Baldriansure und ein neuer Krper als Ksestoff

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    06-Jul-2016

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    XVII. Baldriansaure und ein neuer Korper als Kasestoff.

    Wennman nach L i e b i g frischen, von Fett miiglichst befreiten Kase mit seinem gleichen Gewichte Kalihydrat im Schmelzen er- halt, bis sich neben Ammoniak Wasserstoffgas entwickelt, die Masse in heissem Wasser liist und mit Essigsaure schwach iiber- sattigt, so scheiden sich beim Erkalten der Fliissigkeit eine Menge feiner Nadeln ah, welche in kaltem Wasser sehr schwer-, in Al- kohol und Aether unloslich sind. Durch wiederholtes Aufliisen in Wasser unter Zusatt yon etwas kohlensaurem Kali und F d l u n g mit Essigsaure erhalt man den Korper rein weiss inseideglanzenden Nadeln, welche nach einer vorlaufigen Analyse aus CI6 N H9 0, bestehen. E r verbindet sich mit Sauren, so wie ersich in Alka- lien lost. Die Mutterlauge, woraus e r auskrystallisirte, liefert beim Verdampfen Leucin.

    Wird die geschmolzene Masse, statt mit Essigsaure, rnit Wein- saure iibersittigt und destillirt, so liefert sie Baldriansaure. Das Leucin, mit Halihydrat geschmolzen, liefert im Riickstande bal- driansaures Kali, so dass wahrscheinlich beim Schmelzen des Kiise- stoffes mit Kalihydrat die Bildung des Leucins der der Baldrian- $anre vorangeht. Bei Iangerem Schmelzen erh$lt man neben Bal- drianssure eine reichliche Menge Buttersaure.

    Protid und Erythroprotid - zwei Korper, welche Mu 1 d e r bei der Einwirkung des Kalis auf Eiweiss erhielt - hat der Verf. bei Behandlung des Kasestoffes mit Kali nicht wahrgenommen und e r glaubt, dass sie iiberhaupt nur Gemenge von Zwischenproducten gewesen sind, die j e nach der Temperatur, der Dauer der Einwir- kung des Alkalis u. s. w. wechseln miissen. (Ann. d. Chemie U, Pharm. Jan. 1846.)