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Beitrag zum derzeitigen Stand der Säuglingsrachitis

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  • Zeitschrift fiir Kir~derheilkunde 92, 368--378 (1965) Aus der Universit~s-Kinderkl inik KSln (Direktor: Prof. Dr. C. B~,~osDT-T~oMsv,~) Beitrag zum derzeitigen Stand der S~iuglingsrachitis Von U. KEUTH ulld M. RECKTENWALD (Eingegangen am 3. Miirz 1965) Einleitung Mitteilungen fiber eincn zunehmenden Wiederanstieg der Rachitis- h~ufigkeit einschlie/31ich einer deutlichen Zunahme auch der schweren Fi~lle and der rachitogenen Tetanie etwa ab 1957 (z. T. auch frfiher oder spiiter) erschienen be sonders in den letzten 3 Jahren (u. a. BAETOEN, FRIEDERIS- ZICK, HARTUNG, KOTTGEN, KUSTER, NITSCH, PACHE et al., SCHWEIER, SEELEMANI% SPIESS, STI~GDE~, WEITHOFER). Da hierbei an einem direkten oder indirekten Zusammenhang yon schweren l~achitis- bzw. Tetaniefallen einerseits and Todes/iillen andererseits kein Zweifel bestehen konnte (F~IEDERISZlC~, KOCSIS, K0STE~, MARESCH, eigene Bcobach- tungen), durfte die genannte Entwicklung keineswegs lcicht genommen werden. Auff/~llig war jedoch, dab aus dem Ausland nur vereinzelte gleichlautende Mitteilungen erfolgten (z. B. AI~I~EIL u. C~OSBIE), und dal~ selbst innerhalb yon Deutschland nicht alle Kliniken und Stadte die ansteigende Rachitisfrequenz best/~tigen konnten (HSVELS, MAI, 0STE~, PACHE et al., WINDO~FE~ U. a.). Es ergab sich bald, dal~ - - abgesehen yon soziologischen und klima- tischen Unterschieden und yon Abweichungen hinsichtlich der stillen Prophy laxe (h~sbesondere UV-Best rah lung der Milch, siehe HA~UNG, I~)ACHE et al. u. a.) - - die Ursache dieser z. T. a larmierenden Wieder - zunahme im wesent]ichen in einem Nachlassen der generellen Ravhitis- prophylaxe zu suehen war. Als Grund ffir die abnehmende Hiiufigkeit nnd Intensit~,~ der Prophytaxe mul]te einersei~s die mensehliehe Tr~igheit mit Nachlassen aller prophylaktischen Mal~nahmen nach Verschwinden der schweren Formen der entsprechenden Krankheit (siehe Pocken- schutzimpfung) angenommen werden. Andererseits die nicht nur dutch die bekannte Hs yon tIyperca]ci~miefallen besonders in Groi]- britannien (s. tt6VELS u. STE~AN), sondern auch durch tierexperimentell gut fundierte Warnungen (Zusammenfassung s. MAI) gerade in dem genannten Zeitabsehnitt ausgelSste Furcht vor Vitamin D-Schgden, ins- besondere vorerst klinisch latenten, aber irreversiblen odor gar pro-
  • Beitrag zum derzeitigen Stand der Siiuglingsrachitis 369 gressiven Seh~den. Die pathogenetischen Grundlagen ffir derartige Seh/~digungsm6gliehkeiten sind mit Hilfe der derzeitigen Kenntnisse fiber den Calcium- und Phosphorstoffweehsel und die Wirkungsweise des Vitamins D groBenteils einsehbar (s. Fn~co~; H6vELs u. g~Iss ; I-I6v~.Ls u. STeP,fAN; I~ASM~SS~N U. DE LUCA U. a.). Zusi~tzliche Ver- bindungen zur Calciphylaxie von S~nYE sind diskutiert worden (MAr). Ferner ergab sich (H6Vt~LS, N:EDEL3~ANN, PACHE et al., SpIEss u. a.) die besondere Bedeutung der Friihprophylaxe, insbesondere in Form des ]ri~hen Vitamin D-Stories noch in der Neugeborenenperiode (G~asTE~- BEI~GEtt, GI~ASEE, HILBEI% I-I(3u et al.). Aufsehlugreieh war hier besonders ein yon PACHE inaugurierter Vergleieh der Mfinehener Tetanie- zahlen mit denen der Universiti~ts-Kinderklinik K61n. Tabelle 1 zeigt aus der damaligen Publikation noch einmal die K61ner Zahlen, erg~nzt dureh die Fs yon 1962. Die Tabelle zeigt den oben bereits erws Wiederanstieg seit etwa 1957, er hat sieh his 1962 weiter ]ortgesetzt. Dabe Tabelle 1. Zahl der Fiille mani/ester rachitogener Tetanie, 1951 bis 1962 in die Universitiits-Kinderklinik Kdln au/genommen (1951--1961 nach P~cHE et al.) 1951/52 42 1955/56 2 1959/60 16 1952/53 22 1956/57 5 1960 15 1953/54 10 1957/58 11 1961 18 1954/55 7 1958/59 14 1962 29 ist zu beriieksichtigen, dab unsere Tetaniefiille nur gut die H/ilfte aller l?glle yon K61n und Umgebung darstellen dfirften: neben den rund 120 S~uglingsbetten (ausgenommen Frfihgeborenenbetten) unserer Klinik befanden sieh zur fragliehen Zeit rund 100 weitere S/tuglingsbetten (aus- genommen weitere Frfihgeborenenbetten) in anderen K61ner Kranken- h~usern. Wichtiger als dies Ergebnis noeh war abet die Feststellung, dab unsere S/iuglingstetanien 4,8O/oo der gesamten stationiiren Au/nahmen aller Altersstufen der untersuehten Klinikjahrg~nge ausmachten gegen- iiber nur 0,28o/0o in der Mfinchener Universits Diese Differenz konnte nicht auf Differenzen in der Frequentierung der Mfitterberatungsstellen (sie war in beiden St~dten etwa g]eich) und nicht nur auf die in Miinchen etwa 15--20% gr6gere UV-Einstrah- lung zurfickgeffihrt werden. Vielmehr bot sieh als Erkliirung vor allem der in Mfinchen durch Initiative yon HH, B]~R seit 1951 zunehmend ein- geffihrte neonatale D-Friihstofl an. Er wurde auf Grund der Ergebnisse yon PAc~rg et al. inzwischen auch in K61n und zahlreichen anderen St/~dten, wo dies noch nicht geschehen war, eingeffihrt und wird auch yon der Deutschen Gesellsehaft ffir Kinderheilkunde (s. G~u~I)L]~) sowie der Deutschen Vereinigung ffir die Gesundheitsffirsorge des Kindes- alters (s. HOVELS) propagiert. 25*
  • 370 U. KEu~]~ und M. R~.c~wE~cw~]): Die Wirkung des neonatalen D-Fri2hstofies ist einmal darin zu sehen, dal~ ein /ri&es D-Depot angelegt wird, wirksam fiir die ersten beiden Monate, die bisher durch die D-Prophylaxe nieht beriieksichtigt worden waren, obwohl der raehitische Prozel] durehaus bereits in dieser frfihen Periode anlguft bzw. anlaufen und auch manifeste raehitisehe Symptome zeitigen kann. Zum andern hat der neonatale D-S~of~ den Vortefl, dab yon ihm, entsprechend der Verabreichung durch die geburtshflflichen Abteilungen oder die t tebammen,/ast alle Kinder er/a]3t werdea, sehr im Gegensatz zur sonstigen D-Prophylaxe. Nieht zuletzt aber scheint uns seine g'gnstige Wirkung auch in eine~n erzieherischen E~e]ct zu liegen, der die Miitter und alle fibrigen beteiligten Personen veranlaBt, auch die dem neonatalen D-Sto~ folgende weitere Prophylaxe bci einer grS~eren Zahl von Kindern und gewissenhafter als bisher durchzuffihren. Diese letzte Deutung wi~rde u. a. voraussetzen, dal~ sich nachweisen lgl]t, dab nich~ in jedem Falle eines Verg]eiehs zwisehen einer Stadt mit und einer Stadt ohne D-Frfihstol~ derart grol3e Differenzen auftreten, wie sie beim Vergleieh Mfinchen/KSln aufgetancht waren. Oder daft aueh bei Vergleich von zwei ]dimagleichen Sti~dten, die bisher beide keinen D-Fri~h- stofl batten, Di]erenzen demonstriert werden kSnnten, die erheblich (wenn auch nieht so groI~ wie die Mfinehen/KSln) ausfielen. Und daI3 sieh dabei wahrscheinlich machen lieBe, dal~ diese Differenzen im wesentliehen auf die in einer der beiden Stiidte wesentlich intensivere prophylalctische Be- treuung nach bisherigem Schema zurfickzuffihren sin& Vor allem dieser Demonstration dienen die hn folgenden kurz mitgeteilten Ergebnisse des Vergleiehs zwischen den Kinderkliniken ,,A" und ,,B". Daneben soll an Hand der Zahlen der Klinik ,,A" auch die allge- meine Rachitissituation vor Ein/i&rung des D-Fri&stofles und aus der Sieht des Klinikkrankengutes/estgehalten werden, u. a. auch/i~r ki~n/tige Vergleiche nach Einffihrung des Friihsfof~es. Selbstverstgndlich sind die l~achitiszahlen eines Kinderkrankenhauses mit seinem automatisch eine negative Auslese d~rstdlenden Krankengut nieht idenVisch mit denen des jeweiligen Einzugsgebietes. Wohl aber sind sie, naeh bekannten Uber- legungen, ein recht brauohbarer Mal~stab hierffir. Material Wir werteten die Krankenblgtter aller in den Jahren 1960, 1961 und 1962 innerhalb des 2. bis 12. Lebensmonats stationgr aufgenommenen Sguglinge zweier in zwei benaehbarten, etwa klimagleichen 1 westdeutschen Grol3stgdten liegenden Kinderkrankenhguser aus. Aus dem Kinder- N~ch den Unterlagen des zustgndigen Wetteram~es schneider die St~dt ,,B" hins~ch~lich Sonnenschcind~uer, Bedeokungsgrad etc. in den genannten Jahren sogar e~was sehlezhter ~b als ,,A".
