerdecke machen, wo der Strick durchluft. Wenn die Falle zu-schnappt, sitzt die Ratte unter dem Blechei-mer, den kann sie nicht durchnagen! Volker hmmerte mit der Faust gegen den Eimer zum Beweis, wie fest der war. Hier der Strick! Pia hatte ihn ab. Knnte hinhauen... berlegte Felix. Wir brauchen nur noch was, was die Ratten gerne fressen! rief Volker eifrig. 43 Pia fuchtelte mit dem Strick rum. Ich denke, wir wollen sie angeln! Wo sind denn jetzt die Angelhaken? 44 Kapitel 10 Felix setzte sich im Schneidersitz auf den Schuppenboden und schttelte eine kleine Blechdose, aus der es leise klapperte. Wie angeln? Volker drehte den Eimer um und setzte sich darauf. Felix erzhlte von der Idee, wie man Ratten angelt, als es an die Schuppentr hmmerte. Auweia, meine Oma! rief Pia und versteckte den Strick hinter dem Rcken. Felix steckte schnell die Blechbchse ein, und Volker sah besorgt auf das Ungetm, seine er-ste Falle, ihr wisst schon, der Bretterhaufen. Gibt das rger? fragte er und deutete auf das Durcheinander. Ich habe gehrt, ihr habt einen Rattenzirkus! rief jemand hinter der Schuppentr. Kann ich mitmachen? Puh! nicht die Oma, dachte Pia erleichtert. Wer isn da? rief Felix zurck. Ich bin es, Uta. Peter lsst keine Mdchen mehr in seiner Bande mitmachen, und Bodo hat erzhlt, dass ihr Ratten habt. Peter ist ein Arsch! 45 Noch einer, dachte Pia. Bevor sie etwas sagen konnte, rief Volker schon: Klar, komm nur rein. Hier gibt es genug Ratten fr alle. Du musst sie nur blitzschnell hinter den Ohren packen und darfst sie ja nicht loslassen, sonst beien sie dir sofort die Finger ab. Habs, habs, habs! machte Volker und hielt sich beide Hnde vor den Mund, damit man sein Kichern nicht hren konnte. Knnt ihr sie nicht erst einsperren? rief Uta durch die Tr. Ich habe keine Angst vor Rat-ten, nur damit sie mich erst kennenlernen kn-nen, fgte sie schnell dazu. Wie sollen wir die denn alle kriegen? Wir stehen bis zu den Knien im Gewimmel! rief Felix prustend zurck. Danach war es still. Komm rein! rief Pia, der es zu bld wurde. Hier gibt es nur zwei Ratten, und die heien Volker und Felix. Langsam ging die Tr auf, und Utas Sommer-sprossennase erschien in dem Trspalt. Schade, dass du meine Falle abgebaut hast, stellte Volker fest. Vielleicht sollten wir Mdchen fangen und keine Ratten. Pia schubste ihn vom Eimer und rief noch einmal: Na komm schon rein, wir haben noch keine Ratten. 46 Und dann mussten sie Uta noch einmal die Geschichte von Omas Ratten erzhlen, und Volker erzhlte von seiner Falle und Felix vom Rattenangeln. Pia nahm in der Zwischenzeit die Blechbchse und untersuchte die Angelhaken. Pass damit blo auf, die haben Widerhaken! rief Felix besorgt. Wenn du dir so ein Ding in den Finger piekst, bekommt man den Haken nicht mehr heraus. Alle begutachteten die An-gelhaken. Das sind Drillinge, erklrte Felix und nahm einen groen Haken mit drei Spitzen. Sind die fr drei Fische auf einmal? Nein, Uta, die sind fr die ganz groen Raub-fische, sagte Felix. Genau das, was wir fr die gefhrlichen Bie-ster brauchen! meinte Pia. Von den kleinen Haken reien die sich doch gleich los! Mann, wenn da eine Ratte reinbeit, das tut bestimmt furchtbar weh im Mund, sagte Uta. Pia drehte einen der groen Drillinge vorsich-tig zwischen den Fingern. Wenn ich eine Ratte wre und an einem so furchtbaren Haken hngen wrde, wre ich erst recht richtig bse, berlegte Uta weiter. 47 Wie wollen wir die denn von den Haken berhaupt wieder ab bekommen? Ach, das geht schon, meinte Felix. Mein Onkel macht die kleinen Fische auch immer gleich wieder ab und wirft sie zurck ins Was-ser. Ratten sind ja nicht einmal so glitschig. Kannst du das? Uta fasste ganz vorsichtig an eine Spitze. Klar! sagte Felix und dachte: Hoffentlich fangen wir nicht wirklich eine Ratte. Und was ist mit meiner Falle? fragte Vol-ker. Wir knnen sogar noch Wasser in den Eimer machen, dann stinken die Ratten nicht mehr so, wenn wir sie fangen. Cool! fand Felix. Erst die Dusche und dann, zack, unter den Eimer. Wir machen beides! beschloss Pia. Bei Oma gibt es so viele Ratten, da ist es gut, wenn zwei Fallen auf einmal zuschlagen. Au-erdem , wenn die schlauen Biester den Braten von einer Falle widdern, schlgt die zweite zu. Genau! Prima, so machen wir es! fanden die ande-ren. 48 Und du machst wirklich den Haken aus dem Rattenmaul? fragte Uta noch einmal und sah bewundernd zu Felix. Wir knnen ja auch nur den Eimer nehmen? Felix zuckte mit den Schultern. Jetzt haben wir zwei Fallen, jetzt machen wir das auch richtig, Pia wollte endlich die Fallen aufbauen. Du kennst dich mit dem Angeln aus und hngst die Ratten ab. Oder hast du Schiss? Quatsch! Felix machte vor, wie der die Rat-ten packen wollte und blitzschnell von dem Haken drehte. Wir binden gleich mehrere Haken an einen Strick, da fangen wir gleich ein paar auf einen Streich! Pia begann schon, den ersten Haken festzuknoten. Herrje, dachte Felix und knotete den nchsten Haken fest. Unter meinen Eimer passen auch ein paar Ratten! rief Volker schnell. Wir mssen nur den Kder gro genug machen, dann strzen sich mehrere darauf. Was denn berhaupt fr ein Kder? wollte Uta wissen. Na Schokolade! sagte Pia. 49 Ich hab noch jede Menge Schokolade! Uta lief zur Tr. Ich esse keine Schokolade, ich habe sogar noch Weihnachtsmnner von zwei Jahren. Das htte ich wissen mssen, Volker sthn-te. Wir hatten in unserem Raumschiff nie Proviant. Ihr habt mich ja nie mitspielen lassen, rief Uta und rannte in den Garten. Volker fand einen neuen Strick, den er an den Eimer band. Dann suchte er etwas, dass man an die Decke schrauben konnte, wo der Strick durchging. Es klopfte schon wieder gegen die Schuppen-tr. 50 Kapitel 11 Parole? rief Volker, dann fiel ihm ein, dass es ja auch die Oma sein knnte. Rattenzahn beit jeden lahm! kam die Ant-wort zurck. Cool! meinte Felix. Komm rein Uta! rief Volker erleichtert. Ich habe noch Arne und Tobias mitgebracht, die wollen auch mitmachen, erklrte Uta. Die vier Rattenjger sahen einander an. Auf einmal kommen alle angerannt, dachte Pia und zuckte mit den Schultern. Von mir aus, meinte Felix. Drfen wir, Pia? fragte Arne kleinlaut. Aber ich bin jetzt der Bandenchef! rief Vol-ker. Wieso du? Pia sprang auf. Sind die Ratten bei deiner Oma oder wimmelt es bei uns von den Bestien? Ok, Pia ist der Chef, aber von mir kommt die Idee mit der Eimerfalle, beharrte Volker, und der eingebauten Rattendusche. 51 Rattendusche? wunderte sich Tobias, na und dann wurde die ganze Geschichte von den Rat-ten und den Fallen noch einmal erzhlt. Es klopfte schon wieder. Parole! brllte Volker ganz automatisch. Es war wirklich die Oma. Sie stand in der Tr und freute sich, dass ihre Enkelin so viele neue Freunde hatte. Warum spielt ihr denn nicht drauen, Dirn? Es ist doch so schnes Wetter. Der Schuppen war so voller Kinder, dass Oma die Sache mit den Rattenfallen gar nicht mit-bekam. Och Oma, wir spielen, dass das unser Haus ist, weit du...! schwindelte Pia. Na schn, Dirn, ich muss noch einmal ins Dorf einkaufen. Macht keinen Unfug, ja? und damit war die Oma verschwunden. Das war knapp! stellte Pia fest. Wo wollt ihr die ganzen Ratten berhaupt reintun? fragte Arne. Vielleicht lassen wir sie erst mal eine Weile an den Haken und unter dem Eimer, meinte Felix, weil er sie dann nicht abmachen musste. Ich meine natrlich nur, bis sie ein bisschen zahm sind und auf uns hren. Quatsch, wenn man an einer Angel hngt, wird man doch nicht zahm! 52 Ich hatte einmal ein Meerschwein, das ist ge-storben. Der Kfig steht noch im Keller, berlegte Tobias. Gut, hol du den Kfig und wir gehen in die Speisekammer und bauen die Fallen auf, so-lange Oma einkaufen ist. Pia hob vorsichtig den Strick mit den Haken an. Es waren sieben. Sieben gefhrliche Drillinge. Tobias drehte sich an der Schuppentr noch einmal um. Wir brauchen doch noch einen Namen fr unsere Bande! Wie wre es mit Volkers Bande? meinte Volker. Auch wenn Pia der Chef ist, sagte er schnell. Quatsch! rief Uta. Wir sind die Rattenfn-gerbande! Cool! fand Felix. Rattencatcher! sagte Volker, das ist gut! Ok! Pia war es egal und die anderen waren begeistert. Tobias rannte den Kfig holen und der Rest der Rattencatcher machte sich auf in Omas Vorratskammer. Zieht die Schuhe aus! befahl Pia, sonst wird Oma sauer, wenn alles dreckig ist, und ich bekomme es wieder ab. 53 Kapitel 12 Zur gleichen Zeit: Der Fiese Teddy sa auf der Fensterbank und trocknete in der Nachmittagssonne. Teddy, der Hund, machte einen kleinen Spa-ziergang. Er durfte natrlich nicht einfach so allein ber die Felder springen, Hasen rgern und an alle parkenden Autos pinkeln. Aber Teddy war ein sehr kluger Hund und wusste genau, dass Herr und Frau Lohe sich nach dem Essen immer eine Stunde auf das Sofa legten. Und das war Teddys schnste Zeit. Kaum hr-te er die Wohnzimmertr klappen, streckte er die Schnauze hoch in die Luft und ging spazie-ren. Oma war inzwischen in dem kleinen Super-markt und stand an der Theke. Herr Meier, der Verkufer lchelte ihr entgegen. Herr Meier, hie wirklich Meier und rgerte sich immer, wenn die Kinder riefen: Herr Meier, wir kau-fen ihre Eier! Er kramte geschftig in einer Pappkiste und zeigte der Oma sein Sortiment an Rattenfallen. 