• 258 Bericht: Atomgewicht der Elemente. Borsiiure und Glyzerin sehr f6rderlich. Man arbeitet am besten in der Weise, dass man die Substanz mit etwa 3 q Borsiture mischt und dann eine L5sung yon 50 g Glyzerin in 100 ccm Wasser zusetzt. Kodein~ Atropin, Kokain, Morphin, Strychnin, Heroin and Veratrin 16sen sich so bedeutend leichter als in reinem Wasser. Je mehr Bors~ure man anwendet, desto gr6sser wird die L6slichkeit. Zur Bestimmung des Alters yon Blutfiecken hat A. de Domin ic is 1) ein Verfahren ausgearbeitet, das auf der Bestimmung der L6sungs- dauer des Blutfiecks in reinem Glyzerin beruht. Zum Â¥ergleich nimmt man Blutflecken bekannten Alters~ behandelt sie ebenfalls mit Glyzerin and stellt fest, bei welchen in gleicher Zeit eine gleiche Intensit~t der F~trbung wie die, welche mit den zu untersuchenden Flecken erhalten wird, eintritt. Die Zeit, die zur L6sung n6tig ist, w~ichst proportional mit dem Alter der Blutflecken. V. Atomgcwichte der Elemente. Von A. Czapski, Atomgewichtstabelle fiir praktische Zwecke. Auf der Haupt- versammlung des Yereins deutscher Chemiker zu Freiburg i. Breisgau im Mai 1912 wurde in der Fachgruppe ftir analytische Chemie~), nach- dem W. F resen ius dariiber referiert hatte, folgender Antrag ange- nommen, der an den internationalen Kongress gestellt werden sollte: ~>Fth' p rakt i sche Zwecke soll nur al lefi infJahre eine Atom- gewichtstabelle aufgestellt, allgemein angewandt and im gegenseitigen Verkehr als mai~gebend angesehen werden. Dieselbe soll jeweils von einem bestimmten Tage an gelten.
  • Berieht: Atomgewichte der Elemente. 259 ,,Ftir kommerzielle Zwecke schl~gt der Kongress vor, die Atom- gewichtstabelle yon 1912 als Norm bis zur Tagung des IX. Kongresses anzunehmen,< zum Beschluss erhoben. Die &tomgewichte yon Jod und Si lber haben G. P. Baxter und G. St. T i l l ey 1) neu bestimmt. Als Ausgangsmaterial w~thlten sie das Jodpentoxyd, das sieh durch seine Bestiindigkeit gegeniiber anderen Halogen-Sauerstoffverbindungen auszeichnet. Zuniichst wurde das ffir die Untersuchung nStige Jod in der Weise gereinigt, dass das gewShnliche k~tufliche Metall aus einer KaliumjodidlSsung destilliert wurde. Dann wurde es mit Schwefelwasserstoff und Wasser in Jod- wasserstoffs~ure tibergeft~hrt und, nach der dureh Kochen bewirkten Entfernung yon Cyan und Cyanwasserstoff, mit Permanganat wieder ab- gesehieden. Nachdem dieser Vorgang dreimal wiederholt war, erwies sich das erhaltene Jod vollkommen frei yon jeglicher Spur Chlor und Brom. Nun wurde es noch einmal in einem Jenaer Glaskolben destilliert und dann mit reinstem Wasser gewasehen. Das so erhaltene Jod wurde darauf in einem Quarzkolben mit rauchender Salpetersi~ure, die in kleinen Portionen zugesetzt wurde, zu Jods~ure oxydiert. Nachdem die Oxydation beendigt war, wurde die iiberschiissige S~iure abgegossen, der Rtiehstand in mSglichst wenig destilliertem Wasser gelSst und die n0ch vorhandenen Spuren van Sal- peters~ture uud Jod durch Abdampfen entfernt. Die zurtickbleibende Jods~ture ist nicht rein, sondern enth~lt noch eine wahrscheinlich wasser- iirmere Verbindung, die sich aber beim Abdampfen der witssrigen LSsung als fester KSrper auf der 0berfl~tche abscheidet, so dass man sie leieht yon der Jodsliure trennen kann. Die Kristallis,~tion der letzteren wurde dureh Impfen eingeleitet, und die Kristalle wurden mit Hilfe einer Platinzentrifuge getrocknet. Dies wurde noeh zweimal wiederholt und die erhaltene Jods~ure schliesslich in einem Exsikkator iiber festem Kali aufbewahrt. Die Mutterlauge der letzten Kristallisation wurde daraufhin ge- prtift, ob Spuren des Glaskolbens, in welchem das Jod kondensiert war, in dieselbe tibergegangen w~tren, und zwar wurde sie in einem P la t in - sehiffchen cingedampft, das dann bis zur vSlligen Zersetzung des ge- bildeten Jodpentoxyds gegltiht wurde. Es hinterblieb ein Rtickstand yon 0.,0006 g, der zum Teil aus Platinj0did, zum Teil aber auch, wie 1) Zeitschrift f. anorg. Chemie 61, 293.