  • Beitrag zum derzeitigen Stand der S~uglingsraehitis 371 krankenhaus der Stadt A waren dies 2859 S~uglinge, aus dem Kinder- krankenhaus der Stadt B 2358 Sauglinge. Die Stadt B ist bekannt ffir die besonders intensive, ]achiirztlieh besetzte, 6#entliehe Sduglingsbetreuung und A u]klSrungsarbeit. Beriicksichtigt wurden die ,,gangigsten" der in den Krankenblattern verzeich- neten rachitischen Syml)tome: Craniotabes, Rosenkranz,/4arran, Harrison, Caput quadrature, Tetanie. Nur bei einer kleinen Zahl, im wesentlichen den Tet~nien, war die l~ehitis die Haul)tdiagnose. Woraus verstandlieh wird, daI~ bei nicht wenigen der fibrigen Falle die Erhebung und schriftliche Fixierung der rachitischen Sym- l)tome mSglieherweise, tells aueh offensichtlich, unvol]standig erfolgte. Lediglieh die Craniotabes dfirfte yore jewefligen Verfasser des Krankenblattes wohl nur sel- tener iibersehen worden sein. In der Klinik der Stadt A wurde bei den schweren l~llen die Haul)t- oder l~eben- diagnose l~ehitis durchweg rSntgenologiseh gesiehert, bei den Tetanien auch blut- chemisch. Bei den leichteren Fallen, im wesentliehen also den mehr oder minder reinen Craniotabesfallen, erfolgte unter dem Gesichtsl)unkt des gebotenen Strahlen- schutzes keine rSntgenologische Sicherung. Aus den subtilen Untersuchungen yon HSv~Ls et al. ist jedoch bekannt, dal~ die Craniotabes in fiber 90% der F~lle als rachitiseh bedingt angesehen werden mul~, selbst bei Berfieksichtigung des subjek- riven Faktors (der fibrigens aueh bei der rSntgenologisehen ,,Sicherung" keine ganz geringe Rolle sl)ielt ). An der Brauchbarkeit eines derartig erhobenen Materials sollte demnach kein schwerwiegender Zweifel bestehen. In der Kinderklinik der Stadt B werteten wir die Krankenblatter nach denselben Prinzil)ien aus. Wie nicht anders zu erwarten, zeigten sieh dabei zwischen den beiden Kliniken Unterschiede hinsichtlich Diagnostik, Definition und Dokumentation, die einen direkten Vergleich der Zahlen verbieten. Dies stSrte nicht, da es uns nur auf einen Relativverg]eich, zudem nur hinsiehtlich einiger Details, ankara. Ergebnisse und Bespreehung H ~ufigkeit Tubelle 2 zeigt die tts yon K indern mit, wie oben beschrieben, rachitischen Zeichen unter den zwischen 2. und 12. Lebensmonut in das Kinderkr~nkenhaus der Stadt A aufgenommenen S~uglingen. D~nach Tabelle 2. Anzahl und H~ufigkeit der 1960 1962 im 2. bis 12. Lebensmonat in die KinderIcliniIc A stationgr au/genommenen S~iuglinge mit rachitischen Zeichen i Jahr 1960 1961 1962 1960--1962 } Insgesamt im 2. ! bis 12. Lebensmonat ~ufgenommen 859 878 i 122 2859 Mit rachitischen Zeichen ] 124 = 14,4~ 164 ~ 18,7% 216 = 19,2% 504 = 17,6% scheint die Rachitis auch in den Jahren 1960--1962 welter zugenommen zu haben in ~bere inst immung mit den oben zitierten Literatur- und KongreBmittei lungen und mit den KSlner Tetaniebeobachtungen.