54 Sie haben da wirklich sehr schne Rattenfal-len, Herr Meier, aber wie ich schon sagte, ich brauche wirklich keine. Oma wollte hflich sein und wunderte sich, was heute mit Herrn Meier los war. Vielleicht wird er die Dinger nicht los, sagte sie sich. ... und dann htten wir hier auch noch sehr wirkungsvolles Gift, das bringt die strksten Nager um. Sehr bewhrt, sehr bewhrt. Da wird man auch der grten Rattenplage Herr. Ich habe aber keine Ratte, Herr Meier! Ja natrlich, ja natrlich, Frau Clver, wer hat schon Ratten! In einem ordentlichen Haushalt gibt es doch kein Ungeziefer nicht? Herr Meier grinste dmmlich. Arme Frau, dachte er sich. Das ganze Dorf spricht von ihrer Ratten-plage und sie schmt sich, eine Falle zu kau-fen. Die zwei dicken Frauen hinter Oma tu-schelten. Aber man kann ja nie wissen, manchmal ist es gut, etwas im Haus zu haben..., so fr alle Flle, erklrte Herr Meier weiter. Oma wollte saure Gurken und kein Rattengift. Wer wei, was die wieder im Fernsehen gese-hen haben? Irgendso einen Gruselfilm mit Rat-ten, dache Oma. Oma hatte keinen Fernseher, 55 sie wollte auch keinen, auch kein Rattengift. Oma wollte saure Gurken! Und dann gibt es hier noch prima Gitter! Na-gerfest! Garantiert, mit Prfsiegel! Die kann man vor die Fenster machen, da beit sich nichts mehr durch. Der hat doch nen Knall, dachte Oma. Oder das hier, ist fr den Abfluss. Einfach draufschrauben, da kommt keine Ratte mehr durch...! Saure Gurken bitte!!! rief die Oma und be-kam ganz rote Backen vor Aufregung. Die passen da auch nicht durch...h, Ent-schuldigung! Natrlich, hier, die nehmen sie doch immer. Ja, sagte Oma. Danke! ...und wenn sie dann doch was gegen Rat-ten... Oma knallte die Ladentr zu und stampfte nach Hause. Der Fernsehen ist ein rechter Teu-felskram, dachte sie auf dem Heimweg, das macht die ganze Welt verrckt. Zum Schluss schttet der Meier einem das Rattengift noch heimlich ins Essen, nur weil er seinen Mist nicht los wird. Ich habe meinen Lebtag noch keine Ratte gesehen... 56 Unterwegs begegnete sie Teddy, Teddy, dem Hund, auf seinem Spaziergang. Pass auf, dass dich der Meier nicht vergiftet! Immer schn bellen, sonst denkt der Esel, du bist eine Rat-te! rief Oma Teddy zu. Teddy hatte es eilig. Die Stunde war um und er musste schnell wie-der vor der Tr liegen. Er schttelte sich kurz und rannte schnell weiter. 57 Kapitel 13 In der Kche war die Hlle los. Aufgeregt rannten die Kinder durcheinander. Volker hat-te den Kchentisch in die Speisekammer ge-schoben. Jetzt stand er auf ihm und popelte mit einem groen Haken ein Loch in die Decke. Was willst du denn mit der alten Klingel? Uta hatte ganz braun verschmierte Hnde von der Schokolade. Damit sich die Ratten nicht so lang an den Haken herumqulen mssen! erklrte Felix. Die hab ich in der Schublade im Schuppen gefunden. Da brauchen wir doch auch noch einen Klin-gelknopf , wo die Ratten draufdrcken kn-nen! Quatsch, wir binden die Klingel an die An-gelschnur, und wenn die Ratten richtig daran herumzerren, klingelt das auch so. Felix hatte die Klingel schon an der Schnur verknotet. Krbis, bist du total bescheuert! Pia zerrte an Volkers Bein. Der Kchentisch lag voller Putzkrmel. Volker sah rgerlich nach unten. Weit du, wie schwer das hier reingeht? Hol 58 lieber das Beil aus dem Schuppen, damit kn-nen wir ordentlich dagegen donnern. Ich donner dir gleich eins auf den Krbis! Pia war auer sich. Was meinst du, was los ist, wenn Oma das sieht! Auweia! Uta sah jetzt erst, was Volker da machte. Aber der Haken muss doch hier rein! vertei-digte sich Volker mit hochrotem Kopf. Da ist doch sowieso ein Haken, da wo die Lampe daran hngt, Felix zeigte auf die Dek-kenlampe. Du kannst doch den Strick da durchstecken. Uta half Pia, den Putz wegzukehren. Wir mssen die Falle noch verstecken, Oma kommt ja gleich vom Einkaufen. Bevor ich ins Bett gehe, stelle ich alles richtig hin. Ok, Pia, wir sind fertig, Felix zeigte stolz auf die ausgelegte Angelschnur. Wir knnen sie hier unter das Regal schie-ben, Arne lag auf dem Bauch und versteckte die Angelschnur. Nur, wo sie am Regal fest-gebunden war, sah man sie noch. Fertig! verkndete Volker stolz. Der Eimer steht auf dem obersten Regalbrett, da muss dann nur noch Rattenduschwasser rein, und du 59 musst ihn so...Volker machte vor, wie es rich-tig war... ankippen. Hier, den Strick mit dem Kder fr die Ei-merfalle legen wir... Tobias kam nicht wei-ter, die Kammertr flog auf und die Oma mit den sauren Gurken erschien. Das geht aber zu weit Dirn! Oma machte ein entsetztes Gesicht, ihre Vorratskammer war bis in die letzte Ecke mit Kindern vollge-stopft. Ja Oma, die Kinder wollten doch so gerne sehen, wo unsere Ratten die Schokolade ge-funden haben.. stotterte Pia. Wir haben bei uns keine, keine, keine Raaa-aatten! rief die Oma mit puderrotem Kopf. Die Rattencatcher machten, dass sie davon kamen. Wenn die Fallen zuschnappen, holst du uns gleich! flsterte Volker im Vorbeige-hen Pia ins Ohr. Ich muss jetzt nach Hause! sagte Felix und klopfte Pia auf die Schulter. Auf Wiederse-hen Frau Clver! Die Oma schob mit Pia den Kchentisch zu-rck in die Kche. Was machst du denn im-mer nur fr Sachen, Dirn? sagte die Oma und a das Glas saure Gurken. 60 Pia deckte eifrig den Abendbrottisch und er-klrte der Oma, dass es nicht so einfach ist, wenn man ein paar nette Freunde haben will. Das sind Jungs, weit du Oma und...da muss man sich schon ein spannendes Abenteuer ausdenken, damit die mit einem spielen. Die Uta ist doch ein nettes Mdchen, spiel doch mit ihr mit deinen Puppen. Du Oma, hast du nicht Stopfgarn fr mich, ich muss da noch was flicken, fiel es Pia ein. Hast du dir die Strmpfe zerrissen? fragte Oma besorgt. Die kann ich doch fr dich stopfen. Nein Oma, meine Puppe hat ein Loch im Kleid, und ich mchte das wirklich allein schaffen! Oma freute sich, dass ihre Enkelin doch nicht nur Unfug im Kopf hatte. Pia freute sich, dass sie dem Fiesen Teddy die Schnauze stopfen konnte. Ich habe es ihm schlielich verspro-chen, dachte sie beim Essen. 61 Kapitel 14 Auf dem Fensterbrett sa brav der Teddy. So Teddy, jetzt mache ich dich wieder gesund, sagte Pia entschlossen und stellte das Nhzeug auf die Bettdecke. Teddys schwarze Knopfau-gen funkelten erwartungsvoll im Abendlicht. Was ich heute alles erlebt habe, Pia setzte sich den Teddy auf den Scho, und nahm ganz vorsichtig das Tuch von seiner zerschundenen Schnauze. Du musst jetzt tapfer sein, Teddy, es kann ein bisschen weh tun, weit du? Wenn ich dir dein Fell flicken soll, muss ich die Na-del nehmen, aber du bist ja ein tapferer kleiner Br! Pia begann, so gut sie nur konnte, die Lcher im Fell zu stopfen. Das Stopfgarn hatte auch fast die Farbe von dem Teddyfell und Pia war mchtig stolz, dass sie Teddy so schn helfen konnte. Beim Stopfen erzhlte Pia ihrem Fie-sen Teddy was alles passiert war. Natrlich schimpfte sie ein bisschen ber Krbis, der fast die Zimmerdecke zerlchert hatte. 62 Fertig! stellte Pia fest und hob Teddy hoch in die Luft. Jetzt bist du so schick, jetzt brauchst du nur noch was zum Anziehen! Pia sah sich um, auf der alten Truhe saen ihre Puppen. Die Puppen hatten alle Kleider an. Pia sah grbelnd auf ihre Puppen, dann zum Fie-sen Teddy. Ach, du bist der Fiese Teddy, wer sagt denn, dass du keine Frau bist? Mdchen sind sowie-so schlauer als Jungs, weit du Teddy, dabei drckte Pia ihre Nase an Teddys frisch ge-stopfte Schnauze. Es heit der Teddy, aber nie die Teddy, also ist Teddy ein berwort. Wie, wie, Hund, der Hund und der Hund kann trotzdem eine Frau-Hund sein. Hast du nicht gesehen, hatte Teddy das schne rote Kleid von der Puppe Susi an. Oder der Vogel, Vgel sind auch Frauen, jede Menge... Pia besah sich den Teddy grbelnd. Wenn er jetzt doch ein Teddy-Mann war? Pia unter-suchte ihn zwischen den Beinen, aber da war nichts. Mit dem Namen das haut jetzt ja auch nicht mehr so richtig hin. Es war eine schwie-rige Sache, wenn der Teddy eine Teddyfrau ist. Frau Fieser Teddy! Pia warf Teddy in die Luft, dass sein neues Kleid sich wie ein Fallschirm aufblhte. 63 Du bist Frau Fieser Teddy, der Schrecken al-ler doofen Jungs! Pia drckte Frau Teddy an sich und rannte die Treppe herunter. Wo willst du denn jetzt noch hin Dirn? Oma sa im Wohnzimmer neben der riesigen Standuhr und hkelte. Ich geh noch eine Runde spazieren, Oma! Hier mit meiner Frau Teddy! Pia schwenkte den fiesen Teddy in seinem bezaubernden Kleid kurz durch die Luft. Gut Dirn, aber nicht so lange, du musst dann schlafen gehen. Es wird ja auch bald dunkel. In der Diele fiel Pia beinahe ber ihren Pup-penwagen. Komm ich fahre dich spazieren! erklrte sie ihrer Frau Fieser Teddy, setzte sie in den Wagen und los gings. Die Dorfstrae war in ein zauberhaftes Rosa getaucht, und am Himmel rollte eine riesige purpurrote Sonne in ihr Bett. Das gibt ein schnes Feuerchen, kicherte Pia und stupste Teddy in den Bauch. wenn die Sonne in ihr Bett kriecht, da wrden wir gerne zusehen, was? Was hast du gesagt? Bodo hantierte mit sei-nem Fahrrad herum. 64 Ach nichts, Bodo, ich habe mich nur mit Frau Teddy unterhalten. Mit Frau Fieser Teddy! betonte Pia. Ich sehe noch mal meine Lock durch, Pia weite, ich muss jetzt rein. Bis morgen Bodo, ach...Pia grinste, hast du noch dein Glcksgewehr? Pssst! machte Bodo und hob seinen Pullover hoch. Der Stock steckte vorn in seinem Grtel. Tu dir nicht weh mit dem Ding, kicherte Pia, dann war sie bei dem Haus von Lohes. Teddy war im Garten, nein jetzt schon nicht mehr, er war mit einem Satz ber den Zaun gesprungen und kam mit wedelndem Schwanz auf Pia zugerannt. Na Teddy! und damit meinte Pia den Hund. Teddy blieb kurz stehen, schnupperte und dann stellten sich seine Nackenhaare auf. Ted-dy sah auf einmal richtig gefhrlich aus, er zeigte seine Zhne und knurrte Pia an. Was ist denn los, Teddy? Wir kennen uns doch, wir waren doch schon oft zusammen spazieren. Nein Moment! Teddy knurrte nicht Pia an, Teddy knurrte den Kinderwagen an und jetzt begann er zu bellen. 