• ]86 H. GXBLER: I3ber die Organisation, den Stand und die derzeitigen Probleme der Forstentomologie in der DDR Abh. 1. Medtanisdter Auslescapparat filr die Gallmild~enzudlten sddiipften Galhniicken fixiert werden. Die Einridltung besteht aus zwei Teilen - - aus einem Triehter und einer Sdmle. Der Trichter im Durdmlesser yon 11--12 cm ist mit einem 2 em hohen Bledlkragen versehen, mit weldlem man die ganze Einridatung auf den Ha|s des Zuchtgef/il]cs aufsetzt. Der Tridlter selbst verengt sid~ in der Hi, he yon 4--5 cm in der Ridltung nadl aufwhrts und endet in eincr kleinen Riihre mit einem Durdmlesser yon 1,5 cm und you 2 cm L/ingc. An der Stelle des l~berganges des Tridlters in die klcine RiJhre ist eine walzenfiirmige Sdlale yon 6 cm DurdHnesser und von 3era H/3he angeliitet. Diese ha! ant obcren Rande der AuBenseite in der Entfernung yon 5ram von oben ringsherum einen Einsdmilt, wo man mittels eines Gummib/inddlens Silon oder Leinwand be- festigen kann. Die Sdlale ist his zu zwei Drittel Hiihe mit verdiinntem Formalin (1--2°/0) oder mit einer anderen Fixierfliissigkeit gefiillt. Die ganze Einriddung ist a~is Ziukbleda verfertigt. l)as Prinzip des sclbstt~itigcn Fixiercns der Gallhliickcn beruht in der Tendenz der Galhniicken, zur Luft und an das Lidlt zu kommen. (Das ganze Zudltgefiil~ kann auch mit einem sdtwarzen Stoff oder Papier elngchiillt werden.) Die ausgesddiipften hnagines fliegcn durdl dell Tridlter und durch die RiJhre und danll eine Zeitlang im obcren Raum der Schale oder siBen an dem SilonneBe. Nad~ eini- ger Zeit fallen sie in die Formalinfliissigkeit, in weldler sic fixiert wcrdeu. Der Ausleseapparat kann audl auf Zudltglhser mit Boden, in den die Larven zur Verpuppung fallen, auf- geseBt wcrden. Auf diese Weise ist es m/iglidl, die Vcr- puppungsdauer der Gallmlicken zu verfolgcn. Die Beniitzung dieser Einridltm~g wird sidlcr audl bei anderen Artcn yon Insekten miJglidt sein. Abb. 2. Dicsclbc Einrlchtung (Die inhere Riihre des Trid~ters ist zu sehcn) I Abb. 3. Sdmilt durdt den Aush:scal~parat mit GriJllenangaben in em ~ber die Organisat ion, den Stand und die derze i t igen Prob leme der Fors tentomolog ie in der DDR yon H. GKBLEX lnstitut filr Forstzoologie, Eberswalde Nadl Beendigung des Krieges bestanden an Institutio- nen, die sich haupt- oder ttebenamtlich mit der Ober- wad~ung des Forstsdliidlingsauftretens oder tier Organi- sation der Bekiimpfungsaktionen bzw. mit wissensdaaft- lidaen Untersudlungen auf diesem Gebiete in der DDR besdaiiftigten, die Hauptstelle fiir Forstlid~en Pflanzen- sdlutz, Tharandt unter Leitung yon Prof. Dr. H. PRELL, das von Prof. Dr. F. SCHWERDTFEGER begriindete ]nstitut fiir Waldsdautz in Eberswalde, das Prof. Dr. KRUEL ill kurzer Zeit wieder arbeitsf/ihig madlte, das Institut fiir F'orstzoologie in Eberswalde und das Zoologisehe Institut in Tharandt. Das erstere hatte sdtwer unter Kriegsein- wirkungen gelitten und wurde bis zum Jahre 1952 gleidl- falls yon KRUEL, das andere yon PRELL geleitet. Letzterem
  • H. GgnLEr,: ~ber die Organisation. den Stand und die derzeitigen Probteme der Forstentomologie in der DDR 187 gelang es sehr bald, im Rahmen der Hauptslelle fiir Forst- lid~en Pflanzensdult 3. Tharandt. den forstlidlen Sdfiidlings- meldedienst fiir S achsen wieder einzuridlten und auf T h ii r i n g e n anszudehnen. Ferner war in Tharandt die friiher zur S~idasisd~en Forstlid~en Versudasanstalt gehlJ- rige Abt. Forstsdaut 3 gegen tierisd~e Sdfiidlinge nod~ unter PRELL'S Leitung vorhanden, die 1951 vom Verfasser iibernommen und nad~ Griindung der Deutsd~en Akade- mie der Landwirtsdaaftswissensd~aften zu Berlin, ebenso wie das Institut fiir Waldsd~ntz (als Aht. Forstsd~utz gegen tierisdle Sd~/idlinge) Eberswalde. dieser angeglie- dcrt wurde. Die vollkommene Wiederherstelhn,g des Eberswalder Institnts fiir Forstzoologie gelang erst ab 1953 nad~ ~bernahme der Leitung durdi den Verfasser. Sehr bald wurde dann aud~ der Forstlidte