System is processing data
Please download to view
...

Ruhiges Wachstum der Farbenfabriken Bayer

by

on

Report

Category:

Documents

Download: 0

Comment: 0

212

views

Comments

Description

Download Ruhiges Wachstum der Farbenfabriken Bayer

Transcript

  • WIRTSCHAFTLICHES AUS DER CHEMISCHEN TECHNIK Ruhiges Wachstum der Farbenfabriken Bayer Mit einer Umsatzzunahme von 7,.!io/o im Konzern und 8,3'/o im Stammhaus entsprach die geschaftliche Ent- wicklung der Farbenfabriken Bayer AG im Jahre 1965 ungefahr dem allgemeinen industriellen Rhythmus der Bundesrepublik (f 8Oio). Die Gesellschaft kann daher wieder eine Dividende in der Hohe des Vorjahres (13'io) ausschutten und dariiber hinaus den Riicklagen 92 Mio DM zufuhren. Wie in den Vorjahren lag die Produktion der Gruppe zum uberwiegenden Teil - 81°/o - in Deutschland, wahrend sie den groheren Teil ihres Umsatzes - 56,9O/o - im Ausland erzielte. Die Umsatze aus der deutschen Produktion beliefen sich auf 13Oio vom Um- satz der westdeutschen chemischen Industrie. Die Beleg- schaft vergrofierte sich um 4,8"/0, der Personalaufwand dagegen um 10,5n/o. Diese Relation bewirkte, daB die wirtschaftliche Arbeitsproduktivitat (eigene Wert- schopfung pro Arbeitsstunde zu jeweiligen Preisen) nur um 3,5'/o zunahm, wahrend die technische Arbeits- produktivitat -- eigene Wertschopfung pro Arbeits- stunde zu konstanten Preisen - um 6,9O/u stieg. Der Ertrag des Unternehmens hat sich daher vermindert. Kennzahlen, Werte in Mio DM 1963 1964 1965 Gruppen-Umsatz' j Inland Ausland "/u Vorjahr Exportquote 0 1 ~ ~ Urnsatz Stanimhau5 4444 5014 5389 2062 2 184 2382 2382 2 830 3067 3203 3 572 3868 11.6 15,3 8.3 48 48,? 48.3 Belegschaft 49 596 52 189 54052 Pro-Kopf-Umsatz. DM 65800 70300 71 500 Investitionen 420 5M 659 Anlagen 381 462 566 Beteiligung~ll 39 40 93 Forschungsaufwand 139 168 193 1) ,,Buyer-Gruppe" unifaRt die Farbenfabriken Buyer AG, die in- und auslandischen Beteiligungsgesellschaften, an denen Buyer direkt oder indirekt ab 5Oo/o beteiligt ist, sowie ab 1. Jul i 1964 die Agfa-Gevuert-Gruppe. - Die Gruppen- Daten enthalten die Zahlen des obigen Kreises nur ent- sprechend drni Beteiligungsverhaltnis der Farbenfabriken Boycr AG, die Agfa-Gaevert-Gruppe mit 50°/s. Die Produktionsanlagen waren 1965 gut ausgelastet. Mit neu in Betrieb genommenen Anlagen gelang es, besonders bei organischen Zwischenprodukten, Farben und Fasern der vergroRerten Nachfrage zu entsprechen. Ungefahr wie im Vorjahr stammte auch 1965 der Um- satz zu 50"/0 aus der Produktion von Chemikalien ein- schliefilich Kunststoffen und synthetischem Kautschuk, zu 32 (33) O!n von Farben und Fasern und zu 18 (17) O/o von Pharma und Pflanzenschutz. Bei F a r b s t o f f e n und Textilhilfsmitteln hielt sich die Zuwachsrate auf der seitherigen Hohe, obwohl die Textilkrise in Frankreich und Italien EinbuRen verur- sachte. Bei den meisten auslandischen Fabrikations- statten dieser Sparte iibertraf die Zuwachsrate die- jenige des Stdmmhauses, mit Ausnahme von Brasilien, wo die anitlichen Stabilisier-Mafinahmen einen Absatz- ruckgang bewirkten und von Indien, wo die Regierung einen notwendigen Kapazitatsausbau ablehnte. Uber- durchschnittlich gut entwickelte sich vor allem der Umsatz von Farbstoffen fur vollsynthetische Easern. In dem traditionellen Arbeitsgebiet