Augustus Sein Programm und seine Zeit - Leitmotive der Zeit: Verherrlichung des Augustus und seiner Zeit als Goldenes Zeitalter ...

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    09-Feb-2018

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  • LGG, Latein-LK 12.2 [Kd], Augusteische Dichtung Alex Joost (Mai 2009)

    Augustus Sein Programm und seine Zeit

    Historische Einordnung des Augusteischen Zeitalters Die Versuche der Gebrder Gracchus, umfangreiche Land- und Sozialreformen durchzufhren, spalteten Volk und Senat in zwei politische Lager, die Optimaten (groe Teile des Senatsadels) sowie die Popularen (Politiker, die sich auf die Volksversammlung sttzten). Straenkmpfe zwischen beiden Parteien fhrten zunchst zu einer Vormachtstellung der Optimaten. Im Jahr 107 v. Chr. wurde Gaius Marius (ein Vertreter der Popularen) zum Konsul gewhlt; ihm gelang es, eine Heeres- sowie Agrarreform durchzusetzen. Sein politischer Gegenspieler wurde nun Lucius Sulla, der 88 v. Chr. zum Konsul gewhlt wurde. Dieser setzte Marius und seine Anhnger, nachdem er inzwischen eine Diktatur errichtet hatte, auf die Proskriptionsliste und lie sie systematisch ermorden. Nachdem er so die Ordnung der Republik wieder hergestellt hatte, trat er zurck. Spter, im Jahre 60 v. Chr. folgte das erste Triumvirat mit Crassus, Pompeius und Julius Caesar. Nachdem Crassus im Krieg gegen die Parther gefallen war, besiegte Caesar die Truppen des Pompeius und riss so die Macht in Rom an sich. Im Jahre 44 v. Chr. wird er von Brutus und Cassius und einigen Mitverschwrern im Senat erstochen. Nach seiner Ermordung hatten nun nicht mehr ranghohe Politiker in Rom die Macht, sondern die Feldherren, die die grten Legionen befehligten. Augustus: Biografisches

    Geboren am 22. September 63 v. Chr. als Gaius Octavius, gestorben am 19. August 14 n. Chr.

    Familie dem Ritterstand (Equites) angehrig. Groneffe (spter testamentarisch adoptiert) und Haupterbe des

    Gaius Julius Caesar, der selbst keinen leiblichen Sohn hatte. 43 v. Chr. Triumvirat mit Marcus Antonius und Marcius Aemilius

    Lepidus diktatorische Machtbefugnisse fr 5 Jahre; 38 v. Chr. Verlngerung um weitere 5 Jahre

    42 v. Chr. Tod der Caesarmrder Brutus und Cassius bei Philippi (Makedonien)

    36. v. Chr. Vollstndige Entmachtung des Lepidus durch Oktavian 30 v. Chr. Tod des Antonius durch Suizid Ende des Rmischen

    Brgerkrieges Verleihung des Ehrennamens Augustus (Der Erhabene) im Jahr

    27 v. Chr.

    Grundzge der Neuen Ordnung Scheitern Csars wegen offensichtlichen Anstrebens der Alleinherrschaft, die von den Rmern

    nach 400 Jahren Republik nicht gewollt war, erkannte Augustus: Formelle Wiederherstellung der Republik (Res Publica Restituta). Aufgliederung des Reiches in Kaiserliche und Senatorische Provinzen:

    o Kaiserliche Provinzen lagen am Rande des Reichs, in diesen standen die Legionen, die also per Gesetz von Augustus selbst kontrolliert wurden

    bertragung der tribunizischen Gewalt (tribunica potestas): o Veto-Recht gegen Senatsbeschlsse; Recht, Konsuln

    Amtshandlungen zu verbieten sowie Gesetze vorzuschlagen. Formelle Ablegung des Konsulats

    Grundlinien der Auenpolitik

    Caesars Plne weiterer Feldzge gegen die Parther wurden von Augustus verworfen; Partherknig Phraates IV. lie sich auf friedliche, neue Grenzregelung ein.