Sd~/idlings- meldedienst auf Brandenburg , Sachsen-Anha l l und Meek lenbnrg ansgedehnt. Diese Teile der DDR wnrden yon der an der zuletzt genannten Abteitung ge- sd~affenen Hauptstelle fiir Forstlidten Pflanzensd~utz in Eberswalde betreut, l')iese Organisation besteht im wesent- lid~en in dieser Form aud~ jetzt nod~. Es wurden nur kleine Veriinderungen bei der Aufl~isung der Lhnder und der Abgrenzung der Bezirke vorgenommcn. Die beiden Akademieabteilungen. die dem jeweiligen Institut fiir Forstwissensdtaften unterstehen, und volt denen die Tharandter zur Zeit yon Dr. E. TEMPLIN kom- missarisd~ geleitet wird, und der bereits seit einigen Jahren die dortige Hauptstelle fiir Forstlidlen Pflanzen- sdtutz angegliedert ist, fiihren dell forstlidlen Sddidlings- meldedienst durd~, stellen die Prognosen. beraten in erster Linie die Praxis bei Bek~impfungsmaBnahmen und leiten die Durdfffihrung der Erfolgskontrollen. AuBerdem wet- den dort Forschungen auf den versdfiedensten Gebieten ties tierisdlen Forstsdn~tzes durd~gefiihrt. Den beiden Forstzoologisd~en Institnten der Forstwirtsd~aftlid~en Fa- kultiiten in Eberswalde und Tbarandt obliegt in erster Linie die Lehre und Forsdumg auf diesem Gebiete. selbstverstiindlid~ in enger Fiihhmgnahme mit der Pra- xis und in Zusammenarbeit mit den Abteilungen der Akademie. Die organisatorisdae Durdffiihrnng von Bek~impfungs- maBnahmen im Forst lag anfangs in den H~inden des Forstsd~utzreferenten im Ministerinm fiir Land- und Forstwirtsd~aft Berlin und derjenigen der Landesministe- rien und ging nadx Aufliisung der Liinderregierungen an die Bezirke iiber, selbstverst/indlidx aud~ jet3t in Zusam- menarbeit mit dem Berliner Ministerium. Von diesen Stellen werden, ebenso wie dies friiher iiblid~ war, bei Bedarf Bek~impfungsleiter bestimmt. 1945 mad~te uns, wie dies ja in den meisten enrop/ii- sdaen L~indern damals der Fall war, als Kriegsfolge eine Massenvermehrung des GroBen Achtz i ihn igen F ichtenborkenk l i fe rs , lps typographus L., an vie- len Stellen des Landes betriichtlid~e Sorgen, die in den folgenden Jahren noda verstiirkt wurden, da sd~were Windbriiche (besonders im Thiiringer Wald), die nid~t rasd~ genug aufgearbeitet werden konnten, die Lage weiterhin versd~iirften. Inzwischen waren aber auch der K ie fernsp inner , Dendrolimus plni L., und die Non n e, Lymantria monadta L., teilweise sogar in den- selben Gebieten gleid~zeitig, bedrohtid~ angewad~sen, so dab in den Jahren 1948--49 GegenmaBnahmen in grS- Berem Umfang ergriffen werden muBten, und zwar unter anderem auch wieder in der Letz l inger He ide , n~rd- lieh G i~r l i t z (Rothenburg a. d. NeiBe) und iistlida yon Dresden (Lausn i tzer He ide) . InderOstpr iegn i tz (Brandenburg) trat der K ie fe rnsp inner schon seit 1943 auf. 1946 wurde eine Zunahme von K ie fern - sp inner und Nonne aueh an zahlreid~en anderen Stellen beobachtet. So trat der erstere Schiidling in Branden- burgauf l1500ha, inSaehsen-Anha l t anf13500ha. ill Meck lenburg auf 3000 ha und in Sachsen auf 5000 ha auf, teilweise mit N o n n e untermisd~t, lm Herbst 1948 gelang es nad~ Angabe yon H. K6r~i¢ mit 5122 Fliigen 15 800 ha dieser Fl/iche zu behandeln. 1000 ha gab K6NIG bereits 1948 als kahlgefressen an. Einiges ist sp~iter nodl dazu gekommen. Die Nonne kam attdl in Fidltenbest/in- den, besonders in zahlreidlen Revieren S a c h s e n s vor. Da geeigneter Leim zur K i e f e r n s p i n n e rbek/impfung nidlt zur Â¥erfiigung stand, konnte audl gegen diesen Sdliidling nidlt geleimt werden. Deshalb wurden in Zu- sammenarbeit mit sowjetisd~en Fliegern Flugzengbestiiu- bungsaktionen mit Gesarol durdlgefiihrt, die iiberail, wo es gelang, sie redltzeitig einzusetzen, guten Erfolg halten. Kleinere Herde des K i e f e r n s p i n n e r s wurden durdl Anwendung der Giftspritzringmethode und yon Stamm- fuBbepuderung erfolgreldl bek~impft. Die erstere Methode wurde audl gegen die N onne mit bestem Erfolg ange- wandt. Insgesamt