der o p t i s c h e 11 A u f h e 1 1 e r kamen neue Marken fur Polyacrylnitril- fasern und ein Waschmittel-Blankophor fur syntheti- sche Fasern heraus. Das Sortiment der L a c k r 0 h - s t o f f e hat man durch spezielle, leichter verarbeit- bare Alkydal-Typen vergronert; neue Roskydal-Typen ermoglichen die Herstellung von hochelastischen Spacll- telmassen. Bei den C h e m i e f a s e r n entwickelte sich das Ge- schaft recht unterschiedlich. Wahrend der Umsatz von Cupresa CS weiter anstieg, ging e r bei Cuprama@ etwas zuruck. Bei Perlon-Fasern und Perlon-Neben- erzeugnissen nahm der Absatz weiter zu. Bei Perlon- Seide indessen vergroRerte sich nur die Absatzmenge, dagegen mufite man wegen des Preiskampfes auf den in- und auslandischen Markten einen fiihlbaren Umsatz- ruckgang hinnehmen. Das Dralon-Geschaft entwickelte sich fur alle Typen erfolgreich; die Lieferfahigkeit litt in den ersten Monaten noch unter Rohstoffschwieriy- keiten, die aber inzwischen behoben sind, weil bei der Erdolchemie GmbH neue Produktionsanlagen fiir A c r y 1 n i t r i 1 mit einer jahrlichen Kapazitat von 25000 t in Betrieb kamen. Die auf Basis Polyurethan hergestellte elastische Faser Dorlastana entwickelte sich giinstig. Neu herausgebracht hat diese Sparte einen gegen Lichtschaden geschutzten Perlon-Typ sowie eine atmungsfahige Textil-Kunststoff-Kombination unter dem Namen Vistram; sie besteht aus mit einem streich- fahigen Polyurethan beschichteten Baumwollgewebe. Die A r z n e i m i t t e 1 erbrachten einen uberdurch- schnittlich hohen Zuwachs im Umsatz. Er vergroRerte sich im Ausland nicht ganz so stark wie im Inland, weil die auslandischen Fabrikationsbetriebe stark expandierten. Damit verlagert sich die Ausfuhr immer mehr von den Fertigwaren auf Wirkstoffe. Zur Zeit verarbeiten bereits 36 ausldndische Konfektionieranla- gen Wirkstoffe aus dem Stammhaus zu verbrauchs- fertigen Spezialitaten. Die Wirkstoffe verzeichneten daher den groRten Umsatzzuwachs. Im Inland konnte man bei den A n t i b i o t i k a als Folge der vergrofierten Produktion die Preise senken und damit die Anwendung verbreitern. Der Export von veterinar-medizinischen Praparaten litt unter der extre- men Trockenheit in einigen bedeutenden Absatz-Lan- dern, die den Viehbestand erheblich reduzierte. Uberdurchschnittlich nahm 1965 auch der Umsatz von P f l a n z e n s c h u t z m i t t e l n zu; die in- und aus- landischen Produktionsanlagen waren gut ausgelastet und konnten auch die saisonbedingten Bedarfsspitzen decken, wozu neue Anlagen in Dormagen wesentlich beitrugen. Im anorganischen Sektor hat die Chloralkali-Elektro- lyse eine Kapazitat von 270 000 t C1 erreicht, diejenige fur Schwefelslure van 1,2 Mio t jahrlich. In Dormagen befindet sich eine weitere Chloralkali-Elektrolyse im Bau fur den Bedarf des Werkes Dormagen und dei Erdolchemie GmbH. Obwohl man im Werk Leverkusen 1965 fast alle Produktionsbereiche ausgebaut hat, ver- lagert sich das Schwergewicht der Investitionen immer mehr auf die Werke Dormagen und Uerdingen, die 1965 zusammen 54"/o des Gesamtaufwandes beanspruch- ten. S o hat man im vergangenen Jahr in Dormagen neue Anlagen fur Dralon und Perlon, Perbunan, Novo- Chemie-1ng:Techn. 38. Jahrg. 1966 1 Hefr 5 599
