Baldriansure und ein neuer Krper aus Ksestoff

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    11-Jun-2016

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  • Alltalien im Blrrte. i 27

    btlh &n einfach kohlensaiireni Natron und die Absorption selbst Oon dem Uehergang tlessel1)en in doppclthohlensaures Natron herriihrte, so war vollkoininen gewifs , t l i ~ f ~ die endere BNte der aus dem Blute erhallenen al1~;ilischen liliissigkeit mit einer Siiure zusammengebracht , wwiigstens ?3 voii drin Volu~ri des absorbirten Gases an Iiohlrnsiiure entwiclieln miifste.

    In einer Glockc uber Quccksilber iiiit Salzsaiire zusarnmen- gebracht , mischte sich diese daniit, ohne aile Spur von Gas- enkwickelung.

    Hieraus ergiebt sich, was die Analyse der Blutaschcn von E n d c r l i n bcreits gc4elirt hat , dafs in tler That das Blut des Ochsen keirie nach\vcisbare Quaiititat kohlensaure Alkalien enthiilt.

    Die nh1iei.e Untei.suc:hung crgab, dafs die alkalischc Reaction von pliosphorsaureni Natron herriilirte. Hilrnstoff und Zucker lieken sich in deiii Ruckstande nicht nachrveisen.

    Baldriansaure und ein ncucr Iiiirper aus Kssest,off; von Dentselbea.

    Wenn man gut ausgeprefstcn, von anhiingender Butter so gut wie moglicli befreiten ICBse , aus frisclicr oder geroniiener Milch dargestcllt, iiiit seiiiciti gleiclioii Gewiclite Kalihydrat (oder Ealilauge, die beiiii &.halten krystallisiren wlirde), inr Scliinelzen erhalt, bis sich neben Arnrnoriiak Wasserstoflgas atis der schniel- zenden Masse entwickelt, die Masse in hcifsm Wasser lost, iriit Essigsiiure schwach ubersiittigt uiid die fillrirte Liisung erkalten Itifst, so schcidet sich eiiie Masse von selir frinen Natlelii ab,

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    welche in kaltem Wasser sehr schwer, in Alkohol und Aether unloslich sind. Durch wiederholtes Auflosen in Wasser , dem man etwas kohlensaures Iiali zusetzt und Fallung mit Essig- saure, erhalt man diesen Iiorper rein weirs, in seidenglanzenden Nadeln. Nacli einer vorliiufigen Analyse, welche der Bestatigung bedarf, wird die Zusairiinensetzung dieses Korpers durch die Formel : C,, N H9 0, ausgedruckt. Der Korper, obwohl in Alkalien leicht liislich , verbindet sich mit Saiiren. Die Mutter- laugo, aus welcher dieser Iiorper auskrystallisirte , liefert bei weiterer Verdampfiing eine reichliche Menge Leucin.

    Wenn die geschmolzene Masse anstatt mit Essigsaure mit Weinsteiiisaure iiberslttigt und die Fliissigkeit der Destillation unterworfen wird, so erhalt man ein sauer reagirendes Destillat; wird dieses mit Barytwasser gesattigt , zur Trockne gebracht und das trockne Barytsalz mit Phosphorslure der Destillation untermorfen , so erhalt man cine farblose, olige Saure und eine wlsserige saure Flussigkeit von deni Geruch und allen Eigenschaften der Baldrianslure. Das Leucin liefert fur sich mit Kalihydrat geschmolzenes Ammoniak und Wasserstorgagas, im Ruck- stand bleibt baldriansaures Kali. Dem AuRreten der Baldrian- saure scheint demnach beini Schmelzen des Klsstoffs mit Kali, die Bildung des Leucins voranzugehen. Bis auf ein Aequivalent Was- serstoff druckt die Formel des Leucins die Zusilmmenselzuiig eines Aethers aus, welcher aus 1 At. Cyansaure, 1 At. Amyloxyd untl 2 Atoinen Wasser besteht. Durch Einleiten von dern Dampf von Cyanslurehydrat in wasserfreies Fuselol , erhalt man eine feste krystalliiiische , in Wasser losliche Substanz, welche leicht aus diesen Losungsmitteln krystallisirt und im Aeufsern die tauschendste Aehnlichkeit iiiit Leucin hat, von dem sie sich jcdoch durch ihre Loslichkeit in Aether unterscheidet.

    Bei langerem Schmelzen erhalt man iieben Haldriansaure eine reichlichc Menge Buttersaure. Das mit der iiligen Baldrian- saure aus Rasestoff dargestellte Silbersalz hinterliefs nach dein

    Lieb ig , Bddriuns~ure urul ein newer K6rpcr

  • i ~ i s Kiisestoff. 2 29

    Verbrennen 51,62 Silber, wonach die Identitiit derselben mit der gewiihnlichen Baldriansaure nicht bezweifelt werden kann. Das rohe Destillat enlliielt neben Baldriansaure eine fluchtige Substanz von dern Geruclie der mensctiliclien Faeces, welclie das Silber aus salpetersaurem Sillwroxyd reducirte, sic enlliielt aber keine Ameisensiiure , :ins der alkalisclien Lnuge lrrystallisirte vor der Uebersit tigung mi: Wcinsiiure eine Rlenge osalsaures Kali.

    Protid und Erytroprotid - ni i t welchcn Nameii Hr. Mul- der zwei scbinierige SyrLilJiWtige Iiiisper bezeichnet , die er bei tler Einwirliung des Iialis aiif Eiweifs erliiclt - habe icli bei der Be!!ancllung des IiGseslolTs niit Alkali nicht wahrgenommen, glaube auclt niclit, dafs sic jcinals wictler von ihm selbst oder von irgeiitl eineiii nndern Cheniiker von derselben Zusammen- setzung, die er davon anpiebt, erlialten werden , indem beide nichts antlcres als Genienge von Zwischenprodncten sind , die nacli der Teinperatur , der Dauer der Einwirkung des Alkalis, d cr Coiic en Ira tic JII t I essclb en \v e ch seln n i ii sscn .

    IJeber das Protcinhiosgd. --

    Bringt iiian nacli I3 o ii c h a r d a t feuchtcs Fibrin in Wtlsser dein inan I/% tuusencltel Salzsiiire zugesetzt l i n t , so wird tlas Fibrin sehr sclinell gallertartig , Lei lingerer Einwirkung erhiilt man eine Aufliisimg , ~velclic durch eine geriiige Menge feltiger Substanz getriibt ersclieint. Den in verduiinter Salzsaure Iosli- chen Theil bezeichiiet Ir. B o u c 11 a r d a t niit All~urninose, den un- 1Bslichen niit Epidennose.

    Nach den Angaben voii Mrilder *I ist dieser Versuch von ---

    *) Diesc Annalen Rd. XLVII S. 322. AnMl. d. c/licitiie u. Pharrii. I.VI1. Hd. 1 . lfefl. 9