wurde mit diesem Verfahren 1949 eine Fllidle yon iiber 1500 ha und 1950 eine soldle yon 1001~ ha behandeh. Allerdings waren die zuerst verwendeten Mit- tel (Dnolit, Mutox, an) dafiir zu teuer. Rationell wurde dieses Verfahren erst, als die ehemisehe Industrie nns eine sehr lang wirkende Emulsion (Ektolit Extra 20) zur Ver- fiignng stelhe, die anda fiir andere Bekampfungsverfahren sehr brauddmr war. Eine interessante Erscbeinnng war das Auftreten des K ie fernprozess ionssp inners , Cnethocampa pini- vora Tr., bei W e i I1 k o 11 m 1947 auf 1000 ha und 1949 auf 2500 ha, also auf einer Fl~idle, wie dies in diesem Umfang bei dem genannten Seididling noda hie beobadltet worden war. Andere kleine Herde des Spinners, die zum Tell his in die letzten Jahre bestanden, spiehen eine geringere Bolle. Im Erzgeb i rge trat stellenwelse ziemlich stark die F iehtengesp ins tb la t twespe , Cephaleia abietis L., anf und fiihrte zu einigem Diirrholzanfall. Gegen diesen Sdl~idling wurden Versuche mit Kombi-Aerosol yore Boden aus gemadlt. Dann traten erfreulidlerweise einige Jahre forstlidle Grol3sdliidlinge auf gri~lleren Fl~ichen kaum auf. Fiir die Bek,impfung in kleineren Herden reidlten die zur Ver- ffignng stehenden Motorverstiiuber und Nebelgeriite ans. Mit letzteren wurden in dieser Zeit die ersten erfolgver- spredlenden Erfahrnngen gesammelt, so dab dieses Â¥er- fahren mit dem in B i t t e r f e I d erzeugten Kombi-Aerosol sdlon seit einigen Jahren in griillerem Umfang angewandt wird. SddiefMidl madlte uns jahrelang an versdfiedenen Stel- len auf griiBeren Fl/idaen, so z. B. in den Ella a u e n, eine Go lda f t ermassenvermehrung Sorge, nm so mehr als sie in Waldn~ihe den Obstbau betr~iddlidl sdfiidigte, so dab all soldlen Stellen audl im Walde Bek,impfungsaktionen niStig wnrden. Ferner frail ungefiibr zu gleidaer Zeit in Budlenbest~inden in verschiedenen Forstl/mtern (in Thiiringen, bei Eberswalde usw.) der Buchenrot - s e h w a n z, Dasychira pudibunda L. Die Massenvermeh- rung der zuletzt genannten beiden Sdlmetterlingsarten ist inzwisdaen abet bereits abgesehlossen. Dafiir findet sidl jetzt, zum Tell in denselben Eichenbest/inden, die friiher yore Go lda f te r , Nygmia phaeorrhoea L., geseh/idigt wnrden, in redlt betr/idltlidlem Umfang der E iehen- w iek le r , Tortrix viridana L., zusammen mit dem Fros tspanner , Cheimatobia brumata L. Aber audl andere forstlidle GroBsdliidlinge treten zur Zeit wieder bel nns auf. Es sind dies in erster Linie die Nonne, die K ie fe rneu le und der K ie fe rnspanner . Die erstere dieser Sdunetterlingsarten trat vor ca. 2 Jahren in kleine- ten Herden an der Kiefer auf. And1 jeBt friBt sie vorliiufig nur an tier Kiefer, aller- dings sind die diesj~ihrigen Befallsfllichen wesentlidl grS-
  • 188 G. SPEIDEL: WirtschaftlidH: Folgen bei Fichtenanbau auBerhalb des natiirlichen Verbreitungsgebietes Iler geworden als im Vorjahr. In den urspriinglichen Her- den ist sle gri~lltenteils wieder verschwunden. Das Auf- treten der N o n n e an Kiefer wiire natiirlich nidlt welter beunruhigend. Leider muBte dieselbe in diesem Jahr trotzdem auf umfangreieheren Fliichen beklimpft werden, weil, zum Beispiel be i -Ludwigs lus t , in den Vorjahren zum Teil auf denselben Fl/ichen die K ie fe rnbusch- hornb la t twespe , Diprion pini L., stark gefressen hatte, so dab sohon in diesem Friihjahr Biiume abstarben. Die noch stehenden, geschwiichten Kiefern hiitten einen erneuten FraB der N o n n e sicher nicht iiberstanden. Da die leBten Massenvermehrungen in S a c h s e n meist audl in den Kiefernbestiinden begannen und anschlieBend in die Fidlte fibergingen, muB in den kommenden Jahren dieser Gefahr gr/JBte Aufmerksamkeit gewidmet werden. Die Schadfliichen der K ie fe rneu le , Panolis flammea Schiff., befinden sich hauptsiichlich bei Dober lug- K i rchha in und in der Letz l inger He ide . In Leiden Gebieten waren urspriinglich grfl3ere ]]ek/impfungsfliidaen