  • 372 U. KEUTH und M. ~CKTENWALD : Die sich aus den Krankenbla~taufzeichnungen der Kl in ik B ergebende Rachitish~ufigkei~ der analogen K indergruppe ist ffir 1960 6,8~/o, 1961 7,8% und 1962 8,7% . Also auch hier eher eine leichte weitere Zunahme. Jedoch sind die Hiiufigkeiten weniger als halb so hoch wie die aus K l in ik A. Das mag zum Teil, wie bereits oben gesagt, an Unterschieden in Diagnost ik und Dokumentat ion l ieges. Mindestens zum Tell aber sind die Differenzen echt, wie die Tetaniezahlen, bei denen derart ige ~Jber- legungen hinsichtl ich Diagnost ik etc. prakt isch entfa]len, zeigen: Eine manifeste rachitogene Tetanie hat ten in der K l in ik A 1960 1,7%, 1961 2,1~ 1962 2,6% der ausgewer~eten Si~uglinge, in K l in ik B dagegen waren es nur 0,9 bzw. 1,0 bzw. 1,9~o. Da A und B kl imagleiche benachbarte GroBsti~dte Bind, die beide zur da- mal igen Zeit den D-Frf ihstoB noeh nicht hatten, schlieBen wit, da~ der Untersehied in der Tetaniefrequenz und demzufolge auch einTei] des Unter- schiedes in tier Rachit isfrequenz au[ die stark unterschiedliche Betreuung zuriiclczu/i~hren sein diirfte. Somit aber ~uch, d~B der yon PACHE et al. dargestel]te st&rke Unterschied der Tetaniefrequenz KSln/Mfinehen ver- mutl ich zum Tell auf den erzieherischen, auch die weitere Prophylaxe verbessernden E~elct des D-Fri~hstofles zuri iekgeffihrt werden k5nnte (siehe auch welter unten , ,~rzt l iehe Betreuung" Bowie ,D-Prophy l~xe") . Symptome Tabelle 3 zeigt, ffir die Jahre 1960--1962 zusammengefal]t wie auch bei den wei- teren Tabellen, wie hs die ,,gs Symptome Craniotabes, Rosenkranz, Marlin, Hurrison, Caput quadratum und m~nifeste Te~anie bei den als rachitisch angesprochenen Ss der Klinik A erhoben bzw. schriftlich fixiert wurden. Tabelle 3. Hgufigkelt einiffer rachitischer Symptome unter den im 2. his 12. Lebens- monat au/genommenen und als rachitisch angesprochenen Sgugtingen der Kinder- klinik A 1960--1962 CranioSabes . . 482 = 95,6O/o Rosenkranz . . 161 = 31,9~ 1V[&rfan . . . . 66 = 13,1~ Harrison . . . . 32 = 6,3% Caput quadratum 36 = 7,1% Manifeste Tetanie 62 = 12,3% Auf die zu erhoffende ausreichende Vollst~ndigkei~ der Angaben fiber Cranio~abes ebenso wie manifeste Tetanie und die Liickenhaftigkeit der anderen Daten wurde oben schon eingegangen. Sieht man, dab das Symptom Craniotabes zahlenm~Big welt fiberwiegt, so m6chte man in Erinnerung an die Erhebung yon OSTE~ und anderen schlieBen, dal~ die aus Tabelle 2 hervorgehende betri~ehtliche H~ufigkeit der Rachitis unter den Kindern aus A keine erns~haf~e Bedeutung habe. Ein Blick ~uf die Tetaniezahlen (s. auch FI%IEDERISZIGK) belehrt uns aber eines besseren. Altersverteilung T~belle 4 gib~ die Altersvertei lung der F~lle und der H~ufigkeit. Sie entspr icht den bekannten Angaben der L i teratur . Wesentl iche Unter-
  • Beitrag zum derzeitigen Stand der S~uglingsrachitis 373 sehiede zwischen den einzelnen Jahren 1960--1962 fanden sich nicht, daher werden die Summen angegeben. Der Gip/el der H~iufigkeit liegt im zweiten Quartal des 1. Lebens]ahres. Hier kommt es zu erstaunlichen Prozentzahlen, ~ls Maximum 1961 46,6% rachitische K inder im 5. Lebens- monet. Tabelle 4. Zahl und Hiiufigkeit floride raehitiseher Kinder unter den 1960--1962 im 2. bib 12. Lebensmonat stationgr au/genommenen Sguglingen der Kinder]clinik A, au~geteilt naeh Lebensmonaten }r ~kt~genommeno Sguglinge 2. 620 3. 476 4. 320 5. 257 6. 211 DaZon ra~hitisch 44= %1% 90=18,9% 108=33,8% 97=37,8% 52=24,6% l~onat 7. 8. 9. 10. 11. 