65 Pia wurde es unheimlich, so hatte sie Teddy noch nicht erlebt. Teddy sprang hoch und htte beinahe in den Fiesen Frau Teddy gebissen. Frau Lohe kam aus dem Haus geschossen. Teddy, sofort hier! schrie sie aufgeregt, was heien sollte, das Teddy zu ihr gehen soll. Teddy! Platz! schrie jetzt auch Herr Lohe, und wie er das schrie. Herr Lohe war Soldat. Teddy platzte nicht, er bellte noch immer und sprang an dem Puppenwagen hoch, dass Pia eine Heidenangst bekam. Herr Lohe war inzwischen ber den Zaun ge-sprungen und zerrte den jaulenden Teddy auf das Grundstck. Es tut uns leid, Pia, stotterte Frau Lohe, wir wissen auch nicht, was in Teddy gefahren ist, der macht so was sonst nie. Pia schob mit zitternden Beinen ihren Pup-penwagen weiter und sah noch einmal ver-wundert zurck zu Lohes Haus. Im Nachbar-grundstck, kniete Bodo mit seinem Stock (Glcksgewehr) im Anschlag. Jetzt htte ich beinahe den armen Teddy ab-geballert! rief er. Pia winkte ihm. Ich glaube, heute Abend ha-ben alle ein Rad ab, flsterte Pia der Fiesen Frau Teddy ins Ohr. 66 Pia hatte genug vom Spazieren gehen und wollte wieder nach Hause, als ihr Felix ber den Weg lief. Hat schon eine angebissen? Ne, ist noch mal gut ausgegangen, Herr Lohe hat Teddy weggezerrt! Felix sah Pia verwundert an. Ach so, ich bin ganz durcheinander, du meinst die Ratten, Felix. Nee, ich mach doch erst nachher die Fallen scharf, wenn Oma schlft. Wenn eine dranhngt, komm gleich zu mir! Da drben, das ist mein Fenster, ich lasse es offen, da kannst du rein und mich wecken. Ok! Pia wollte jetzt nach Hause. Die andern lassen auch ihre Fenster offen, nur bei Volker mssen wir ein Stckchen ans Fen-ster werfen, der wohnt oben. Ok! sagte Pia noch einmal. Bis dann und schlaf gut. Ich kann doch nicht schlafen, wenn jeden Moment die Bestien anbeien knnen! Also du kommst dann gleich! Pia winkte noch einmal und war froh, als sie wieder zu Hause war. 67 Kapitel 15 Oma wartete schon ungeduldig auf Pia. Komm aus den Plnnen, Dirn du musst doch schlafen gehen! Ja, Oma! Pia musste kichern Ich mach mich gleich fertig, ich bringe nur noch meine Frau F...Frau Teddy nach oben. Es ist besser, wenn Oma den Fiesen Teddy nicht erkennt, dachte Pia, sonst will sie ihn wieder wegwer-fen. Als Pia mit ihrem lieben Frau fieser Teddy im Bett lag, lauschte sie, bis es ganz leise im Haus war und Oma schlief. Auf Zehenspitzen schlich Pia die alte Treppe herunter. Gut, dass Pia hier so oft Indianer gespielt hatte. Sie kannte jede Stufe. Auf die dritte von oben durfte man nicht treten, sonst knarrt es. Die nchste muss man am linken Rand erwischen, dann auf die Mitte treten und dann wieder eine Stufe auslassen. Ihr braucht Euch das jetzt nicht zu merken, wenn Ihr einmal zu Pias Oma kommt, werdet Ihr doch nicht bei Nacht die Treppe herunter schleichen wollen, oder? 68 Pia war unten. Klasse was? flsterte sie dem Teddy ins Ohr. Frau Teddys Augen glnzten in der Dmmerung. Pia schlich weiter, der aufge-hende Mond schaute direkt durch das Flurfen-ster. Die Kchentr, ganz leise, dann noch zwei Schritte, ei der Stuhl! Kracks! Pia hielt die Luft an. Da haben wir noch ein-mal Glck gehabt, flsterte sie Frau Teddy ins Ohr, ich dachte schon, Oma wird wach. Oma wurde nicht wach und wenn sie gewusst htte, was sich Teddy gerade dachte, htte sie sich unter der Bettdecke verkrochen. Aber Pia wusste es nicht und knipste ganz leise das Licht von der Speisekammer an. Sie setzte Frau Fieser Teddy auf das Regal ne-ben dem Zucker. Nicht naschen! kicherte Pia, dann nahm sie den Eimer und lie Wasser reinlaufen. Ich nehme lieber nicht so viel, wenn alles so nass ist, wird Oma bse. So dreckig werden die Ratten nicht sein, dass man die so lange duschen muss. Mit dem Eimer das klappte prima. Er stand ganz kippelig auf dem obersten Regalbrett und wurde nur von dem Strick gehalten, den die Jungs unten am Regal festgebunden hatten. Wenn die Ratten hier die Schokolade durchfressen, Pia zeigte 69 der Fiesen Frau Teddy den Kder, platsch bums, sitzen sie in der Falle. Teddy sah genau zu, und er naschte natrlich nicht von dem Zucker. Pia zog die Angelschnre unter dem Regal hervor und wollte gerade Fertig! sagen, als sie sich vorstellte.... Pia sah Teddy an. Stell dir vor, du wrst eine Ratte und willst ein bisschen naschen und dann, und dann, und dann beit du in so einen furchtbaren Haken. Pia htte losheulen kn-nen, so taten ihr die Ratten auf einmal leid. Das kann man doch nicht machen, oder Frau Teddy? Pia nahm den Strick mit den Haken, und machte ihn vom Regal los. Wir sagen einfach, der Rattenknig hat sich damit losge-rissen und muss jetzt unter furchtbaren Qualen langsam sterben. Mal sehen, ob den Jungs die Idee mit den Haken dann noch gefllt. Wenn dann alle um den armen Rattenknig heulen, kann ich ihnen ja die Wahrheit sagen. Zack! sagte Pia und warf die Angelschnur in den Mll, nahm Teddy und schlich sich sehr zu-frieden zurck in ihre Kammer. 70 Kapitel 16 Pia schlief. Volker schlief. Felix schlief und die ganze Rattencatcherbande. Auch Teddy schlief und trumte von dem furchterregenden kleinen Monster in Pias Puppenwagen. Das Monster kam in der Nacht zu ihm geschlichen und zerrte ihn am Ohr. Nein, nicht Pias Frau Fieser Teddy trumte das, der Hund von Lohes lag in seiner Hundehtte und hatte diesen schlimmen, schlimmen Alptraum, dass das kleine bse Monster zurckkam. Frau Fieser Teddy schlief nicht, der stand ne-ben Teddy, dem Hund, hatte ein Beinchen auf seine Schnauze gestellt und zerrte aus Leibes-krften an dem armen Hundeohr. Teddy, der Hund, wurde wach. Auch Hunde knnen glauben, sie schlafen noch, obwohl sie schon wach sind. Da war es wieder, das furchtbare Monster in dem Puppenkleid. Na, Kter, ausgeschlafen? nuschelte der fie-se Teddy, weil Pia seine Schnauze doch nicht so ganz perfekt repariert hatte. Du wolltest mich in kleine Fetzen reien! Frau Teddy zerrte bei jedem Satz an Teddys Ohr. Durch 71 den Dreck zerren! Und mit deinem stinken-dem Sabber vollschmiern, aber jetzt wird ab-gerechnet! Los Jungs helft mir mal, ich habe da eine feine berraschung fr unseren Ted-dy! Der arme Teddy, der Hund, zitterte am ganzen Krper und traute sich nicht einmal, leise zu knurren. Im Mondlicht erschienen noch zwei von den Monstern. Spock, Schnuffel, wir nehmen ihn mit! kommandierte der Fiese Teddy. Ehe es sich Teddy recht versah, wurde er aus seiner Hun-dehtte gezerrt und zum Grundstck von Oma Klver gebracht. Der Fiese Teddy rief: Lasst ihn nicht laufen, Jungs. Ich mache nur schnell das Fenster auf, und damit war er verschwunden. Teddy ber-legte kurz, ob er versuchen sollte abzuhauen, aber der einugige Spock hatte ihn fest am Schnurrbart gepackt und Schnuffi sa ihm auf dem Rcken und hielt beide Ohren fest. Der Fiese Teddy war schon wieder zurck. Rein mit dir, du Teddymrder! nuschelte er und zeigte auf das offene Fenster. Genau, da kannst du nachdenken, ob man liebe Teddys rummzerren kann wie einen alten Lappen! rief Schnuffi. Schuft! erklrte Spock und 72 schubste Teddy, den Hund, durch das offene Speisekammerfenster. Teddy sauste nach unten, zum Glck war es nicht so tief und Teddy tat sich nicht weh, aber jetzt sa er in der Falle. Das Fenster war zu hoch zum Rausspringen, und die Kammertr war zu. Da unten kannst du nachdenken, du alter Teddyquler! nuschelte von oben die Fiese Frau Teddy. Nachdenken, bis morgen frh..... Genau, bis Pias Oma kommt und denkt, du bist eine Ratte und dich gaaaaaanz langsam tot haut! blkte Spock. Dann war es ruhig und Teddy sa wirklich in der Patsche. Aber diese schlimme Nacht ist noch lange nicht zu Ende. 73 Kapitel 17 Pia und Volker schliefen immer noch, die Nacht war dunkel, und es hatte zu nieseln be-gonnen. Ein einsamer Wanderer zog den Nak-ken hoch und schttelte die Regentropfen von seinem Rcken. Er war schon lange gewan-dert, durch viele Drfer und Stdte. berall hatte man ihn vertrieben, seine Freunde gejagt und vergiftet, bis er wieder sein Bndel packte und allein weiterzog. Er war alt, uralt und er war der grte, strkste und geschickteste aus seinem Volk. Keiner kannte seinen Namen, doch in jedem Ort, wo er sich niederlie, sprach man voller Angst ber ihn und sein Volk. Ein Lcheln huschte unter dem grauen Schnurrbart hervor und lie seine riesigen Na-gezhne in der Nacht blitzen. Was fr ein hbsches Huschen, dachte sich der Wanderer, als er an Lohes Haus vorbei-kam. Er sphte durch die Latten des Garten-zaunes. Es roch nach Hund, nicht mehr ganz jung, eher ein bldes faules Vieh, stellte er mit einem erfahrenen Schnuppern fest. 74 Er sprang ber den Zaun, schttelte sein nasses Fell aus und stellte sich in die Hundehtte, in Teddys Hundehtte, in die Hundehtte von Teddy dem Hund, der jetzt in der Speisekam-mer von Pias Oma gefangen war. Ja, das ist es, mein Traumhaus. Hier will ich bleiben, und diesmal lasse ich mich von nie-manden vertreiben! rief der Wanderer und ballte trotzig seine Fuste, an denen lange gel-be Krallen funkelten. Dieses Mal bleibe ich hier, so wahr ich der Rattenknig bin! Der arme Teddy, Teddy der Hund, der dachte immer noch, aus der Speisekammer zu kom-men, wre sein einziges Problem. Was roch denn hier so lecker nach Schokolade? Teddy schnupperte. Na, vielleicht kann ich mich we-nigstens mit einer kleinen Leckerei trsten, dachte Teddy und schnffelte weiter in Rich-tung Schokoladengeruch. Aber nicht nur Teddy hatte Probleme. Drei finstere Gestalten turnten an Volkers Fenster herum. Hau die Scheibe ein, Spock! flsterte der Schatten mit der Maske. Da schneid ich mir ja mein Plschfell ka-putt! jammerte der Einugige. 