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Die Derzeitigen Pharmakologischen Grund-lagen Einer Rationellen Eisentherapie

by adolf-bickel

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  • ~5. NOVEMBER 1928 KL IN ISCHE ~;OCHENSCH Kur in die Hohe Tatra. Der eine kam nach 6, der andere nach 4 Wochen zurfick. Weder im klinischen Status, noch im er- h6hten Grundumsatz war eine Jknderung eingetreten. Wi t glauben nach unseren bisherigen Er iahrungen, dab es m6glich sein wird, aus der Reakt ion auf die vorangehende kfinstliche Unterdruckbehandlung festzustel len, ob eine gute Wirkung yore Aufenthal t im Hochgebirge zu erwarten ist oder nicht. Zusammen]assung: Bei 16 von 22 mitte lschweren u nd schwe- ten Basedow-Kranken konnte durch ]3ehandlung in einer Unterdruckkammer innerhalb 3 - -4 Wochen Herabsetzung des pathologisch gesteigerten Grundumsatzes, Verminderung der subjekt iven Beschwerden und objekt ive Besserung (bzw. Erscheinungsfreiheit) erzielt werden. Nach der bis jetzt zuri ickliegenden Beobachtungszeit yon 9 Monaten scheint es sich um Dauererfolge zu handeln. Nachtm, g w(~hrend der Korrektur: Seit der Niederschri f t dieser Mittei lung hat sich die Zahl der behandel ten F~lle auf 4 ~ erh6ht. Es konnte eine betr~chtl iche Herabsetzung des Grundumsatzes und eine wesentl iche Besserung der fibri- gen Krankhe i tssymptome bei 29 Pat ienten erzielt werden. 14 Pat ienten bl ieben nach einer Beobachtungszei t bis zu 9 Monaten v611ig erscheinungs~rei, so dab man wohl yon einer endgfi lt igen Hei lung sprechen darf. DIE DERZEITIGEN PHARMAKOLOGISCHEN GRUND- LAGEN EINER RATIONELLEN EISENTHERAPIE. Bemerkungen zu demAufsatz von E. Starkenstein in Jg. 7, Nr. I8, S. 846 dieser Wochenschrift. I. Von ADOLF BICKEL. Aus der experimentell-biologischen Abteiluilg des Pathologischen Instituts der Universit~t Berlin. Der in der lJberschrift erwiihnte Aufsatz STARK]~NSTI~tNS kann all dieser Stelle aus Grfinden, die sieh aus nleinen folgenden Aus- fi~hrungen ergeben, nicht unwidersprochen bleiben. Ich behalte mir dabei vor, das analytische Material an andereii10rte zu ver- 6ffentlichen. i. STARKENSTEIN behauptet, Siderac sei Magnetit, also eine Verbindung yon Ferroxyd mit Ferrioxyd, well sich S~urelSsungen der Sideractabletter~ bei der Analyse so verhielten, als ob Ferroeisen in ihnen vorhanden sei. STARKENSTEIN hat vernachl~ssigt, zu untersuchen, in welcher Weise das Tablettierungsmaterial mit dem reinen Ferrioxyd, aus welchem die Tabletten hergestellt werden, und den bei der Analyse verwandten Reagenzien sich umsetzt. H~tte er sich untablettiertes Siderac besorgt, so hatte er genau wie die Chemiker gefunden, dal3 Siderac geradezu au]]allend reines Ferrloxyd in technischem Sinne ist, und dal3 dem Siderac kaum nennenswerte Spuren yon Ferrooxyd als Verunreinigung bei- gemischt sind. 2. Hierdureh ist die andere Behauptung STARKENSTEINS hin- fallig, dal3 das Verschwinden der Sideracwirkung durch hohes Er- hitzen dieser Substanz infolge restloser Oxydation herbeigeffihrt sei. Siderac und das aus ihm durch hohes Erhitzen entstandene Ferri- oxyd sind grob chemiach identisch. 3. Selbst ':r162 bei der S~urebehandlung, wie sie STARKENSTEIN vornahm, ein Teil des Ferrioxyds in Ferrooxyd bei Siderac um- gewandelt wtirde, folgt daraus weder, dab Siderac kein reines Ferri- oxyd sei, noch auch, dal3 die biologische Wirkung des Siderac nach der peroralen Gabe keine Ferrikomplexwirkung sein k6nne. Der Resorptionsversuch gibt dart~ber keinen AufschluI3. Im fibrigen zeigt der physiologische Versuch eine elektive Wirkung des Siderac. 4. STARKENSTEIN behauptet, ffir die biologische Eisenwirkung komme nur das Ferro- und nicht das Ferri-Ion in Frage. Weft bei der biologischen Eisenwirkung aus physikalisch-chemischen Grfin- den fiberhaupt keine Ionenwirkung, sondern nur eine Wirkung kom,plexer Eisenverbindungen in Frage kommen kann, und weil nach ~TARKENSTI~INS eigenen frfiheren Versuchen komplexe Ferri- verbindungen st~irker toxisch sind als k0mplexe Ferroverbin- dungen, liegt kein theoretischer lEinwand gegen die Wirkung yon Ferrikomplexen nach der Sideracgabe vor. 5, Alle bisherigen klinischen Erfahrungen ergaben im Gegensatz zu STARKENSTEINS Vermutungen, dab Siderac im allgemeinen gut yore Magen vertragen wird. Das ist auch erkl~rlich, well, wie R IFT . 