12. A llfg~or~T~en8 S~uglinge i 198 194 157 143 143 140 Baron rachitisoh 38 = 192% 30 = 15,5% 21 = 13 ,4% 11 = 7 ,7% 7 = 4,9% 6 = 4 ,3% Die H5ufigkeit im 2. Monat ist noeh gering (allerdings sind die Fr i ih- geborenen ja nieht berfieksiehtigt), aber keineswegs Null. E in aueh sehon yon anderen Autoren mehrfaeh angeffihrtes Argument fiir die Bedeutung des neonut~len D-FrfihstoBes. Jahreszeitliche Verteilung Die AufschIiisseIung der Rachitiszahlen und -hEufigkeiten nach Geburtsmonat und naeh Jahreszeit der Diagnose bzw. Klinikaufnahme zeigte den bekannten Ein. fluff der lichtarmen Monate auf die Manifestierung der Rachitis. Auf tabellarische Wiedergabe kann an dieser Stelle verzichtet werden. Erni~hrung Tabelle 5 zeigt lceinen unter den Umst~nden der Erhebung erkenn- baren Einflu]3 der Erni~hrungsweise auf die H~ufigkeit raehit iseher Symptome, obwohl hinreichend bekannt ist, dab - - ausgenommen Frf ihgeborene, die jedoeh dutch die Ausklammerung aller bereits im Tabe]le 5. Einflu[3 der Ernghrung au] die Rachitis]requenz der 1960 1962 im 2. bis 12. Lebensmonat stcttion~r ~u/genommenen SgugZinge deq" KinderkliniI~ A S~ug~nge Ern~hrung gesamt Davonrachitisch Nuttermilch (yoU- oder teilgestillt) lgnger als 6 Woehen Muttermileh kiirzer als 6 Wochen oder nie Kinder unter 6 Woehen oder sonst nieht auswert, bar 978 1378 503 194 = 19,8% 244 = 17 ,7% 1. Lebensmonat stationi~r aufge~ommenen K inder weitgehend el iminiert wurden - - Muttermi leh die Rachit isfrequenz sinken ls
  • 374 U. KEvT~ und M. RECKTENWALD : Hier liegt vermutlich eine Nivellierung dutch soziale Faktoren vor. Die Stillf&higkeit differenzierterer Mfi~ter fiber l'&ngere Zeit ist, trotz erfreulieh oft vorhandenem Stillwillen, bekanntlieh nieht selten reduziert. Die Gabe yon industriellen l~er~igmilchen, ~eilweise mit D-Zusatz, die Konsultation yon Arzt oder Mfitterberatung und die Ausffihrung der dor~ gegebenen Anordnungen ist aber gerade bei diesen Mfittern und in diesen Sehichten besoaders hgufig. Noziale Zugehgrigkeit Diese Annahme wird unterstiitzt dutch die (freilieh nicht allen Wfin- sehen gerech~ werdende) soziale Aufsehliisselung in Tabelle 6. Sehen wir yon den letzten, unbrauehbaren t~ubriken ab, so finden wit eine deutliche Tabelle 6. Einflufl der sozialen Zugeh6rigkeit au/ die Rachitis]requenz der 1960--1962 ira 2.--12. Lebensmonat station~ir au/genommenen Nguglinge der Kinderklinik A Beruf tier Eltern S~uglinge gesamt Davon rachitisch Akademiker Andere Beamte Andere Angestellte Andere Freiberufliehe I-Iandwerker, Arbeiter I~entner, Fiirsorgeempfiinger Soldaten Nich~ eingeordne$ 142 66 419 78 1809 86 52 140 17 = 12,0% 9 = 13,6% 49 ~ 11,7% 15 ~- 19,2% 365 ~ 20,2% 19 = 22,1% 10 = 19,2% Zuordnung der niedrigsten Rachitis/requenzen zu den elterlichen Beru]s- gruppen, die erfahrungsgem/iB am ehesten ~irztlichen Rat ffir ihre Kinder suchen und am genauesten und z. T. pedan~ischsten mit ~irztlichen An- weisungen ver]ahre n. f{rztliche Betreuung Unsere Vermutung wird wei~er best/irk~ durch die deutlichen I)iffe- renzen der Rachitish~ufigkeit der Kinder der Klinik A in Abh~ngigkeit yon der Be~reuung (Tabelle 7). Die nicht durch Arzt oder Miitterberatung betreuten Siiuglinge weisen die hSchste Rachitis]requenz au/. Diese bisher nicht durch Arzt oder Miitterberatung betreuten 1178 S/iug- linge machen 41,2% aller hier ausgewerteten S/~uglinge aus A aus. Womit die hohe Rachitis- und Te~aniefrequenz zum Tefl erkl/irt und auf die grofien W erbungs-, A u] Id~irungs- und Organisationsau/gaben der zust/indigen Stellen hingewiesen ist. Wenn ~edoch die Rachi~ish/~ufigkeit bei den nach Angabe der Eltern ,,regelm~Big" dureh Miitterberatung oder Arzt betreuten S&uglingen nieht geringer ist als bei den nur ,,ab und zu" oder fraglieh be~reuten, und wenn andererseits die l~aehitishgufigkei~ der S/iuglinge der Klinik B 1960--1962 in der l%eihenfolge der Tabelle 7 nur 3,9, 7,7 und 10,3%