75 Hab dich nicht so mdchenhaft, oder willst du in Zukunft Barbi heien? nuschelte wieder der mit der Maske. Ich kenn da einen, der hat schon ein Puppen-kleid an! lsterte Schnuffel. Jetzt reichts! tobte der fiese Frau Teddy, riss sich das Kleid vom Plschbauch und drosch es dem armen Schnuffel um die Ohren. Natrlich erwischte er Spock, der laut los-kreischte und so mit den rmchen fuchtelte, dass der Fiese Teddy einen Kinnhaken bekam. Der Fiese Teddy verlor das Gleichgewicht und bekam gerade noch den Fellbauch von Spock zu greifen. Spock schrie entsetzt auf und ru-derte mit den rmchen. Da, ein Halt! Spock krallte sich fest. Jetzt schrie auch Schnuffel, denn es war sein Ohr, an dem sich Spock fest-hielt. Und hurzel die purzel sausten die drei Bren in die Tiefe. Na so tief war es zum Glck nicht und unter Volkers Fenster stand ein Strauch, der die drei mit seinen pieksenden sten auffing. Als sich die drei Teddys leise jammernd aus dem Gestrpp gekmpft hatten, sahen sie sich betreten an. Ok, Graf Krbis hat noch einmal Glck, stellte der Fiese Teddy fest. Aber wir warten 76 nur, bis besseres Wetter ist und er bei offenem Fenster schlft, dann ist er fllig! Klar! Genau! fanden, Spock und Schnuffel. Jetzt nehmen wir uns erst einmal Frau Pipi vor! Und rchen uns fr das hier, und dabei hielt der Fiese Teddy das Puppenkleid in die Hhe, das er immer noch in der Hand hielt. So hsslich finde ich es gar nicht, murmelte Spock und wackelte dabei mit dem Kopf. Ich glaube, der ist auch ein bisschen bescheu-ert, wie sein Kind, flsterte Schnuffel dem fiesen Teddy zu. Dann machten die drei sich durch den Nieselregen auf den Weg zurck zu dem Haus von Pias Oma. Es war knapp, es war ganz schn knapp, beinahe wren sie dem Rattenknig begegnet, aber das wussten sie nicht, und die Nacht war auch noch lange nicht vorbei. 77 Kapitel 18 Auch Pia trumte in dieser Nacht nicht gut. Da war eine Maus, nein, es war keine Maus. Herr-je, es ist eine Ratte, dachte Pia im Schlaf. Die grte Ratte von allen. Sie sah sehr alt aus, alt und klug und hatte furchtbar bse Augen. Jetzt wusste Pia, wer es war, es war der Rattenk-nig. Er sa direkt vor Pia, sie konnte es sogar riechen, er roch nach altem Teddyfell. Der Rattenknig war da, um mit Pia abzurechnen, weil sie die armen Ratten mit den spitzen An-gelhaken umgebracht hatte. Es war wirklich ein furchtbarer Alptraum. Pia wlzte sich her-um und suchte in ihrem Bett nach ihrem Frau fieser Teddy. Es war nicht ganz dunkel in Pias Kammer, das Mondlicht reichte aus, um zu erkennen, wer da vor Pias Bett stand. Es war nicht der Ratten-knig. Was machen wir jetzt mit dem Mist-stck? fragte gerade der Fiese Teddy seine zwei Freunde, Schnuffel und Spock, als er von Pias Arm gepackt und ganz fest an die Brust des Mdchens gedrckt wurde. 78 Da bist du ja, meine liebe Frau Teddy, dachte Pia in ihrem Traum und hatte gleich keine Angst mehr. Sie will mich erwrgen! Hilfe, so helft mir doch Freunde! Diese Bestie von einem Kind will mich abmurksen! Der fiese Teddy stram-pelte aus Leibeskrften, aber, auch wenn er recht krftig fr ein Stofftier war, er war halt nur ein kleiner Br. Was sollen wir nur machen? rief Schnuffel verzweifelt und raufte sich das Plschfell an seinen dicken Teddyohren. Alle Mann auf Gefechtsstation, Laser scharf machen und bei drei feuern! kreischte Spock. Der ist ja noch blder als sein Kind, dachte der Fiese Teddy heute schon zum zweiten Mal und stemmte beide Beine gegen Pias Bauch, um frei zu kommen. Schnuffel zerrte inzwischen an der Bettdecke. Hilf mir geflligst du Zierkrbis! schimpfte er mit Spock, der noch immer vor dem Bett rumfuchtelte. In Pias Traum kmpfte der Rattenknig gerade mit ihr, er boxte sie in den Bauch und zerrte an ihr herum, dann kamen auch noch seine Freunde und schimpften. 79 Blo gut, das meine liebe Frau fiese Teddy da ist, da brauche ich keine Angst zu haben, ich trume ja nur, dachte sich Pia und gab ihrer fiesen Frau Teddy einen dicken Kuss. hhhhh ich sterbe! Helft mir doch Jungs, sie hat mich geksst! kreischte der Fiese Teddy und wischte sich mit seinem freien rmchen ber die Plschschnauze. Zugleich! kommandierte Schnuffel und die beiden Freunde zerrten mit aller Kraft an der Bettdecke. Noch ein Stck! sthnte Schnuf-fel, dann fiel die Decke auf den Boden. Schnuffel hpfte auf das Bett und zerrte an dem Bein vom Fiesen Teddy. Spock wollte auch mithelfen und zog von oben an Teddys Arm. Ihr reit mich ja in der Mitte durch, ihr Schwachkpfe! schimpfte der Fiese Teddy. So geht das nicht, ihr msst das bse Kind irgendwie wach machen. Ich kitzele sie an den Fen beschloss Schnuffel und turnte auf dem Bett nach unten zum Fuende. Spock war inzwischen auf Pias Rcken geklet-tert und sprang darauf herum. Aufwaaaaaaaa-chen! schrie er und hpfte immer hher. 80 berall waren Ratten, es wimmelte geradezu von ihnen, und Pia war heil froh, das sie auf-wachen konnte. Aufwachen? Pia schlug die Augen auf, aber die Rattenf-chen kribbelten immer noch an ihren Fen herum und auf dem Rcken hatte sich auch eine festgebissen. Hilfeeee! schrie Pia, nahm den Fiesen Teddy am Beinchen und drosch damit auf die Rat-ten ein. Uahaha! machte der arme Fiese Teddy, als er durch die Luft geschleudert wurde und dann: Bums, bums, bums! auf Schnuffel aufschlug. Spock war sehr mutig. Er sprang in Pias Haare und schrie ihr ins Ohr: Hr sofort auf damit und lass meine Freunde laufen, oder ich znde ein Photonentorpedo! Krbis? Pia hielt wirklich inne. Was macht denn Volker in meinem Zimmer? Pia war ganz durcheinander. Schnuffi betastete besorgt seinen ganzen Krper, ob auch noch alles heil war und nirgendwo der Schaumstoff heraus kam. Ok, Pipi, du hast gewonnen, lass uns wie ver-nnftige Bren miteinander reden! hrte Pia eine andere Stimme, eine Stimme die sie ir-81 gendwoher kannte. Direkt vor Pias Augen hing der Fiese Teddy, den sie selber noch Kopf un-ter in der Luft hielt. Ich trume doch noch! flsterte Pia. Ok, ok, Frau Pipi trumt noch! sagte der Fiese Teddy, aber jetzt lass mich bitte los. Wenn Du noch einmal mit so einem alten B-ren wie mir um dich drischst, bleibt nichts, au-er ein bisschen Fell und Sgemehl brig! Frher wurden Teddybren mit Sgemehl ge-fllt! erklrte Spock wichtigtuerisch. Er hatte sich jetzt wie ein Reiter auf Pias Kopf gesetzt und hielt ein Bschel Haare in jeder Hand. Ihhhh! kreischte Pia, warf den Fiesen Teddy in einem hohen Bogen von sich und fuhr sich mit beiden Hnden ber die Haare, als se eine ganz ekelhafte Spinne darin. Spock wurde in die andere Ecke des Bettes geschleudert und Pia zog die Beine an und rutschte ganz hinter an die Wand. Du hast mich zutiefst in meiner Brenwrde verletzt! begann der Fiese Teddy mit seinen Ausfhrungen. Pia wusste gar nicht, wie ihr geschah, aber da die Bren ihr nicht wieder auf den Kopf sprangen, dachte sie, dass es das be-ste war, wenn sie sich ganz ruhig verhielt. Nur keine schnellen Bewegungen, das kannte Pia 82 aus einem Tierfilm ber Schlangen. Wenn man da rumzappelte, zack, biss die Schlange zu. Ich werde mich ganz, ganz langsam zur Tr schleichen und dann schnell Licht anma-chen. Wenn man Licht anmacht, sieht man, dass man sich das nur alles einbildet. Ich verlange, dass Du zu allen Teddybren gehst und ihnen erzhlst, dass die Idee mit dem Puppenkleid von dir kam. Erklrte der Fiese Teddy weiter. Zumindest zu allen Ted-dybren aus diesem Dorf! Auerdem muscht du die zwei Fden wieder wegmachen, du dumme Trine! und er deutete auf seine Schnauze, wo sich Pia mit dem Flicken so viel Mhe gegeben hatte. Ich kann ja kaum mehr richtig sprechen! Ich htte nicht schlecht Lust, dir auch den Mund zuzunhen, oder dich we-nigstens ordentlich mit einer langen, langen spitzen Nadel in den Hintern zu stechen! Und fr mich musst du jeden Tag eine Tafel, nein zwei Tafeln Puffreisschokolade auf das Fensterbrett legen und zwar genau hier! Spock war auf das Fensterbrett gehpft und tat so, als malte er dort ein Kreuz mit seiner Pfote hin. Und ich will berall dabei sein, wenn du wo hin gehst, und wehe du vergisst mich wieder! 83 schimpfte der Fiese Teddy mit der tiefsten Stimme weiter, die er nur machen konnte. Puffreisschokolade ist das beste fr Raumfah-rer, erklrte Spock weiter. Erdbeer! Ich will Erdbeerschokolade, aber drei Tafeln! rief Schnuffel. Ich mag am liebsten Sahnetrtchen, aber nicht aus Puppengeschirr! erklrte der Fiese Teddy, und wehe du ksst mich wieder! Pia brummte der Kopf. Vielleicht schlief sie doch noch? Aber weiter kam sie nicht, ein Riesenknall gefolgt von einem langen Ge-schepper lie alle vier vor Schreck in die Luft springen. Herrje, die Ratten sitzen in der Falle! rief Pia Die Marsmenschen sind da, schnell unters Bett! rief Spock. Jetzt kommt Oma mit dem Kochlffel und haut uns den Brenpo voll! jammerte Schnuf-fel und krabbelte zu Spock unters Bett. Jetzt hats den bsen Kter erwischt! rief der Fiese Teddy. Kommt, lasst uns abhauen und noch ein bisschen einen draufmachen. Hier riecht es nach rger. Sicher bekommt Frau Pipi gleich ordentlich den Hintern versohlt. 84 Damit sie sich einmal merkt, dass man zu so lieben Teddys nicht so bse ist. Ich wollte doch gar nicht bse zu dir sein! rief Pia. Komm, sei doch mein Freund und hilf mir, ich traue mich doch nicht runter zu den Ratten. Jetzt ist bestimmt die ganze Spei-sekammer voll mit den Viechern. Quatsch Ratten, da unten sitzt Lohes Hund in der Falle, den haben wir reingesperrt, weil er Teddys fressen will, stellte der Fiese Teddy richtig. Kommt Freunde, wir hauen ab! und damit sprang er auf das Fensterbrett. Schnuffel und Spock folgten ihm. Hier, sagte Spock noch einmal, zwei Tafeln Puffreisschokolade, die mit den Raumschiffen drauf! dann waren die Bren in der Nacht verschwunden. Pia machte schnell das Fenster zu. Im Nach-barhaus gingen die Lichter an, und drben bei Lohes auch. Unten in der Speisekammer jaulte und bellte es erbrmlich. Dann hrte Pia die Schlafzimmertr von ihrer Oma zufallen. Jetzt muss ich runter! dachte Pia, der Fiese Teddy hat Recht, Ratten sitzen nicht in der Falle, die bellen ja nicht. 