vorgesehen. Erfreulieherweise zeigten Nadlkontroilen in diesem Friihjahr, dab im letzteren Gebiet die Bekllmp- fungsmallnahmen auf einige kleinere Fliiehen beschr/inkt werden konnten. Bei Dober lug-K i rchha in muBten allerdings Flugzeuge eingeseBt werden. Auch gegen die Nonne wurden im Gebiet yon Lud- w i g s I u s t Flugzeuge eingesetzt. SddieBlid~ tritt auch der K ie fe rnspanner , Bupalus piniarius L., an zwei weitgetrennten und iiberaus ver- schiedenen Stellen vermehrt auf, nllmlich bei F i i r s ten- berg (Havel) und in der Niihe von I lmenau. LeBteres Auftreten ist immerhin recht ungewiJhnlidi. An beiden Stellen sollen ebenfalls Flugzeugbekiimpfungen durd~- gefiihr t werden. Der grliflte Teil der K ie fe rneu len- , - spanner - , und N onnenfl i id~en wird demnad~ in diesem Jahr vom Flugzeug aus begiftet werden. Kteinere Fliid~en werden vom Boden aus meist mit Kombi-Aeroso] vernebeh. Seit den oben erw/ihnten Flugzeugbestliubungen mit sowjetisdaen Maschinen bestand in unserem Gebiete kein Bediirfnis zum Flugzeugeinsatz im Forst. Erst in diesem Jahr machte sid~ ein solcher wieder einmal nStig. Es ist mm sehr erfreulich, dab wir diese Eins~tze mit Masdfinen fliegen kihmen, die Eigentum unserer Lufthansa sind, der eine Abteilung Wirtschaftsfliige angegliedert wurde, die neben anderen Einsiltzen auch die Bekiimpfungseinslitze fliegt. Es handeh sidt bei den Masdfinen um den Typ L60, der in der (~SR entwiekeh und gebaut wurde, und der gewisse ghnlid~keit mit dem Fieseler-Storch hat. Mit die- set Masd~ine hat man den groBen Vorteil, dab man mit ihr sowohl stiiuben als aud~ spriihen kann, wobei natiirlidl eine entsprechende Ummontage ni~tig ist. Des weiteren hat sle einen sehr kleinen Kurvenradius ," kann yon Behelfsflugptiitzen, also z. B. yon Wiesen aus, in der Niihe der Schadfliichen starten, was betrllchtliche Zeit und damit Kosten spart. Sie wird in der Landwirt- sd~aft und in der Forstwirtschaft eingesetzt und hat sidl bisher gut bewiihrt. Das Hauptproblem, mit dem wit uns zur Zeit in diesem Zusammenhang besch/iftigen, ist die Erprobung des Spriih- verfahrens im Forst, das in der Bundesrepublik sdlon einige Zeit mit gutem Erfolg angewendet wird. Mir wur- den diese Untersud~ungen sehr erleidltert durdl das Ent- gegenkommen des Kollegen WELLENSTEIN, gorstschu B- stelle Siidwest, WITTENTAL und seiner Mitarbeiter, unter diesen besonders des Kollegen RElSCH, die reich mit ihren reid~en Erfahrungen unterstiitzten und denen idl audl an dieser Stelle nodlmals herzlichst danken m/idlte. Unsere Hauptaufgabe ist zur Zeit die Erprobung zahl- reid~er, yon unserer chemisehen Industrie entwi~eher Spriihmittel, yon denen sial1 einige bereits im landwirt- sd~aftlidlen Einsatz bewiihrt haben, hn Vordergrund ste- hen dabei Doslerungsfragen. Wir hoffen, diese Problemc. die fiir unsere kiinftigen Flugzeugeinsiitze im Forst yon groBer Bedeutung sind, bis Ende niidlsten Jahres l/isen zu kSnnen, erfolgverspredaende Anfiinge liegen bereits vor. Selbstverstiindlidl werden in Gegenden, die engerlings- gefiihrdet sind, laufend die entsprechenden Vorbeugnngs- maBnahmen mit Hexamitteln durdlgefiihrt. Ferner wer- den wir versudlen, eine Reduzierung der W a 1 d g ii r t n e r zu erreid~en, da die laufenden Schiiden derselben an den Kronen in vielen Gebieten dodl noch redlt merkbar sind. Ferner haben wir uns in den letzten Jahren etwas ein- gehender mit der Erforschung der forstlid~en S amen- s c h iid I i n g e besehMtigt. Mit dieser Frage hatte man sid~ vor einigen Jahren auah in der CSR befaBt (~erm~ik) und vor allem laufen solche Untersuchungen audl bei Prof. Dr. St. Kapu~c i f i sk i , Krakau. Grolles Interesse wird audl im Rahmen unserer For- sdHmg den forstlidl n i i t z l i chen Insekten und V/~geln sowie der blologischen Sehiidlingsbekiimpfung entgegen- gebradlt. In grl/Berem Umfang anwendbare Erfolge sind aber in dieser Hinsicht nod~ nidlt erzieh worden. Literaturverzeidanis e r mfi k, K. 1952: Hmyzf