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Gewebeaugmentation mit Hyaluronsäurefillern – praktische Durchführung

by matthias-imhof

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  • Gewebeaugmentation mit Hyaluronsäurefillern – praktische Durchführung Matthias Imhof, Ulrich Kühne Ästhetische Dermatologie im Medico Palais, Bad Soden DOI: 10.1111/j.1610-0387.2008.06766.x Kurzübersicht S15 Journal compilation © 2008 Blackwell Verlag, Berlin • JDDG • Suppl 2 – S15-S16 JDDG | Supplement 2˙2008 (Band 6) Zusammenfassung Die Anwendung von Dermalfillern auf der Basis von Hyaluronsäure ist insge- samt sehr sicher. Vor Beginn der Behandlung sollte die Gesichtshaut ge reinigt und gegebenenfalls ein lokalanästhetikahaltiges Gel zur Schmerzminderung aufgetragen wer- den. Es sind mehrere Injektionstech- niken möglich, am häufigsten wird das Material mit der Tunneltechnik oder der seriellen Punkttechnik appliziert. Das Kühlen nach der Behandlung beugt Hämatomen vor. Für den Patient entstehen praktisch keine Ausfallszeiten. Schlüsselwörter Hyaluronsäurefiller Injektionstechnik monophasische Hyaluronsäurefiller biphasische Hyaluronsäurefiller Allgemeines Hyaluronsäurefiller sind gut geeignet, umschriebene Falten zu behandeln oder bestimmte Bereiche, z. B. die Lippen, zu augmentieren. Ihre Anwendung kann beliebig oft wiederholt werden [1]. Dermalfiller dehnen das Gewebe aus, verdicken die Dermis und schwächen so die Faltenbildung ab [2]. Aufgrund des sehr guten Nutzen-Risiko- Verhältnisses werden diese Eingriffe im- mer häufiger durchgeführt, auch die An- zahl der verfügbaren Hyaluronsäurefiller nimmt weiter zu (ASAPS [3]). Vorbereitung der Behandlung Vor der Behandlung mit einem Dermal- filler muss das Gesicht von Make-up-Re- sten befreit und mit einem Oberflächen- desinfiziens behandelt werden. Es ist empfehlenswert, die Region mit Kühl- kissen vorzukühlen, weil damit Schmer- zen beim Einstich sowie mögliche Hä- matome und Schwellungen verringert werden können [1, 4]. Bei ängstlichen und besonders sensiti- ven Patienten empfiehlt sich, eine halbe bis eine Stunde vor dem Eingriff ein lokalanästhetikahaltiges Gel unter Okklusion aufzutragen (z. B. Emla®). Dadurch können Schmerzen, z. B. bei der Behandlung der Nasolabialregion, minimiert werden [5]. Darüber hinaus haben lokalanästhetikahaltige Gele den Vorteil einer vasokonstriktorischen Wirkung, wodurch die Wahrscheinlich- keit der Bildung eines Hämatoms redu- ziert wird. Grundsätzlich ist die periorale Region besonders schmerzempfindlich. Da ein Dermalfiller tiefer gespritzt wird als na- tive Hyaluronsäure, ist in diesem Bereich für eine suffiziente Schmerzausschaltung durch eine Leitungsanästhesie zu sorgen. Bei Behandlungen im Bereich der Ober- lippe ist der N. infraorbitalis und im Bereich der Unterlippe der N. mentalis zu blockieren [6]. Durchführung der Augmentation Die Behandlung wird am besten in halbliegender bzw. bei Behandlung der Nasolabialfalten in sitzender Position durchgeführt. Dabei liegt der Patient in Rückenlage auf einer verstellbaren Behandlungsliege. Häufig wird bei der Injektion von Fillern die lineare Technik oder Tunneltechnik verwandt. Hier wird der Filler nach dem Vorschieben der Kanüle beim langsamen Zurückziehen implantiert (Abbildung 1) [5, 7]. Eine Technik, die sich besonders bei feinen Fältchen, z. B. im Augenseiten- bereich anbietet, ist die serielle Punkt- technik. Hier wird der Filler durch dicht beieinander (Abstand 0,5–1,0 cm) liegende Injektionspunkte in die obere Dermis eingebracht. Dabei sollte kein Zwischenraum zwischen den einzelnen „Depots“ bestehen, so dass der Eindruck einer durchgängi- gen Linie