    Nach dem Selbstmord Kleopatras wurde gypten annektiert. Offensive im Norden:

    o Eingliederung von 5 weiteren Provinzen ins Rmische Reich; Verschiebung der Reichsgrenze zu Donau und Rhein

    Weiteres Vorrcken fhrt zu groer Niederlage (Varusschlacht) und Errichten des Limes als Konsequenz

  • LGG, Latein-LK 12.2 [Kd], Augusteische Dichtung Alex Joost (Mai 2009) Geographie

    Das Rmische Reich vor Augustus (44 v. Chr.) Das Rmische Reich nach Augustus (14 n. Chr.)

    Augusteische Literatur

    Bedeutende Autoren der Augusteischen Zeit: Vergil (Aeneis), Horaz (Epistulae), Livius (Ab urbe condita libri CXLII), Vitruv (De architectura libri decem), Properz (Elegiae), Ovid (Metamorphosen). Der Dichter Ovid wurde im Jahre 8 n. Chr. von Augustus nach Tomis verbannt, der Grund fr die Verbannung ist bis heute nicht geklrt.

    Typische Leitmotive der Zeit: Verherrlichung des Augustus und seiner Zeit als Goldenes Zeitalter (Aureum Saeculum; vgl Vergil: Aeneis 6, 791805) sowie Preisung des Augustus als Friedensstifter.

    Offenes Bekenntnis vieler Autoren zu Augustus. Augustus Wunsch, seine Person in einem Epos zu preisen, wird von Vergil, Horaz, Properz und Ovid

    abgelehnt:

    o Bezugnahme zur Poetologie in Anlehnung an die griechische Vorstellung der Hybris (). Wichtige Gattungen der Augusteischen Literatur:

    o Epos (Erzhlung; lat.: carmen heroicum) Vergil, Ovid, Severus o Kleinepos (Epyllion) Catull o Elegie Ovid (mit urspr. mythologischer Thematik), Properz (Liebeselegie) o Bukolik (bouklos: Rinderhirte) Vergil (Eclogae - Hirtengedichte)

    Rhetorik nimmt an Relevanz ab: o Politische Prozesse werden kaum noch durch rhetorisches Knnen im Senat entschieden. o Politischer Aufstieg funktioniert mehr ber Beziehungen und Loyalitt Augustus gegenber als

    Eloquenz auf dem Forum oder vor Gericht. Auszug aus Res gestae divi Augusti Die Res gestae divi Augusti sind eine von Augustus verfasste Darstellung seines Lebens als Bericht ber seine Leistungen und Taten. Die besterhaltene Kopie ist an einem Tempel fr Augustus im heutigen Ankara angebracht; daher wird das Werk auch Momentum Ancyranum genannt.

    In consulatu sexto et septimo, postquam bella civilia exstinxeram, per consensum universorum potitus

    rerum omnium, rem publicam ex mea potestate in senatus populique Romani arbitrium transtuli. Quo pro

    merito meo senatus consulto Augustus appellatus sum [].Post id tempus auctoritate omnibus praestiti,

    potestatis autem nihilo amplius habui quam ceteri qui mihi quoque in magistratu colegae fuerunt.

    [Abschnitt 34]

    Literatur: Vittinghoff, F., Kaiser Augustus, Gttingen, 1959. Schlange-Schningen, A., Augustus, Darmstadt, 2005. Bringmann, K., Rmische Geschichte. Von den Anfngen bis zur Sptantike, Mnchen, 1995. Gall, D., Die Literatur in der Zeit des Augustus, Darmstadt, 2006. Bildquellen: http://www.wellermanns.de/Gerhard/Gesellschaftslehre/griechen_roemer/roemer.htm (22.5.2009) http://de.wikipedia.org/wiki/Augustus (21.5.2009)