ikfidci semen nagid~ lesn[dt dlevin. Les- nicktl knihovna, Svazek 5, Praha. G/ibler, H. 1948: Der Stand der N0nnenvermehrung in der sowj. BesaBungszone Deutsehlands Forstwirtsd~aft Holzwirtsdlaft 2. S. 174--176. K ilni g, H. 1949: Sowjetlsdle Flugzeuge helfen der deutsdlen Forst- verwahung durdt Vernlchtung forstlid~er Sd~adinsekten. Forst- wirtsd~aft Holzwirtsdlaft 3, 191--I93. Wirtschaftliche Folgen bei Fiehtenanbau aulterhalb des natfirlichen Verbreitungsgebietes (Dargestelh an einem Beispiel des Rheinlandes) Von G. SPEIDEL Mit 5 Abbildungen und 1 Tabelle A. Klimatisehe Verhl/hnisse innerhalb und auBerhalb des natiirlichen Verbreitungsgebietes Die Fichte (Picea excelsa [Lmk.] Link) hat nadl DENC- LI~P, (2), RUBNER (9), TSCHE~MAK (13) u. a. im wesentlidten drei Gebiete natiirlidler Verbreitung (s. Abb. 1): 1. Alpin.siidosteuropliisches Gebiet 2. Hereynisch-Karpathisches Geblet 3. Nordisch-bahisches Gebiet. Die drei Teilgebiete sind nur dural1 schmale Streifen voneinander getrennt, in denen die Fichte nicht natiirlid~ vorkommt. Nadl Abb. 1 entspreehen in Deutsddand die Fiehtenvor- kommen in den Alpen, im siiddeutschen Alpenvorland, im Sehwarzwald, im Bayerischen- und Biihmerwald, im Fich- telgebirge, im i~stliehen Thiiringerwald, im Erzgebirge und im i~stlichen OstpreuBen der natlirlichen Verbreitung dieser Holzart. - - Ferner ist das Vorkommen in zwei
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Über die Organisation, den Stand und die derzeitigen Probleme der Forstentomologie in der DDR

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  • H. GgnLEr,: ~ber die Organisation. den Stand und die derzeitigen Probteme der Forstentomologie in der DDR 187 gelang es sehr bald, im Rahmen der Hauptslelle fiir Forst- lid~en Pflanzensdult 3. Tharandt. den forstlidlen Sdfiidlings- meldedienst fiir S achsen wieder einzuridlten und auf T h ii r i n g e n anszudehnen. Ferner war in Tharandt die friiher zur S~idasisd~en Forstlid~en Versudasanstalt gehlJ- rige Abt. Forstsdaut 3 gegen tierisd~e Sdfiidlinge nod~ unter PRELL'S Leitung vorhanden, die 1951 vom Verfasser iibernommen und nad~ Griindung der Deutsd~en Akade- mie der Landwirtsdaaftswissensd~aften zu Berlin, ebenso wie das Institut fiir Waldsd~ntz (als Aht. Forstsd~utz gegen tierisdle Sd~/idlinge) Eberswalde. dieser angeglie- dcrt wurde. Die vollkommene Wiederherstelhn,g des Eberswalder Institnts fiir Forstzoologie gelang erst ab 1953 nad~ ~bernahme der Leitung durdi den Verfasser. Sehr bald wurde dann aud~ der Forstlidte Sd~/idlings- meldedienst auf Brandenburg , Sachsen-Anha l l und Meek lenbnrg ansgedehnt. Diese Teile der DDR wnrden yon der an der zuletzt genannten Abteitung ge- sd~affenen Hauptstelle fiir Forstlidten Pflanzensd~utz in Eberswalde betreut, l')iese Organisation besteht im wesent- lid~en in dieser Form aud~ jetzt nod~. Es wurden nur kleine Veriinderungen bei der Aufl~isung der Lhnder und der Abgrenzung der Bezirke vorgenommcn. Die beiden Akademieabteilungen. die dem jeweiligen Institut fiir Forstwissensdtaften unterstehen, und volt denen die Tharandter zur Zeit yon Dr. E. TEMPLIN kom- missarisd~ geleitet wird, und der bereits seit einigen Jahren die dortige Hauptstelle fiir Forstlidlen Pflanzen- sdtutz angegliedert ist, fiihren dell forstlidlen Sddidlings- meldedienst durd~, stellen die Prognosen. beraten in erster Linie die Praxis bei Bek~impfungsmaBnahmen und leiten die Durdfffihrung der Erfolgskontrollen. AuBerdem wet- den dort Forschungen auf den versdfiedensten Gebieten ties tierisdlen Forstsdn~tzes durd~gefiihrt. Den beiden Forstzoologisd~en Institnten der Forstwirtsd~aftlid~en Fa- kultiiten in Eberswalde und Tbarandt obliegt in erster Linie die Lehre und Forsdumg auf diesem Gebiete. selbstverstiindlid~ in enger Fiihhmgnahme mit der Pra- xis und in Zusammenarbeit mit den Abteilungen der Akademie. Die organisatorisdae Durdffiihrnng von Bek~impfungs- maBnahmen im Forst lag anfangs in den H~inden des Forstsd~utzreferenten im Ministerinm fiir Land- und Forstwirtsd~aft Berlin und derjenigen der Landesministe- rien und ging nadx Aufliisung der Liinderregierungen an die Bezirke iiber, selbstverst/indlidx aud~ jet3t in Zusam- menarbeit mit dem Berliner Ministerium. Von diesen Stellen werden, ebenso wie dies friiher iiblid~ war, bei Bedarf Bek~impfungsleiter bestimmt. 