7. JAHRGANG. Nr. 48 2297 STARKENSTEINS und unsere Versuche zeigen, bei den wi~hrend der Magenpassage herrschenden Acidit~ts-, Zeit- nnd Temperatur- verh~ltnissen Siderac nur in minimalen Mengen im Magen in L6sung geht. II. Von OSKAR BAUDISCH. Aus dem Rockefeller-Institut ffir medizinische Forschung, New York. Ich bin STARKENSTEIN aul3erordentlich zu Dank verpflichtet, mich darauf aufmerksam gemacht zu haben, dab das magnetische aktive Eisenoxyd yon WELO und mir einen Ferrogehalt yon 33,62% besitzt. Nach meinen Analysen hat es allerdings keinen Ferrogehalt, und sowohl ,,aktives" als auch ,,inaktives" Eisen, oxyd ergeben die gleichen Aiialysenresultate, w~hrend STARKm~- STEIN finder, ,,dab bei der Inaktivierung eben eine t3berfiihrung dieses Oxydulanteiles (33,62%) der Verbindung in das Oxyd, also in die Ferriform, er~olgt". Wenn STARKI~NST]~IN n~chstens wieder einmal aus Grfinden wissenschaftlicher Kritik quantitative Analysen von Eisenoxyden publiziert und, wie in denl vorliegenden Fall, durehaus genaue Zahlen auf Magnetit erreichen will, so dfirfte es einfacher sein, yon vornherein Magnetit zu nehmen, anstatt erst dreiwertiges Eisen in Tablettenform im Laufe der Analyse zu reduzieren. Ich bin aul3erdem STARKENSTEIN sehr dankbar, dab er ffir das yon BAUDISCH und WELO dargestellte aktive Eisenoxyd keine ,,bestimmte" Struktur annimmt, well das ,,Unbestimmte" viel besser mit seinen Ausfiihrungen und Analysen harmoniert. ERWIDERUNG. Yon ]~. STARKENSTEIN. Obige, in ihrer Form ganz ungew6hnliche Art der Polemik BAUDISCHS besagt mit anderen Worten, dab die von uns mitgeteilten Befunde fiber einen nennenswerten Ferrogehalt der Sideractabletten konstruiert seien. Es w~re wohl richtiger gewesen, wenn BAUDISCH vor Aufstellung solcher Behauptungen eine Nachprflfung unserer Befunde im Labo- ratorium vorgenommen h~tte. Eine solche Nachprfiiung unserer AII- gaben wurde in dankenswerter Weise im wissenschafflichen Labo- ratorium der deutschen Gasglflhlicht-Auer-Gesellschaft in Berlin (der Herstellerin des Siderac) dutch P. M. WOLFF und H. ZEGLI~ ausgeffihrt. Diese Untersuchungen sollten zwar gleichfalls die Haltlosigkeit nuserer Behauptungen fiber einen Ferrogehalt des Siderac beweisen, doch bekennen diese beiden Autoren in ihrer Mitteilung fiber diese Untersuchungen w6rtlich: ,,STARKENSTEIN gibt nun an, dab er eineii Ferrogehalt yon 33,33% gefunden hat. Wit haben nach dem yon ihm angewendeten Verfahren die Be- stimmung des Ferroeisens in Sideractabletten vorgenommen und sind zu etwa gleicheii Werten wie er gelangt." (]) Die Untersuchungen der genannten Autoren hatten weiter er- geben, dab reiner Siderac auch beim Aufl6sen in Salzsaure nut Spuren yon zweiwertigem Eisen (o,o2 %) enthAlt und dal3 die hohen, sowohl yon mir Ms auch yon ihnen gefundenen Ferrowerte daraui zurtiekzufiihren seien, dab die organische Substanz, die in dem zur Herstellung der Sideractabletten verwencleten Material enthalten ist, eine Reduktion des dreiwertigen Eisens zu zweiwertigem be- dinge. Au~ Grund dieser Befunde bezeichnet BlCXEL unsere Behauptung, dab der Siderac kein reines Ferrioxyd sei und dal3 auch die biolo, gischen Sideracwirkungen nicht als Ferriwirkung aufgefaBt werden k6nnen, als falsch. Ehe man nun aber auch den Siderac der Sideractabletten fiir reines Ferrioxyd erklAren kann, h~tte man wohl erst festzustellen, ob bei Verwendung des erwiihnten Tablettenmaterials nicht auch schon in den Tabletten selbst eine Reduktion des Ferrieisens zur entsprechenden Ferroverbindung erfolgt ist; aber bei der in Be- tracht kommenden analytischen Methode (Aufl6sen des,vollkommen wasserunl6slichen Eisenpr~parats in Salzs~ure) ist es nicht m6glich, eine Trennung des bereits vorhandenen und des beim Aufl6sen in statu nascendi sich bildenden Ferroeisens vorzunehmen. Hatte man aber die Absicht, reines Ferrieisen zur Resorption zu bringen, dann h~tte man den Zusatz solcher Stoffe zum Tablettenmaterial vermeiden mfissen; denn es ist ja eine bekaniite Forderung der ArzneiverordnuI~g, fiberall dort die Verwendung pflanzlicher Pulver fiir Pillenmassen zu vermeiden, wo eine Reduktion ver- hindert werden soll. Wird doch z. ]3. bei Verordnung yon Silber- nitratpillen ausdrticklieh darauf hingewiesen, dab hierbei die ge-
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