  • Beitrag zum derzeitigen Stand der S~uglingsr~chitis 375 betr~gt, die Frequenz 3,9% der dort igen regelm~6ig betreuten S~uglinge also erheblich unter der nach dem Verh~ltnis der I~achitisfrequenzen A/B zu erwartenden Zahl bleibt, so ist unabh~ngig yon der Frage des T~belle 7. Einflufl der grztlichen Betreuung auf die Rachitis/reguenz der 1960--1962 im 2.~12. Lebensmonat station~ir au/genommenen Sguglinge der Kinder]clinil~ A Betreuung (naoh Angabe der Eltern) S~ug]inge gesamt Davon rachitisch ,,~egelm~l~ige" Betreuung durch Arzt oder M~itterheratung 1078 145 ~ 13,5% Betreuung ,,ab und zu" oder fraglich 603 84 = 13,9% Bisher keine Betreuung 1178 275 ~ 23,3% auch in der Stadt B bislang nicht gegebenen D-Fri ihstoBes zu folgern, dab auch die Art der regelmi~fiigen Betreuung der aus A und Umgebung stammenden K inder m5glicherweise verbessert werden k6nnte. D- Prophylaxe Dieser SchluB l~[tt sich weiter unterbauen dutch Vergleich der in Tabe]le 8 ~ufgeffihrten A-Zahlen mit den entsprechenden, von uns in der B-K]Jnik erhobenen Z~hlen. Ausgewertet wurde unter dem Aspekt, in welchem Ausma~ bei Ss die bei Kl in ik~ufnahme 6 Wochen und ~lter waren, die bis vor kurzem in den meisten Sts Deutschlands gfiltigen, ab dem Alter yon etwa 6 Wochen zuzuffihrenden prophylak- t ischen D-Gaben durchgeffihrt worden waren. Erwartungsgem&8 finder sich eine ansteigende RachitishSufiglceit mit abnehmender Intensitiit der D-ProphyIaxe. Auch stellt sich, wie nach T~be]le 7 bereits erwartet, heraus, dal~ (siehe dagegen die Umfrage yon Tabelle 8. Einflufl der prophylalctischen D-Gaben (kein Fri~hstofl) auf die Rachitis. /requenz der 1960---1962 im 2. bis 12. Lebensmonat stationgr au/genommenen Sguglinge der Kinderklinilc A AusmaB tier D-Prophylaxe S~uglinge gesa~t ])avon rachitisch Mindestens die bisher fibliche D-Prophylaxe erhalten 683 92 = 13,5~ Nur einen Teil der bisher iiblichen D-Prophylaxe erh~lten 846 151 = 17,8% Bisher keine D-Prophyluxe erh~lten 787 203 ~ 25,8~ Noch nich$ 6 Wochen alt oder sons~ nicht auswertbar 543 KL~KE) ein ungemein hoher Prozentsatz der Kinder unzureichend oder gar nieht in den Genufi der D-Prophylaxe l~ommt. Auf die Grfinde sind wir bereits bei der Besprechung yon Tabelle 7 sowie in der Einleitung
  • 376 U. KEUTK und IV[. I%]~eKTENYCALD : eingegangen. Dal~ bei Kindern, die bisher keinerlei D-Prophylaxe er- halten hatten, nur in 25,8% rachitisehe Zeichen gefunden bzw. verzeieh- net win'den, w~thrend nach den subtilen Untersuchungen z. B. yon SCgALL u. CRi~SEMA~%N 50 ~o ZU erwarten waren, liegt fiberwiegend daran, da~ es sich bei arts um Krankenblattauswertungen und nieht um Lang- zeituntersuchungen handelt; zum kleineren Tell m6gen, wie eingangs gesagt, bei Niederlegung der Daten auch hin und wieder Unterlassungen vorgekommen sein. Unerwar~e~ ist jedoeh, daft die entspreehenden P,'ozents~tze der Si~uglinge der Klinik B in der Reihenfolge der Tabelle 8 1,3, 5,9 and 13,2% Iauten, da~ also das Verh~ltnis 13,5~0 (A) zu 1,3% (B) fiir die erste Rubrik weit aus der oben gemaehten Angabe, die Rachitisfrequenz in B betrage knapp die IIalfte der in A, herausf~tllt. Da in beiden St~dten zu der untersuehten Zeit der FriihstoB fehlte, sehen wir in dieser Dis- krepanz einen weiteren Beleg ]i~r die Bedeutung der Intensit~t und Indi- vidualisierung der Betreuung i~ber die generelle Basisprophylaxe hinaus und auch einen Hinweis fiir die vermutliehe Bedeutung des erzieherischen Effektes des D-Friihstofles im Sinne der eingangs angestellten ~Tber- legungen. Zusammenfassung In einem frfiheren, yon PAC~E inaugurierten Vergleich der Fiille rachitogener S~uglingstetanie zwisehen Mtinehen und KSln hatte sich die grol~e Bedeutnng des seit 1951 in Miinchen obligaten, inzwischen auch in den meisten anderen Stadten eingefiihrten neonatalen Vitamin D- Frfihstol~es herausgestellt. in der jetzigen Untersuchung wurden die Krankenbl~tter yon in den Jahren 1960--1962 im 2. bis 12. Lebensmonat in zwei Kinderkranken- hi, user zweier benachbarter