85 Kapitel 19 Im Haus von Familie Lohe: Heinz Peter, sieh doch einmal nach, was da drauen los ist? Bellt da nicht unser Teddy? Frau Lohe musste ihren Mann krftig schtteln bis er wach wurde und brummelnd in seine Hausschlappen schlpfte. Wird doch nicht schon wieder ausgerissen sein, unser alter Stromer. Ich wei auch nicht, was in letzter Zeit mit unserem braven Hund los ist, er ist wie umgewandelt. Ich werde ihn doch nicht noch an die Kette machen ms-sen? damit tapste Herr Lohe in den Hof. In der Hundehtte: Was ist denn das fr eine sauige Gegend? Mitten in der Nacht so ein Radau! Hier werde ich noch einiges ndern mssen! schimpfte der Rattenknig in Teddys Hundehtte und warf verrgert Teddys Kuscheldecke von sich. Gerade da kam Herr Lohe um die Ecke. Das war wirklich ein ganz schlechter Moment, um dem Rattenknig ber den Weg zu laufen, aber das wusste Herr Lohe nicht. Er bckte sich 86 und brllte mit seiner Armeestimme Teeeedy aus! in die Hundehtte, dass dem Rattenknig fast die Ohren abfielen. Ein furchtbares Quieken war das erste, was Hans Peter zur Antwort bekam. Dann schlug ihm der ekelhafteste Mundgeruch, den man sich nur vorstellen kann, entgegen und dann, und dann...! Herr Lohe tanzte schreiend durch den Hof. Jetzt waren wirklich alle in dem kleinen Dorf wach, denn wenn Hans Peter schrie, dann zitterten die Wnde. Eine Ratte, eine Riesenratte hat sich in mei-nem Bein verbissen! Hiiiilfe, was soll ich nur tun, wo ist meine Maschinenpistole? Die Maschinenpistole war zum Glck in der Kaserne und gut weggeschlossen, wer wei, was sonst noch in dieser Nacht passiert wre. Frau Lohe kam aus dem Haus gestrmt und schrie vorsichtshalber auch schon einmal. Sie hatte furchtbare Angst vor Ratten, aber sie war bewaffnet, sie hatte den groen schwarzen Re-genschirm im Vorbeirennen aus dem Flur mit-gebracht. Den schwenkte sie jetzt wie eine Keule und drosch ihn wahllos auf ihren Heinz Peter. 87 Am Gartenzaun: Am Zaun standen drei Gestalten, die man von weitem auch fr Ratten halten konnte, aber lasst sie das nicht hren. Es waren natrlich keine Ratten, sondern der Fiese Teddy mit Schnuffel und Spock. Eigentlich wollten sie sich Felix vornehmen, denn Schnuffel war der Teddy von Felix und Felix hatte ihn vor langer Zeit in eine dunkle Kiste gesperrt bis der Fiese Teddy ihm da raushalf. Aber darber reden wir ein andermal, im kleinen Dorf von Pias Oma geht gerade alles drunter und drber. Der Rattenknig ist wirklich da, flsterte Schnuffel. Ein Raumschiff, eine Tafel Puffreisschokola-de fr ein Raumschiff, flsterte Spock. Jetzt gibt es jede Menge Stunk! stellte der Fiese Teddy fest. Ich gehe nach Hause und lege mich zu Frau Pipi ins Bett. Ich auch! beeilte sich Spock zu rufen und wollte wirklich mit. Klar, da ist es doch pri-ma! meinte auch Schnuffel. Das ist mein Kind! rief der Fiese Teddy ver-rgert. Ihr geht wieder hoch auf den Boden und wartet, bis ich morgen Nacht zu euch komme. 88 Ich gehe doch nicht zurck auf den dunklen Boden, jetzt wo der Rattenknig sich hier rum-treibt! rief Schnuffel. Ich bin doch nicht bescheuert! schimpfte auch Spock. Nicht so laut, der sieht uns sonst noch! zischte der Fiese Teddy. Also in Ordnung, ihr knnt mitkommen, aber ihr schlaft am Fuen-de. Und wenn es Schokolade gibt, teile ich die auf! Klar Chef, natrlich! beeilten sich die bei-den Bren zu sagen und waren heilfroh, dass sie nicht auf den Dachboden mussten. Die Teddys warfen noch einen letzten Blick auf den Rattenknig, der noch immer mit Heinz Peter kmpfte und rannten schnell nach Hause. Die bse Nachbarin telefoniert: Ja, sie mssen unbedingt sofort kommen! kreischte Frau Borsch in das Telefon. Frau Borsch war die bse Nachbarin von Pias Oma. Aber dass sie jetzt mit der Polizei telefonierte lag nicht daran, dass sie der Oma eins auswi-schen wollte, Frau Borsch hatte eine heiden Angst vor Ratten. 89 Wir kommen sofort! erklrte der Polizist und lie sich die Adresse geben. Volkers Vater telefoniert auch: Nein, es brennt nicht! Aber sie mssen trotz-dem kommen! Mein Nachbar kmpft mit Rat-ten, die ihn angefallen haben, im Garten. Bei Frau Clver sind sie sogar schon ins Haus ein-gedrungen, und meine Frau steht schreiend auf dem Kchentisch. Wir kommen sofort! rief der Feuerwehr-mann. Wo sollen wir denn hinkommen? Volkers Vater erklrte die Adresse und fuhr sich ber seinen kahlen Kopf. Das so etwas in ihrem Dorf passierte, eine richtige Katastro-phe. Hoffentlich kommen die Bestien nicht rein, berlegte er mit Angstschwei auf der Stirn. Was ist denn los, Papa? fragte in dem Mo-ment Volker, der die Treppe herunter kam und den das Gekreische seiner Mutter geweckt hat-te. Ratten! brachte der Vater nur raus. Lass ja die Tr zu, Junge. Der ganze Ort wimmelt vor Ratten! 90 Hat Pia schon Bescheid gesagt? Haben wir wirklich eine Ratte gefangen? Da muss ich gleich los! Du bleibst hier! Schrie der Vater. Lass ihn nicht aus der Haustr Gnter! Nicht weg lassen! Die Mutter war auer sich. Aber wenn wir doch eine Ratte gefangen ha-ben, dann muss ich doch zu Clvers, weit du Papa, da wimmelt es nur so von den Viechern, und wir wollen sie doch abrichten. Pia will sie immer breitdreschen, das ist preskurtieren, aber das will ich nicht. Und so kam es, dass der ganze Ort von der Rattenplage bei Oma Clver erfuhr. Volker musste alles erzhlen, und er packte ordentlich aus. Wieder bei Lohes im Garten: Der Rattenknig hatte genug davon, im Kreis herumgeschleudert zu werden und lie das Bein von Heinz Peter los. Hier kann ich sowieso nicht mehr in Ruhe schlafen! schimpfte er und machte sich auf den Weg, um einen ruhigeren Schlafplatz zu finden. Heinz Peter humpelte ins Haus, wo seine Frau aufgeregt mit einem Krankenhaus telefo-nierte. 91 In der Kche von Oma Clver: Pias Oma stand sprachlos in der Kche. Hinter der Speisekammertr war ein mords Radau. Es bellte, rumpelte, klapperte, krachte und jaulte abwechselnd. Das sind nicht die Ratten, Oma. Das ist Lohes Hund Teddy, den hat der Fiese Frau h, nein nur der Fiese Teddy mit seinen Freunden da reingesperrt, stotterte Pia. Ach Dirn, du schlfst ja noch halb. Geh man wieder in die Koje, ich schaff das schon allei-ne hier. Pias Oma war sehr mutig, sie schob ihre Enke-lin aus dem Zimmer, nahm das Nudelholz und riss die Kammertr auf. Ja, das ist ja wirklich Teddy! rief sie ber-rascht und bckte sich. Lohes Hund war klatsch nass und hatte eine Pfote durch den Henkel von dem Eimer gesteckt. Er hatte den Eimer ber dem Kopf und kam nicht mehr raus, immer blieb der Eimer hngen, klar, der Henkel ging ja ber die Hundebrust und hielt ihn fest. Armer Teddy, sagte Pias Oma voller Mit-leid, wie bist du denn hier nur reingekom-men? Das Kammerfenster was? Wolltest si-92 cher nur ein bisschen was naschen und als du drinne warst, kamst du nicht mehr raus. Schnell lauf nach Hause! rief Oma, nahm dem vor Angst zitternden und wimmernden Teddy den Eimer vom Kopf und machte die Haustr auf. Und wie Teddy nach Hause sau-ste. Oma lchelte und sah ihm nach. Drauen blinkten Blaulichter. Hoffentlich ist keinem was passiert, dachte Oma. Na, das werde ich morgen noch beim Kaufmann erfahren. Jetzt gehe ich erst einmal wieder schlafen. Komm Dirn, wir wollen schlafen gehen, du hattest recht, Teddy hatte sich in unsere Spei-sekammer verlaufen. Das ist ja noch einmal gut gegangen! dachte Pia. Sie war hundemde von der Aufregung. Als sie in ihrem Bett lag, schlief sie gleich ein. Pia merkte nicht einmal, dass in ihrem Bett nicht nur ihr Fieser Teddy, sondern noch zwei andere Teddybren lagen, so mde war sie. 93 Kapitel 20 Endlich war die lange Nacht der Schrecken vorbei. Eine wunderbare Herbstsonne kitzelte Pia an der Nase, und dann hrte sie schon Omas Stimme: Frhstck Dirn! Wo bleibst du denn heute Morgen, ich habe Eierkuchen fr dich gemacht. War das eine verrckte Nacht, dachte Pia und ghnte. Prima, Eierkuchen zum Frhstck, das war wirklich klasse. Pia schlug die Decke zurck und sprang aus dem Bett. Huch, wer bist denn du? rief Pia erstaunt, als Spock mit der Bettdecke zusammen auf den Fuboden purzelte. Pia erinnerte sich und bekam einen Schreck. Ich dachte, ich htte das alles nur getrumt, aber jetzt bin ich ja munter und du bist in mei-nem Bett. Pia drehte sich aufgeregt herum. Richtig, am Fuende sa noch ein Br, und oben lag der fiese Teddy. Vorsichtig griff Pia nach dem einugigen Spock und lie ganz schnell wieder los. Nein, 94 es passierte nichts, er fing nicht an zu zappeln und biss sie auch nicht in die Hand. Wenn ihr Gespenster seid, verzischt ihr im Sonnenlicht zu Staub! sagte Pia. Oder war das nur bei Vampiren so, berlegte sie weiter. Wenn ich gro bin, werde ich Wissenschaftler, da kenne ich mich dann mit so etwas aus. Pia griff blitzschnell nach Spock, als ob er ihr aus der Hand springen knnte und hielt ihn in die Morgensonne. Spock war auch nicht gerade sehr sauber, stell-te Pia fest, aber sonst war er ein ganz gewhn-licher Teddybr. Er fing auch nicht an, im Sonnenlicht zu rauchen, zu kreischen und zu Staub zu zerfallen. Wie seid ihr nur in mein Bett gekommen? fragte Pia den Teddy und stupste ihn in den Bauch. Eigentlich bin ich ganz froh, dass Du mir nicht antwortest, weit du, heute Nacht dachte ich wirklich, ihr seid alle lebendig. Dirn, wo bleibst du denn, es wird doch alles kalt! kam Omas Stimme aus der Kche. Pia setzte Spock nachdenklich neben die fiese Frau Teddy, nein, neben den Fiesen Teddy, verbesserte sich Pia schnell selber. 