1945 mad~te uns, wie dies ja in den meisten enrop/ii- sdaen L~indern damals der Fall war, als Kriegsfolge eine Massenvermehrung des GroBen Achtz i ihn igen F ichtenborkenk l i fe rs , lps typographus L., an vie- len Stellen des Landes betriichtlid~e Sorgen, die in den folgenden Jahren noda verstiirkt wurden, da sd~were Windbriiche (besonders im Thiiringer Wald), die nid~t rasd~ genug aufgearbeitet werden konnten, die Lage weiterhin versd~iirften. Inzwischen waren aber auch der K ie fernsp inner , Dendrolimus plni L., und die Non n e, Lymantria monadta L., teilweise sogar in den- selben Gebieten gleid~zeitig, bedrohtid~ angewad~sen, so dab in den Jahren 1948--49 GegenmaBnahmen in grS- Berem Umfang ergriffen werden muBten, und zwar unter anderem auch wieder in der Letz l inger He ide , n~rd- lieh G i~r l i t z (Rothenburg a. d. NeiBe) und iistlida yon Dresden (Lausn i tzer He ide) . InderOstpr iegn i tz (Brandenburg) trat der K ie fe rnsp inner schon seit 1943 auf. 1946 wurde eine Zunahme von K ie fern - sp inner und Nonne aueh an zahlreid~en anderen Stellen beobachtet. So trat der erstere Schiidling in Branden- burgauf l1500ha, inSaehsen-Anha l t anf13500ha. ill Meck lenburg auf 3000 ha und in Sachsen auf 5000 ha auf, teilweise mit N o n n e untermisd~t, lm Herbst 1948 gelang es nad~ Angabe yon H. K6r~i¢ mit 5122 Fliigen 15 800 ha dieser Fl/iche zu behandeln. 1000 ha gab K6NIG bereits 1948 als kahlgefressen an. Einiges ist sp~iter nodl dazu gekommen. Die Nonne kam attdl in Fidltenbest/in- den, besonders in zahlreidlen Revieren S a c h s e n s vor. Da geeigneter Leim zur K i e f e r n s p i n n e rbek/impfung nidlt zur Â¥erfiigung stand, konnte audl gegen diesen Sdliidling nidlt geleimt werden. Deshalb wurden in Zu- sammenarbeit mit sowjetisd~en Fliegern Flugzengbestiiu- bungsaktionen mit Gesarol durdlgefiihrt, die iiberail, wo es gelang, sie redltzeitig einzusetzen, guten Erfolg halten. Kleinere Herde des K i e f e r n s p i n n e r s wurden durdl Anwendung der Giftspritzringmethode und yon Stamm- fuBbepuderung erfolgreldl bek~impft. Die erstere Methode wurde audl gegen die N onne mit bestem Erfolg ange- wandt. Insgesamt wurde mit diesem Verfahren 1949 eine Fllidle yon iiber 1500 ha und 1950 eine soldle yon 1001~ ha behandeh. Allerdings waren die zuerst verwendeten Mit- tel (Dnolit, Mutox, an) dafiir zu teuer. Rationell wurde dieses Verfahren erst, als die ehemisehe Industrie nns eine sehr lang wirkende Emulsion (Ektolit Extra 20) zur Ver- fiignng stelhe, die anda fiir andere Bekampfungsverfahren sehr brauddmr war. Eine interessante Erscbeinnng war das Auftreten des K ie fernprozess ionssp inners , Cnethocampa pini- vora Tr., bei W e i I1 k o 11 m 1947 auf 1000 ha und 1949 auf 2500 ha, also auf einer Fl~idle, wie dies in diesem Umfang bei dem genannten Seididling noda hie beobadltet worden war. Andere kleine Herde des Spinners, die zum Tell his in die letzten Jahre bestanden, spiehen eine geringere Bolle. Im Erzgeb i rge trat stellenwelse ziemlich stark die F iehtengesp ins tb la t twespe , Cephaleia abietis L., anf und fiihrte zu einigem Diirrholzanfall. Gegen diesen Sdl~idling wurden Versuche mit Kombi-Aerosol yore Boden aus gemadlt. Dann traten erfreulidlerweise einige Jahre forstlidle Grol3sdliidlinge auf gri~lleren Fl~ichen kaum auf. Fiir die Bek,impfung in kleineren Herden reidlten die zur Ver- ffignng stehenden Motorverstiiuber und Nebelgeriite ans. Mit letzteren wurden in dieser Zeit die ersten erfolgver- spredlenden Erfahrnngen gesammelt, so dab dieses Â¥er- fahren mit dem in B i t t e r f e I d erzeugten