  • dur, Insektizide und Herbizide in Betrieb genommen; fur vollsynthetische Fasern entsteht auf dem West- gelande ein ganz neuer Werkskomplex. Eine neue An- lage fur die Herstellung von LevaprenQ, einem Co- Polymerisat von Athylen und Vinylacetat, steht VOI der Inbetriebnahme. Sowohl in Dormagen als auch in Uerdingen hat man neue Produktionsanlagen fur thermoplastische Kunst- stoffe wie ABS-Harze (Novodur), Durethan und Poly- carbonate (Makrolon) gebaut. Auf dem I s o c y a n a t - Gebiet hat man die Kapazitaten fur die Vorprodukte, besonders fur das Hartmoltopren, stark vergroDert. Es gelang, ein Desmophen auf Basis Phosphorsaure- ester zu entwickeln, das gegenuber den bisherigen Hartschaum-Systemen einen besseren Flammschutz bewirkt. AuRerdem hat die Gesellschaft streich- und verspruhbare DesmoduriDesmophen-Systeme entwik- kelt; die daraus hergestellten Polyurethan-Elastomeren ergeben einen hochwertigen Unterbodenschutz gegen Korrosion und Erosion bei Kraftfahrzeugen. Im Werk Uerdingen hat man ferner die Kapazitat fur T i t a n d i o x i d vergroRert und eine GaoRanlage fur Desmodur 44 V in Betrieb genommen. Fur E i s e n - o x i d - Farben erweitert man die Kapazitat auf 130 000 t jahrlich. Im Bau befinden sich au5erdem auch neue Anlagen fur Polycarbonate und fur Polyamid- Kunststoffe. Im Werk Leverkusen hat Bayer u. a. die Betriebe fur organische Chemikalien und Farbstoffe vergroDert, mo- dernisiert und rationalisiert und das neue Kraftwerk im Suden des Werkes weiter ausgebaut. Zum Konfek- tionieren von Arzneimitteln will man bis Ende dieses Jahres einen Neubau mit 30 000 m2 Flache fertigstellen. Die Gesellschaft hat 1965 sowohl den finanziellen (f 15O/o) als auch den personellen Forschungsaufwand (+ 343) wieder erheblich verstarkt; sie beschaftigt in ihren Forschungsstatten jetzt 8731 Personen, darunter 947 Akademiker. Fur neue Forschungseinrichtungen hat sie, wie im Vorjahr, wieder 49,l Mio DM investiert und damit, u. a., den Neubau des Wissenschaftlichen Hauptlaboratoriums in Leverkusen wie auch das an- organisch-wissenschaftliche Laboratorium in Uerdingen fertiggestellt sowie die Textillaboratorien in Dormagen weiter ausgebaut. Ebenda hat man auch einen Neu- bau fur die wissenschaftlichen und technischen Einrich- tungen auf den Gebieten der Verfahrenstechnik, der angewandten Physik und der Men- und Regeltechnik errichtet. In Elberfeld geht der Ausbau des pharmazeu- tischen Forschungszentrums planmaRig weiter. Anfang 1965 hat man das toxikologische Laboratorium bezo- gen, im April das pharmakologische Institut fertigge- stellt. In Leverkusen hat der Bau eines zentralen Technikums begonnen, in dem man Verfahren der or- ganischen Chemie in technischem VersuchsmaDstab be- arbeiten will. AuRerdem baut man die Einrichtungen fur die Feldprufung von Pflanzenschutzmitteln und die anwendungstechnische Beratung aus. Die Ergebnisse aus der Forschung der letzten Jahre trugen wieder wesentlich zum Umsatz und zum Ertrag bei. Dar Umsatzanteil der erstmalig nach 1948 herge- stellten Produkte erhohte sich auf 59,?O/o; die im Laufe der letzten zehn Jahre neu aufgenommenen Produkte erbrachten allein ein Drittel vom Umsatz. Von den im Jahre 1965 um uber 22O/o hoheren Sachinvestitionen flossen 80°/o in Fabrikations-, Energie- und Verkehrs- betriebe und etwa 9O/o in den Ausbau von wissen- schaftlichen und anwendungstechnischen Laboratorien. Etwa 22 Mio DM dienen der Reinhaltung von Wasser und Luft. So baute man z. B. in Leverkusen ein neues System nach dem Buyer-Doppel-Kontakt-Verfahren, das den SO,-Gehalt der Abluft auf '/lo des bisherigen Wertes herabsetzt (vgl. ds. Ztschr. 