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Atomgewichtstabelle für praktische Zwecke

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  • 258 Bericht: Atomgewicht der Elemente. Borsiiure und Glyzerin sehr f6rderlich. Man arbeitet am besten in der Weise, dass man die Substanz mit etwa 3 q Borsiture mischt und dann eine L5sung yon 50 g Glyzerin in 100 ccm Wasser zusetzt. Kodein~ Atropin, Kokain, Morphin, Strychnin, Heroin and Veratrin 16sen sich so bedeutend leichter als in reinem Wasser. Je mehr Bors~ure man anwendet, desto gr6sser wird die L6slichkeit. Zur Bestimmung des Alters yon Blutfiecken hat A. de Domin ic is 1) ein Verfahren ausgearbeitet, das auf der Bestimmung der L6sungs- dauer des Blutfiecks in reinem Glyzerin beruht. Zum Â¥ergleich nimmt man Blutflecken bekannten Alters~ behandelt sie ebenfalls mit Glyzerin and stellt fest, bei welchen in gleicher Zeit eine gleiche Intensit~t der F~trbung wie die, welche mit den zu untersuchenden Flecken erhalten wird, eintritt. Die Zeit, die zur L6sung n6tig ist, w~ichst proportional mit dem Alter der Blutflecken. V. Atomgcwichte der Elemente. Von A. Czapski, Atomgewichtstabelle fiir praktische Zwecke. Auf der Haupt- versammlung des Yereins deutscher Chemiker zu Freiburg i. Breisgau im Mai 1912 wurde in der Fachgruppe ftir analytische Chemie~), nach- dem W. F resen ius dariiber referiert hatte, folgender Antrag ange- nommen, der an den internationalen Kongress gestellt werden sollte: ~>Fth' p rakt i sche Zwecke soll nur al lefi infJahre eine Atom- gewichtstabelle aufgestellt, allgemein angewandt and im gegenseitigen Verkehr als mai~gebend angesehen werden. Dieselbe soll jeweils von einem bestimmten Tage an gelten.
  • Berieht: Atomgewichte der Elemente. 259 ,,Ftir kommerzielle Zwecke schl~gt der Kongress vor, die Atom- gewichtstabelle yon 1912 als Norm bis zur Tagung des IX. Kongresses anzunehmen,< zum Beschluss erhoben. Die &tomgewichte yon Jod und Si lber haben G. P. Baxter und G. St. T i l l ey 1) neu bestimmt. Als Ausgangsmaterial w~thlten sie das Jodpentoxyd, das sieh durch seine Bestiindigkeit gegeniiber anderen Halogen-Sauerstoffverbindungen auszeichnet. Zuniichst wurde das ffir die Untersuchung nStige Jod in der Weise gereinigt, dass das gewShnliche k~tufliche Metall aus einer KaliumjodidlSsung destilliert wurde. Dann wurde es mit Schwefelwasserstoff und Wasser in Jod- wasserstoffs~ure tibergeft~hrt und, nach der dureh Kochen bewirkten Entfernung yon Cyan und Cyanwasserstoff, mit Permanganat wieder ab- gesehieden. Nachdem dieser Vorgang dreimal wiederholt war, erwies sich das erhaltene Jod vollkommen frei yon jeglicher Spur Chlor und Brom. Nun wurde es noch einmal in einem Jenaer Glaskolben destilliert und dann mit reinstem Wasser gewasehen. Das so erhaltene Jod wurde darauf in einem Quarzkolben mit rauchender Salpetersi~ure, die in kleinen Portionen zugesetzt wurde, zu Jods~ure oxydiert. Nachdem die Oxydation beendigt war, wurde die iiberschiissige S~iure abgegossen, der Rtiehstand in mSglichst wenig destilliertem Wasser gelSst und die n0ch vorhandenen Spuren van Sal- peters~ture uud Jod durch Abdampfen entfernt. Die zurtickbleibende Jods~ture ist nicht rein, sondern enth~lt noch eine wahrscheinlich wasser- iirmere Verbindung, die sich aber beim Abdampfen der witssrigen LSsung als fester KSrper auf der 0berfl~tche abscheidet, so dass man sie leieht yon der Jodsliure trennen kann. Die Kristallis,~tion der letzteren wurde dureh Impfen eingeleitet, und die Kristalle wurden mit Hilfe einer Platinzentrifuge getrocknet. Dies wurde noeh zweimal wiederholt und die erhaltene Jods~ure schliesslich in einem Exsikkator iiber festem Kali aufbewahrt. Die Mutterlauge der letzten Kristallisation wurde daraufhin ge- prtift, ob Spuren des Glaskolbens, in welchem das Jod kondensiert war, in dieselbe tibergegangen w~tren, und zwar wurde sie in einem P la t in - sehiffchen cingedampft, das dann bis zur vSlligen Zersetzung des ge- bildeten Jodpentoxyds gegltiht wurde. Es hinterblieb ein Rtickstand yon 0.,0006 g, der zum Teil aus Platinj0did, zum Teil aber auch, wie 1) Zeitschrift f. anorg. Chemie 61, 293.
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