95 So, der andere Br noch daneben und hups das Nachthemd darber, damit Oma euch nicht findet und wegwerfen will. Pia zog sich das Nachthemd aus und schlpfte schnell in ihre Sachen. Na, aber nicht gucken, meine Herrn! kicher-te Pia und rannte die Treppe nach unten. Es gab wirklich herrliche Eierkuchen. Oma hatte gleich jede Menge zu erzhlen. Das war ja ein verrckter Abend gestern, Dirn. Nach-dem ich Lohes Hund, Teddy, aus der Kammer gejagt habe, da kam doch glatt noch die Poli-zei zu mir. Du warst schon im Bett, und ich wollte auch gerade schlafen gehen, als die Herren vor der Tr standen und stell dir vor, was die gesagt haben... ....willst du noch einen? Oma kam mit der Pfanne an Pias Teller. Woher wussten die von den Eierkuchen? kicherte Pia. Dirn!!! Also die Polizisten haben doch glatt gedacht, das Haus hier wre voller Ratten. Ich musste sie sogar in die Kammer fhren, vorher wollten die nicht weg. Sie htten einen Anruf aus der Nachbarschaft bekommen und im Ort wre ein Mann von einer riesigen Ratte gebis-sen worden. Die haben nicht gesagt, wer be-96 hauptet, dass es hier Ratten gibt, aber ich wei es genau, meine bse Nachbarin steckt dahin-ter. Wenn die alte Nebelkrhe nicht bald Ruhe gibt, soll sie die Marie Clver mal kennenler-nen! rief die Oma. Die versohlt ihr glatt den Hintern, dachte Pia und hatte ein schlechtes Gewissen, weil sie ja allen von den Ratten erzhlt hatte. Du Oma, das mit den Ratten, das war ich, und jetzt habe ich drei alte Bren im Bett. sagte Pia tapfer. Ach Dirn, ich wei doch, was ihr in dem al-ten Schuppen gespielt habt. Denk`ste, Oma ist bld? Auerdem habe ich doch die Angelha-ken im Mlleimer gefunden. Ratten sind Na-ger, die kann man nicht angeln, die fressen mit ihren Nagezhnen ganz vorsichtig um den Ha-ken herum alles ab. Mein Freund Peter, das ist jetzt .... Oma berlegte, ...55 Jahre her, hat das auch einmal versucht. Stell Dir vor Dirn, der wollte sich die Rattenfelle dann an den Grtel hngen. Verrckt, was? Na, der hat nicht einmal `ne Maus gefangen. Dein Opa auch nicht, aber den hab ich trotzdem geheira-tet... Oma war ganz in Gedanken. 97 Pia verschluckte sich an ihrem Eierkuchen. Oma konnte man aber wirklich nichts vorma-chen. Es klingelte. Pia und Oma sahen einander an und mussten lachen. Das ist sicher deine Rat-tenfngerbande, kicherte Oma und ging zur Tr. Pia kommt gleich zu euch raus, die muss nur noch fertig frhstcken! hrte Pia Omas Stimme und beeilte sich mit dem halben Eier-kuchen. Da stehen ja fast alle Kinder aus dem Dorf vor der Tr, Pia. Schn, dass du so viele Freunde hast, aber macht keine Dummheiten mehr in meiner Kammer, versprochen? Versprochen! sagte Pia ganz kleinlaut und drckte die Oma, dann rannte sie zu den ande-ren Rattencatchern. HAM WIR WELCHE? begrte sie Volker gleich an der Tr. Sei blo vorsichtig, Pia! Herrn Lohe hat ge-stern Nacht eine gebissen, mit denen ist nicht zu spaen. Uta ging zwei Schritte zurck. Zeig sie erst einmal den Jungs, ich sehe sie mir dann spter an. 98 Arne und Tobias hatten ein groes Gurkenglas dabei. Der Deckel geht ganz fest zu! versi-cherte Arne. Ist fast Panzerglas! meinte To-bias und klopfte mit der Faust an das Glas. Wir haben keine Ratten! Pia hatte die Rat-tengeschichte satt. Wir hatten auch nie wel-che, es war der Fiese Teddy! Wer? Was? Wer soll denn das sein? Frau Fieser Teddy? Die Kinder plapperten durcheinander. Wartet noch einen Moment, ich hole die B-ren und dann gehen wir in den Schuppen und ich erzhle euch, was passiert ist. Was wirk-lich passiert ist! und damit war Pia im Haus verschwunden und die Rattencatcher gingen in den Schuppen. Wenn ich ehrlich bin, bin ich ganz froh, dass wir keine Ratten gefangen haben. Ich konnte die ganze Nacht nicht richtig schlafen, weil ich immer an die armen Ratten denken musste. Voll mit dem Haken durch das Maul, ist doch brutal! erklrte Uta. Mir ging es genauso! stellte Felix fest. Und dann sollte ich sie von den Haken abma-chen. Die htten sich ganz schnell gedreht und mir den Hals durchgebissen! und dabei hielt er beide Hnde an den Hals. 99 Sogar mein Papa hat Angst vor Ratten gab schlielich sogar Volker zu. Aber die Rat-tencatcherbande knnen wir doch trotzdem bleiben, oder? Wir brauchen ja den anderen Kindern im Dorf nicht zu erzhlen, dass wir Schiss vor Ratten haben, oder? Uta kicherte und machte die Schuppentr auf. Da bin ich! Pia kam mit drei alten Stoffted-dys angerannt. Herrje, Weiber! sthnte Arne und ging auch in den Schuppen. 100 Kapitel 21 Das ist doch Spock! krchzte Volker und griff nach dem einugigen Bren. He Pia, wo hast du denn meinen Teddy her? Hast du mir den geklaut? Ich suche schon die ganze Zeit nach ihm. Pia zog den Arm weg. Die Bren sind freiwil-lig in mein Bett gekommen, und ich gebe kei-nen von ihnen her. Ich habe sogar verspro-chen, dass ich sie berall hin mitnehme... und... Pia berlegte einen Moment. Und was? rief Volker. Und dass du die Puppen von den Kindern auch noch klaust? Und dass ich ihnen Schokolade besorge! er-klrte Pia und sah Volker wtend an. Eben waren wir noch auf Rattenfang, und jetzt sollen wir die zerrissenen Teddybren mit Schokolade fttern? Ich sag es ja, Weiber! Kommt, wir spielen wieder, dass wir mit dem Raumschiff rumfliegen, und ich bin wieder der Bandenchef!, rief Arne und zog Volker am Arm. Es ist meiiiin Teddy! brllte Volker. 101 Willst du ihm das andere Auge auch noch ausschlagen, wenn du ihn durch die Gegend wirfst? schrie Pia zurck. Die Teddys sind etwas ganz Besonderes, die werden nmlich nachts lebendig und sie sind zu mir gekom-men, weil ich nicht so ein blder Krbiskopf bin wie du! Sag mal, der hier sieht aus, wie mein Teddy Schnuffel, Felix griff nach dem Bren und streichelte ihm ber den Kopf. Wie kommt Pia nur an unsere Teddys, Schnuffel ist schon eine ganze Weile weg. Erst habe ich es gar nicht gemerkt, weil ich so lange nicht mehr mit ihm gespielt habe. Das ist ja richtig unheimlich, und ich hatte Angst vor den Ratten, Uta trat einen Schritt zurck. Wollen wir die gefhrlichen Teddys nicht lieber irgendwo einsperren? Pia wollte gerade sagen, dass die Teddys nicht gefhrlich sind, als die Schuppentr aufging. Er ist da! schrie Bodo und krachte zwischen die Kinder. Sein Fahrrad war mit der Pedale an der Tr hngengeblieben, und jetzt lag der Lo-komotivfhrer zwischen den Kindern und rap-pelte sich schnell hoch. Wir sehen auch, dass er da ist! sagte Tobias verdrielich. Er ist da und drei Teddybren, 102 ich gehe jetzt zu Peter. Peters Bande macht sicher was richtig cooles und spielt nicht mit Teddys und kleinen Hosenscheiern wie Bo-do. Ich komme mit! rief Arne, die sind mir hier auch zu doof! Bldmnner! rief Uta und half Bodo wieder hoch. Die Schuppentr fiel zu und Felix wollte Bodo den alten Stock geben, der ihm aus dem Grtel gepurzelt war. Niiiiicht! schrie Bodo wie am Spie. Nicht anfassen, das ist gefhrlich. Felix hob die Hnde und grinste. Das ist wohl ein Lasergewehr, was Bodo? Nein das ist ein Glcksgewehr und unsere einzige Chance. Wenn du das falsch anfasst, ballert es los. Felix berlegte, ob er auch mit zu Peters Ban-de gehen sollte, aber dann sah er auf seinen Teddy und berlegte es sich anders. Irgendwas war dran an der Geschichte. Wieso hatte Pia seinen Teddy Schnuffel? Bodo klopfte sich den Staub von den Sachen und steckte sein Glcksgewehr zurck in den Grtel. Wir haben nicht viel Zeit. Gestern ist er angekommen und wenn wir nicht aufpassen, 103 holt er sein ganzes Volk und wir sind verlo-ren! Was ist denn das fr ein Film? fragte Vol-ker. Wer ist gestern angekommen? wollte Pia wissen. Hast du dir weh getan? Uta tat der kleine Bodo leid, der hatte irgendwie einen Knall, aber er war ja auch noch sehr klein. Der Rattenknig! erklrte Bodo und sah sich um, als ob er irgendwo sitzen knnte. Wir fangen keine Ratten mehr! erklrte Fe-lix. Bei Pia gibt es keine Ratten, sondern nur alte Teddys und die hat sie schon gefangen, wie du siehst! Mann, das ist doch kein Spa, der ist gefhr-lich. Gestern Nacht hat er schon Herrn Lohe ins Bein gebissen. Der Arzt hat ihm eine riesen Spritze gegeben. Das ist wirklich gefhrlich! erklrte Volker ernst, der eine riesen Angst vor Spritzen hatte. Ich gehe nicht schon wieder los und jage hin-ter Ratten her! Ich bin froh, dass wir keine ge-fangen haben. Wenn wir die Ratten in Ruhe lassen, lassen die uns auch in Ruhe! erklrte Uta. Vielleicht sollte ich auch zu Peter gehen, 104 aber der lsst mich bestimmt wieder nicht mit-spielen, weil ich ein Mdchen bin. Die haben gestern bestimmt die Ratte vertrie-ben, die den Lohe gebissen hat. Auerdem, dass mit dem Rattenknig habe ich mir nur ausgedacht. erklrte Pia. Aber wir mssen unbedingt etwas unterneh-men... versuchte es Bodo noch einmal, dann merkte er, dass ihn alle angrinsten. Dann er-ledige ich den Rattenknig halt alleine! rief er und zerrte sein Fahrrad aus dem Schuppen. Und was machen wir jetzt? Gibst du mir end-lich meinen Teddy Spock zurck? Volker wackelte fragend mit dem Kopf. Ich wei was, ich hole noch meine Puppe Sandra und wir spielen mit den Teddys und Sandra im Garten, sagte Uta. Na gut, sagte Felix, aber Pia muss uns ganz genau erzhlen, wo sie die Teddys ge-funden hat, und ich darf mit Schnuffel spie-len. Aber Spock ist Raumschiffkommandant! erklrte Volker. Wir bauen fr unsere Tiere unter dem groen Walnussbaum ein Haus und spielen, dass alle Freunde sind und da zusammen wohnen, sag-105 te Uta und rannte los, um ihre Puppe Sandra zu holen. Kannst Du auch noch ein bisschen Schokola-de mitbringen, Spock will sicher eine Welt-raumreise unternehmen, da braucht er Provi-ant! rief Volker ihr nach. Ja am besten ein paar Tafeln! rief Pia, der eingefallen war, was sie dem Fiesen Teddy versprochen hatte. Komm her Schnuffel! sagte Felix und nahm seinen Teddy aus Pias Arm. Spock, nimm Haltung an, wenn der Flotten-admiral vor dir steht! rief Volker. Wehe, wenn du ihn wieder rumpfefferst! er-klrte Pia und zog Spock noch einmal weg. Ich pass schon auf! versicherte Volker. Und die Teddys schlafen bei mir! Pia mach-te ein ernstes Gesicht. Ein Teddy reicht dir wohl nicht? kicherte Volker. Ja gut, aber jetzt gib schon her! Pia nahm den Fiesen Teddy hoch, drckte ihn an sich und flsterte in sein ausgefranstes Ohr. Jetzt wird alles gut Teddy, ja? und ab ging es unter den Walnussbaum, wo das Sonnen-licht lustig herumtanzte. 