entlang der Falte entsteht (Abbildung 2) [4, 5, 7, 8]. Wesentlich ist, sich bei der Injektion genügend Zeit zu lassen [9]. Nachbehandlung Im Anschluss an die Injektionen sollten die behandelten Flächen mit desinfizie- renden Cremes, ggf. auch mit antibioti- kahaltigen Zubereitungen eingecremt und nachgekühlt werden [1]. Eine sanfte Massage des behandelten Areals kann die gleichmäßige Verteilung des Materials unterstützen [7]. Einstichpunkte sowie gegebenenfalls auftretende Hämatome können nach der Behandlung mit einem medizinischen Make-up abgedeckt werden. Patienten können so unmittelbar nach dem Eingriff wieder nach Hause gehen und in Beruf und Alltag zurückkehren. Entsprechend der patientenindividuellen Veranlagung empfiehlt es sich, wichtige Termine erst ei- nige Tage nach der Behandlung wahrzu- nehmen, da die Bildung kleiner Hämatome nicht ausgeschlossen werden kann. Patienten sollte empfohlen werden, in den ersten 12 Stunden nach der Behandlung auf Sauna, intensive Son- nenbäder (auch Solarium) und andere, die Haut irritierende Maßnahmen, zu verzichten [4]. In Tabelle 1 finden sich wesentliche Be- handlungstipps auf einen Blick. Interessenkonflikt Die Autoren erklären keinen Interessen- konflikt. Abbildung 1: Die lineare Technik oder Tunnel- technik. Abbildung 2: Die serielle Punkttechnik.
  • S16 Kurzübersicht Gewebeaugmentation mit Hyaluronsäurefillern JDDG | Supplement 2˙2008 (Band 6) Korrespondenzanschrift Dr. M. Imhof, Dr. U. Kühne Ästhetische Dermatologie im Medico Palais Parkstrasse 6 65812 Bad Soden Tel.: 06196-6515555 Fax: 06196-6515550 E-Mail: info@aesthetische-dermatologie.eu www.aesthetische-dermatologie.eu Literatur 1 Fritz K. Resorbierbare und perma- nente Filler. In: Fritz K, Kammerer S (Hrsg): Ästhetische Medizin. Kon- zepte für die Anti-Aging-Praxis. München: Urban & Vogel Verlag, 2005: 103–126. 2 DeMaio M. The Minimal Approach: An Innovation in Facial Cosmetic Procedures. Aesth Plast Surg 2004; 28: 295–300. 3 American Society for Aesthetic Plastic Surgery (ASAPS), jährliche Statisti- ken aus den USA über alle chirurgi- schen und nicht chirurgischen Ein- griffe (s. http://www.surgery.org). 4 Matarasso SL, Carruthers JD, Jewell ML. Restylane Consensus Group. Consensus recommendations for soft-tissue augmentation with non - animal stabilized hyaluronic acid (Re- stylane). Plast Reconstr Surg 2006; 117 (3 Suppl): 3S–34S; discussion 35S–43S. 5 Lupo M. Hyaluronic acid fillers in fa- cial rejuvenation. Semin Cutan Med Surg 2006; 25: 122–126. 6 Dover JS. The filler revolution has just begun. Plast Reconstr Surg 2006; 117: 38S–40S. 7 Fernandez EM, Mackley CL. Soft Tissue Augmentation: A Review. J Drugs Dermatol 2006; 5: 630–641. 8 Wiest LG. Historie und Anwendung der Filler zur Faltenbehandlung. Hautarzt 2007; 58: 224–231. 9 Klein AW. The art and science of in- jectable hyaluronic acid. Plast Recon- str Surg 2006; 117: 35S–37S. Tabelle 1: Tipps zur Implantation von Dermalfillern. Problem Lösung schmerzempfindliche bzw. ängstliche Patienten Kühlung vor und während Behandlung, im Nasolabialbereich vor Behandlung Lokalanästhetika unter Okklusion anlegen, im perioralen Bereich Leitungsanästhesie Schwellungen und kleine Hämatome nach dem Eingriff Kühlen mit Kühlpads, nachher Vitamin-K-Salbe, Heparin-Salbe Behandlung von Regionen, in denen eine Hämatombildung wahrscheinlicher ist (z. B. im periorbitalen Bereich) aufgrund der vasokonstriktorischen Wirkung vor Behandlung lokalanästhetikahaltiges Gel unter Okklusion anlegen; Haut spannen, um Gefäße besser erkennen zu können kleine Blutungen nach dem Eingriff sofort mit Kühlkissen kühlen
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