Kombi-Aerosol sdlon seit einigen Jahren in griillerem Umfang angewandt wird. SddiefMidl madlte uns jahrelang an versdfiedenen Stel- len auf griiBeren Fl/idaen, so z. B. in den Ella a u e n, eine Go lda f t ermassenvermehrung Sorge, nm so mehr als sie in Waldn~ihe den Obstbau betr~iddlidl sdfiidigte, so dab all soldlen Stellen audl im Walde Bek,impfungsaktionen niStig wnrden. Ferner frail ungefiibr zu gleidaer Zeit in Budlenbest~inden in verschiedenen Forstl/mtern (in Thiiringen, bei Eberswalde usw.) der Buchenrot - s e h w a n z, Dasychira pudibunda L. Die Massenvermeh- rung der zuletzt genannten beiden Sdlmetterlingsarten ist inzwisdaen abet bereits abgesehlossen. Dafiir findet sidl jetzt, zum Tell in denselben Eichenbest/inden, die friiher yore Go lda f te r , Nygmia phaeorrhoea L., geseh/idigt wnrden, in redlt betr/idltlidlem Umfang der E iehen- w iek le r , Tortrix viridana L., zusammen mit dem Fros tspanner , Cheimatobia brumata L. Aber audl andere forstlidle GroBsdliidlinge treten zur Zeit wieder bel nns auf. Es sind dies in erster Linie die Nonne, die K ie fe rneu le und der K ie fe rnspanner . Die erstere dieser Sdunetterlingsarten trat vor ca. 2 Jahren in kleine- ten Herden an der Kiefer auf. And1 jeBt friBt sie vorliiufig nur an tier Kiefer, aller- dings sind die diesj~ihrigen Befallsfllichen wesentlidl grS-
  • 188 G. SPEIDEL: WirtschaftlidH: Folgen bei Fichtenanbau auBerhalb des natiirlichen Verbreitungsgebietes Iler geworden als im Vorjahr. In den urspriinglichen Her- den ist sle gri~lltenteils wieder verschwunden. Das Auf- treten der N o n n e an Kiefer wiire natiirlich nidlt welter beunruhigend. Leider muBte dieselbe in diesem Jahr trotzdem auf umfangreieheren Fliichen beklimpft werden, weil, zum Beispiel be i -Ludwigs lus t , in den Vorjahren zum Teil auf denselben Fl/ichen die K ie fe rnbusch- hornb la t twespe , Diprion pini L., stark gefressen hatte, so dab sohon in diesem Friihjahr Biiume abstarben. Die noch stehenden, geschwiichten Kiefern hiitten einen erneuten FraB der N o n n e sicher nicht iiberstanden. Da die leBten Massenvermehrungen in S a c h s e n meist audl in den Kiefernbestiinden begannen und anschlieBend in die Fidlte fibergingen, muB in den kommenden Jahren dieser Gefahr gr/JBte Aufmerksamkeit gewidmet werden. Die Schadfliichen der K ie fe rneu le , Panolis flammea Schiff., befinden sich hauptsiichlich bei Dober lug- K i rchha in und in der Letz l inger He ide . In Leiden Gebieten waren urspriinglich grfl3ere ]]ek/impfungsfliidaen vorgesehen. Erfreulieherweise zeigten Nadlkontroilen in diesem Friihjahr, dab im letzteren Gebiet die Bekllmp- fungsmallnahmen auf einige kleinere Fliiehen beschr/inkt werden konnten. Bei Dober lug-K i rchha in muBten allerdings Flugzeuge eingeseBt werden. Auch gegen die Nonne wurden im Gebiet yon Lud- w i g s I u s t Flugzeuge eingesetzt. SddieBlid~ tritt auch der K ie fe rnspanner , Bupalus piniarius L., an zwei weitgetrennten und iiberaus ver- schiedenen Stellen vermehrt auf, nllmlich bei F i i r s ten- berg (Havel) und in der Niihe von I lmenau. LeBteres Auftreten ist immerhin recht ungewiJhnlidi. An beiden Stellen sollen ebenfalls Flugzeugbekiimpfungen durd~- gefiihr t werden. Der grliflte Teil der K ie fe rneu len- , - spanner - , und N onnenfl i id~en wird demnad~ in diesem Jahr vom Flugzeug aus begiftet werden. Kteinere Fliid~en werden vom Boden aus meist mit Kombi-Aeroso] vernebeh. Seit den oben erw/ihnten Flugzeugbestliubungen mit sowjetisdaen Maschinen bestand in unserem Gebiete kein Bediirfnis zum Flugzeugeinsatz im Forst. Erst in diesem Jahr machte sid~ ein solcher wieder einmal nStig. Es ist mm sehr erfreulich, dab wir diese Eins~tze mit Masdfinen fliegen kihmen, die Eigentum unserer Lufthansa sind, der eine Abteilung Wirtschaftsfliige angegliedert wurde, die neben anderen Einsiltzen auch die Bekiimpfungseinslitze fliegt. Es handeh sidt bei den Masdfinen um den Typ L60, der in der (~SR entwiekeh und