106 Kapitel 22 Pia hatte von ihrer Oma die alte Decke be-kommen und die vier Kinder, Volker, Felix, Uta und Pia saen darauf in der warmen Herbstsonne. Pia hatte ihren Freunden alles ber den Fiesen Teddy, Spock und Schnuffel erzhlt. Und er ist keine Frau, betonte Pia noch ein-mal zum Schluss, zwinkerte dem Fiesen Teddy zu und setzte ihn neben Utas Puppe Sandra auf die Kisten, die das Teddyhaus waren. Whrend Pia mit ihren Freunden fleiig das Teddyhaus einrichtete und sogar Volker sich nicht so bld anstellte wie sonst, gab es bei Peters Bande groe Aufregung. Arne und Tobias hatten kaum die Tr von der Bude aufgemacht, die sie mit Peter gebaut hat-ten, als hinten aus der dunkelsten Ecke, da, wo Thomas einmal angefangen hatte, den Ge-heimgang zu graben, ein bses Fauchen kam. Das war vorhin schon einmal, schrie Tho-mas und rannte raus. Feigling! erklrte Peter, der als Chef ja nicht zeigen konnte, dass er selber Angst hatte. Das 107 ist sicher nur ein kleines Ktzchen, dass sich nicht mehr raus traut. Das ist eine Ratte! erklrte Arne. Wir kommen gerade von Pia, da waren wir die Rat-tencatcherbande, da kennen wir uns aus mit so was. Am besten wir holen Volker, der kann dir eine Eimerfalle in die Htte bauen, damit ha-ben wir sogar Lohes Hund gefangen. Das ist das einzige, was dich retten kann. Wenn die Viecher kommen, schlagen sie zu und du bist verloren. Herrn Lohe hat es auch schon erwischt! Gut das wir gerade vorbeige-kommen sind! erklrte Tobias wichtigtuerisch und ging dabei langsam aus der Bude. Arne denkt, er kann hier auch den Chef spie-len, dachte Peter. Mit ihrem Wichtiggetue um den blden Ratten nehmen die mir glatt meine Bande weg. Das ist Handarbeit. So eine kleine Ratte fange ich doch mit bloen Hnden! rief Peter und dachte, es wird nur ein kleines Ktzchen sein. Eh, das ist gefhrlich! rief Tobias noch ein-mal und sprang noch einen Satz zurck. Frank und Udo kamen auch rausgerannt und stellten sich zu Thomas und Tobias. Sollen wir lieber einen Erwachsenen holen? berlegte Frank. 108 Damit die unsere Htte sehen und uns nicht mehr zum Spielen her lassen, weil es da Unge-ziefer, Udo verdrehte die Augen, gibt? Im Schuppen machte sich Peter daran, die Ratte mit bloen Hnden zu fangen. Rat-tencatcherbande, dass ich nicht lache, jetzt zeige ich euch einmal, wie man das in Peters Bande macht. Arne hielt die Luft an. Das Licht der Herbst-sonne hpfte durch die Spalten in der Bretter-bude und jagte von den Schatten der Bume unterbrochen wild ber den Boden. Peter war nur noch einen Schritt weit von dem angefangenem Geheimgang entfernt und konn-te immer noch nichts sehen. Gleich habe ich dich Miezlein, dachte Peter, als ihn zwei bse Augen anblitzten. Peter sprang weg. Das ist ein Riesenviech! brllte er aufgeregt. Ich habe ihm direkt in die Augen gesehen! Da mssen wir mit einem dicken Stein draufdonnern und dann ganz schnell rausrennen. Ich habe einen Ziegelstein! rief Udo, der jetzt doch sehen wollte, was da war. Der haut die dickste Ratte zu Mus! Arne war auf den alten Hocker geklettert, da-mit ihm das Biest nicht gleich in den Fu bei-109 en konnte und wackelte auf dem klapprigen Ding hin und her. Gib her, rief Peter. Wenn ich drei sage, rennen wir alle volle Kanne raus, falls ich die Bestie nur verwunde, nicht dass sie einem noch mit letzter Kraft die Kehle durchbeit. Ach du Scheie! rief Udo. Arne balancierte vorsichtig auf dem Hocker, um gleich aus der Bude rennen zu knnen. Eins! rief Peter, und wenn es nun doch nur ein Ktzchen ist...? dachte er dabei. Udo griff nach der Httentr und machte sich ganz lang, dass er gerade noch in den Geheim-gang sehen konnte. Zwei! zhlte Peter weiter. Ich werde ein Stck daneben werfen, wenn es ein Katze ist, rennt sie weg und ich sage es war eine Ratte. Ist es doch eine Ratte, haut die auch ab! Draaaaaei! Der Stein flog durch die Luft, Arne wollte rausspringen, da brach der Hocker zusammen und Arne klammerte sich an Peter, um nicht der Lnge nach hin zu fallen. Rauuuuus! schrie Peter und purzelte von Arne umgeworfen auf den Boden. Ahhhh! rief Udo. Die Ratte hat Peter und Arne erwischt! er strmte durch den Garten, als wre ein Ungeheuer hinter ihm her. 110 Wir mssen ihnen helfen, dachte Tobias, aber seine Beine rannten schon hinter Tobias her. Den anderen ging es genauso. Mit angstgewei-teten Augen sprangen sie ber den Gartenzaun auf das Grundstck von Pias Oma. Schnell, deine Oma muss sofort die Polizei holen! Arne und Peter hats erwischt! schrie Tobias. Die Ratten sind ber sie hergefallen, es gab keine Rettung! hechelte Udo hervor. Pia sah erschrocken auf und schnappte sich ihren Fiesen Teddy, der gerade mit seinen Freunden Schokolade a, na, das spielten die Kinder zumindest. Wo sind denn Arne und Volker? In ihrer Bude, brllte Tobias. Mach schon, wir kommen mit! Oma Clver war gerade beim Wscheaufhn-gen, als ihre Enkelin mit den Nachbarkindern angestrmt kam. Was Ratten und ich soll die Polizei rufen? fragte die Oma. Ja, schnell Frau Clver, die sind doch da drinnen mit den Bestien und sicher werden sie gerade ausgesaugt! heulte Thomas. 111 Na, Frau Clver, wieder rger mit den Na-gern? Omas bse Nachbarin stand am Gar-tenzaun und grinste herber. Wenn ich jetzt die Polizei wegen Ratten hole, kann ich mich im Ort nicht mehr sehen lassen, dachte die arme Oma. Wir wollen doch erst mal nachsehen, was da los ist! sagte sie zu den Kindern streng und marschierte mit ihnen zu Peters Bude. Da sind wirklich Ratten, Frau Clver, ich ha-be sie doch selber fauchen gehrt! jammerte Thomas. Ach was, Ratten, sicher hat sich ein kleines Ktzchen in euere Htte verirrt! erklrte Pias Oma, die alte Kehrschaufel, die an der Haus-ecke lehnte, nahm sie aber doch mit. 112 Kapitel 23 Wir kommen! Hat sie euch erwischt? Pe-ter, Arne? Die Kinder schrieen vor Aufre-gung schon von weitem, sie waren noch nicht einmal am Gartenzaun, da musste Oma Clver erst einmal stehen bleiben. Eine Oma ist doch kein D-Zug Dirn, schnaufte sie mit hochrotem Kopf und zog am Ausschnitt der Kchenschrze, um besser Luft zu bekommen. Pia war ganz verzweifelt. Schnell doch Oma, wenn die Ratte nun.. Pia konnte garnicht wei-ter reden, dicke Trnen sprangen ihr aus den Augen, und in der Brust tat es weh. Was fr ein gutes Herz meine Enkelin hat, dachte Oma, dann schnappte sie noch einmal krftig nach Luft und lief weiter. Da stand schon die Htte von Peters Bande. Die Tr stand offen und von Peter und Arne war nichts zu sehen. Kommen sie, ich helfe dir Frau Clver! Felix zerrte unbeholfen an Omas Arm, die dabei war, ber den kleinen Gartenzaun zu klettern. 113 Ich komme! Haltet durch! schrie es hinter der Htte. Oma hatte es ber den Zaun ge-schafft und die Kinder rannten hin und her, allein zur Htte traute sich keiner. Ich bin gleich da! rief es wieder und da war er auch schon. Der kleine Bodo schoss wie ein Blitz um die Ecke. Sein Fahrrad machte einen gefhrlichen Satz in der Kurve, und das Vor-derrat schlingerte hin und her. Jetzt legt er sich lang, dachte Pia. Aber Bodo riss den Lenker rum, setzte kurz mit einer Pedale auf der Wiese auf und raste weiter auf Peters Htte zu. Nicht! Halt! Weg da! Da sind die Ratten drin und die haben schon Peter und Arne als Gei-seln! schrieen die Kinder durcheinander. Oma schwenkte die Kehrschaufel wie eine ge-fhrliche Waffe in der Luft. Ich komm ja schon, ich komm ja schon! schnaufte sie. So ein Geschrei und im Schuppen war es noch immer mucks Muschen still. Die Ratten haben Arne und Peter schon ab-genagt, bis auf die weien Knochen! Das sieht furchtbar aus, kenne ich aus einem Weltraum-film! kreischte Volker. Wir brauchen Ver-strkung vom FBI, oder ich hole meinen On-114 kel, der hat eine voll gefhrliche Bohrmaschi-ne! Der kann dir mal den Krbiskopf anbohren und die Bldheit rauslassen, dachte Pia und rief laut: Peter, Arne seid ihr da noch drin? Ja! kam eine piepsige Stimme zurck. Das war Arne! rief Uta aufgeregt. Ist die Ratte noch da? Die Ratte beit euch gleich allen den Kopf ab, wenn ihr euch nicht ganz schnell verpisst! fauchte es aus dem Schuppeninnerem, und es war das schrecklichste Fauchen, das man je gehrt hatte. Keiner sagte mehr etwas, alle sahen entsetzt einander in die Gesichter, und das waren krei-deweie Gesichter. Sogar Oma Clvers roter Kopf war schneewei. Wollt ihr mich veralbern Kinder? fragte sie unsicher. Ja genau, ordentlich veralbern, Stck fr Stck, bis vor lauter Spa nur noch die blan-ken Knochen brig sind! fauchte es von drin-nen. Es ist ja auch sehr lustig, wenn man fast von einem riesigen Backstein erschlagen wird! Solche Scherze kenne ich! Entweder soll man erschossen werden, totgehaun, vergiftet oder mit Fallen umgebracht, garausgemacht, zer-115 stckelt, entzweit, zerquetscht.... ein Schluch-zen beendete das Fauchen. Der Rattenknig! flsterte es leise an Pias Ohr. Der Rattenknig! wiederholte Pia entsetzt und sehr viel lauter! Der Rattenknig! kreischte Uta und hielt sich die Hnde vor die Augen. Jetzt ist aber Schluss! rief Oma Clver, die sich inzwischen gefasst hatte. Beherzt stapfte sie auf Peters Htte zu. Nicht, den kann man nur damit erledigen! schrie Bodo. Bodo hatte inzwischen das Fahr-rad auf die Wiese geworfen und war zur Tr gesprungen. Mit der rechten Hand umklam-merte er das Glcksgewehr, na den alten Stock, ihr wisst schon, und mit der linken griff er nach der angelehnten Tr. Bodo, geh da weg, ich komm schon! rief die Oma und war auch schon gleich bei ihm. Drei! schrie Bodo und riss die Tr auf. Ach du Scheie! rief es abermals unmittel-bar neben Pias Ohr und jetzt zappelte sogar was in ihren Armen. h! Ratten, sie sind berall! schrie Pia und sprang mit den Armen um sich rudernd zu-rck. 116 Der Fiese Teddy machte einen Salto und kam geschickt auf seinen kurzen Beinen auf. Rat-ten, was? Ich denke, wir wollten uns jetzt ver-stehen, Pipi? Na, das klren wir spter! Es passierte alles gleichzeitig, die Tr flog auf, Oma rutschte auf einer alten Birne aus, das Glcksgewehr feuerte und die riesigste Ratte der Welt sprang Bodo auf die Brust. So und jetzt noch einmal langsam: Die Kinder machten gar nichts, die standen mit offenen Mndern da und glotzten. Schock nennt man das, ist aber auch egal. Der Fiese Teddy sprang auf der Wiese rum und kreischte: Spock, Schnuffel, schnell, der Rattenknig macht rger! Oma Clver sa im Gras und tastete nach der Kehrschaufel, die ihr beim Hinfallen aus der Hand geglitten war. Der Rattenknig sa auf Bodo, der sich nicht zu rhren wagte. Der Rattenknig blickte un-ruhig in die Runde, aus seinem Maul tropfte Sabber auf Bodos T-Shirt, und er hatte eine Pfote direkt auf Bodos Nase gedrckt, damit der nicht aufstehen konnte. Arne und Volker sah man jetzt durch die offe-nen Schuppentr ganz hinten in der Ecke kau-ern und vor Angst schlottern. 