37, 99 [1965]). Das Werk Dormagen hat seine Schwefelsaure-Fabrik be- reits auf dieses Verfahren umgestellt. Der Ausbau bei den Fabrikationsanlagen und den Hilfsbetrieben sol1 auch in den nachsten Jahren inten- siv weitergehen. Das Investitionsprogramm der Far- benfabriken Bayer allein sieht fur die Jahre 1966 bis 1969 einen Aufwand fur Sachanlagen von etwa 2,4 Mrd. und in der Bayer-Gruppe von 3,4 Mrd. DM vor; fur 1966 hat man 580 Mio DM verplant. Im laufenden Jahr rechnet man mit einem Umsatzzu- wachs von etwa ? O / o , weil im Laufe des Jahres eine ganze Reihe von neuen Anlagen in Betrieb kommen wird. Im ersten Quartal dieses Jahres vergroDerte sich der Umsatz bereits um uber 10°/o, der Exportanteil erhohte sich um 2,l auf 49,Bo/o. - W i 8 - Rekordergebnis der Farbwerke Hoechst Der Umsatz der Farbwerke Hoechst AG weist 1965 im Weltgeschaft eine fast doppelt so groRe Zuwachsrate auf wie der Durchschnitt der deutschen Chemie. Dieses kraftige Wachstum des Geschaftsvolumens, dazu die urn 1 auf 20°/0 erhohte Dividende und die Zuweisung von 75 Mio DM an die Rucklagen charakterisieren die erfolgreiche Entwicklung der Gesellschaft im letzten Jahr. An der Zunahme des Umsatzes beteiligten sich alle Sparten, uberdurchschnittlich die Arzneimittel, die voll- synthetischen Fasern, die Kunststoffe und das Chemie- Anlagen-Geschaft der Tochtergesellschaft Friedrich Uhde GmbH. Der Weltumsatz stammte zu 21 (1964: 22) O / o aus Kunststoffen, Lackrohstoffen und Losungs- mitteln, zu 17 (17) O / o aus Fasern und Folien, zu 15 (16) O / o von Farben, Textilhilfsmitteln und organischen Zwischenprodukten, zu 14 (13) O / o von Arzneimitteln, zu 8 (8) O / o von Dunge- und Pflanzenschutzmitteln, zu 11 (9) O / o von Anlagenbau, SchweiRtechnik und Indu- striegasen und zu 14 (15) O / o von anorganischen Chemi- kalien und sonstigen Produkten. Ganz wesentlich hat der Auslandsumsatz zu dem geschaftlichen Erfolg des vergangenen Jahres beigetragen; er nahm mit 18,8O/o mehr als doppelt so stark zu wie der Inlandsumsatz; dieser Trend diirfte auch in Zukunft anhalten. Die Konzernzahlen enthalten seit 1964 auch den Um- satz der Chemische Werke Albert (Beteiligung 94O/o) und seit 1965 der Messer Griesheim GmbH (Beteili- gung 662/30/0). Bei den Kunststoffen hat der jahrliche Umsatz von P o 1 y o 1 e f i n e n (Hostalen) 100 000 t uberschritten, davon stammten 20 000 t aus der Produktion der Ruhr- chemie. Besonders gefragt waren Typen fur Hohlkor- per, verzugsfreie Transportkasten und groR dimensio- nierte Rohre. Copolymerisate von Athylen mit anderen Olefinen fanden neue Anwendungsgebiete. Beim P V C (Hostalit Z) stieg besonders der Absatz der schlagfesten Typen. Polyathylen und PVC sind zur Zeit in der gan- Zen Welt knapp; bei den Farbwerken werden in Kurze sowohl in Gendorf als auch in Knapsack neue PVC- Anlagen die Produktion aufnehmen. Von dem P o 1 y - a c e t a 1 h a r z Hostaform kam eine glasfaserver- starkte Type fur temperaturbeanspruchte Teile von Maschinen und Kraftfahrzeugen heraus. Chemie-1ng.-Techn. 38. Johrg. 1966 I Heft 5 600
Fly UP