westdeutscher Grol]st/idte station/~r auf- genommenen S/iuglingen naeh rachitischen Zeichen, Iterkunft, bis- heriger Betreuung etc. ausgewertet. In beiden St/~dten fehlte bisher der neona~le D-Friihstol]. Stadt B ist jedoch bekann~ fiir besondere Inten- sitgt der prophylaktischen Betreuung. Es zeigte sich die ungemeine Liiekenhaftigkeit der D-Prophylaxe ia den ]etzten Jahren als Ursache der stark zunehmenden Rachitis- frequenz und die Bedeutung einer faeh/~rztlieh iiberwaehten, intensiven, auf der Basis der generellen Prophylaxe zusatzlich individualisierenden Prophylaxe bzw. Frfihtherapie. Es 1/s sich ferner vermuten, da$ die Wirkung der neonatalen D- Frfihprophylaxe nicht nur in der friihen Gabe eines D-Depots und in breiter Erfassung der Kinder begrfindet ist, sondern nieht zuletzt auch in dem erzieherisehen, weiteren regelm/~l~igen D-Gaben Vorsehub leisten- den Effekt der schriftlichen Testierung dieser ersten Gabe.
  • ]~eitrag zum derzeitigen Stand der Sauglingsrachitis 377 Summary In an earlier study, inaugurated by PACHE, comparat ive data between Munich and Cologne concerning rachitogenic tet~ny in infancy demon- strated the great effectiveness of neonatal vitamin D-prophylaxis, prac- ticed in Mun ich since 1951 (and now as well in most other towns). The present paper is a work -up of 2859 cases of young infants, treated as in-pat ients between the ages of 2nd and 12th month at the Children's Hospita l of town "A" during 1960--1962. The data were compared with 2358 analogous cases from the Children's Hospita l of town "B" . There are no cl imatic differences between town A and B. Both A and B had no neonatal D-prophylaxis ti l l 1963. But town B is well known for the high intensity of prophylact ic management. We took into account not only raehitogenic te tany but also all other rachit ic signs as well as data on medical supervision, v i tamin D-prophylaxis, profession of the parents etc. The results indicate an general ly unsat isfactory v i tamin D-pro- phylaxis for the past years. On the other hand the importance of the superv is ion of prophylaxis and t reatment by pediatr ic ians regarding indiv idual v i tamin D-needs in excess of the general prophylaxis is l ined out. The effect of neonatal v i tamin D-prophylaxis is not only based on early appl icat ion of a v i tamin D-pool and appl icat ion to a high percentage of the infants, because most infants are born under clinical or medical supervision. The effect is also, and last not least, based on the educational effect of wr i t ten outlines, given to the mothers and providing them with informations regarding the dose v i tamin D a l ready given as well as exact data on sufficient prophylaxis throughout the entire infancy of their child. Literatur ARmPIt, G. C., and J. C. CROSBI~: Infantile rickets returns to Glasgow. Lancet 1968/II, 423. BA~TGE~, D. : Steigt die Rachitis wieder an ? Dtsch. Arzteb]. 1964, 921. FA~coxI, G. : Physiology and pathology of calcium and phosphate metabolism. Advanc. Pediat. 12, 307 (1962). FI~IEDEI~ISZICK, F. K. : Die Rachitis- und Spasmophiliefrequenz im l~aume Mainz. Tagg. l~hein.-westfal. Kinderarzte, Aachen, 11.5. 1963. Mschr. Kinderheilk. 112, 470 (1964). G~STEN~G~, I-I. J. : Die Protektion des Phosphorstoffwechse]s - - mit automa- tisoher Verhiitung der I~achitis - - durch eine einmalige kleine neonatale paren- terale Injektion von Vitamin D a in O1. Mschr. Kinderheilk. 97, 127 (1949). G~AS]~, E. : Reihenuntersuchungen zur Frage der t~achitisprophylaxe bei l~eu- geborenen mit einmaliger Vitamingabe. Z. Kinderheilk. 61, 716 (1940). G~u~DL]~n, E. : Beantwortung einer Leseranfrage in Dtsch. med. Wschr. 1964, 805. I-IA~TU~G, K. : Beitrag zum Problem der l~achitisprophylaxe mit u]traviolett- bestrahltcr Milch. Z. Kinderheilk. (im Druck).