117 Ach ja, und das Glcksgewehr lag rauchend im Gras, wo der Schuss hinging, erfahrt ihr vielleicht ganz zum Schluss. Eine dumme Bewegung und dem fehlt die Nase! zischte der Rattenknig. Mein bldes Kind hat mich liegen lassen! beschwerte sich Spock, der gerade zwischen den Zaunslatten durchkletterte. Mich auch! Schnuffel war auch fast da. O, o, da wre ich doch lieber liegen geblieben! jammerte Schnuffel weiter, als er den Ratten-knig sah. Jetzt wird nicht gejammert, jetzt mssen wir die Menschheit retten! erklrte der fiese Ted-dy. Spock, du schnappst dir das Glcksge-wehr und ballerst ihm den Rattenschdel weg! Schnuffel und ich, wir greifen ihn mit Oma Clver von vorne an! Der Fiese Teddy war prima in Form. Bist du fertig, Oma Clver? schrie der Fiese Teddy und pirschte sich schon ein Stckchen nher. Der Rattenknig fauchte: Erst die Nase und dann die Ohren, haps, haps, haps! Ich bin bereit! rief Oma und wunderte sich selber, dass sie sich mit einem alten zerfled-derten Teddy unterhielt. 118 Wartet, der macht ernst, so geht das nicht! jammerte Bodo unter Trnen. Der beit mir wirklich die Nase ab! Auerdem, wenn ihr auf ihn schiet, trefft ihr sicher auch mich! Worauf du einen lassen kannst! schrie der Rattenknig. Unschlssig standen die drei Bren um den Rattenknig, Spock hatte sich inzwischen das Glcksgewehr geschnappt und zielte damit auf den Rattenknig. Oma Clver hatte sich aufge-rappelt und hielt die Kehrschaufel bereit. Wenn du Bodo laufen lsst, lassen wir dich in Ruhe! rief Pia. Dirn hat recht, verhandeln ist das beste, dachte Oma, aber ich kann doch nicht auch noch mit Ratten reden, wenn das die Leute im Dorf er-fahren. Freier Abzug ist ein Anfang! erklrte der Rattenknig. Aber ich habe es satt, ich habe es so satt, berall herumgejagt zu werden, ich will auerdem das Haus von der Alten! und dabei zeigte der Rattenknig auf Oma Clver. Und....und....und alles, was die Kinder an Schokolade bekommen.....und die ausgestopf-ten Plschfelle mssen mich bedienen! damit meinte der Rattenknig den Fiesen Teddy und seine Freunde. 119 Pia berlegte, was sollte sie jetzt sagen, sie konnte dem Rattenknig doch nicht das Haus von Oma schenken und den Fiesen Teddy in die Sklaverei schicken. Whrend der Ratten-knig berlegte, was er noch alles wollte, sah Pia, dass Peter sich ganz langsam von hinten an den Rattenknig heranschlich. Die Teddys und Oma waren ratlos. Solche Bedingungen knnen wir doch nicht anneh-men! erklrte Oma gerade, die sich jetzt doch noch mit Ratten unterhielt. Schiet, schiet, schiet ! kreischte Peter. Peter hatte den Rattenknig von hinten am Hals geschnappt und ihn mit einem Ruck auf den Rcken geschleudert. Der Rattenknig war so berrascht, dass er nur mit den Armen fuchtelte und nicht sofort zu-biss, und dann war auch schon der Fiese Ted-dy mit seinen Freunden da und hielten ihn fest. Spock presste dem Rattenknig das Glcks-gewehr auf die Brust und brummte mit tiefer Stimme Stirb, du Mutant! Oma stand mit erhobener Kehrschaufel daneben und sah aus, als ob sie jeden Moment den Rattenknig zu Rattenknigmatsch ma-chen wrde. Bodo kroch zitternd und weinend weg, und Pia nahm ihn in den Arm. 120 Kapitel 24 Und dann passierte es. Nein, nicht das, nicht das, was ihr denkt, sondern das, was bei allen Geschichten immer passiert. Das Glcksge-wehr ballerte nicht los. Ich kann es nicht, erklrte Spock, ich bin Raumschiffkommandant und kein Mrder! Und das soll euch eine Lehre sein Kinder, denn nicht der fieseste Teddy ist so bse wie die Menschen, aber unsere Menschen hier wa-ren auch eine Ausnahme, denn... Oma Clver fuhr dem Teddy Spock ber den Kopf und kraulte ihn zwischen den Ohren. Ich auch nicht! erklrte sie dann und lie die Kehrschaufel sinken. Ich habe mir in die Hose gemacht! sagte Ar-ne und rannte aus der Htte nach Hause. Und jetzt? fragte der Fiese Teddy. Er sah auf den Rattenknig herab direkt in die gelben Augen der gefhrlichsten Ratte der Welt. Und dann sah er, wie dicke Trnen aus diesen Au-gen rannen. Ich bin so oft gejagt worden, man hat mich so oft versucht zu ermorden, und jetzt, wo ich 121 wirklich hilflos daliege, wollt ihr mich nicht tten. Schade, dass ich nicht ein verzauberter Prinz bin, ich wrde euch aus Dankbarkeit glatt heiraten! Da musst du aber vorher noch zum Zahn-arzt, kicherte Schnuffel, du stinkst aus dem Maul, dass man es fast nicht aushlt. Er muss schwren! hrten sie von Schluch-zern unterbrochen Bodos Stimme. Die Kinder standen jetzt alle im Kreis um den Rattenk-nig. Sogar Uta wollte sehen, wie der Ratten-knig aus der Nhe aussah. Und wieso meinst du, dass er sich auch daran hlt, was er uns verspricht? Und was soll er berhaupt schwren? fragte Spock. Dass er sich die Zhne putzt! prustete der Fiese Teddy los. Dass er uns in Ruhe lsst und keinen rger macht. Nein, dass er alle in Ruhe lsst! er-klrte Bodo. Und er muss sich daran halten, wenn er bei dem Rattenschwanz seiner Vor-fahren schwrt. Das hrt sich gut an, erklrte Spock. Wenn ich einen so feinen langen Schwanz htte.... Ja, ja ich schwre, was ihr wollt! erklrte der Rattenknig kleinlaut. Immerhin habt ihr mir 122 das Leben gelassen, wo ihr mich doch httet einfach abmurksen knnen. Und du musst schwren, dass du nicht so vie-le Freunde holst! fiel es Oma ein, sonst den-ken die Leute, ich htte Ratten. Und dann kam Oma noch eine teuflische Idee: Und du musst schwren, dass du zu meiner bsen Nachbarin gehst und ihr klarmachst, dass sie mich in Ruhe lassen soll! Auch das, auch das, nur lasst mich endlich los, ich bin der Rattenknig und halte mein Wort. Schwre es beim Schwanz deiner Vorfah-ren! rief Bodo eindringlich! Ich schwre beim Schwanz meiner Vorfah-ren, dass ich alle Menschen in Ruhe lasse, nicht zu viele Freunde einlade und mir die b-se Nachbarin von Oma Clver vorknpfe! erklrte der Rattenknig feierlich. Langsam nahm Spock das Glcksgewehr von der Brust des Rattenknigs. Schnuffel und der Fiese Teddy lieen die Arme los. Der Rattenknig stand auf, strich sein zerzau-stes Rattenfell glatt und untersuchte seinen langen dnnen Schwanz auf Verletzungen. Es war noch alles in Ordnung. 123 Und wo soll ich jetzt wohnen? Ich habe es satt, herum zu ziehen! erklrte er. Hier, rief Peter. Ich gebe dir meine Htte, wenn ich dich ab und zu besuchen darf. Wer hat schon den Rattenknig als Freund. Klasse rief Volker, wir wollten Ratten fangen und sie dressieren und jetzt haben wir eine rie-sen Ratte die sprechen kann. Buh! schrie der Rattenknig. Die Kinder sprangen erschrocken zurck und Spock legte das Gewehr wieder an. War nur ein Scherz! sagte der Rattenknig, aber ich gehre mir und sonst keinem. Ja, ich glaube, ich knnte hier wohnen. Aber wenn ihr mich besuchen wollt, msst ihr vorher hflich anklopfen und mich mit Majestt anreden. Ich gehe Pltzchenbacken! erklrte Oma Clver, die sich nicht sicher war, ob sie das gerade wirklich alles erlebte. Na ist egal,dachte sie. Es ist gut ausgegangen, die Kinder haben ihren Spa und einen Rattenk-nig hatte ich auch noch nicht als Freund. Nur das man mit Teddys reden konnte, machte ihr sehr zu schaffen. Vielleicht werde ich alt, dachte sie weiter, schttelte den Kopf und rief: In einer Stunde gibt es fr alle Pltzchen und Kakao! 124 Das waren wirklich wunderbare Ferien fr Pia. Wir wissen nicht, wie die Geschichte weiter geht, aber der Rattenknig wird Wort halten. Es gab wirklich noch ein tolles Pltzchenfest, bei dem auch die Teddys und der Rattenknig satt wurden. Beim Pltzchenessen war es auch, als Pia Bo-do nach dem Glcksgewehr fragte. Ist es nicht sehr gefhrlich, wenn wir mit einer so schlimmen Waffe herumspielen? Und wo hast du die denn berhaupt her? Das ist doch nur ein alter Stock, erklrte Bodo. Denkst du, man kann mit einem Stock schieen? Glaubst du denn, mein Fahrrad ist eine Lokomotive? Ich bin vielleicht kleiner als du, aber doch nicht dmlich! Pia verstand gar nichts mehr. Aber woher hast du das mit dem Rattenknig gewusst? fragte sie weiter. Ich habe gar nichts gewusst, ich hab nur ge-spielt, und dann sa eine riesen Ratte auf mei-ner Brust. Tja, man kann halt nicht alles verstehen, aber wir verstehen, dass Pia ihren Fiesen Teddy wirklich berall hin mitnahm. Wir verstehen, dass auch Volker und Felix gut auf ihre Ted-125 dys aufpassten und immer mit Pia zusammen bei Peters Bude spielten. Auerdem verstehen wir, dass alle Kinder zu-sammen in der Rattencatcherbande waren und einen Haufen Schokolade zu Peters Htte brachten. Und die bse Nachbarin von Oma Clver ver-stehen wir auch, denn die war auf einmal sehr hflich zu Oma und machte zur Begrung sogar eine Verbeugung. Was wir nicht verstehen ist, dass gerade als das Glcksgewehr abgefeuert wurde, ein Mili-trsatellit von einem unbekannten Strahl ge-troffen wurde und in tausenTeile zerplatzte. Ende 126 In Vorbereitung: Der Fiese Teddy und tausend Fragen! Haltet den Fiesen Teddy! Fieser Teddy in Gefahr! Die Frau vom Fiesen Teddy! Der Fiese Teddy kehrt zurck! In der Nacht kommt der Fiese Teddy nicht al-lein! 10 000 000,- fr den Fiesen Teddy! Fieser Teddy bricht aus! Der falsche Freund vom Fiesen Teddy! Fieser Teddy rumt auf! Wehe, wenn Fieser Teddy ernst macht! Der Sohn vom Fiesen Teddy! Fieser Teddy mit Spock unterwegs! Die Sterne gren dich, Fieser Teddy!

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