Byloff, Fritz - Das Verbrechen Der Zauberei. Crimen Magiae. Ein Beitrag Zur Geschichte Der Strafrechtspflege in Der Steiermark

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    25-Nov-2015

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Oftmals spricht man von schwarzer Magie im Gegensatz zur weien Magie, die als stets zum Guten und zum allgemeinen Nutzen dienend definiert ist. Der Glaube an die Mglichkeit magischen Schadenzaubers ist weltweit in verschiedenen Kulturen verbreitet.Ein vom Magier gewnschter Effekt soll z. B. durch Fetischismus bewirkt werden, welcher im Rahmen kulturspezifischer religise Praktiken eingesetzt wird, bei denen durch Zeremonien und Rituale zum eigenen Nutzen oder zum Schaden Anderer unbelebten Gegenstnden bernatrliche Krfte verliehen werden.In schwarz-magischen Ritualen und Handlungen werden Gegenstnde zur Erreichung von Zauberwirkungen verwendet, die mit einer Person in Verbindung gebracht werden (z. B. um einen Feind zu verletzen, indem man Pfeile in eine Abbildung von ihm sticht); Zaubersprche aufgesagt, wobei der erhoffte Effekt durch bloe Aussprache spezifischer Schadenswnsche herbeigefhrt werden soll; alle mglichen anderen Formen von Hexerei und Zauberei praktiziert.In der Literatur wird Schadenzauber zumeist durch Menschen dokumentiert, die glauben, sie seien Opfer von Zauberei geworden. Fr die ffentlichkeit leicht zugngliche Bcher, die Magie aus der Perspektive des Anwenders zum Inhalt haben, zeigen meist nur Zauberei mit positiver Wirkung (Schutz-, Liebes-, Potenzzauber). Innerhalb der Ideenwelt der Zauberei wurde zur Bekmpfung des Schadenzaubers der Gegenzauber eingesetzt.Juristisch gilt Schadenzauber in Deutschland heute als untauglicher Versuch im Sinne des 22 StGB.[1] Als aberglubischer Versuch ist der Versuch, Menschen, Tiere oder Gegenstnde zu verhexen, straflos. Als aberglubisch gilt de iure jedes Verhalten, bei dem der Tter auf die Wirksamkeit nicht existierender oder nach dem Stand der wissenschaftlichen Erkenntnis jedenfalls nicht nachweisbarer magischer Krfte vertraut (z.B. auf Teufelsanbetung, Verhexen, Totbeten etc.). Nach der Logik mageblicher Juristen wird der aberglubische Versuch deshalb nicht bestraft, weil es, selbst wenn der vom Tter angestrebte Erfolg tatschlich eintrte, nach derzeitigen Erkenntnissen an der Kausalitt fehlen wrde.[2]Die evangelische Kirche bewertet Schadzauber (wie jede Form von Magie) als Versuch, sich [] Gttliches technisch verfgbar [zu] machen, und als Versto gegen das erste Gebot. Magie wird dann zu einem illegitimen Eingriff in die absolute Freiheit Gottes.[3]Europisches MittelalterFast das gesamte europische Mittelalter hindurch war das Maleficium die einzige Form der Magie, die unter Strafe stand. Es wurde anderen Formen von Verbrechen gleichgestellt. So schrieb das Salische Gesetz des 6. Jahrhunderts fr einen Mord mit Hilfe von magischen Mitteln dieselbe Geldstrafe als Wiedergutmachung an die Angehrigen des Getteten vor wie bei einem Mord durch das Schwert oder mit Gift.Knig Aethelstan von England (reg. 925940) verfgte, dass ein Mord mit Hilfe eines Maleficium durch Hinrichtung zu bestrafen sei, wenn der Tter sich schuldig bekenne. Bekannte sich die des Maleficium verdchtige Person nicht, so musste sie ein Wergeld bezahlen und wurde freigelassen, wenn eines der Familienangehrigen der verdchtigten Person als Leumund fr sie den Eid leistete, dass die beschuldigte Person sich knftig gut verhalten werde.Problematischer war das Maleficium in den Augen der kirchlichen Theologen, da in ihren Augen ein Maleficium durch die Mittterschaft von Dmonen verbt wurde. Da die Dmonen mit den heidnischen Gttern gleichgesetzt wurden, waren in den Augen der kirchlichen Theoretiker alle Arten der magisch-heidnischen Praxis Maleficia.Zu Beginn des 14. Jahrhunderts hatte sich diese Ansicht verhrtet, so dass nun jegliche Form von Magie als Dmonenanbetung oder Maleficium, und somit als Hresie galt, was Papst Johannes XXII. dazu veranlasste, die Verfolgung der Magie der Inquisition zu berantworten.Schadenzauber in der frhneuzeitlichen HexenverfolgungIn Europa galt

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