  • 378 KEv~ u. RnOJ~TE~WAr,D : Derzeitiger Stand der Si~uglingsrachitis HILB~,I~, H. : Vorzeitiger Rachitisbcgiml in der NachkriegszeiL Dtsch. reed. Wschr. 1948, 81. - - 0ptimale Betreuung tier werdenden ~Iutter und des S~uglings aus der Sicht des P/idiaters. Bayer. Jirztebl. 1964, 736. H6VET.S, 0. : ~rberlegungen zur Praxis der t~achitisprophylaxe. Dtseh. Arztebl. 1964, 2359. - - tI. BOOK, F. I~ASCgE u. O. SOUl,rE,gAGE: tiber die Hs weiterer rachi- fischer Zeichen bei Kraniotabes. Z. Kinderheilk. 69, 361 (1951). - - F. RASSgE, It. BOOK u. 0. SO~E~Aa]~: Untersuchungen fiber Wirksamkeit und Fehlerquellen der l~aehitisprophylaxe im SguglingsMter. Z. Kinderheilk. 71, 286 (1952). - - u. D. I~EISS: Physiologie und Stoffweehsel des D-Vitamins. Ergebn. inn. Med. Kinderheilk. N. F. 11, 206 (1959). - - u. U. STEPhAn: Das Krankheitsbild der ,,idiopathischen" Hyperkalz~mie, eine ehronische Vitamin D-Intoxikation. Ergebn. inn. 1V[ed. Kinderheilk. N .F . 18, 116 (1962). KLINKE, K. : Umfrage zur Rachitis-Prophylaxe. Kinderi~rztl. Prax. 28, 207 (1960). KocsIs, M. : Dangers of anaesthesia in children with rickets. Aeta p~ediat. Aead. Sei. hung. 2, 209 (1961). K6T~GE~r, U. : gachitis-Prophy]axe in der allgemeinen Ffirsorge. Med. Msehr. 14, 430 (1960). KffsT~g, F. : Zwei Todesf~lle dureh Rachitis. Dtsch. reed. Wschr. 1964, 1497. MAI, H. : Gesichtspunkte zur Vitamin-D-Versorgung. Tagg. I~hein.~westf~l. Kinder- /~rzte, Aachen, 11.5. 1963. KinderErztl. Prax. 3.2, 115 (196r 1VLtgI~SCH, W. : Zur J~tiologie der plStzlichen TodesfElle im SguglingsMter. Z. Kinder- heilk. 84, 565 (1960). NEDEL:~ANlV, E. : persSnl. Mitteilg. fiber die Frfihprophylaxe in Essen. NITSC~, K. : Der Gesundheitszustand unserer Kinder. Arztl. Mitteilg. 1962, 547. OsT~, I-I. : Hat die I~achitisprophylaxe die l~aehitis wirklich zum Versehwinden gebraeht ? Kindergrzth Prax..28, 577 (1960). PAc~, H. D., U. KE~rTI~ u. K. Sx~r~E~: SEuglingstetanie und Rachitisprophylaxe. Mfinch. reed. Wsehr. 1963, 1321. l~s~r H., u. H. F. ~)~ Lyon: Calc ium homeostasis, Ergebn. Physiol. 58, 108 (1963). SC~ALL, L., u. g. C~f fSE~ANN : Zur Dosierung des D-V i tamins fiir die Basisl0rophy- laxe der l%aehitis. Langfristige Untersuehungen an Insassen yon S~uglings- heimen. Mschr. Kinderheilk. II0, 59 (1962). SeaWatEr, P. : Gibt es noch t~achitis ? Mschr. Kinderheilk. 109, 344 (1961). SEE~E~A~T?r K.: Diskuss. Tagg. t~hein.-westf/~h Kinder/s Aachen, l l . 5. 1963. SPy]~ss, H. : Diskuss. Tagg. Rhein.-westf/il. Kindergrzte, Aachen, 11.5. 1963. ST~O1)v.~, J. : Diskuss. Tagg. Sfiddtseh. Ges. Kinderheilk., Mfinehen, 8./9. 6. 1963. WEIT~Or~, W. : Zunahme der l%achitis ? Tagg. Sfiddtseh. Ges. Kinderheflk., Mfin- chert, 8./9.6. 1963. WI~DOR~E~, A. : Diskuss. Tagg. Sfiddtseh. Ges. Kinderheilk., Nfinchen, 8./9.6. 1963. Priv.-Doz. Dr. U I ,~c~ K~UTH, 5 KSln-Lindenthal, Universi~ts-Kinderktinik
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