gebaut wurde, und der gewisse ghnlid~keit mit dem Fieseler-Storch hat. Mit die- set Masd~ine hat man den groBen Vorteil, dab man mit ihr sowohl stiiuben als aud~ spriihen kann, wobei natiirlidl eine entsprechende Ummontage ni~tig ist. Des weiteren hat sle einen sehr kleinen Kurvenradius ," kann yon Behelfsflugptiitzen, also z. B. yon Wiesen aus, in der Niihe der Schadfliichen starten, was betrllchtliche Zeit und damit Kosten spart. Sie wird in der Landwirt- sd~aft und in der Forstwirtschaft eingesetzt und hat sidl bisher gut bewiihrt. Das Hauptproblem, mit dem wit uns zur Zeit in diesem Zusammenhang besch/iftigen, ist die Erprobung des Spriih- verfahrens im Forst, das in der Bundesrepublik sdlon einige Zeit mit gutem Erfolg angewendet wird. Mir wur- den diese Untersud~ungen sehr erleidltert durdl das Ent- gegenkommen des Kollegen WELLENSTEIN, gorstschu B- stelle Siidwest, WITTENTAL und seiner Mitarbeiter, unter diesen besonders des Kollegen RElSCH, die reich mit ihren reid~en Erfahrungen unterstiitzten und denen idl audl an dieser Stelle nodlmals herzlichst danken m/idlte. Unsere Hauptaufgabe ist zur Zeit die Erprobung zahl- reid~er, yon unserer chemisehen Industrie entwi~eher Spriihmittel, yon denen sial1 einige bereits im landwirt- sd~aftlidlen Einsatz bewiihrt haben, hn Vordergrund ste- hen dabei Doslerungsfragen. Wir hoffen, diese Problemc. die fiir unsere kiinftigen Flugzeugeinsiitze im Forst yon groBer Bedeutung sind, bis Ende niidlsten Jahres l/isen zu kSnnen, erfolgverspredaende Anfiinge liegen bereits vor. Selbstverstiindlidl werden in Gegenden, die engerlings- gefiihrdet sind, laufend die entsprechenden Vorbeugnngs- maBnahmen mit Hexamitteln durdlgefiihrt. Ferner wer- den wir versudlen, eine Reduzierung der W a 1 d g ii r t n e r zu erreid~en, da die laufenden Schiiden derselben an den Kronen in vielen Gebieten dodl noch redlt merkbar sind. Ferner haben wir uns in den letzten Jahren etwas ein- gehender mit der Erforschung der forstlid~en S amen- s c h iid I i n g e besehMtigt. Mit dieser Frage hatte man sid~ vor einigen Jahren auah in der CSR befaBt (~erm~ik) und vor allem laufen solche Untersuchungen audl bei Prof. Dr. St. Kapu~c i f i sk i , Krakau. Grolles Interesse wird audl im Rahmen unserer For- sdHmg den forstlidl n i i t z l i chen Insekten und V/~geln sowie der blologischen Sehiidlingsbekiimpfung entgegen- gebradlt. In grl/Berem Umfang anwendbare Erfolge sind aber in dieser Hinsicht nod~ nidlt erzieh worden. Literaturverzeidanis e r mfi k, K. 1952: Hmyzf ikfidci semen nagid~ lesn[dt dlevin. Les- nicktl knihovna, Svazek 5, Praha. G/ibler, H. 1948: Der Stand der N0nnenvermehrung in der sowj. BesaBungszone Deutsehlands Forstwirtsd~aft Holzwirtsdlaft 2. S. 174--176. K ilni g, H. 1949: Sowjetlsdle Flugzeuge helfen der deutsdlen Forst- verwahung durdt Vernlchtung forstlid~er Sd~adinsekten. Forst- wirtsd~aft Holzwirtsdlaft 3, 191--I93. Wirtschaftliche Folgen bei Fiehtenanbau aulterhalb des natfirlichen Verbreitungsgebietes (Dargestelh an einem Beispiel des Rheinlandes) Von G. SPEIDEL Mit 5 Abbildungen und 1 Tabelle A. Klimatisehe Verhl/hnisse innerhalb und auBerhalb des natiirlichen Verbreitungsgebietes Die Fichte (Picea excelsa [Lmk.] Link) hat nadl DENC- LI~P, (2), RUBNER (9), TSCHE~MAK (13) u. a. im wesentlidten drei Gebiete natiirlidler Verbreitung (s. Abb. 1): 1. Alpin.siidosteuropliisches Gebiet 2. Hereynisch-Karpathisches Geblet 3. Nordisch-bahisches Gebiet. Die drei Teilgebiete sind nur dural1 schmale Streifen voneinander getrennt, in denen die Fichte nicht natiirlid~ vorkommt. Nadl Abb. 1 entspreehen in Deutsddand die Fiehtenvor- kommen in den Alpen, im siiddeutschen Alpenvorland, im Sehwarzwald, im Bayerischen- und Biihmerwald, im Fich- telgebirge, im i~stliehen Thiiringerwald, im Erzgebirge und im i~stlichen OstpreuBen der natlirlichen Verbreitung dieser Holzart. - - Ferner ist das Vorkommen in zwei
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